Wir hatten von Anfang an nicht viel Zeit in Phuket eingeplant und so nutzen wir den einen Abend den wir nun hier haben, um ein wenig durch die Straßen zu schlendern. Was wir zum Beispiel nicht wussten: Phuket hat einiges an portugiesischer Architektur. Was wir zum Beispiel wussten: Hier gibt es massig Touristen. Selbst in Phuket Town laufen teilweise mehr westliche Touristen durch die Straßen als Thais. Wir essen Abends noch in einem (ebenfalls sehr touristischen) kleinen Restaurant und schauen uns einen nahegelegenen Nachtmarkt mit Fokus auf Kunsthandwerk an.
Zuletzt stehen wir eine halbe Stunde (!) für ein Eis bei McDonald’s an und sind danach auch relativ fix im Bett. Unser Hostel ist zwar eher Basic, aber das Bett ist erste Sahne!
Am nächsten Morgen organisiere ich mir noch schnell eine thailändische SIM-Karte für die letzten 1,5 Wochen hier und danach organisieren wir uns ein Taxi zum nahegelegenen Bootsanleger nach Koh Yao Yai, unserem nächsten Stopp. Das Problem mit den Booten nach Koh Yao Yai ist, dass man im vorhinein nicht zu 100% sicher herausfinden konnte, wann denn nun genau die Boote fahren und welche davon Speedboats und welche davon größere Fähren sind. Auf großen Fähren geht es Conny meist besser und so bestand unser Plan ursprünglich darin, eine Fähre zu erwischen.
Am Anleger dann die Ernüchterung. Die Fähre fährt erst wieder in ein paar Stunden, aber ein Speedboat geht in 30 Minuten. Conny beißt also die Zähne zusammen und wir entscheiden uns für das Speedboat. Der Anleger ist winzig und wir sind auch die einzigen Touristen hier, das gefällt uns schon viel besser als an den Anlegern auf Koh Lanta und Koh Phiphi, die wir in den letzten Tagen bereits gesehen haben. So fühlt man sich direkt ein bisschen mehr als Abenteurer. ![]()
Eine 40 min.-Speedboat-Fahrt und eine 20-Min.-Songthaew-Fahrt später sind wir an unserer Bleibe und es gefällt uns sehr gut. Hier gibt es nur ein paar wenige Bungalows und einen kleinen Pool, dafür aber nicht so einen netten Strand wie auf Koh Ngai!
Die ganze Insel ist eher wenig touristisch und zudem muslimisch geprägt. Es gibt nur einige wenige Hotels, Hostels und Resorts entlang der Straßen und auch nur einen 7-Eleven-Supermarkt, der auch ein ganzes Stückchen von unserem Bungalow entfernt ist. Wir genießen wie schon auf Koh Ngai viel Nichtstun und gutes Essen. Ich gehe sogar einmal laufen, aber bin natürlich dumm genug, dies Nachmittags zu machen. Das kann ich nicht wirklich empfehlen.
Empfehlen können wir hingegen die Nahrung hier auf der Insel. Sowohl bei uns im Resort als auch in der “Jikgo Bar” ein paar Meter entlang der Hauptstraße gibt es sensationell gutes Thai-Essen. Nicht nur den üblichen frittierten Kram und ein paar westliche Gerichte, sondern eine große Auswahl an Currys und Seafood-Gerichten. Bei uns geht Liebe ja immer durch den Magen und so sind wir natürlich total Happy!
Am dritten Tag überwinden wir unseren Schlafen-Entspannen-Essen-Rythmus und mieten uns einen Roller. Ohne Roller wird es irgendwann langweilig auf der Insel. Es sind doch einige Kilometer über die sich die Insel hinzieht und die wirklich schönen Stellen sind ein wenig versteckt. So zum Beispiel der Hua Laem Beach!
Der Hua Laem Beach war eigentlich einer der Gründe, warum wir überhaupt auf der Insel gelandet sind. In einem Spielfilm haben wir den Strand mit der Einblendung “Koh Lipe” entdeckt und – da wir schon zwei mal auf Koh Lipe waren – schnell entschieden, dass das nicht Koh Lipe sein kann. Eine Google-Suche später sind wir auf Koh Yao Yai gestoßen und haben beschlossen, uns die Insel mal anzuschauen.
Der Strand läuft spitz zu und bildet somit eine Landzunge. Der Sand ist sehr fein und fast weiß, das Wasser ist einigermaßen klar und es ist keinerlei Touristeninfrastruktur in der Nähe. Keine Tuktuk-Fahrer, kein Restaurant, kein Kiosk und nichtmal Obstverkäufer am Strand. Wir genießen es sehr, hier ein wenig diese schöne Ecke zu genießen und nach ein paar Stunden und ein wenig Baden und Spazieren.
In der Mittagssonne wird es uns ein wenig zu warm und wir ziehen uns in eine kleine schattige Höhle zurück, die dort irgendjemand mal mit Palmenblättern gebaut hat. Eine sehr Weise Entscheidung, wir sind nämlich beide noch nicht bereit für den zweiten Sonnenbrand des Urlaubs.
Wir schießen noch ein paar Fotos am Strand, denn es ist immerhin einer der schönsten, die wir je gesehen haben (Whitehaven Beach in Australien war vielleicht ähnlich schön) und machen uns auf den Rückweg zu unserer Bleibe, denn wir müssen heute noch umziehen.
Unsere Unterkunft war leider nur für 2 Nächte buchbar und so hatten wir noch einige Nächte in unserem Urlaub, die wir uns erstmal unverplant gelassen hatten. Wir entscheiden spontan, dass es uns hier so gut gefällt, dass wir ein wenig länger bleiben wollen und suchen uns noch für 3 weitere Nächte eine Unterkunft auf der Insel. Wir entscheiden uns schließlich, direkt nebenan von unserem bisherigen Resort zu bleiben und ziehen am dritten Tag auf der Insel mit Sack und Pack etwa 300 Meter weiter.
Wir stellen fest, dass man auch ein Häuschen weiter, die Insel sehr gut genießen kann. Lediglich das Essen im Resort selber ist nicht so überragend, aber die Jikgo Bar ist ja weiter in Laufdistanz und so laufen wir die ersten beiden Abende auch von dort immer bis dahin um uns dort die Karte hoch und runter zu essen. Unser Resort bietet auch eine Happy Hour mit Cocktails jeden Abend, welche wir auch einmal in Anspruch nehmen. Alkoholische Getränke sind in einer muslimisch geprägten Ecke eher unüblich und so scheint mit dem Cocktail, den ich hatte auch irgendetwas nicht gestimmt zu haben. Nach zwei Gläsern war ich nämlich sturzbetrunken. Ich habe alles doppelt gesehen, habe gelallt und konnte nicht mehr geradeaus gehen. Zum Abendessen hat mich Conny dann noch mitgeschleppt, danach bin ich – zurück im Bungalow – sofort eingeschlafen. Das war dann mein letzter Cocktail hier!
Am nächsten Morgen bin ich natürlich ewig früh wach, da ich ja am Vorabend auch viel zu früh im Bett war. Und so gebe ich mir eine zweite Chance für einen ordentlichen Lauf. In Deutschland war bei unserer Abreise ein Laufen ohne mehrere dicke Kleidungsschichten nicht möglich und so genieße ich es, hier mit kurzer Hose und T-Shirt joggen zu gehen. Ich laufe bis zum Hua Laem Beach, an dem wir ja bereits gewesen sind und wieder zurück. Herrlich!
In unserer Unterkunft haben wir dieses mal kein Frühstück dabei und umgerechnet 8€ pro Person ist für Thai-Verhältnisse ein stolzer Preis. Wir entscheiden uns, uns selbst zu versorgen und frühstücken in einem kleinen Café an der Straße. Mittags greifen wir wieder auf unsere geliebten Noodlecups zurück und Abends – wie kann es anders sein – führt uns unser Weg in die Jikgo Bar. Die Zeit dazwischen verbringen wir hauptsächlich am und im Pool.
Den letzten kompletten Tag auf der Insel mieten wir uns nochmal einen Roller, um die Insel ein wenig mehr zu erkunden. Unser Frühstück gibt es heute eine gute halbe Stunde Rollerfahrt von unserer Bleibe im Supermarkt – dem einzigen 7-Eleven auf der Insel. Ich liebe ja die Sandwiches, die man dort bekommt und so war es keine Überraschung, dass ich mindestens einmal dahin wollte während unseres Aufenthalts.
Wir fahren auch nochmal zum Hua Laem Beach, bei dem aktuell Ebbe herrscht. Inzwischen haben sich einige dicke Wolken über der Insel verteilt, wo vorher noch strahlend blauer Himmel war. Wir sind aber optimistisch und setzen uns trotzdem ein wenig an den Strand.
Wir sind hier auch nicht die einzigen, einige Touristenboote haben angelegt und Touristen spazieren über das Watt. Die Thais fahren mit ihren Rollern sogar bis weit raus, das haben wir uns nicht getraut und unser Moped viel weiter vorne abgestellt.
Solange es trocken bleibt, sind die Wolken ein sehenswertes Spektakel. Hier gibt es ja keine wirklichen Gebirge, wo Wolken hängen bleiben könnten oder von der Thermik beeinflusst werden können und so ziehen sie relativ flott über die Insel hinweg.
Als es etwas windiger wird und auch anfängt zu regnen, entschließen wir uns zum Aufbruch. Schnell zum Roller und zurück zum Resort, so der plan. Während der Fahrt nimmt der Regen zu und wir halten unterwegs an, um unsere Sachen etwas besser zu verstauen. Dabei stellen wir den Roller ab und ich lasse den Motor laufen. Ein Fehler. Als ich den Roller noch ein wenig zur Seite schieben möchte, rutsche ich weg, gebe versehentlich Gas und der Roller beschleunigt, mit mir am Lenker hängend. Ich lasse nach wenigen Metern los und rolle mich in den Straßengraben. Der Roller schafft es noch einige Meter ohne mich und fällt dann um.
Uff. Das hätte nicht sein müssen. Ich nehme ein paar Schürfwunden und eine unangenehme Prellung an der Hüfte mit und wir retten uns zurück in unseren Bungalow. Der Regen hört erst stunden später wieder auf und erst dann machen wir uns auf den Weg zum Abendessen. Wir wollten am letzten Abend nochmal einen anderen Laden ausprobieren, den wir auch nur mit dem Moped erreichen können. Mit ein paar Pflastern versorgt, bin auch ich wieder einsatzfähig und so fahren wir zu “Chill Chill @ Pai”. DerLaden ist wie gesagt ein paar Meter entfernt, aber super gemütlich. Wir werden unglaublich freundlich bedient und auch das Essen schmeckt hervorragend.
Am nächsten Morgen geht es bereits um 7 Uhr zum Auschecken. Wir haben die komplette Fahrt nach Phuket Airport bei uns im Resort buchen können und haben das der Einfachkeit halber mal gemacht. So werden wir vom Resort mit einem Songthaew abgeholt und zum Boot gebracht, welches für uns schon bezahlt war. 30 Minuten Bootsfahrt (ja, wieder Speedboat) später sind wir an der Küste von Phuket, wo bereit ein Driver auf uns wartet. Wir brauchen nichtmal 2 Stunden von unserem Bungalow bis zum Airport.
Wir hatten natürlich viel mehr Zeit geplant und so haben wir am Flughafen noch viel Zeit, welche wir einmal wieder dafür nutzen, westliches Essen in uns reinzustopfen. Der nächste und letzte Stopp unserer Reise ist dann Bangkok.


