Monatsarchiv: April 2014

Neuseeland–Heaphy Track: Tag 2

Wir wachen etwa um halb sieben relativ erholt in unserer Hütte auf. Schnell angezogen und einen Happen gefrühstückt, dabei konnten wir einen tollen Sonnenaufgang beobachten. Unsere Füße weisen von dem Gehetze gestern tatsächlich einige Druckstellen auf. Oder vielmehr von unseren neuen, nicht eingelaufenen Wanderschuhen, die wir uns gegen umgeknickte Knöchel zugelegt haben.

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Gegen halb neun heißt es dann: losgewandert. Heute steht mit 24km die längste Etappe auf dem Plan. Das letzte Mal, dass ich solche Distanzen überwunden habe.liegt gefühlt zwanzig Jahre zurück und Marcus ist überhaupt noch nicht so lang gewandert. Aber wir haben heute ja den ganzen Tag.

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Der Weg führt uns zunächst – wieder – durch Wald bergab und wir sehen wieder viele kleine und größere Vögel. Wir laufen über Stock und Stein und auch über kleine Flüsschen.

Bald aber wird die Pflanzenwelt niedriger und vor uns tun sich die Gouland Downs auf, eine 800m hochgelegene Steppenlandschaft. Im Morgenlicht und mit einigen tiefhängenden Wolken in den umgebenden Bergen ein toller Anblick!

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Bald darauf entdecken wir einen toll gelegenen Picknicktisch mit grandioser Aussicht und es heißt erstmal hobbitgetreu: Zweites Frühstück. Dabei beobachten wir unsere Hüttengefährten, die uns alle überholen. Das ist uns ganz recht, denn wir wollen uns nicht stressen lassen.

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Nach kurzer Stärkung geht es durch die grasbewachsenen Hügel, durch die sich der Weg windet.

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Und da kommt auch schon der weltbekannte Shoe Pole in Sicht. An diesem Holzpfahl werden wohl schon seit Jahren (Wander)Schuhe hinterlassen bzw. getauscht. Angesichts unserer drückenden Schuhen überlegen wir kurz, dort etwas mitgehen zu lassen, aber Highheels und Pantoffeln scheinen uns noch weniger angemessen. Dafür haben wir auf einem der Bilder den kleinen Maulwurf versteckt.

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Vorbei an der kleinen Gouland Downs Hut, in der man auch übernachten kann. geht es weiter. Unendliche Weiten und Einsamkeit, genau unser Ding.

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Der Weg führt durch einen verwunschenen und moosbewachsenen Wald mit kleinen Höhlen, dann wieder durch Steppe und über Flüsse, die wahlweise mittels Brücke oder so überquert werden können. In unserem Fall geht es wegen dem niedrigen Wasserstand meist auch so. Das Wetter spielt mit, der angesagte Fisselregen bleibt aus.

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So können wir den Weg völlig genießen. Bei Nebel kann man wohl leicht die Orientierung verlieren hier.

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Nach etwa 12km erreichen wir die Saxon Hut, in der wir unsere wohlverdiente Mittagspause halten. Auch hier hätte man übernachten können und im Nachhinein wäre das vielleicht weise gewesen.

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Mit wunderschöner Aussicht genießen wir ein paar Annehmlichkeiten und machen uns dann weiter auf den Weg. Von dem gibt es erstaunlicherweise weniger Fotos. Zunächst einmal verschwanden die tollen Aussichten zunehmend in wiederkehrenden Wald. Dann ging es nur noch bergauf. Unsere Füße schmerzten immer mehr. Und noch immer sind es gut 10km bis zu unserem Tagesziel.

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Die Stimmung sinkt immer schneller und nur mit gegenseitiger Motivation können wir uns noch antreiben.

Von der Landschaft bekommen wir immer weniger mit und hoffen am Ende nur noch auf das Schild, das uns den letzten Kilometer vor der James Mackay Hütte anzeigt. Und der zieht sich dann. Gefühlte 5km später haben wir es aber geschafft.

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Ziemlich fertig kommen wir in der schon vorgeheizten gemütlichen Hütte an. Bleibt nur noch die Frage: Wie sollen wir den morgigen Tag mit nochmal 21km überstehen?

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Neuseeland–Heaphy Track: Tag 1

Eigentlich hatten wir vor, nach dem Tag im Abel Tasman nach Karamea durchzufahren, das ist dort wo der Heaphy Track endet. Von dort wollten wir uns zum Start des Heaphy Tracks transportieren lassen und nach 4 Tagen wandern wieder an unserem Auto ankommen.

So kam es dann aber leider nicht. Denn was wir nicht wussten: Die Enden des Heaphy Tracks liegen per Auto über 300km voneinander entfernt und einen einfachen Transport von Karamea zum Start gibt es nicht. Verdammt. Wir stellen uns mit unserem Camper auf einen Parkplatz und telefonieren erstmal viel durch die Gegend, um einen Alternativplan aufzustellen. Eine Stunde später steht dieser. Wir lassen das Auto in Nelson, lassen uns von hier zum Start des Heaphy Tracks bringen und fahren nach dessen Beendigung und einer Nacht in Karamea mit einem Linienbus zurück nach Nelson. Klingt einfach genug für uns. Wir buchen Busse und Übernachtungen teils selbst und teils über die i-Site.

Am nächsten Morgen um 8 bringt uns ein Shuttle wie geplant zum Start des Heaphy-Tracks. Unser Fahrer scheint alkoholischen Getränken nicht abgeneigt, ist aber ganz nett drauf. Den Start des Tracks erreichen wir erst um 13:30 Uhr und davor machen wir auch noch eine Mittagspause in einem der bekanntesten Bistros Neuseelands, dem “Cafe Wholemeal” in Takaka. Können wir empfehlen. In Takaka kauft sich Conny bei einem deutschen Bäcker dann auch eine original Laugenbrezen, sowas vermissen wir ja schon!

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Dann geht es endlich auf die Strecke. Es ist wie gesagt 13:30 Uhr, um 19:30 Uhr geht die Sonne unter und für den Track braucht man etwa 5 Stunden wenn man keine Pausen macht. Wir bekommen leichte Panik und rennen los wie die bekloppten. Wieder dabei, wie auch beim Tongariro Northern Circuit: Jeweils um die 10kg auf dem Rücken.

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Der Track führt uns am ersten Tag stetig bergauf. Wir schrauben uns heute etwa 700m in die Höhe. Das ist aber alles nicht so richtig schlimm,denn die Steigung verteilt sich auf 17,8km. Wir arbeiten uns, anders als beim Tongariro Northern Crossing, durch viel Regenwald nach oben.

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Belohnt werden wir hier und da mit schönen Ausblicken auf die Umgebung, die ebenfalls stark bewaldet ist. Ein paar Berge, die höher sind als wir, liegen um uns herum.

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Der Nachteil, wenn man immer durch Wald läuft: Man weiß nie so richtig wo das eigentliche Ziel ist und man sieht auch nicht viel von der Sonne, ein bisschen wir im Abel Tasman Nationalpark vor zwei Tagen.

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Nach 4 Stunden sollte man einen Unterstand erreichen, den haben wir dann mal bei 3:30h erreicht. Wir sind ein bisschen stolz und machen ein wenig Pause, bevor wir uns die letzte Stunde in Richtung Perry Saddle Hut vornehmen. Dort verbringen wir dann die Nacht.

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Auf dem Weg sehen wir relativ viele Vögel. Neuseeland ist ja eh für seine Artenvielfalt unserer gefiederten Freunde bekannt, dieser Track aber nochmal in besonderem Maße. Einige Vögel kommen bis auf wenige Zentimeter an uns heran, so beispielsweise einige Wekas oder ein kleiner Mecker-Vogel.

Hier sind wir auch schon recht hoch und werden immer häufiger mit schönen Views belohnt. Das muss jetzt auch sein, denn wir sind schon ganz schön fertig. Es ist sicherlich nicht hilfreich, dass wir heute hetzen mussten um noch vor Sonnenuntergang an der Hütte zu sein.

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Etwa eine halbe Stunde vor unserem Ziel sehen wir die Abzweigung zum höchsten Punkt des Tracks, nämlich “Flanagans Corner”. Wir lassen uns nicht lumpen und machen den 150m-Abstecher.

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Belohnt werden wir nach ein wenig Kraxelei durch einen grandiosen Rundumblick auf die umliegenden Berge. Inzwischen sind auch in alle Himmelsrichtungen Berge zu sehen und auch unsere Hütte können wir von hier aus sehen.

Um überhaupt etwas zu sehen, muss man allerdings auf einen Picknicktisch steigen, denn sonst sind ringsherum nur Büsche zu sehen.

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30 Minuten später erreichen wir dann auch endlich die Perry Saddle Hut, unsere Unterkunft für die erste Nacht. Wir sind ziemlich hinüber und freuen uns erstmal auf ein warmes Abendessen, dass wir uns in der Hütte zubereiten. Selbst ein Kaminfeuer brennt hier schon: Perfekte Hüttenromantik!

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Passend dazu sehen wir gerade noch den Sonnenuntergang hinter dem nächsten Hügel, auf den Folgend sich Nebel um unsere Hütte herum ausbreitete. Ein bisschen gruselig.

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Wir schlafen so etwa um 21 Uhr ein und freuen uns auf den nächsten Tag, denn da haben wir keine Zeitvorgaben. Dafür müssen wir morgen 24km laufen. Oha.

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Neuseeland–Ganzkörpertraining im Abel Tasman Nationalpark

Wieder einmal klingelt der Wecker weit vor Sonnenaufgang, da wir unser gebuchtes Kayak rechtzeitig abholen müssen, denn damit wollen wir heute den Abel Tasman Nationalpark erkunden. Der Vorteil von unserem frühem Aufstehen: Ein grandioser Sonnenaufgang…. leider erst 15 Minuten nachdem wir losgefahren sind. Naja wenigstens das Morgengrauen konnten wir noch genießen, das war auch schön.

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Dann hieß es ab in den Camper und ab gehts nach Marahau, das ist die Ortschaft am Rande des Abel Tasman Nationalparks. Wir haben uns dazu entschlossen, dort ein bisschen Kayak zu fahren und dann zurück zu wandern. Der Nationalpark liegt entlang der Nord-Küste der Südinsel und ist für seine Traumstrände berühmt.

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Nach kurzer Kayak-Einführung und etwas Wetter-Kunde schieben wir unser gelbes Bötchen ins eiskalte Wasser und paddeln los wie wild. Es ist morgens noch recht frisch, aber dank körperlicher Ertüchtigung und strahlendem Sonenschein ist uns bald angenehm warm.

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Wir brauchten ein paar Minuten bis wir uns eingepaddelt hatten, Conny hat heute den Steuermann gemacht und ich den Navigator.

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Unser erstes Ziel war Adele-Island, die liegt einige hundert Meter vor der Küste und ist die Heimat einer Seehund-Kolonie, die man sich aus etwa 40m Entfernung anschauen darf. Haben wir natürlich gemacht und dem Treiben dort ein wenig zugeschaut. Süß sind sie ja schon, die Seehunde.

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Danach haben wir Kurs genommen auf einen der vielen kleinen Strände des Abel Tasman Nationalparks. Wir hatten ja Angst, dass es hier überfüllt sein könnte, weil wirklich so ziemlich jeder der Neuseeland besucht, hier einen Stopp einlegt, aber es war total leer und wir hatten den Strand für uns!

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Hier haben wir dann ein leckeres Käsebrot verputzt, ein bisschen Sonne getankt und Nachrichten in den Sand geschrieben. Hier merkt man dann auch kaum, dass hier eigentlich Herbst sein sollte und man merkt auch kaum, dass das Wasser nur um die 18 Grad hat.

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Direkt am Strand geht auch schon die Bewaldung los, das ganze sieht eigentlich schon arg nach Regenwald aus, obwohl wir hier nicht mehr so richtig in den Tropen sind. Vielleicht ist man hier noch so gerade subtropisch? Ich weiß es garnicht.

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Nach einer halben Stunde schwingen wir uns wieder in unser Boot und paddeln weiter. Eigentlich hätten wir schon kurz nach unserem Pause-Strand das Kayak am Strand abstellen und loswandern können, man konnte aber auch noch weiterrudern, das haben wir dann einfach mal gemacht.

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Das letzte Stückchen heißt hier wohl “Mad Mile” und wartet gerne mal mit üblen Wetterbedingungen und vielen Wellen auf, war aber recht harmlos und so legen wir mit dem Kanu schließlich in Anchorage Bay an, ziehen es an den Strand und beenden dort unsere Kayak-Tour.

An der Anchorage Bay ist auch eine Rast-Hütte des Abel Tasman Tracks, der ist einer der Great Walks, von denen haben wir ja schon den Northern Circuit gemacht. Hier laufen wir nun lediglich die letzte Etappe, nämlich 12km von der Anchorage Bay Hut zurück nach Marahau.

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Auf dem Bild, welches während unserer Pause entstand habe ich übrigens nur deshalb meine Hände auffällig im Schritt, weil mir kurz vor diesem wunderbaren Schnappschuss die Hose an der Stelle gerissen ist. Danke für das Foto, Conny! Smiley mit geöffnetem Mund

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Wir wandern los und nach einem Stückchen am Strand entlang, schlängelt sich der Weg recht schnell nach oben und wir werden mit tollen Ausblicken über die Anchorage Bay belohnt. Von oben fast noch schöner als von unten.

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Im weiteren Verlauf sehen wir auch nochmal Adele Island, wo wir ganz zu Anfang für die Seehunde vorbeigefahren sind. Auch der Blick entlang der Küste lohnt sich von hier oben,denn das Wasser sieht von hier nochmal deutlich blauer aus als von unten.

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Danach war es das aber leider erstmal mit schönen Aussichten und fast die gesamten 12km des Weges führen uns durch Dschungel mit wenig Licht und viel Matsch. Verdammt. Nur sehr sehr selten schaut man mal aus dem Dickicht hinaus und erspäht wieder eine der vielen kleinen Buchten. Ein bisschen mehr Aussichten und Sonnenschein würden dem Track gut tun.

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Nach etwa 3 Stunden haben wir es dann aber doch geschafft und sind darüber auch ein bisschen froh. Marahau begrüßt uns mit einem tollen Blick auf die umliegenden Berge in leichtem Nebel und im Licht der Abendsonne. Herrlich.

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Wir setzen uns in die kleine Gastronomie unseres Kayak-Verleihs und gucken erstmal erschöpft aus der Wäsche. Oh ja, da haben wir uns heute wohl etwas überschätzt. Nach 4 Stunden Kayak-Fahren und 3 Stunde wandern zwickt uns der ein oder andere Muskel. Bereits heute morgen wurden wir gewarnt, dass wir hier ein “Ganzkörpertraining” durchziehen würden, da haben wir das noch nicht ganz ernst genommen.

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Zusätzlich zu viel Muskelkater hat Conny sich zudem zwei symmetrische Blasen an den Zeigefingern angerudert. Well done. Bei so viel körperlichem Leiden kann die Belohnung natürlich nicht lange auf sich warten lassen. Der Kayak-Laden verkauft richtig geile “Gourmet Burger”… super!

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Er war so lecker wie er aussieht und hat uns auch ein wenig entschädigt für die körperlichen Qualen heute. Wir fahren noch ein paar Meter mit dem Camper und checken für die Nacht auf dem hiesigen Campingplatz ein, der heißt “Old MacDonald’s Farm”. Der Ort ist aber gar keine Farm und außer Conny hat hier auch keiner über Tiere gesungen.

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Neuseeland–Auf der Südinsel

Heute geht es früh aus den Federn, denn um 8 Uhr müssen wir an der Fähre sein, die uns auf die Südinsel bringt. Die war auch schweineteuer und man kann die Fahrt auch nicht umbuchen. Durch den morgendlichen Berufsverkehr in Richtung Wellington verzögert sich unsere Ankunft ein wenig, was Conny ganz schön ins Schwitzen bringt. Klappt aber im Endeffekt alles und wir reihen uns pünktlich ein, um unseren kleinen Camper an Bord zu fahren.

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Um 9 Uhr pünktlich sind wir samt Auto an Bord und die Fähre fährt los. Sie braucht zur Südinsel knapp 3 Stunden und ist mit allen Annehmlichkeiten versehen, inklusive 2 Kinos.

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Ins Kino gehen wir aber nicht, sondern gönnen uns etwas zu trinken (Conny sagt es war der beste Kaffee ihres Lebens) und begeben uns danach nach draußen um ein wenig die Landschaft zu bewundern. Wir fahren nämlich schon recht fix durch die ersten Ausläufer der Südinsel, auch bekannt als Marlborouh Sounds.

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Wir waren ja schon von der Nordinsel sehr begeistert, die Südinsel empfängt uns aber schon sehr spektakulär mit grandios grünen Hügeln die von hellblauem Wasser umspült werden. Nicht schlecht.

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Durch die morgendliche Sonne ergeben sich hier grandiose Bilder der Fjorde, durch die das Boot fährt. Wir sehen mehr Hügel und Inselchen, mehr Strände und auch mehr Klippen als auf der Nordinsel. Alles irgendwie ähnlich aber spektakulärer.

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Mittendrin steht auch hin und wieder mal ein einsames Häuschen am Strand. Dort könnte ich mir ja – Breitbandinternet vorausgesetzt – meinen Alterswohnsitz vorstellen. Zwinkerndes Smiley

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Nach der Ankunft in Picton auf der Südinsel, fahren wir recht fix von der Fähre und verlassen sogleich Picton, denn so richtig gibt es dort nix zu sehen. Stattdessen begeben wir uns auf den kurvigen Highway die Küste entlang in Richtung Nelson.

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Arme Conny, die muss heute fahren, denn mein Fuß spielt nach meinem Umknicken in Wellington noch nicht wieder so mit. Nichtsdestotrotz buchen wir in Nelson bereits unser Programm für den Folgetag: Kayaken und Wandern. Oha, das wird anstrengend. Die Nacht verbringen wir auf dem bisher vielleicht schönsten Campground: “McKee Domain”. Direkt am Wasser gelegen, parken wir unseren Camper etwa 3m vom Strand. So haben wir uns das vorgestellt.

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Näher kann man wirklich nicht am Wasser sein und so haben wir grandiose Aussichten beim Abendessen und beim Einschlafen später natürlich auch.

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Vorher bot sich uns einmal mehr ein toller Sonnenuntergang, der für arg surreale Wolkenverfärbungen gesorgt hat.

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Sowohl an der Klippe hinter uns als auch über der Bucht vor uns, nahmen die Wölkchen Farben von Rosa bis Orange an. Ein sehr farbenfrohes Spektakel auf jeden Fall.

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Mitten in diesem Naturschauspiel habe ich mal versucht, ein paar flache Steinchen auf dem Meer hüpfen zu lassen. Ich hatte auch Erfolg und einer hüpft drei mal. Unsere deutschen Nachbarn toppen das allerdings wenige Minuten später, vielleicht bin ich einfach zu alt.

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Abends blicken wir noch – dick eingehüllt in Winterklamotten – auf das nächtlich illuminierte Nelson auf der anderen Seite der Bucht und sehen auch das Ein oder Andere Flugzeug landen. Dabei bietet sich uns wieder ein grandioser Sternenhimmel.

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Die nächtliche Idylle und unsere Systemkamera ermöglichen uns dann auch mal ein paar Spielchen mit der Taschenlampe und ein wenig längeren Belichtungszeigen. Cool! Smiley

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Wir schlummern also zu Wellenrauschen ein und freuen uns auf unseren morgigen Tag im Abel Tasman Nationalpark.

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Neuseeland–Vier Tage Wellington

Da sind wir nun also in Wellington. Nachdem Marcus sich beim Parken unseres Campers erstmal den Fuß umgeknickt hatte, hieß es den ersten Tag ausruhen und Füße stillhalten, den Trip über die Südinsel planen und herausfinden, was man in Wellington so machen kann. Die Stadt ist mit 400.000 Einwohnern zwar deutlich kleiner als Auckland, aber durch die zentrale Lage die Hauptstadt Neuseelands.

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Am zweiten Tag haben wir uns dann das Nationalmuseum angeschaut, das Te Papa direkt am Hafen. Auf dem Weg dorthin haben wir DEN Camper für Conny gesehen! Bestimmt schon länger in deutscher Besitzerschaft Smiley. Das Te Papa selbst unterscheidet sich dann deutlich von Nationalmuseen, die man aus Europa so kennt. Hier gibt es zwar auch einige Informationen über Neuseeland selbst, insbesondere die Natur und die Tierwelt, aber die Geschichte beschränkt sich im Wesentlichen auf die letzten 150 Jahre. Toll aufbereitet und auch kindgerecht. Besonders appetitlich auch der Riesentintenfisch, der hier neben ganzen Walskeletten ausgestellt ist.

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Ebenfalls sehr interessant war die just eröffnete Ausstellung über die chinesischen Kaiserdynastien. Sowas hätten wir in China selbst auch gern besucht. Vom Dach des Museums hatte wir eine tolle Aussicht über die Hafenpromenade.

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Abends konnte wir uns dann noch zu einem Kinobesuch aufraffen: The Monument Men. Ein Film, den wir mal den Titel “ganz okay” geben würden.

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Am Sonntag dann haben wir endlich mal die Stadt selbst ein wenig erkundet. Zunächst die Innenstadt, welche sogar mit ein richtigen Fußgängerzone aufwarten kann und die Hafenpromenade, an der ein Seashepard-Schiff lag. Auf dem Weg gab es noch ein paar reduzierte Wanderschuhe für Conny, damit sie auf dem er geplanten Heaphy Track nicht wieder umknickt. Weiter ging es über einen kleinen Sonntagsmarkt, bei dem es allerlei frische und biologisch korrekte Köstlichkeiten gab. Zum Beispiel einen leckeren Mangosmoothie.

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Dann hieß es für uns ab in Richtung Victoria Mountain, dem Hausberg von Wellington. An dessen Hängen wurden doch tatsächlich ein paar Szenen für den Herrn der Ringe gedreht. Ab dem Eingang zum Bergpark ist auch schon das “Hobbit’s Hideaway” ausgeschildert, der Platz an dem sich die Hobbits vor dem aus dem Baum auftauchenden Nazgul verstecken. Die Straße auf der sie stehen ist hier auch irgendwo, aber ehrlich gesagt: das könnte dort überall gewesen sein.

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Tatsächlich konnte man das Versteck finden, allerdings ist der Baum dort hinterher reingemogelt wurden. Ob die Stelle von Natur aus so ausgeprägt ist lassen wir mal dahingestellt. Ich glaube ja, das liegt an den unzähligen Touristen, die wie ich selbst einmal kurz Hobbit spielen wollen. Get off the road!

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Ein kleines bisschen weiter bergauf und wir sind auch schon auf dem Gipfel des Victoria Mountain und haben eine tolle Aussicht über Wellington. Anscheinend haben wir auch Glück mit dem Wetter, denn normalerweise ist es hier deutlich windiger. Wir haben bisher ruhige Tage gehabt.

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Abends treffen wir und noch mit Tim aus England, den wir in China kennengelernt haben und der hier mittlerweile eine Weile geblieben ist. Ein gutes Essen und ein paar Biere später geht es auch schon ins Bettchen.

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Denn am nächsten Morgen müssen wir früh aufstehen. Für Marcus heißt es ab ins Reisebüro und seine Fijireise buchen, Conny bereitet schon mal die Abfahrt vor. Unsere vorerst letzte Nacht auf der Nordinsel verbringen wir in Lower Hut kurz vor Wellington wieder auf einem Campingplatz.

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Den Tag nutzen wir noch für eine selbstorganisiert Herr der Ringe Location Tour. Die beginnt in den WETA Caves, wo der allergrößte Teil der Kostüme und Requisiten unter anderem für den Herrn der Ringe und den Hobbit, aber auch für Filme wie Avatar, Narnia oder District 9 gemacht wurden. Von der kleinen Führung durften wir leider keine Fotos machen, aber es war toll! Marcus hat Sauron angefasst!!!

Danach ging es nach Bruchtal, was etwas nördlich von Upper Hut liegt in einem nahegelegenen Nationalpark. Vom Parkplatz aus gut ausgeschildert geht es auf eine kleine Lichtung, auf der einige Plakate zeigen, wo was gedreht wurde, denn hier stehen leider keine Kulissen mehr. Die Plakate sind auch bitter nötig und selbst mit ihnen braucht man viel Fantasie. Die Dreharbeiten sind nun auch schon 15 Jahre her und die Natur wächst. zudem sind die Wasserfälle, –man ahnt es schon-, hinterher hineinmontiert worden.

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Eine Kulisse steht allerdings wieder: das Tor, durch das die Gefährten Bruchtal Richtung Mordor verlassen. Mein Bruchtal-Moment an diesem Tag.

Ein Ort weiter dann gab es noch den Park zu sehen, der das Isengard vor Sarumans Urukhai-Plänen darstellte. Schön hier.

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Den Abschnitt des Hut-Flusses, der einen Teil des Anduins zeigt, haben wir uns dann gespart, unser Vorstellungsvermögen war definitiv erschöpft. Stattdessen ging es auf unseren Campingplatz, von dem wir am nächsten morgen Richtung Fähre aufbrachen wollen.

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