Neuseeland–Out East: Nichts Neues im Osten

Wir wachen nach unserem Marathonradfahrerlebnis auf und alles tut weh. Insbesondere die Hände und der Hintern, ja, ich glaube sogar, er ist etwas geschwollen. Hilft nichts, heute geht unsere Tour um das East Cape der Nordinsel los. Berühmt ist das East Cape übrigens für nichts, außer vielleicht seiner touristischen Unentwickeltheit. Hierher verirren sich nur wenige Besucher, und noch weniger Backpacker. Hurra!

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Wir fahren los, auf dem Highway 35, der sich zunächst an der Küste entlangschlängelt. Es bieten sich immer wieder tolle Ausblicke auf den Pazifik und wir bekommen endlich etwas von der ersehnten Einsamkeit. Friedhöfe und Kirchen direkt am Meer sind dann auch mit die einzigen Zeichen von Besiedelung.

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Der Weg schraubt sich auf und ab durch die Landschaft und schließlich kommen wir zum eigentlichen Ziel der heutigen Etappe: dem östlichsten Leuchtturm der Welt. Der liegt nun wirklich am ADW und muss auch erst erklommen werden.

Wir zählen 761 Stufen bis zum Turm, die bringen uns ordentlich ins Schwitzen. Oben angekommen sind wir tatsächlich nicht die Einzigen! Unglaublich, wenn man bedenkt, wie leer es hier ist. Der Leuchtturm ist übrigens vollautomatisiert und daher auch nicht mehr bewohnt.

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Dafür biete sich eine tolle Aussicht auf das Meer. Eigentlich hätten wir hier gerne den Sonnenaufgang gesehen als mit die ersten Menschen an jedem neuen Tag, den irgendwo im Meer vor uns liegt die Datumsgrenze. Aber dafür liegt der Turm einfach zu weit im Nirgendwo.

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Also zurück ins Auto und weiter die Küste entlang Richtung Gisborne. Bis dahin schaffen wir es aber nicht mehr und suchen uns einen Campingplatz in der Anaura Bay, wo es außer dem Campingplatz und Schafen auch nichts gibt. Der Platz liegt direkt am Strand und stellt sich als Volltreffer heraus. Toll gelegen und herrlich einsam. Nach ein paar Dosenravioli schlafen wir selig ein.

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Und wachen morgens um sechs wieder auf, denn wenn wir schon keinen Sonnenaufgang am Leuchtturm sehen, dann zumindest am Strand. Ich kann mir kaum vorstellen, dass es stimmungsvoller gewesen wäre. Langsam erleuchtete die Sonne den Horizont und tauchte den Himmel in alle Rot- und Orangetöne, während der zuvor dunkelblaue Sternenhimmel langsam einem hellblau wich.

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Nicht nur wir genossen den Anblick aus der Heckklappe unseres treuen Gefährtens, auch die Möwen schauten sich das morgendliche Prozedere an.

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Ein kleines bisschen Dösen noch und wir frühstücken in der Morgensonne bei Meeresrauschen. Kann es noch perfekter werden? Jeder Tag scheint neue spektakuläre Ansichten und Erlebnisse für uns bereit zu halten.

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Im Vergleich mit anderen Campern haben wir übrigens ein sehr niedliches Auto gewählt. Wird uns immer mal wieder bewusst Smiley.

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Nach einer kurzen Dusche ging es dann weiter über Gisborne nach Napier, wieder entlang der Küste. In Napier soll es noch eine Menge Art Déco Architektur geben und das wollen wir uns gerne mal anschauen. Gegen vier Uhr erreichen wir die kleine Stadt und schauen uns um. Zwei fast komplette Straßenzüge aus den 1930er Jahren sind auch noch erhalten und bilden ein schönes Stadtbild. Was fehlt sind eigentlich nur Menschen! Vielleicht waren wir zu einer ungünstigen Zeit da, aber die Stadt wirkte wie ausgestorben…

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Das die beiden Hauptstraßen komplett in einem Stil gebaut sind, liegt übrigens daran, dass Napier in den 30ern von einem Erdbeben völlig zerstört wurde und dann im Stil der Zeit wieder aufgebaut wurde.

Ein wenig enttäuscht geht es weiter Richtung Wellington. Ganz so weit schaffen wir es allerdings nicht und legen unterwegs einen Stopp in irgendeinem Kaff auf dem Weg ein. Es kann ja nicht jeden Tag spektakulär sein. Ein wenig spektakulär waren höchstens die schrägen Langzeitcamper auf dem Campingplatz.

Am nächsten Morgen waren wir dann wieder zügig auf der Straße und sind nach Wellington gefahren, völlig ereignislos. Naja fast. Unterwegs haben wir noch einen kleinen Umweg über eine Winerie gemacht und vielleicht auch etwas mitgenómmen Zwinkerndes Smiley.

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Nun sind wir erstmal in Wellington und verschnaufen ein wenig in der Zivilisation.

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