Der Flug nach Danang verlief reichlich unspektakulär, dort am Flughafen wartete bereits unser Pickup, das unsere Unterkunft in Hoi An, das Golden Bell Homestay, freundlicherweise preisgünstig organisiert hatte. Innerhalb von 40 Minuten, die uns der Fahrer mit dem Best Of von Modern Talking versüßte (wer hätte gedacht, das die das bis hierher schaffen?), waren wir dann auch bereits in unserem geräumigen Zimmer, diesmal ein Glück nicht mit Technoclub gegenüber sondern mit frischer Landluft. Noch fix ein kleines Mahl im Restaurant um die Ecke und dann selig einschlafen.
Geweckt werden wir morgens von Hahnengeschrei, auch mal schön. Wir frühstücken entspannt in unserem Homestay, das wir sehr empfehlen können, und machen uns dann auf den Weg in die Old Town, um Hoi An zu erkunden. Dabei fällt uns sofort auf, dass Hoi An wesentlich entspannter und relaxter ist als Hanoi, natürlich aber auch viel viel kleiner. Der Verkehr ist hier auf jeden Fall deutlich einfacher handhabbar. Einst war Hoi An einer der wichtigsten Häfen von Vietnam, und Händler aus allen Ländern, vor allem aber China und Japan, kamen und blieben, bis günstige Winde sie wieder in ihre Heimat zurückbrachten. Dadurch haben sie die Stadt maßgeblich mitgeprägt, es gibt zahlreiche chinesische Tempel und Versammlungshäuser, eine japanische Brücke und generell viele sehr alte Häuser.
Die ohnehin schon pittoreske Altstadt ist mit unzähligen bunten Lampions geschmückt, da kann man bei uns ja immer punkten. Momentan ist es wohl besonders schön, weil das Neujahrfest erst einige Tage zurückliegt und außerdem auch noch der erste Vollmond im neuen Jahr ist, das wird hier groß gefeiert. Wir schlendern durch die Gassen und genießen die tolle Atmosphäre, setzten uns für etwas zu trinken und essen (sagehaftes Ban Mih, Hoi An ist berühmt für seine exzellente Küche) und sind reichlich zufrieden. Leider fängt es immer wieder an zu regnen, so dass wir nach einiger Zeit beschließen, eine Pause im Hotel einzulegen und erst abends zurückzukehren.
Gesagt getan, abends ist die Atmosphäre durch die ganzen dann beleuchteten Lampions natürlich zauberhaft und wunderschön. Denken natürlich´auch alle anderen, – die Stadt ist proppevoll mit Touristen und aber auch vielen Vietnamesen. Besonders schön ist es am Flussufer, denn dort werden an Vollmond traditionell “floating lights”, Kerzen in bunten Lichterschalen, ins Wasser gelassen, wobei man einen Wunsch machen darf. Machen wir aber nichts, wir sind wunschlos glücklich.
Stattdessen suchen wir uns ein nettes Restaurant am Flussufer, von dessen Dachterasse man einen tollen Blick hat, Essen etwas, schlendern danach noch durch die Stadt und genießen den Abend. In Hoi An kann man sich wirklich ganz schnell verlieben .
Am nächsten Tag leihen wir uns in unserem Homestay zwei Fahrräder und wollen damit den hiesigen Strand erkunden. Der ist nämlich nur knapp 4km von uns entfernt, und da der Verkehr hier auch für uns machbar erscheint, geht es los.
Vorbei geht es an Reisfeldern und friedlicher´Landschaft, bis wir schließlich am Strand ankommen. Nur die Sonne hätte noch scheinen können, aber wir wollen uns mal nicht beschweren.
Am Strand parken wir schnell die Räder und machen einen kurzen Fuß-ins-meer-halten-Check (Ergebnis:kalt, nicht badetauglich). Es ist wellenmäßig auch einiges los und eine steife Brise weht. WIr setzen uns lieber auf einen vietnamesischen Kaffee in eine Strandbar.
Nachdem wir uns so den Vormittag vertrieben haben, fahren wir gemütlich zurück und beschließen, den Nachmittag zur Erholung zu nutzen. Marcus ist immer noch ein klein wenig angeschlagen, und morgen haben wir ein straffes Programm!
Nach einer unruhigen Nacht, finden wir in den Morgenstunden noch ein wenig Schlaf und verpassen so direkt mal unser Hotelfrühstück. Aber was will man auch machen, wenn man bis 4 Uhr morgens von einem Technoklub auf der anderen Straßenseite beschallt wird. Ohropax ist notwendig, jedoch leider nicht hinreichend und so wummert der Bass selbst morgens noch in unseren Köpfen. Leicht gerädert machen wir uns auf, Hanoi zu erkunden.
Durch viele pittoreske Straßenzüge und vorbei an vielen improvisierten Läden, Restaurants und Bars, schlagen wir uns durch den fiesen vietnamesischen Verkehr. Dieser ist genau so übel, wie wir ihn aus Ho-Chi-Minh-City in Erinnerung haben. Überall Mopeds und Verkehrsregeln werden eher als optionale Empfehlungen gesehen. Ich bin leicht gestresst, auch weil ich seit Reisebeginn eine leichte Erkältung mit mir rumtrage.Conny gefällt es hier. Wir erreichen nach einer knappen halben Stunde Ho-Chi-Minhs Mausoleum und stellen nach anfänglicher Verwirrung fest, dass wir zu spät dran sind, da nur bis 10:15 Uhr morgens Einlass ist. Auf dem Bild ist übrigens nicht das Mausoleum zu sehen, sondern das zugehörige Museum.
Dann müssen wir Onkel Ho wohl später besuchen. Ich möchte ihn ja echt gerne sehen, nach Mao in Beijing wäre das mein zweiter ausgestellter Kommunistenführer, dann fehlt mir nur noch Lenin
Statt das einbalsamierte Staatsoberhaupt zu begutachten, gehen wir lieber erstsmal frühstücken. Es gibt Banh Mi, das sind Baguettebrötchen mit einer würzigen, gemüsigen, fleischigen Füllung. Fragt mich nicht genau was drin ist. Schmeckt aber klasse! Die Baguettes, so nehmen wir an, sind noch ein Überbleibsel aus französischen Kolonialzeiten.
Wir arbeiten uns weiter durch Hanoi und gelangen schließlich zum Dong Xuan Market. Dort werden sehr touristisch-dekadente Fahrten mit elektrischen Golfwagen durch das Old Quarter angeboten, welche wir mitmachen. Hauptsächlich aufgrund meiner noch vor-sich-hin-wabernden Erkältung und auch weil das Old Quarter ein zu Fuß kaum zu erfassendes Straßengewirr ist.
Nach kurzer Diskussion steigen wir in unser privates Wägelchen und fahren los. Ein sehr entspannter, wenn auch etwas teurer, Weg sich einen Überblick zu verschaffen. Im Hintergrund dudelt laute Musik zu der es auch in englisch ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Straßen gibt. Ist aber eher schlecht zu verstehen und so schauen wir uns lieber verträumt und kontextfrei die Umgebung an.
Hin und wieder sagt der Fahrer, in welchem Viertel wir gerade sind. Metallverarbeitung, Goldverarbeitung, Kaffee, Klamotten. Die Läden einer Branche treten hier stets in Rudeln auf. Wir fahren ca. 40 Minuten durch Hanoi und lassen die müden Beine ein wenig ruhen, bis uns unser Fahrer wieder dort aussteigen lässt, wo wir eingestiegen sind. Wir hätten auch am Hoan-Kiem-See aussteigen können, aber wir wollten noch ein Reisebüro suchen, welche eher im Old Quarter zu finden sind.
Nach unserer Tour sitzen wir erstmal ein einem kleinen Restaurant und trinken einen Kaffee und eine Cola. Kleine Kaffees und Restaurants gibt es hier zur Genüge. Ein bisschen traurig finden wir den Fakt, dass die Läden, die sehr europäisch oder sehr nach Sportsbar aussehen, die meisten westlichen Touristen anziehen. Wir wählen mal bewusst einen Laden, der etwas vietnamesischer ausschaut und beobachten von dort das Treiben auf den Straßen. Anschließend machen wir uns auf, das Old Quarter auch zu Fuß ein wenig zu erkunden.
Vietnam ist ja berühmt für seinen Kaffee und das sieht man hier auch an jeder Ecke. Neben den vielen Cafés gibt es hier auch diverseste Kaffee-Röstereien und –Geschäfte. Wir vermuten, dass die Kaffee-Affinität der Vietnamesen auch noch von Kolonialeinflüssen stammt, wir können aber auch irren. Typischer vietnamesischer Kaffee ist sehr stark und wird auf Eiswürfeln und mit Kondensmilch serviert. Conny schmeckt’s, ich trinke ja keinen Kaffee.
Ein paar weitere Kuriositäten sehen wir links und rechts auf der Suche nach unserem Reisebüro, so zum Beispiel Obamas Restaurant, welches wenn überhaupt dann natürlich nur zufällig so heißt wie der ehemalige Präsident der USA. Auch einen Burger King sehen wir, das ist aber auch tatsächlich der erste und einzige. Vor 4 Jahren waren wir ja bereits in Vietnam und damals wurde uns erzählt, es gäbe keine McDonalds und keinen Burger King in Vietnam. Zeiten ändern sich wohl.
Auch viele Geschäfte mit Gewürzen, Bambusleitern oder Spielzeug sehen wir. Die Ruhe, hier entspannt zu bummeln haben wir jedoch nicht. Ständig muss man auf Motorroller oder Autos acht geben. Bürgersteige werden von den angrenzenden Läden vollständig vereinnahmt und können somit nicht zum Laufen genutzt werden. Selbst wenn Autos verboten sind, fahren in der Regel Autos… Abends sind angeblich einige wenige Straßen für den Verkehr gesperrt, den Tag über ist es aber nicht mehr witzig.
Wir finden schließlich ein vertrauensvolles Reisebüro, buchen uns für den Folgetag noch eine Tour zur Ha Long Bucht und lassen uns danach weiter durch die Gassen treiben. Irgendwann kann man kein Roller-Hupen mehr hören und der Feinstaub in der Luft macht besonders mir mit meiner Erkältung noch ordentlich zu schaffen und so machen wir uns am Nachmittag dann auf den Weg in unser Hotel. Auf dem Weg dahin legen wir jedoch nochmal einen kleinen Stopp ein.
An einer belebten Kreuzung setzen wir uns vor ein Café und beobachten den Feierabendverkehr. Ich habe mich selten so wenig gelangweilt. Es ist echt immer was los auf einer vietnamesischen Kreuzung.
Wir versuchen, es an unserem ersten Tag nicht zu übertreiben mit dem Erkunden und entscheiden uns dazu, nur noch eine Kleinigkeit Essen zu gehen, bevor wir mal etwas früher schlafen gehen. Wir schauen kurz im Internet, welche Läden in der Nähe unseres Hotels so zu erreichen sind und ziehen los.
Die Wahl war gut. Für vietnamesische Verhältnisse geben wir ein Vermögen aus für sensationell gutes Essen und sensationell guten Service. Etwa 20€. Für beide. Gut gesättigt fallen wir ins Bett und lauschen dem dumpfen Dröhnen unseres geliebten Technoklubs. Gute Nacht, Hanoi!
Der nächste Tag beginnt mit einem Kickstart. Nach erneut schlechtem Schlaf, sind wir bereits früh wach, nehmen fix unser Frühstück im Hotel ein und warten dann darauf, für unsere Ha Long-Tour abgeholt zu werden. Spätestens 8:30 Uhr wurde uns gesagt. Die HaLong.Bucht ist eines der “new World Wonders of nature” und darüber hinaus natürlich auch UNESCO Weltnaturerbe. Wir sind aufgeregt und freuen uns darauf, die Insellandschaft vor der Küste Vietnams mit eigenen Augen zu sehen. Die vielen Inselchen und kegelförmigen Steinformationen müssen unglaublich beeindruckend sein. Etwa gegen 9 Uhr legt sich unsere Begeisterung ein wenig, denn wir erfahren, dass wir vergessen wurden abzuholen. Hoppla. Und nun? Wenn Vietnamesen eins können, dann ist es improvisieren und so sitzen wir nur 5 Minuten nach unserem Anruf beim Tourbetreiber in einem Taxi, welches unserem Tourbus hinterherjagt! Und das auch erfolgreich. Nach etwa 1,5 Stunden haben wir den Bus eingeholt und dürfen umsteigen!
Die Fahrt zieht sich trotz abenteuerlicher Aufholjagd, denn es sind mal locker 4 Stunden von Hanoi nach Ha Long. Nicht weil die Strecke so weit wäre, sondern der Verkehr völlig chaotisch ist. Doch irgendwann sind wir da und es geht fix auf ein kleines Boot. Es würden vermutlich etwa 40 Personen drauf passen, ich würde tippen, dass wir so ca. 20 sind. Eine sehr angenehme Gruppengröße.
Nach wenigen Minuten sehen wir schon die ersten Inseln im Wasser und sind direkt baff. Wir wussten ja grob was auf uns zukommt, sind aber hin und weg von er landschaftlichen Schönheit der Bucht.
Leider wird das ganze hart touristisch vermarktet. Uns hätte auch ein langsames Umhertukkern durch die Bucht gereicht, unsere Tour enthält aber zu unserer Überraschung zwei Programmpunkte: Einen Besuch einer Tropfsteinhöhle und der Besuch eines Floating Village.
Die Tropfsteinhöhle war der erste Stopp und durchaus nett anzuschauen, es bleibt aber eher die Beilage. Nichts schlägt die hügeligen Inseln in der Halong Bucht und so sind wir froh, als wir wieder auf dem Boot sind und weiterfahren.
Inseln in allen Formen ziehen an uns vorbei. Immer mal wieder auch einige Touristenboote, aber stets nur in der Größe unseres eigenen Bootes, so dass das nicht wirklich störend ist. Der “Massentourismus” fühlt sich hier also noch akzeptabel an.
Die “Hauptattraktion” war wohl ein kleiner Stein in der Mitte der Bucht, welcher angeblich zwei Hennen darstellt, die sich küssen oder streiten, je nach Perspektive. Ringsherum fuhren etwa 15 Boote während wir vorbeifuhren, ich war froh, dass wir nicht näher rangefahren sind. Ich persönlich brauche in so einem Setting auch keinen “Besonderen” Stein, keine “Ancient” Cave und kein “Floating” Village, aber was will man machen.
Das Floating Village war dann auch unser nächster und somit letzter Stopp. Es war schon toll gelegen, umring von den beeindruckendsten Steinformationen, die wir bislang gesehen haben. Als Floating Village versteht man hier einige schwimmende Anleger, von denen aus man als Tourist Kayak fahren oder sich auf einem Bamboo-Floss rudern lassen konnte.
Ich entschied mich, auf beides zu verzichten und mir die Landschaft ein wenig reinzuziehen, Conny ist jedoch mit zwei netten Spaniern auf ein Bambus-Fluss gestiegen, um sich von einer älteren Vietnamesin durch die Bucht schippern zu lassen.
Dabei hat die Bootsführerin allerlei Scherze gemacht und mit ihrem Singsang zu unterhalten gewusst, während man durch die Hausboote und an einigen Höhlen und sogar einem kleinen Tempel in einer Felsennische vorbeigeschippert wurde. Nach 20 Minuten war der Spaß auch schon wieder vorbei.
So langsam wurde es auch dunkel, also haben wir dann auch bereits den Rückweg angetreten. Wir haben insgesamt vermutlich nicht länger als 2 Stunden auf dem Wasser verbracht. Schade. Das nächste Mal würden wir glaube ich auch eine Overnight-Tour buchen, da bleibt man dann auch für die Nacht an Bord..
Zurück im Hafen bemerkten wir, dass es nicht nur der Sonnenuntergang ist, der uns das Licht raubte, sondern auch eine Schlechtwetterfront. Ein Glück kam die erst nach uns in der Bucht an und so machten wir uns mit den ersten Regentropfen auf den Heimweg.
Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden, nur unterbrochen von einem Shopping-Stopp für touristische Souvenirs. Ca um 21 Uhr waren wir wieder in Hanoi und absolut bettreif.
Einen letzten Morgen haben wir noch in Hanoi, bevor es dann weiter nach Hoi An geht, den haben wir noch genutzt um uns endlich das Mausoleum von Ho-Chi-Minh anzuschauen.Dieses Mal waren wir auch rechtzeitig da, bevor bereits um 10:15 Uhr der letzte Einlass ist.
Ich habe damit nach dem Mausoleum von Mao bereits zum zweiten Mal einen ausgestellten Präsidenten bewundern können, für Conny war es das erste Mal. Während bei Mao die Leute aber auch Jahrzehnte nach dessen Tod noch geweint haben und Blumen an seinen Sarg gelegt haben, war die Stimmung bei Ho-Chi-Minh deutlich nüchterner. Alle sind schweigend und bedächtig an seinem Sarg vorbeigegangen, geweint hat keiner. Jetzt schnell auschecken und mit der Linie 86 wieder zum Flughafen, dann geht unser Abenteuer weiter in Hoi An in Zentral-Vietnam.
Nach unserem mehr als angenehmen Flug kommen wir am frühen Abend in Bangkok an. Einreise klappt problemlos dank bereits von Emirates ausgeteilten arrival cards (das sind Karten, bei denen man Daten und Zweck des Aufenthalts einträgt) und unser Gepäck ist auch mitgekommen. Also geht es fix zum Hotel.
Zum Glück wissen wir mittlerweile ganz gut, wie wir in Bangkok wohin kommen und unser Hotel, das Radisson Suites in einer der Seitenstraßen (Soi) der zentralen Sukhumvit Road, ist mit dem Airport Link und der BTS, besser bekannt als Skytrain, einfach und unkompliziert zu erreichen. Wir bleiben nur eine Nacht in Bangkok und reisen direkt weiter nach Hanoi, deshalb und weil wir zufälligerweise gleichzeitig da sind wie Freunde von uns, bleiben wir in einer für uns schon eher fancy Unterkunft.
Fix geht es noch etwas Essen, nämlich in das nicht weit entfernte “Cabbages and Condoms”. Das scheint eine Kette zu sein, jedenfalls gibt es Thailand mehrere Restaurants und sogar Resorts, aber auch in anderen Ländern. In Thailand zumindest unterstützen die Restaurants die Nichtregierungsorganisation PDA (Population and Community Development Association) und wollen über die Vorteile von Kondomen für Familienplanung, Sicherheit und Gesundheit aufklären.
Daher ist die Dekoration zu einem erheblichen Teil aus Kondomen gefertigt und auch beim Bezahlen bekommt man Kondome geschenkt. Nebenbei hat das Restaurant aber auch eine wunderbare Atmosphäre und sehr gutes Thai-Essen. Leider macht es relativ früh zu, so dass wir weiterziehen mussten.
In Bangkok bietet sich der Besuch einer Rooftop-Bar an. Vor drei Jahren waren wir ja bereits in einer (Link), aber die hätte wir mit Sicherheit nicht wiedergefunden. Daher haben wir eine nahe des Hotels ausprobiert, die “Above11”. Diese bot um die späte Uhrzeit (ca. 23:30) genügend Platz, so dass wir nicht anstehen mussten und hatte eine wahnsinnige Cocktailauswahl. Die Preise sind zwar europäisch, aber es lohnt sich wegen des Ausblicks, auf dem man übrigens selbst auf dem Klo nicht verzichten muss, und der Qualität der Cocktails definitiv.
So landen wir auch erst ca. um 2 Uhr nachts Ortszeit im Bett und schlafen am nächsten Tag gediegen aus. Der Jetlag hält sich in Grenzen, schnell auschecken und dann noch mal ab auf die Suche nach einem Rasierer, denn Marcus hat seinen vergessen und bei dem veritablen Bart sind vier Wochen ohne Trimmer nicht drin. Die Mall “Terminal 21” ist nur wenige Gehminuten entfernt, wir versuchen mal unser Glück, finden es aber nicht. Dafür gibt es ein Wiedersehen mit den bereits im letztem Jahr hochgelobten japanischen Klos.
Barttrimmer zu finden ist in Bangkok gar nicht so einfach stellen wir fest, Thais haben ja auch eher wenig Bartwuchs, aber schließlich werden wir in einer anderen Mall fündig; dort haben wir vor ca. 3 Jahren bereits unsere kleine Digicam gekauft. Als Belohnung geht es erstmal frühstücken, im “Chu Chocolate”, hier waren wir ebenfalls letztes Jahr bereits.
Dann wird es auch schon Zeit für uns zum Don Muang Flughafen zu fahren, mit unserem Lieblingsbus A1/A2 geht das gewohnt fix und verbringen noch einige Zeit dort, wobei wir feststellen, dass der internationale Abflugbereich deutlich karger ausgestattet ist als der nationale.
Der Flug nach Hanoi dauert ca 1,5 Stunden uns so ist es beim Landeanflug bereits dunkel. Im Gegensatz zu unserem letzten Besuch in Vietnam vor 3 Jahren brauchen wir diesmal kein Visum sondern bekommen ein 15tägige Einreiseerlaubnis so. Das erleichtert den Besuch erheblich. Vom Flughafen in die Innenstadt bzw. bis zum Hauptbahnhof fährt die Linie 86, ein auffälliger orangener Bus mit Wifi, der gut ausgeschildert ist und etwas mehr als 1€ kostet. Unser Hotel ist vom Hauptbahnhof gut zu Fuß zu erreichen, trotzdem ist es bereits nach 11 Uhr abends als wir unser Zimmer beziehen. Ab ins Bett und schlafen!
Nach ca. einem Jahr heißt es für uns endlich wieder: zurück nach Asien! Diesmal sind wir 4 Wochen unterwegs und wollen uns Vietnam und – es zieht uns immer wieder zurück – Thailand anschauen. Gleichzeitig verbringen wir damit unsere Flitterwochen .
In Vietnam waren wir vor gut 3 Jahren ja nur 3 Tage, nämlich in Ho-Chi-Minh-City, und nun wollen wir uns zumindest mal die Hauptstadt Hanoi und die Gegend um Hoi An anschauen.
Wir haben unsere Flüge wieder über Emirates gebucht, – obwohl nicht die Günstigsten überzeugt uns Service, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit jedes Mal und so trauen wir auch dieses mal dem Gesetz der Serie. Unser Flug geht von Frankfurt, dass wie bei grauem, kalten Regenwetter hinter uns lassen.Wir sind beide übrigens auch mehr als urlaubsreif und fiebern schon seit Monaten auf den Februar hin. Noch eine letzte Stärkung, und dann geht es auch schon los.
Flüge in Richtung Asien gehen bei Emirates ja immer über Dubai und ich als Schisser habe da ja angesichts der politischen Lage im nahen und mittleren Osten immer etwas Angst. Tatsächlich wurde der syrische und irakische Luftraum umflogen, so dass wir über die Türkei und den Iran bis nach Dubai geflogen sind. Wir hatten einen Nachtflug und konnten nach einem gewohnt guten Abendessen sogar ein paar Stunden schlafen, bevor wir um Ortszeit 6 Uhr morgens gelandet sind. Ein erfreulich ereignisloser Flug, einzige Aufregung bestand in einem durch zu viel Deo ausgelösten Feueralarm in der Toilette.
Der Aufenthalt in Dubai ist angenehmerweise nur 3 Stunden und durch den Sicherheitscheck und die verhältnismäßig üppige Boardingzeit bleiben von den drei Stunden auch nur noch eine Stunde zum Füße vertreten. Wie sind übrigens beide Strecken mit dem A380 geflogen. Bei der Gatekontrolle in Dubai dann geschah es: Beim Scannen des Tickets mach es ein auffälliges Tutgeräusch und unser erster Gedanke war: irgendwas ist schief gelaufen. Dann aber werden wir nur höflich gefragt, ob wir nicht lieber Business Class fliegen wollen! Natürlich wollen wir das! Also wurden uns fix neue Boarding Pässe ausgedruckt und wir durften echt in die Business Class, – ihr könnt euch unsere Aufregung und Freude vorstellen! Tatsächlich hatte Marcus vorher angefragt, ob bei Honeymoon und aufgrund unserer positiven Erfahrungen mit Emirates ein Upgrade möglich sei, das wurde jedoch verneint. Die eigentliche Hoffnung war aber, dass unsere Flitterwochen irgendwo vermerkt wurden, – das können wir zwar nicht mit Sicherheit sagen, aber wahrscheinlich ist es schon. Vielen Dank, Emirates!
Da man in der Business Class mit als erstes boarden darf, haben wir das natürlich gleich genutzt und durften damit auch den eigenen Boardingarm benutzen, – aufregend! Nach einer freundlichen Begrüßung wurden wir an unsere Plätze gebracht, worauf sich sogleich die für uns zuständige Stewardess vorstellte, uns erklärte wo am Platz alles ist, wo die Lounge ist und wie der Flug abläuft. Zunächst einmal zu den Sitzen: wie oben zu sehen sind die Plätze ordentlich breit und haben eine zusätzlichen Ablage inklusive eigener Minibar. Durch Scheiben ist man von den Nachbar abgeschirmt. Decke und Kissen in höherer Qualität im Vergleich zur Economy gibt es auch und das wichtigste: Fußraum! Die Füße können unterhalb des Sitzes des Vordermanns abgelegt und der Sitz dann komplett horizontal zu einem Bett verwandelt werden. Ein Traum! Für uns hieß es dann, uns aus jeweils 3 Vorschlägen ein Menü auszuwählen, bevor wir dann mir Champagner bzw. Orangensaft anstoßen konnten. Kann es noch luxuriöser werden? Ja, denn gratis bekommen wir noch ein kleines Kosmetiktäschen mit allerlei Utensilien zum Frischmachen. Die Kopfhörer blenden die Geräusche des Flugzeugs weitgehend aus.
So ist es wenig verwunderlich, dass wir nach dem luxuriösen Mahl, zudem wir übrigens auch noch aus einer Weinkarte hätten wählen können, schon bald einnickern. Doch halt! Die Lounge wollten wir doch auf jeden Fall noch ausprobieren. Die kleine Bar ist ausgestattet mit allem was man sich wünschen kann und überall stehen kleine Leckereien wie Nüsse, Petit-Fours, Pralinen, Antipasti usw. rum. Gut das bei uns nichts mehr reinpasst, wir trinken ganz bescheiden nur eine Cola.
Danach aber überkommt uns die Müdigkeit und wir nutzen die Bettfunktion des Sitzes, die sogar erlaubt, auf der Seite oder dem Bauch zu schlafen. Seht selbst!
Nach so einem Luxus möchte man gar nicht mehr ohne! Die 5,5 Stunden nach Bangkok vergingen somit im wahrsten Sinne des Wortes wie im Flug und wir waren noch nie nach einem Flug so erholt. Eine wirklich tolle und vermutlich auch einzigartige Erfahrung für uns .
Auch der schönste Urlaub ist irgendwann leider zuende. So auch unser Thailand-Abenteuer 2016. Der Plan sieht vor, dass wir von Chiang Mai mit dem Nachtzug nach Bangkok fahren, wo wir noch fast einen kompletten Tag Zeit haben, bevor spät Abends unser Flieger in die Heimat geht. Erste Amtshandlung also morgens: Auschecken aus unserem Hostel. Finlay’s Cottage war uns eine tolle Heimat in Chiang Mai und wir würden jederzeit wiederkommen! Die Frau des Hostel-Owners ruft uns nach dem Auschecken kurz ein Tuk-Tuk und schon sind wir auf dem Weg zum Bahnhof!
Der Bahnhof ist sehr pitorsek und wir suchen uns als erstes einen freien Tisch und zwei Stühle, um unser Camp aufzuschlagen, denn wie immer sind wir viel zu früh da.Unsere Zugtickets haben wir bequem über 12go gebucht und können sie nun ganz bequem in einem Hotel gegenüber des Bahnhofsgebäudes gegen Vorlage des Reisepasses abholen. Das dauert vielleicht 5 Minuten.
Am Bahnhof schauen wir uns ein wenig um, läuft doch alles etwas anders als bei uns zuhause. Diverseste Anzeigetafeln zeigen auch teils unterschiedliche Abfahrtszeiten und –gleise für unseren Zug, aber bisher sind wir in Thailand jedes mal von A nach B gekommen. Wir kaufen uns eine Flasche Wasser und lassen noch ein wenig die Seele baumeln, bis unser Zug bereitsteht.
Der kommt dann auch erstaunlich pünktlich und sah genau so aus wie wir das erwartet haben. Für alle Bahnreisenden kann ich übrigens nur die Webseite The Man in Seat Sixty-One empfehlen. Dort gibt es für fast jedes Land der Erde Infos, wie der Bahnverkehr vor Ort organisiert ist und welche Züge im Einsatz sind. So hatten wir uns auf Basis der dort verfügbaren Informationen dafür entschieden, nicht 1. Klasse zu fahren, obwohl wir uns das durchaus hätten leisten können bei thailändischen Preisen.
Wir haben eine feste Wagen- und feste Sitznummern und finden unseren Waggon auch sehr schnell dank der am Bahnsteig aufgestellten Schilder. Die Züge kommen übrigens anscheinend aus Korea. Fix an Bord, Gepäck verstaut und unsere Sitze bezogen. Ersteres war garnicht so einfach, zwei Rucksäcke hätten wir ja noch unterbekommen, aber inzwischen haben wir ja 5 Gepäckstücke dabei (2 kleine, 2 große Rucksäcke und ein kleiner Rollkoffer für die geschneiderten Dinge).
Unsere Sitze bestehen aus zwei großzügig bemessenen Sitzen, die sich gegenüberstehen. Wie ein kleines Abteil quasi. Diese werden später am Abend zu Betten umgebaut. Der Zug ist reichlich kalt für meinen Geschmack, aber damit hatten wir gerechnet und unsere Fleece-Jacken bereits griffbereit.
Der Zug füllt sich langsam, unsere Sitze hat uns keiner streitig gemacht und sogar ein paar Mönche fahren mit. Der Zug fährt sehr pünktlich ab und bereits kurz nach der Abfahrt kommt das Zugpersonal zum Betten-bauen vorbei. Dies geschieht in wahnsinniger Geschwindingkeit und Sorgfalt. Nach wenigen Sekunden haben wir zwei hübsche Bettchen übereinander statt der beiden Sitzplätze wie zuvor.
Wir lesen noch ein bisschen oder hören Musik und versuchen dann zu schlafen. Conny gelingt das auch sehr gut, sie schläft nach kurzer Zeit und wird auch erst morgens wieder wach. Ich quäle mich durch die Nacht. Zu kalt, zu warm, zu laut, zu unruhig. Sucht euch was aus. Zwar hatte Conny das bessere Bett (das Untere ist etwas größer und besser belüftet), aber als schlecht würde ich mein oberes Bett nicht bezeichnen. Ich habe auch schon auf schlechteren Betten besser geschlafen. Naja, ein Glück ist direkt neben meinem Bett eine Steckdose und so geht meinem elektronischen Equipment wenigstens nicht der Saft aus.
Morgens kommen wir mit ein wenig Verspätung in Bangkok an. Conny sehr erholt, ich ein bisschen verknittert. Der Bahnhof Hua Lamphong in Bangkok begrüßt uns mit über 30 Grad und Ventilatoren mit erfrischenden Wassertröpfchen. Wir suchen als erstes die Gepäckaufbewahrung, welche wir auch schnell finden. Kostet zwar nicht so richtig viel, es wird jedoch auf vielen Schildern vor einem Rattenproblem gewarnt. Naja, wir haben keine Wahl, also lassen wir unser Gepäck dort und machen uns auf den Weg in Richtung Frühstück.
Ein paar Google-Suchen später sitzen wir im Chu Chocolate mitten in Bangkok. Wir wollten uns nicht irgendwo was im Supermarkt kaufen, sondern mal richtig lecker frühstücken und dafür soll das Chu Chocolate sehr geeinget sein. Wir suchen uns einen Tisch und durchwühlen die Karte.
Unsere Wahl fällt auf Eggs Benedict und Pfannkuchen mit Banane, Walnüssen und Ahornsirup sowie zwei Milchshakes. Was dekadent klingt, sieht auch dekadent aus und schmeckt wahnsinnig gut. Wir sind begeistert! Liebe geht bei uns ja durch den Magen und das war eines der besten Frühstücke die wir je hatten. Vielleicht ist Bangkok ja garnicht so schlimm.
Gut gesättigt und zufrieden gehen wir noch ein wenig in Bangkok shoppen. Eigentlich wollten wir zum berühmte Chatuchak-Markt, der jedoch gerade heute zu hat, wie wir feststellen müssen. Und während wir gerade noch nach einer Alternative überlegen, macht sich bei mir ein flaues Gefühl in der Magen-Darm-Gegend breit. Oh no. In Asien kann es ja durchaus schonmal passieren, dass man als Europäer ein paar exotische Bakterien abbekommt, denen man dann auch schnell wieder den Weg aus dem Körper ermöglichen muss. Doch… wohin?!
Unter großen Anstrengungen nehmen wir nochmal die Skytrain zur Sukhumvit und ich rette mich auf die öffentlichen Toiletten des Einkaufszentrums “Terminal 21”. Was soll ich sagen? Es war ein sehr nettes Klo-Erlebnis, denn das Klo war ein japanisches. Diese haben einen beheizten Klositzt, können Vogelgezwitscher spielen und hinterher mit Hochdruckreiniger und Fön auch alles wieder reinigen, bevor zuletzt noch Parfüm aufgetragen wird. Wahnsinn! Sowas brauche ich zuhause!
Wo wir schonmal da sind, schlendern wir noch durch die vielen Etagen des Einkaufszentrums. Es scheint noch recht neu zu sein und ist schick und hochmodern.
Jede Etage ist einer anderen Stadt gewidmet, so gibt es eine ganze Etage zu San Francisco (komplett mit Golden Gate Brücke und Cable Car) oder auch eine zu Peking oder Paris. Beeindruckend!
Im Keller finden wir noch einen sehr gut sortierten Supermarkt, der sogar deutsche Bockwurst führt. Das haben wir ja in Thailand bisher noch nicht gesehen! Wir haben uns aber keine gekauft, in wenigen Stunden sind wir ja schon zuhause und können uns die Originale genehmigen. Auch viel Obst gibt es. Conny liebt es, durch Supermärkte in fremden Ländern zu flanieren, da das Produktsortiment trotz Globalisierung immer deutlich anders ist als zuhause und manchmal doch einige interessante Produkte dabei sind.
Wir ziehen ein Haus weiter und bummeln noch etwas durchs MBK. Im MBK waren wir 2013 schon einmal und es hat sich kein Stück verändert. Hier versammeln sich mehrere Basar-Artige Märkte unter einem Dach. Viele kleine Stände auf mehreren Etagen, jede mit ihrem eigenen Fokus. Bevor wir uns darein stürzen, gibts aber erstmal noch ein Eis bei Swensen’s!
Das MBK ist vom Prinzip her ein bisschen so aufgebaut wie der Warorot Markt in Chiang Mai, aber irgendwie doch wieder ganz anders. Conny findet hier eine Handtasche und ich kaufe mir zwei neue T-Shirts zu echt guten Preisen. Verhandelt wird hier aber oftmals nicht, in manchen Geschäften weisen sogar Schilder daraufhin. Haben wir so auch noch nicht erlebt, normalerweise handeln die Thailänder ja gerne. Spannend fand ich vor allem die oberste Etage, dort gibt es Elektronikartikel aller Art, Form und Farbe. Auch iphones zu wahnwitzigen Preisen… ob das alles mit rechten Dingen zugeht, mag ich nicht beurteilen.
Nach einem Blick auf die Uhr, machen wir uns dann auch auf den Weg, unser Gepäck vom Bahnhof zu holen und anschließend mit der Bahn zum Airport zu fahren. Das war also unser Urlaub in diesem Jahr! Goodbye Thailand, goodbye Asien! Es war wie immer sensationell!
Wer sind wir eigentlich!? Wir sind beide noch jünger als 30 und kommen gebürtig aus Paderborn. Gewohnt haben wir die letzten Jahre in Darmstadt. Und jetzt heißt es: Schluß mit Alltag. Conny ist gerade fertig mit ihrem Studium, Köthi hat bereits ein paar Jahre im Job hinter sich. Ab Oktober 2013 geht es für 9 Monate um die Welt!