Nachdem bereits Rom auf dem Plan stand, haben wir beschlossen, als nächste Antike Stadt Athen zu erkunden. Den Trip haben wir nicht alleine unternommen, meine Mutter Dagmar und meine Schwester LAra waren mit dabei! Zu viert ging es an einem Freitag von Berlin aus mit Ryanair in Richtung Athen. Lieber wären wir ja von Düsseldorf, Köln, Paderborn, Osnabrück oder Hannover geflogen (Kassel zählt ja nicht), aber die Flüge von Berlin waren einfach um ein vielfaches günstiger. So verbrachten Conny und ich bereits die Nacht von Donnerstag auf Freitag in Berlin, während Dagmar und Lara am Freitag via ICE dazukamen.
Einen Kurzstreckenflug später fanden wir uns im mediterranen Klima Athens wieder. Unser Trip fand im März statt und so war es morgens und abends zwar noch frisch, dazwischen jedoch bereits T-Shirt-Wetter. Vom Flughafen fahren wir mit dem Bus in Richtung Stadt, das dauert zwar länger als mit der U-Bahn, aber dafür kann man während der Fahrt aus dem Fenster gucken und sich schonmal einen Eindruck von der Stadt verschaffen. Für mich war es auch der erste Besuch in Griechenland, ich war also gespannt wie ein Flitzebogen. Der Bus endet am Syntagma Square. Dieser ist verkehrstechnisch relativ wichtig und liegt direkt am Nationalgarten. Ein paar Bäume mit Orangen dran begrüßen uns in Athen. Wir trinken kurz eine Fanta und schwingen uns dann in Die U-Bahn zu unserer AirBnB-Unterkunft drei Stationen entfernt.
Wir staunen nicht schlecht als unsere Gastgeberin uns die Tür öffnet: Die Wohnung geht über die komplette obere Etage des Hauses und bietet einen Atemberaubenden Ausblick über die Häuser Athens hinweg auf die Akropolis. Wir sind baff.
Als unsere tolle Gastgeberin uns mit Verweis auf griechisches Bier im Kühlschrank und mit einer Restaurantempfehlung fürs Abendessen alleine lässt, stehen wir wie angewurzelt auf der Terrasse und schauen uns den Sonnenuntergang an. Unser Blick geht von links, wo die Sonne über den Dächern Athens untergeht, nach rechts, wo die Akropolis von der Abendsonne angestrahlt wird. Erst als die Sonne verschwunden ist, können wir uns losreißen und begeben uns auf die Suche nach dem von unserer Gastgeberin empfohlenen Restaurant.
Das empfohlene Etablissement wurde leider renoviert, so dass wir ein paar Straßen weiter in ein anderes Lokal ausweichen mussten. Sah aber von außen und innen gemütlich aus. Wir haben uns dann über den Abend durch die Karte gefuttert. Praktischerweise waren die Portionen klein, also sowas wie griechische Tapas. Dazu gab es leckeres griechisches Bier und wenn ich mich recht entsinne auch einen Schnaps zum Schluss, aber keinen Ouzo.
Gut gesättigt und leicht angeschickert kehren wir zu unserer Bleibe zurück und sind Erschlagen vom Ausblick auf die angestrahlte Akropolis. Noch ein Bier zu dieser Aussicht und dann geht es ab ins Bettchen, der nächste Tag wird anstrengend!
Am nächsten Morgen wecken uns die Sonnenstrahlen, die es an den Vorhängen vorbei ins Zimmer schaffen. Vor dem Fenster erstreckt sich Athen vor uns. Groß und weiß und sonnig mit der Akropolis in der Mitte unseres Blicks. Immernoch ein klasse Ausblick.
Wir ziehen zu zweit los, um Frühstück zu organisieren. Der Bäcker ist direkt eine Straße weiter und wir kommen mit englisch gut klar. Mein persönliches Highlight: Ich zeige mit dem Finger auf eine Brotart und frage den netten Bäckereiangestellten “What is that?” und er antwortet trocken: “Bread!”. Na dann.
Neben Brot haben wir auch Sesamkringel und XXL-Schokocroissants im Gepäck fürs Frühstück. Im Supermarkt kaufen wir noch schnell Käse, Wurst und Marmelade. Alles super lecker, aber das macht vielleicht auch die Atmosphäre: Frühstück über den Dächern Athens hat man auch nicht jeden Tag.
Gut gestärkt starten wir in Richtung Akropolis. Die ist nur zwei Metrostationen von unserer Unterkunft entfernt (und eine vom Syntagma Square). Am Fuße des Akropolis-Hügels liegt das Akropolismuseum, welches wir zuerst ansteuern um uns die historischen Hintergrundinformationen anzueignen bevor wir hochklettern. Eines der hervorstechendsten Exponate sind die Karyatiden. Das sind die Originalstatuen des Erechtheion (einer der Tempel auf dem Akropolis-Hügel) und hielten dort als Säulen das Dach der Vorhalle. Ausgestellt sind jedoch nur 5 der 6 Karyatiden. Die sechste steht im British Museum.
Ein witziges Gimmick war auch der Nachbau der Akropolis mit Legosteinen. Vom einem weiteren Highlight des Museums habe ich natürlich wieder kein Foto gemacht. Am Parthenon (das berühmte Hauptgebäude auf dem Akropolis-Hügel) waren oberhalb der Säulen Schriften eingraviert. Das ganze nennt man übrigens “Fries”. Das Fries, also die Steine mit diesen Schriften, wurden zusammen mit vielen Teilen der Akropolis von einem britischen Lord im 19. Jahrhundert entwendet (die sog. Elgin Marbles). Lange Jahre hat das British Museum eine Rückgabe ausgeschlossen, da in Athen keinen Platz für das Fries wäre. Im relativ neuen Akropolismuseum ist jedoch in der obersten Etage eine riesige Halle, die aktuell nur eine Kopie enthält und explizit für das entwendete Fries vorgesehen ist.
Nachdem wir aus dem Museum heraus immer auf die sonnige Außenwelt geblickt haben, freuten wir uns, nun endlich den Akropolis-Hügel besteigen zu können.
Auf dem Weg hinauf gibt es mehrere Punkte, die es sich lohnt anzusehen. Der erste Stopp für uns war das “Theater of Dionysos”. Das Theater ist deshalb einen Besuch wert, weil es das erste seiner Art war. Es hat quasi das Antike Theater begründet und wurde auch bereits schon 500 Jahre vor Christus erbaut.
Den Zuschauerraum kann man auch heute noch erstaunlich gut erkennen (dafür dass das Theater bereits 2500 Jahre alt ist). Nur das Bühnengebäude ist kaum noch erhalten. Man darf sich auch auf die steinernen Sitzreihen setzen und sich ein wenig fühlen wie ein Theaterbesucher in der Antike. Selbst VIP-Logen sind noch zu sehen, diese darf man jedoch nicht betreten.
Ein paar Meter weiter wartet das nächste Theater: Das Odeon des Herodes Atticus. Es ist deutlich jünger als das Dionysostheater, nämlich erst 150 Jahre nach Christus erbaut. Auch wurde es restauriert und wird für Konzerte und andere Aufführungen genutzt. Es fasst 5000 Zuschauer und man hat einen tollen Blick über Athen.
Von dort geht der Weg noch über ein paar Serpentinen, bis man oben auf dem Hügel angekommen ist. Von dort sieht man direkt das Erechtion und das Parthenon oben auf dem Hügel.
Das Erechtion nimmt eine zentrale Rolle bei den Legenden um die Stadt Athen ein. Die Legende besagt, dass Athene und Poseidon um die Gunst der Bürger Athens gestritten haben. Der damalige König Kekrops entschied nun, dass beide Götter den Bürgen ein Geschenk machen sollten und der mit dem besseren Geschenk soll dann der Schutzpate der Stadt werden. So schenkte Athene den Bürgen einen Olivenbaum, welchen das Erechtion beherbergt. Poseidon hingegen rammte seinen Dreizack in den Boden und ließ eine Quelle sprudeln. Die Stelle, an der Poseidon den Brunnen erschuf kann man auch heute noch sehen, denn dort fehlen die Bodenplatten.
Die Vorhalle wurde – wie bereits beschrieben – von Säulen-Statuen gehalten, den Karyatiden, welche jedoch im Museum stehen. Die, die man am Erechtion sieht, sind also Nachbildungen.
Ein paar Schritte vom Erechtion steht das Parthenon. Das ist natürlich deutlich größer und deutlich berühmter, jedoch eingerüstet als wir dort waren.
Das Gebäude ist nochmal größer als es von Weitem den Anschein macht. So groß, dass man es von nahem nicht mehr gescheit auf ein Foto bekommt. Die Fotos aus der Entfernung müssen also reichen.
Ein paar nette Details sieht man allerdings erst, wenn man nah dran steht. Zum Beispiel haben wir einen eingequetschten Pferdekopf entdeckt. Leider weiß ich nicht, ob das so gehört und was die Geschichte dahinter ist.
Wir verweilen eine Weile im Schatten des Parthenon und genießen den sensationellen Ausblick auf Athen. Man sieht zum Beispiel auch das Dionysostheater von hier oben sehr gut und natürlich viel von der Stadt selbst. Athen ist erstaunlich groß. Auch wenn es nur 660.000 Menschen beherbergt, breitet sich die Stadt sehr weit aus. Vielleicht kommt einem das auch nur so vor, weil selbst die entferntesten Häuser mit ihrem grellen Weiß so einen Kontrast zu den grau-grünen Bergen dahinter darstellen.
Wir kraxeln den Hügel wieder hinab und erkunden das Viertel unterhalb des Akropolis-Hügels, Monastiraki. Wir sehen viele nette Cafés und Restaurants und lassen uns ein wenig durch die Gassen treiben. Hier wechseln sich belebtere Ecken mit sehr ruhigen Gassen ab. Und an jeder Ecke findet man dann doch wieder irgend eine antike Ruine. Zum Beispiel die Römische Agora (Eine Agora ist ein Marktplatz) mit dem “Turm der Winde”. Athens besterhaltenstes, antikes Bauwerk. Irgendwo in diesem Viertel suchen wir uns auch eine nette Ecke, um griechisch zu speisen. Für mich das erste Mal Souvlaki! ![]()
Nach diversen kleinen Gassen stehen wir schließlich auf einem belebten Platz, dem Monastirakiou-Platz. Dort erwerben wir in einer griechischen Konditorei ein paar Kleinigkeiten und lassen uns dann durch die Einkaufsstraße “Ermou” und vorbei an der Kapnikarea-Kirche in Richtung Wohnung treiben.
Auf dem Heimweg kaufen wir noch ein paar Dinge für eine griechische Brotzeit (Feta, Tomaten, Oliven, Brot), die wir bei Sonnenuntergang in unserer Wohnung zu uns nehmen. Wenn man schon so einen Ausblick hat, sollte man ihn ja schließlich auch nutzen! ![]()
Die Oliven sind klasse, die Tomaten sind klasse und vom Feta könnte ich euch vermutlich einen kompletten Blogeintrag vorschwärmen. Es gab übrigens etwa 10 unterschiedliche Arten Feta an der Frischetheke im Supermarkt. Wir lassen es uns mit Blick auf die Akropolis gutgehen und genießen wieder einen sensationellen Sonnenuntergang!
Nach dem Essen stellen wir uns noch Liegestühle in die Abendsonne mit Blick über Athen. Erst als sie komplett verschwunden ist, wird es langsam frisch und wir verziehen uns nach drinnen, wo wir noch die Geschehnisse des Tages reflektieren und ein paar griechische Biere trinken.
Ein Blogeintrag über diesen Tag wäre nicht komplett ohne das obligatorische Bild der beleuchteten Akropolis bei Nacht. So here it comes:
Wir kommen spät ins Bett, obwohl wir morgen viel unterwegs sind. Aber das wird schon! Gute Nacht, Athen!


