Da sind wir nun also in Wellington. Nachdem Marcus sich beim Parken unseres Campers erstmal den Fuß umgeknickt hatte, hieß es den ersten Tag ausruhen und Füße stillhalten, den Trip über die Südinsel planen und herausfinden, was man in Wellington so machen kann. Die Stadt ist mit 400.000 Einwohnern zwar deutlich kleiner als Auckland, aber durch die zentrale Lage die Hauptstadt Neuseelands.
Am zweiten Tag haben wir uns dann das Nationalmuseum angeschaut, das Te Papa direkt am Hafen. Auf dem Weg dorthin haben wir DEN Camper für Conny gesehen! Bestimmt schon länger in deutscher Besitzerschaft
. Das Te Papa selbst unterscheidet sich dann deutlich von Nationalmuseen, die man aus Europa so kennt. Hier gibt es zwar auch einige Informationen über Neuseeland selbst, insbesondere die Natur und die Tierwelt, aber die Geschichte beschränkt sich im Wesentlichen auf die letzten 150 Jahre. Toll aufbereitet und auch kindgerecht. Besonders appetitlich auch der Riesentintenfisch, der hier neben ganzen Walskeletten ausgestellt ist.
Ebenfalls sehr interessant war die just eröffnete Ausstellung über die chinesischen Kaiserdynastien. Sowas hätten wir in China selbst auch gern besucht. Vom Dach des Museums hatte wir eine tolle Aussicht über die Hafenpromenade.
Abends konnte wir uns dann noch zu einem Kinobesuch aufraffen: The Monument Men. Ein Film, den wir mal den Titel “ganz okay” geben würden.
Am Sonntag dann haben wir endlich mal die Stadt selbst ein wenig erkundet. Zunächst die Innenstadt, welche sogar mit ein richtigen Fußgängerzone aufwarten kann und die Hafenpromenade, an der ein Seashepard-Schiff lag. Auf dem Weg gab es noch ein paar reduzierte Wanderschuhe für Conny, damit sie auf dem er geplanten Heaphy Track nicht wieder umknickt. Weiter ging es über einen kleinen Sonntagsmarkt, bei dem es allerlei frische und biologisch korrekte Köstlichkeiten gab. Zum Beispiel einen leckeren Mangosmoothie.
Dann hieß es für uns ab in Richtung Victoria Mountain, dem Hausberg von Wellington. An dessen Hängen wurden doch tatsächlich ein paar Szenen für den Herrn der Ringe gedreht. Ab dem Eingang zum Bergpark ist auch schon das “Hobbit’s Hideaway” ausgeschildert, der Platz an dem sich die Hobbits vor dem aus dem Baum auftauchenden Nazgul verstecken. Die Straße auf der sie stehen ist hier auch irgendwo, aber ehrlich gesagt: das könnte dort überall gewesen sein.
Tatsächlich konnte man das Versteck finden, allerdings ist der Baum dort hinterher reingemogelt wurden. Ob die Stelle von Natur aus so ausgeprägt ist lassen wir mal dahingestellt. Ich glaube ja, das liegt an den unzähligen Touristen, die wie ich selbst einmal kurz Hobbit spielen wollen. Get off the road!
Ein kleines bisschen weiter bergauf und wir sind auch schon auf dem Gipfel des Victoria Mountain und haben eine tolle Aussicht über Wellington. Anscheinend haben wir auch Glück mit dem Wetter, denn normalerweise ist es hier deutlich windiger. Wir haben bisher ruhige Tage gehabt.
Abends treffen wir und noch mit Tim aus England, den wir in China kennengelernt haben und der hier mittlerweile eine Weile geblieben ist. Ein gutes Essen und ein paar Biere später geht es auch schon ins Bettchen.
Denn am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen. Für Marcus heißt es ab ins Reisebüro und seine Fijireise buchen, Conny bereitet schon mal die Abfahrt vor. Unsere vorerst letzte Nacht auf der Nordinsel verbringen wir in Lower Hut kurz vor Wellington wieder auf einem Campingplatz.
Den Tag nutzen wir noch für eine selbstorganisiert Herr der Ringe Location Tour. Die beginnt in den WETA Caves, wo der allergrößte Teil der Kostüme und Requisiten unter anderem für den Herrn der Ringe und den Hobbit, aber auch für Filme wie Avatar, Narnia oder District 9 gemacht wurden. Von der kleinen Führung durften wir leider keine Fotos machen, aber es war toll! Marcus hat Sauron angefasst!!!
Danach ging es nach Bruchtal, was etwas nördlich von Upper Hut liegt in einem nahegelegenen Nationalpark. Vom Parkplatz aus gut ausgeschildert geht es auf eine kleine Lichtung, auf der einige Plakate zeigen, wo was gedreht wurde, denn hier stehen leider keine Kulissen mehr. Die Plakate sind auch bitter nötig und selbst mit ihnen braucht man viel Fantasie. Die Dreharbeiten sind nun auch schon 15 Jahre her und die Natur wächst. zudem sind die Wasserfälle, –man ahnt es schon-, hinterher hineinmontiert worden.
Eine Kulisse steht allerdings wieder: das Tor, durch das die Gefährten Bruchtal Richtung Mordor verlassen. Mein Bruchtal-Moment an diesem Tag.
Ein Ort weiter dann gab es noch den Park zu sehen, der das Isengard vor Sarumans Urukhai-Plänen darstellte. Schön hier.
Den Abschnitt des Hut-Flusses, der einen Teil des Anduins zeigt, haben wir uns dann gespart, unser Vorstellungsvermögen war definitiv erschöpft. Stattdessen ging es auf unseren Campingplatz, von dem wir am nächsten morgen Richtung Fähre aufbrachen wollen.


