Wieder einmal klingelt der Wecker weit vor Sonnenaufgang, da wir unser gebuchtes Kayak rechtzeitig abholen müssen, denn damit wollen wir heute den Abel Tasman Nationalpark erkunden. Der Vorteil von unserem frühem Aufstehen: Ein grandioser Sonnenaufgang…. leider erst 15 Minuten nachdem wir losgefahren sind. Naja wenigstens das Morgengrauen konnten wir noch genießen, das war auch schön.
Dann hieß es ab in den Camper und ab gehts nach Marahau, das ist die Ortschaft am Rande des Abel Tasman Nationalparks. Wir haben uns dazu entschlossen, dort ein bisschen Kayak zu fahren und dann zurück zu wandern. Der Nationalpark liegt entlang der Nord-Küste der Südinsel und ist für seine Traumstrände berühmt.
Nach kurzer Kayak-Einführung und etwas Wetter-Kunde schieben wir unser gelbes Bötchen ins eiskalte Wasser und paddeln los wie wild. Es ist morgens noch recht frisch, aber dank körperlicher Ertüchtigung und strahlendem Sonenschein ist uns bald angenehm warm.
Wir brauchten ein paar Minuten bis wir uns eingepaddelt hatten, Conny hat heute den Steuermann gemacht und ich den Navigator.
Unser erstes Ziel war Adele-Island, die liegt einige hundert Meter vor der Küste und ist die Heimat einer Seehund-Kolonie, die man sich aus etwa 40m Entfernung anschauen darf. Haben wir natürlich gemacht und dem Treiben dort ein wenig zugeschaut. Süß sind sie ja schon, die Seehunde.
Danach haben wir Kurs genommen auf einen der vielen kleinen Strände des Abel Tasman Nationalparks. Wir hatten ja Angst, dass es hier überfüllt sein könnte, weil wirklich so ziemlich jeder der Neuseeland besucht, hier einen Stopp einlegt, aber es war total leer und wir hatten den Strand für uns!
Hier haben wir dann ein leckeres Käsebrot verputzt, ein bisschen Sonne getankt und Nachrichten in den Sand geschrieben. Hier merkt man dann auch kaum, dass hier eigentlich Herbst sein sollte und man merkt auch kaum, dass das Wasser nur um die 18 Grad hat.
Direkt am Strand geht auch schon die Bewaldung los, das ganze sieht eigentlich schon arg nach Regenwald aus, obwohl wir hier nicht mehr so richtig in den Tropen sind. Vielleicht ist man hier noch so gerade subtropisch? Ich weiß es garnicht.
Nach einer halben Stunde schwingen wir uns wieder in unser Boot und paddeln weiter. Eigentlich hätten wir schon kurz nach unserem Pause-Strand das Kayak am Strand abstellen und loswandern können, man konnte aber auch noch weiterrudern, das haben wir dann einfach mal gemacht.
Das letzte Stückchen heißt hier wohl “Mad Mile” und wartet gerne mal mit üblen Wetterbedingungen und vielen Wellen auf, war aber recht harmlos und so legen wir mit dem Kanu schließlich in Anchorage Bay an, ziehen es an den Strand und beenden dort unsere Kayak-Tour.
An der Anchorage Bay ist auch eine Rast-Hütte des Abel Tasman Tracks, der ist einer der Great Walks, von denen haben wir ja schon den Northern Circuit gemacht. Hier laufen wir nun lediglich die letzte Etappe, nämlich 12km von der Anchorage Bay Hut zurück nach Marahau.
Auf dem Bild, welches während unserer Pause entstand habe ich übrigens nur deshalb meine Hände auffällig im Schritt, weil mir kurz vor diesem wunderbaren Schnappschuss die Hose an der Stelle gerissen ist. Danke für das Foto, Conny! ![]()
Wir wandern los und nach einem Stückchen am Strand entlang, schlängelt sich der Weg recht schnell nach oben und wir werden mit tollen Ausblicken über die Anchorage Bay belohnt. Von oben fast noch schöner als von unten.
Im weiteren Verlauf sehen wir auch nochmal Adele Island, wo wir ganz zu Anfang für die Seehunde vorbeigefahren sind. Auch der Blick entlang der Küste lohnt sich von hier oben,denn das Wasser sieht von hier nochmal deutlich blauer aus als von unten.
Danach war es das aber leider erstmal mit schönen Aussichten und fast die gesamten 12km des Weges führen uns durch Dschungel mit wenig Licht und viel Matsch. Verdammt. Nur sehr sehr selten schaut man mal aus dem Dickicht hinaus und erspäht wieder eine der vielen kleinen Buchten. Ein bisschen mehr Aussichten und Sonnenschein würden dem Track gut tun.
Nach etwa 3 Stunden haben wir es dann aber doch geschafft und sind darüber auch ein bisschen froh. Marahau begrüßt uns mit einem tollen Blick auf die umliegenden Berge in leichtem Nebel und im Licht der Abendsonne. Herrlich.
Wir setzen uns in die kleine Gastronomie unseres Kayak-Verleihs und gucken erstmal erschöpft aus der Wäsche. Oh ja, da haben wir uns heute wohl etwas überschätzt. Nach 4 Stunden Kayak-Fahren und 3 Stunde wandern zwickt uns der ein oder andere Muskel. Bereits heute morgen wurden wir gewarnt, dass wir hier ein “Ganzkörpertraining” durchziehen würden, da haben wir das noch nicht ganz ernst genommen.
Zusätzlich zu viel Muskelkater hat Conny sich zudem zwei symmetrische Blasen an den Zeigefingern angerudert. Well done. Bei so viel körperlichem Leiden kann die Belohnung natürlich nicht lange auf sich warten lassen. Der Kayak-Laden verkauft richtig geile “Gourmet Burger”… super!
Er war so lecker wie er aussieht und hat uns auch ein wenig entschädigt für die körperlichen Qualen heute. Wir fahren noch ein paar Meter mit dem Camper und checken für die Nacht auf dem hiesigen Campingplatz ein, der heißt “Old MacDonald’s Farm”. Der Ort ist aber gar keine Farm und außer Conny hat hier auch keiner über Tiere gesungen.


