Heute heißt es früh aufstehen, denn um 10 Uhr geht unser Flieger zum Uluru, dem Ayers Rock im Outback Australiens. Mit dem Bus wollten wir uns den Ritt nicht antun . Da wir uns gestern nach der Oper nicht mehr zum Packen aufraffen konnten, müssen wir das auch noch erledigen. Verdammt! Schnell noch ein paar Reste gefrühstückt und ab zum Flughafen. Das geht von der Central Station direkt neben unserem Hostel erstaunlich schnell und unkompliziert innerhalb von 20 Minuten. Resultat: wir sind viel zu früh da. Na toll. Self-Checkin und Baggage-Drop bei Virgin Australia klappte auch problemfrei und pünktlich um 10 waren wir auf dem Weg zu einem der Wahrzeichen Australiens: dem Ayers Rock, der seit den 90ern offiziell wieder seinen Aborigine-Namen trägt: Uluru.
Bereits recht bald konnte man aus dem Fenster des Flugzeuges den roten Sand des Outbacks sehen.Kurz vor der Landung dann kam er in Sicht: ein riesiger roter Felsklotz im Nirgendwo. Der niedliche Flughafen ist mit einem kostenlosen Shutte an das Ayers Rock Resort angebunden, wo sich die Hotels je nach Preisklasse befinden. Campen wollten wir nicht, daher sind wir in der nächstgünstigsten Unterkunft geblieben: dem Outback Pioneer, in dem Marcus und seine Mutter bereits vor fünf Jahren waren.
Dank 1,5 Stunden Zeitverschiebung war er zwar erst zwölf, aber in unseren Bäuchen schon halb zwei, deswegen mussten wir erstmal eine Pizza essen.Diese stellte sich als deliziös raus, belegt mit frischen Tomaten und Basilikum. Omnomnomnom.
Da wir kein Frühstück gebucht haben und es auch hier eine Küche gibt, haben wir uns dann erstmal aufgemacht zum Einkaufen. Außerdem wollen wir ja auch in den Nationalpark zum Uluru selbst, und das geht ohne Auto am einfachsten mit gebuchten Touren. also die 15minütige Wanderung durch die Dünenlandschaft in Kauf nehmen und ab zum Town Center. Achja, die Temperaturen sind hier momentan so bei über 40°C. Ich sage euch: es ist kein Vergnügen!
Dennoch ist es erstaunlich grün, den es hat recht viel geregnet in den letzten Wochen. Dementsprechend waren 15 Minuten laufen 15 Minuten zu viel. Im Town Center haben wir dann eine Sonnenaufgangstour gebucht und haben schnell ein paar Sachen im Supermarkt besorgt. Und ab durch die Sonne zurück. Danach war ich völlig fertig und musste mich bei einem Nickerchen regenerieren.
Derweil hat Marcus die Umgebung erkundet, wenn auch nur kurz, denn allein der Schritt aus dem Zimmer, das dank Klimaanlage angenehm gekühlt ist, bedeutet gegen eine Wand von Hitze zu laufen. Schlimmer als in Dubai. Gegen sieben haben wir uns dann auf den Weg gemacht, um einen tollen Ausblick für den Sonnenuntergang zu finden. Der erste Versuch war ein Lookoutpoint direkt neben unserem Hotel.
Nicht schlecht für ein paar Fotos, aber so richtig wars das nicht. Die Zelte im Vordergrund haben den Blick doch irgendwie gestört. Also zum nächsten Ausblick, bereits mit einer tiefstehenden Sonne im Nacken.Hoffentlich kommen wir nicht zu spät! Der Viewpoint war dann auch zufällig der gleiche, den Marcus bereits vor fünf Jahren besichtigt hat. Top! Und der Blick deutlich besser als zuvor.
Also habe wir hier gewartet, wie die Sonne hinter der zweite, unbekannteren Felsformation hier, den Olgas oder Kata Tjutas, unterging und den Felsen anstrahlte. Leider kam die Sonne seitlich und nicht von hinter uns, sodass das rote Leuchten des Felsens nur zu erahnen war.
Trotzdem ein beeindruckender Sonnenuntergang! Auch der Horizont erstrahlte in tollen Farbtönen.
Ein wenig lässt sich die Farbveränderung ja schon erkennen, aber man bekommt schon Lust auf mehr! Vielleicht machen wir ja noch eine Sunsettour?
Als die Sonne versunken war und der Uluru nur noch grau vor uns lag, ging es fix zurück zum Hotel.Wir sind ja nicht scharf darauf nachts alleine durchs Outback zu laufen zumal wir beide Angst vor Viechern haben. Außerdem wartet dort leckeres Essen auf uns! Es gab Burger für Marcus (Zitat: Omnomnom) und das Salatbuffet für mich. Dazu: leckeres Bier!
Das Salatbuffet war auch sehr gut. Hier kann man auch Fleisch kaufen und dann selber grillen, unter anderem Krokodil und Känguru, sowie Emu! Das machen wir morgen erstmal! Es ging dann recht bald ins Bett, denn die Sunrise-Tour beginnt um 5 Uhr!
Hier in Sydney jagt ja wirklich ein Highlight das nächste. Heute haben wir uns vorgenommen, den vielleicht zweitbekanntesten Strand in Sydney zu besuchen, den Manly Beach. Der normale Weg dorthin wäre via Fähre, aber wir haben beschlossen, den Manly Scenic Walkway 11km lang zu bewandern. Eigentlich kann ich ja wegen einem schweren Kindheitswandertrauma dieser sinnlosen auf-und-ab-Fußquälerei nicht viel abgewinnen, aber darauf habe ich mich irgendwie gefreut. Ich glaube, ich werde alt.
Zuächst einmal mussten wir einen Bus nach Spit Bridge im Norden Sydneys nehmen und haben das Ticket direkt mal falsch entwertet. War dem Busfahrer aber herzlich egal, also die knapp 20minütige Fahrt genossen und dann über die Spitbridge mit ansehnlichem Ausblick auf die Yachten marschiert und direkt dahinter rechts auf den MSW, – Manly Scenic Walkway-, abgebogen.
Der Weg führt immer entlang der Hafenbucht an der Küste entlang und soll, je nach Quelle, leicht, leicht bis mittelschwer oder in Teilen anspruchsvoll sein. Wir prüfen das lieber mal selbst.
Zunächst geht es auf einem Spazierweg durch kleine Wäldchen und entlang wunderschöner kleiner Strände mit kristallklarem Wasser. An jedem von diesem wäre man am liebsten gleich mal reingesprungen!
Es geht immer mal ein wenig bergauf und bergab, aber nichts schlimmes. Und immer wieder eröffnen sich kleine Ausblicke auf die Buchten ringsherum.
Vorbei an weiteren kleinen versteckten Stränden mit ansehnlichen, leichtbekleideten Sonnenanbetern geht der Weg dann langsam und sicher nur noch bergauf, der Wald hört auf und ehe ich anfangen kann zu bocken, laufen wir nur noch in praller Sonne. Bergauf. Kurz bevor ich richtig sauer werde und die Idee der Wanderung farbenfroh und phantasievoll verfluche kommen wir zum Aussichtspunkt. Immerhin.
Die Aussicht ist wirklich sehr hübsch und hinter der nächsten Biegung kann man sogar schon Manly erahnen. Das ist Motivation genug! Weiter gehts, langsam auch wieder bergab. Unterwegs sehen wir sogar eine Aborigine-Stätte, wo verschiedene Dinge in die Felsen geritzt wurden: Fische, Kängurus und Bumerangs im wesentlichen. Wer erkennt, was unten links zu sehen ist? Zugegebenermaßen ist es schon ziemlich errodiert, aber dennoch halbwegs erkennbar. Auch Lizards haben wir jeden Menge gesehen, die sich sonnten, einige von ihnen nahmen recht gewaltige Ausmaße an.
Der Weg nach Manly rein zog sich dann noch ein bisschen durchs Wohngebiet, doch schließlich, nach gut 2 Stunden hatten wir die Manly Wharf erreicht. Hurra!
Mittlerweile meldete sich den Mittagshunger und wir ließen uns nieder, unsere liebevoll geschmierten Salami-Käse-Brote zu konsumieren. Doch,-ohje…
Also kein ausführliches Picknick und stattdessen das Zentrum dieses kleinen Ferienörtchens und den Strand erkunden. Und den Aldi, den gibts hier nämlich direkt am Fähranleger. Vielleicht eine günstigere Alternative auf unserem geplanten Roadtrip im Februar.
Manly ist weniger voll mit Surfdudes und Angebern und auch deutlich leerer als Bondi Beach. Eher beschaulich, genauso wie die kleine Fußgängerzone, “the corso”. Dort haben wir uns als Belohnung für die sportliche Betätigung dann auch ein Eis gegönnt. In einer in Schokososse getauchte Waffel. Drunter gehts nicht.
Zurück haben wir dann aber doch lieber die Fähre genommen. Von dieser aus kann man Manly langsam verschwinden und die Oper samt Harbour Bridge langsam erscheinen sehen. Wie genießen den Anblick draußen, während unsere qualmende Füße frische Seeluft schnuppern. Als wir ins Hostel zurückkehren wollen wir am liebsten nur noch ausruhen. Das wird aber nichts!
Denn für heute abend haben wir uns Operntickets gekauft. Wenn man schonmal da ist. Es gibt die Zauberflöte, auf Englisch. Unsere Plätze waren die billigsten und die Untertitel sind, es wird schon auf dem Ticket gewarnt, nicht zu sehen. Wir trauen uns trotzdem. Als wir zur Oper schlendern, so schick wie es mit Rucksackgardrobe eben möglich ist, erstrahlen Oper und Brücke bereits im Abendlicht. Und es ist tierisch windig.
Noch ein paar Erinnerungsfotos und los kanns gehen. In der Oper ist fotografieren eigentlich streng verboten, aber Marcus, der alte Daredevil hat trotzdem welche gemacht. Genauso wie die zig tausend Asiaten um uns herum. Underdressed waren wir auch nicht. Die Oper beginnt und war – einfach traumhaft. Inszeniert von der Regisseurin des Musical König der Löwen waren die Kostüme und das Bühnenbild einfach ein phantasievoller Traum und passten super zu der Oper! Die Karten haben sich auf jede Fall gelohnt.
Zur Pause bot sich uns dann aus dem Fenster ein atemberaubender Ausblick auf die Harbourbridge bei Sonnenuntergang. Es wird nicht langweilig!
Und als die Vorstellung um etwa halb zehn dann zu Ende war, lud die beleuchtete Skyline noch zum Fotografieren ein. Beim Blick über die Schulter Richtung Oper stellten wir fest, dass sich irgendetwas verändert hatte…und tatsächlich wurde das Dach blutrot angestrahlt! Warum? Weil heute auch noch chinesiches Neujahr ist!
Ich glaube, in Sydney haben wir wirklich viel mitgenommen! Was für ein Glück mit dem Zeitraum, in dem wir da waren! Es ist wirklich eine tolle Stadt, die entspannteste Weltstadt vielleicht, in der wir je waren! Morgen früh heißt es dann: packen und ab ins Outback!
Am Tag nach dem Australia Day haben wir es ruhig angehen lassen und zunächst einmal ein wenig bei Hungry Jack’s gefrühstückt. Der Hauptgrund hierfür ist, dass es dort gratis WLAN gibt und hin und wieder muss man ja doch mal kurz WhatsApp oder EMails zwischendurch checken.
Von dort sind wir zum “schönsten Kaufhaus der Welt”, nämlich dem Queen Victoria Building geschlendert. Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde für massig Geld renoviert und beherbergt seitdem viele schöne Läden, Cafés und Restaurants. Nicht dass wir uns irgendwas davon leisten könnten, aber durchschlendern wird ja noch erlaubt sein.
Anschließend haben wir nebenan bei Woolworths in Ruhe eingekauft. Wir müssen die Küche in unserem Hostel ja mal nutzen. Gekocht haben wir inzwischen schon seit Monaten nicht mehr.
Natürlich fällt uns nichts besseres ein, als Nudeln mit Tomatensoße, immerhin haben wir noch Wurststückchen reingebröselt und Parmesan draufgepackt, sonst wäre das noch armseliger gewesen. Hier gibt es aber tatsächlich Leute, die richtig gescheit kochen. Mit geschnippeltem Gemüse und allem. Die meisten nutzen aber eigentlich nur die Mikrowelle.
Die Küche hier hat 4 Kochstationen, jeweils mit Herd und Spühle, sowie zwei Mikrowellen und zwei Wasserkocher, damit kommt man schon ganz gut durch.
Den Rest des Tages verbringen wir viel im Hostel, ein bisschen regenerieren und die nächsten Tage planen sowie natürlich bloggen. Abends stand aber noch ein ganz besonderes Highlight auf dem Programm: Wir gehen ins Kino und zwar ins IMAX! Hier läuft der zweite Teil vom “Hobbit” auf dem “World’s biggest IMAX Screen”, das können wir uns ja nicht entgehen lassen! Zwar kostet eine Karte 32 Dollar, dafür bekommt man in der Eisdiele nebenan “Buy one get one free” mit dem Ticket, alleine dafür hat es sich schon gelohnt.
Der Film und das IMAX-Erlebnis waren auch wirklich atemberaubend, selten habe ich einen Film so intensiv wahrgenommen wie hier. Sound und Bild waren glasklar und grandios, auch die 3D-Effekte hatten eine etwas andere Qualität als die in gewöhnlichen Kinos. Nach dem Film haben wir noch ein bisschen unser Eis geschleckt mit einem grandiosen Blick auf den Darling Harbour und die Skyline von Sydney und dann ging es für heute ins Bettchen.
Der neue Tag fängt bei mir mit einem kleinen Lauf durch die Botanical Gardens an, man gönnt sich ja sonst nichts und Sydney ist wie Melbourne auch total sportverrückt!
Conny startet den Tag erst nach Beendigung meines Laufs und wir setzen an zu einem tollen Frühstück! Endlich wieder Käse, endlich wieder Milch! In Massen! Selbstgekauft! Und wir Frühstücken auch nicht alleine, sondern mit Amy und Ben aus Südengland, die wir ja in China kennengelernt haben! Die beiden gehen heute in das Sealife-Aquarium und den Wildlife-Zoo hier in Sydney und wir treffen sie zum Abendessen wieder, denn wir fahren heute Bus!
Unser Hop-On-Hop-Off-Touri-Bus fährt direkt neben unserem Hostel ab und wir genießen blauen Himmel und Sonnenschein auf dem Sonnendeck des Busses!
Unsere Fahrt führt uns schon durch einige Teile von Syndeys Innenstadt, die wir uns eigentlich erst morgen im Detail anschauen wollen. Mit dabei viele pittoreske Häuschen vom Ende des 19. oder Beginn des 20. Jahrhunderts sowie eine Coca-Cola-Werbung, die zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Sachen gibts!
Nach einer knappen halben Stunde kommen wir auch schon am Bondi Beach an, unser erster Stopp heute. Wir sind sehr entzückt über den wenig bebauten und sauberen Strand, da haben wir in Thailand schon anderes gesehen! Conny taucht auch ihre Füße kurz in den Pazifik und muss feststellen: Der ist schweinekalt!
Das scheint die Sunnyboys um uns herum nicht sonderlich zu stören, hier sind stets ein paar Leute auf der Jagd nach der perfekten Welle, allerdings in Neoprenanzügen. Und das bei 30 Grad Außentemperatur!!
Der Strand ansich ist relativ groß und gut bevölkert an so einem sonnigen Tag wie heute, allerdings nicht völlig überfüllt, wie wir schon befürchtet hatten. Links und rechts ist er von Felsen eingerahmt und rings herum sind viele kleine Häuschen, viele im Kolonialstil. So richtig fies verbaut ist er Gott sei Dank nicht.
Nachdem wir unsere mitgebrachten, selbstgeschmierten Sandwiches verdrückt haben, geht Conny sich ein bisschen sonnen und ich wandere mal den Scenic Walkway entlang. Der verspricht einige schöne Ansichten auf den Bondi Beach, und er hält auch was er verspricht.
Etwas verstörend fand ich, als ich am Aussichtspunkt gefragt wurde, ein Foto von zwei Niederländerinnen zu machen, die partout nur ihren Popo auf dem Foto haben wollten. Nun gut, was man nicht alles für die Völkerverständigung für Opfer bringt…
Auch cool war der Swimming Pool der “Bondi Icebergs”, das ist der lokale Schwimmklub, dem man nur angehören darf, wenn man 4 Jahre lang jeden Sonntag geschwommen ist. Das besondere an dem Pool? Er ist nur durch eine Mauer vom Meer getrennt.
Zurück am Bondi Beach, finde ich Conny auf der Liegewiese und wir machen uns auf den Weg zurück in die City. Dort steigen wir am Hyde Park (Ja, den gibt es hier auch) aus und wandern von dort durch “The Domain” und “The Royal Botanical Gardens”.
Wir landen am äußersten Punkt der Botanical Gardens und Mrs. Macquerys Point erlaubt uns eine Grandiose Aussicht auf die Harbour Bridge und die Sydney Opera!
Nach ein paar weiteren Minuten Wanderung sind wir dann auch direkt an der Oper und können uns das Bauwerk mal im Detail anschauen. Die vielen kleinen Kacheln sind schon faszinierend und man kann inzwischen sogar T-Shirts kaufen, die nur das Kachelmuster drauf haben.
Nachdem wir das dortige Free-Wifi mal ausgiebig genutzt haben, ziehen wir nach einer halben Stunde weiter, nämlich zu unserem Hop-On-Hop-Off Bus. Der soll uns noch einmal zum Hyde Park bringen, von dort ist es nicht mehr weit zu unserem Stamm-Supermarkt “Woolworth” (Nicht zu verwechseln mit den Deutschen Woolworth Märkten).
Abends gab es bei uns fiese Mikrowellen-Mahlzeiten zusammen mit Amy und Ben, die aber richtig gekocht habe. Was natürlich? Nudeln! Bei mir gab es ein Thaicurry für die Mikrowelle, bei Conny gab es vegetarische Lasagne. Wir haben dann noch bis in die späten Nachtstunden gequatscht, bevor wir dann ins Bett gefallen sind. Sydney ist anstrengend.
Am nächsten Morgen geht es richtig früh los. Unser Tourbus-Ticket gilt nämlich 24 Stunden und da wir es gestern erst um 13 Uhr erstanden haben, können wir es heute noch den halben Tag nutzen. Also direkt ab in den ersten Bus, heute nicht zum Bondi-Beach, sondern durch Sydneys Innenstadt!
Der erste Stopp an dem wir aussteigen ist die Harbour Bridge. Conny wollte da schon drauf seit wir in Sydney angekommen sind. Auch von unten bietet die Harbour Bridge einen imposanten Eindruck. Sie ist zwar “nur” eine weitere Brücke, nicht die größte oder nicht die längste oder irgendwas, aber sehr massiv und architektonisch einfach sehr einprägsam.
Unsere Bustour erzählt uns, dass die Bauphase 9 Jahre gedauert hat und über eine harte Rezession in Australien sehr viele Leute beschäftigt hat, das kann man sich sehr gut vorstellen, wen man sich die viele Nieten an der Brücke anschaut. Nur… wo gehts denn jetzt rauf auf die Brücke?
Nach ein bisschen Suchen haben wir dann auch den Weg hinauf gefunden, von oben hatten wir einen tollen Blick auf die Oper sowie auf die Brücke selbst.
Wir haben es auch fast bis ans andere Ende geschafft, sind aber dann wieder umgedreht. Von so weit hinten bekommt man sogar die Syndey Oper und Circular Quay auf ein Bild.
Noch ein kurzes Erinnerungsfoto und dann ging es zurück. Hinter uns auf dem Foto ist übrigens die Sydney Oper, aber die ist ja unwichtig auf so einem Foto
Runter von der Brücke und rein in den nächsten Tourbus, dieser bringt uns in das Viertel “Kings Cross”. Das ist so ziemlich DAS Ausgehviertel in Sydney, angeblich mit vielen Cafés, Bars und Restaurants. Wir finden nur viele zwielichtige Etablissements, die meisten haben etwas mit Sex, Alkohol, Tabak oder einer Kombination dieser Dinge zu tun. Hier ist wohl auch das Rotlichtviertel Sydneys. Oha.
Wir arbeiten uns weiter vor in Richtung Woolloomooloo Bay, ich hoffe ich habe das jetzt richtig geschrieben. Dort finden wir die zweite Niederlassung von “Harrys Café de Wheels”, wo ich ja die Tage schonmal einen Hotdog konsumiert habe. Heute ist Conny probierfreudig und testet einen Veggie Tiger Pie. Yummie!
An der Bay warten wir dann auch auf den letzten Tourbus für uns, es ist inzwischen 10 vor 1 und unser Ticket läuft ja um 1 ab. Also schnell noch einen kurzen Blick auf die schön anzuschauenden, umgebauten Lagerhäuser direkt am Hafen und dann rein in den Bus.
Der letzte Stopp für heute ist noch einmal die Sydney Opera, an der wir ja gestern schon einmal kurz waren. Dieses mal aber auf Ticketjagd für Monkey Moon. Aber keine Chance, alles Ausverkauft.
Von dort fährt unser Free Shuttle Bus zurück zum Hostel und von dort schließlich wieder zum Supermarkt. Heute wird wieder gekocht und es gibt: Würstchen mit Nudeln. Dieses mal kocht Conny und es ist direkt viel besser als mein Versuch von vor 2 Tagen. Auch gekauft haben wir uns eine Prepaid-SIM-Karte vom Mobilfunkanbieter Optus. Dieser bietet 500MB für 2$ am Tag an, das ist günstiger als vieles was wir schon gesehen haben und so sind wir jetzt auch wieder mehr online unterwegs. Juhuuu! Heute geht es halbwegs früh ins Bettchen, denn morgen wandern wir früh los in Richtung Manly!
Heute Abend heißt es leider schon Goodbye Melbourne. Den Tag heute haben wir aber fast noch komplett zur Verfügung, bevor heute Abend unser Nachtbus geht. Nach einem ausführlichen Frühstück, haben wir zunächst einmal unser Zimmer räumen müssen. Ich bin daraufhin noch einmal Laufen gegangen und Conny hat ein bisschen im Common Room des Hostels entspannt. Ich hatte schon am Vortag Lust, in den Botanical Gardens in Melbourne zu Laufen, dort führt eine 4km Laufstrecke entlang und dort tummeln sich viele Läufer. Es gibt auch mehrere Wasserspender und zwei sekundengenaue Uhren, nämlich alle 2km eine. Plötzlich stehe ich nach meiner ersten Runde in einer Gruppe von Menschen und stelle fest, dass ich unmittelbar bei den Australian Open gelandet bin, die hier unter Anderem in der Rod Laver Arena ausgespielt werden. Cool. Erstmal fotografisch festhalten, ebenso wie den Blick auf Melbourne City, bevor es zum Duschen zurück ins Hostel geht.
Frisch geduscht haben Conny und ich uns dann um die Verpflegung für die Busfahrt gekümmert. Wir haben mal ein bisschen mehr Geld als sonst in die Hand genommen und uns richtige Ciabatta-Brötchen gegönnt, nicht nur Toast wie sonst. Diese haben wir mit Salami, Schinken, Käse und Mustard belegt und in Frischhaltefolie für später eingepackt. In die “Greyhound”-Busse darf man zwar Essen mitnehmen, aber kein warmes. Bleiben also fast nur Sandwiches.
Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder in Richtung South Cross Station, wo wir vor wenigen Tagen noch angekommen sind. Manchmal ist es schon gruselig, wie schnell die Zeit vergeht. Ist auf jeden Fall nur wenige Stationen entfernt und wir sind ruckzuck und viel zu früh für unseren Bus dort.
Wir haben es uns dann fürs Warten bei Hungry Jack’s bequem gemacht. Hungry Jack’s ist übrigens “BurgerKING” in Australien. Irgendwer hat erzählt, dass jemand anders die Namensrechte für den Namen “BurgerKiNG” besitzt und deshalb hier alle Restaurants anders heißen. Wir haben dort auch nochmal die Steckdose genutzt (obwohl sie einen Wackler hatte und wir mit unseren Steckern kreativ werden mussten), um alle unsere Geräte aufzuladen, denn angeblich gibt es im Bus free Wifi! Wir waren auch nicht die einzigen komischen Leute im Hungry Jack’s, einige Meter neben uns, verfütterte ein junger Mann zwei ganze Toastbrote an die im Bahnhof ansässigen Vögel. Wir haben ihn Crazy Bird Boy getauft. Er hat sich auch stets diebisch gefreut, wenn er Brot irgendwo hingeworfen hat, wo man es vielleicht nicht hätte hinwerfen sollen…
Um 20 Uhr ging unser Bus dann auch los. Einchecken war problemlos möglich, WLAN natürlich nicht vorhanden und der Bus rammelvoll. Verdammt, das haben wir uns anders vorgestellt.
Der Bus war nämlich nicht nur total überfüllt, sondern auch noch echt unbequem. Ich brauche ja schon echt wenig Platz für meine Beine, aber in dem Bus war keinen Millimeter mehr Platz. Und damit sollen wir also 12 Stunden überleben, oha! Die Busfahrt erreichte ihren Tiefpunkt, als ein Mitreisender seinen Verdauungsprozess geruchvoll auf der Bordtoilette finalisierte. Dies geschah ungefähr 3 Minuten nach dem offiziellen Toilettenstopp und das Bordklo sowie eigentlich das komplette hintere Drittel des Busses waren von nun an unbenutzbar.
Überlebt haben wir irgendwie doch, empfehlen können wir Greyhound aber in keinster Art und Weise. Für den geleisteten Service war das Ticket viel zu teuer! Eigentlich waren ALLE Bus-Services, die wir in Südostasien genutzt haben, besser als dieser. Im Nachhinein würden wir eher mit dem Zug fahren oder tatsächlich einen Inlandsflug buchen, die sind nicht so richtig teuer, wenn wir das richtig gesehen haben. Nichtsdestotrotz sind wir um 7:45 Uhr morgens in Sydney angekommen! Yeah! Fürs Einchecken mal wieder viel zu früh, also los gehts auf eine kleine Erkundungstour. Erster Stopp: Darling Harbour.
Das Ausgehviertel Sydneys machte sich schon bereit für den Abend, dort finden nämlich die Feierlichkeiten zum Australia Day statt, der zufälligerweise heute ist. Welch Glück, dass wir hier sind! Wir schlendern ein wenig an den Restaurants entlang und gönnen uns ein Croissant zwischendurch. Schön beobachten konnten wir auch einen Benefizlauf für Kinder mit multipler Sklerose, der gerade stattfand und mit so einer “HOLI Farbrausch”-Geschichte kombiniert wurde. Alle Läufer waren also bunt bekleckst. Ich wäre ja zu gerne mitgelaufen. Nächster Stopp war dann Paddy’s Market, der liegt direkt um die Ecke.
Hier bekommt man, wie beim Queen Victoria Market in Melbourne, alles und nichts. Von Kleidung über Tekki-Kram bis hin zu Obst und Gemüse findet man hier eigentlich alles. Ich habe mir dann auch ein günstiges Australia-Trikot gegönnt, auch um am Australia-Day adäquat gekleidet zu sein, Conny hat sich ein bisschen Obst gekauft.
Zurück im Hostel konnten wir dann auch bereits einchecken und unser Zimmer beziehen. Endlich haben wir wieder ein Doppelbett, in Melbourne mussten wir mit einem Etagenbett leben. Insgesamt macht unser Hostel, das “790 on George” einen guten Eindruck. Wir haben eine Küche und mehrere Aufenthaltsräume, das Internet ist schnell wenn auch nicht kostenlos, top! Wie es der Zufall so will, haben auch Amy und Ben von http://amysadventures.travellerspoint.com hier ein paar Nächte gebucht und die werden wir auf jeden Fall hier wiedersehen!
Nach kurzer Rast, ziehen wir direkt wieder los, wir wollen ja nicht so viel vom Australia Day verpassen. Entlang der St. George Street fährt die Buslinie 555 in Richtung Circular Quay und zwar umsonst, das machen wir doch erstmal und landen direkt an einem der Wahrzeichen Australiens, der Sydney Opera.
Hier gibt es dann einen kurzen Fotostopp. Es gibt glaube ich sogar Fotos von mir vor der Oper von vor 5 Jahren, aber damals mit deutlich schlechterem Wetter. Auch der kleine Maulwurf war mit und musste vor der Oper Motiv stehen.
Es war insgesamt relativ viel los um den Circular Quay herum. Viele Menschen feierten mit Live-Musik den Australia Day und viele Boote waren auch unterwegs, die liefern sich irgendwann im Laufe des Tages auch noch ein Rennen, das haben wir aber erst hinterher erfahren.
Alkohol gab es so vor der Bühne oder am Hafen keinen, denn in den meisten öffentlichen Orten in Sydney ist Alkoholkonsum verboten. Also wurde wenn dann in den Pubs getrunken und die hatten vor der Tür dann abgesperrte Bereiche, wo das erlaubt war.
Nach der Fotosession vor der Oper haben wir uns dann ins Viertel “The Rocks” aufgemacht. Sydneys ältestes Viertel und auch eigentlich eines der Ausgehviertel mit viele pittoresken Pubs und Restaurants sowie einem Künstlermarkt an Wochenenden.
Da ja heute Sonntag ist, findet der Markt auch heute statt und wir schmeißen uns ins Getümmel. Natürlich nicht ohne einen leckeren Erfrischungsdrink. Hier gibt es “Old School Lemonade” am Straßenrand, sowas leckeres habe ich lange nicht getrunken.
Der Markt bietet viel Handwerkskunst und viel Mode, Conny war zum Beispiel Hin und Weg von den vielen sommerlichen Kleidchen und möchte – ich zitiere – “wiederkommen, wenn ich ganz viel Geld habe”. Alles klar, ich käme dann auch nochmal mit.
Auch das Löwenbräu-Haus ist hier in the Rocks, das darf ja nicht fehlen. Cool auch der Slogan “Party, ja?”… als würden wir Deutschen hinter jedem Satz immer “ja?” hängen. Aber vielleicht ist das einfach das Bild, was man so von uns im Ausland hat. Bratwurst mit Sauerkraut kostet übrigens 26 Dollar. Günstiger war da schon der Munich Butcher zwei Straßen weiter, der Thüringer Bratwurst für 10 $ anbot, war uns aber auch heute zu teuer.
So trabten wir langsam wieder weg von “The Rocks” zurück nach Darling Harbour, da soll Abends große Party sein mit Lightshow und Fireworks und dem Auftritt von irgendwelchen Töchtern von irgendwelchen berühmten Australiern oder so. Auf dem Weg haben wir noch eine gratis “Pepsi next” abgegriffen, garnicht mal so lecker.
Am Darling Harbour stauten sich schon die Leute an den besten Plätzen für das Feuerwerk, zwei Stunden vorher, das hätten wir nicht erwartet. Zwei Stunden wollten wir aber auch nicht irgendwo campen, um die besten Plätze zu haben, also haben wir uns zunächst mal was zu Essen gesucht.
Fündig wurden wir bei “Georgie’s”, dort gibt es “Spuds and Snags”, also quasi Kartoffeln und Snacks. Bei Conny gab es eine Ofenkartoffel mit Sauerrahm und bei mir eine “Bratwurst”. Yeah!
Wir sind dann um den Darling Harbour herumspaziert und haben uns noch die Militärkapelle angehört, die gerade gespielt hat, als wir noch einen leichten Hunger auf ein Eis verspürten. Nichts einfacher als das, hier gibt es ja genug Eiscafés und so teuer kann ein Eis ja auch nicht sein.
Weit gefehlt, das Eis kostet 6,90 $. Dafür ist es aber auch riesig groß und schweinelecker. Als wir aus dem Eis-Koma erwachen, ist es schon am dunkeln und wir suchen uns plätze in drölfter Reihe für das Feuerwerk, welches dann auch pünktlich beginnt.
Wir hatten ja schon mit etwas größerem gerechnet, aber was hier abgefeuert wurde, haben wir so noch nicht erlebt. Wir sind ein bisschen traurig, dass wir das Neujahrsfeuerwerk verpasst haben, das soll ja auch immer überragend sein.
Speziell das Finale des Feuerwerks war schon riesig. Auch die Videoprojektionen auf den versprühten Wasserstrahlen war toll anzuschauen. So klischeehafte “Aaaaah”s und “Ohhhh”s wie die Zuschauer hier von sich gegeben haben, haben wir auch noch nirgends gehört, vielleicht sind wir deutschen einfach zu wenig begeisterungsfähig.
Nach dem Feuerwerk leerte sich der Harbour relativ fix und auch wir traten unseren Heimweg an. Dabei haben wir einen kleinen Umweg durch Chinatown gemacht und eine Gasse entdeckt, wo beleuchtete Kinderförmige Lichter herumhängen. Das war ein bisschen gruselig.
Auch einen kleinen Snack haben wir uns noch gegönnt, nämlich in Harry’s Café de Wheels. Das ist so der berühmteste Hotdog und Pie-Laden hier in Sydney, mussten wir natürlich testen. Lecker aber scharf.
Das war er also, unser erster Tag in Sydney. Relativ müde von der anstrengenden Busfahrt geht es zurück ins Hostel. Morgen wollen wir ein bisschen weiter die Stadt erkunden, ENDLICH mal wieder selber kochen, und abends dann als Highlight ins IMAX Kino.
*gäääääähhhhhn* Gute Morgen allerseits! Wieviel Uhr haben wir eigentlich? 9 Uhr?! Das heißt, wir haben 16 Stunden geschlafen?! Gibts ja garnich! Das ist ja seit Jahrzehnten nicht mehr passiert. Nichts wie raus aus den Federn und rein in die Schuhe. Noch ein kurzes Frühstück im Hostel mitgenommen (Bei mir gibt es jetzt morgens immer “Kelloggs Nutri Grain”) und los gehts, die Stadt erkunden. Ich bin zwar gestern schon ohne Conny angefangen, aber jetzt machen wir das nochmal zusammen. Erster Stopp: Botanical Gardens.
Conny ist ja ein großer Fan von Parks und Gärten aller Art und so auch hier, die Botanical Gardens sind aber auch überdurchschnittlich hübsch, das muss selbst ich als Naturmuffel feststellen. Auf einer Lichtung stoßen wir sogar auf ein Theaterstück, das gerade aufgeführt wurde. Schien für Kinder gewesen zu sein, war nämlich laut und bunt und witzig. Shakespeare’s Sommernachtstraum wird auch diese Woche noch aufgeführt, vielleicht schauen wir uns das mal an. Weiter schlendern wir durch den Park und stoßen dann auf ein großes, graues Gebäude.
Das ist der sogenannte “Shrine of Rememberance”. Ein Denkmal für die Gefallenen Australier im ersten Weltkrieg. Alleine aus dem Staat Victoria waren das wohl mehrere Tausend Menschen. Wir waren uns garnicht bewusst, dass Australien so stark in die Wirren des ersten Weltkrieges verwickelt war und müssen uns hier bei Gelegenheit mal schlau machen. Als wir uns dem Eingang nähern, werden wir von netten Australischen Wachposten herzlich hineingebeten und bekommen sogleich eine Präsentation der Besonderheit des Schreins mit: Ein Sonnenstrahl scheint zu einem bestimmten Tag und zu einer Bestimmten Zeit auf die Gedenkplatte im Inneren. Normalerweise findet dies am 11.11. um 11 Uhr statt, allerdings kann man das heute wohl alles mit Spiegeln simulieren und das haben wir dann mitbekommen. Cool.
Nachdem das Licht erloschen war, haben auch alle Australier im Raum im Chor einige Gedenkworte gesprochen, da war es uns schon fast unangenehm, dass wir nicht wussten, dass man das hier macht. Kurz noch ein wenig umgeschaut und dann raus und weiter in Richtung Innenstadt. Die Skyline von Melbourne sieht man von hier schon sehr gut und das ist auch die richtige Richtung für uns.
Auf dem Weg sind wir wieder an der National Gallery of Victoria vorbei gekommen, dort steht, wie an einigen Stellen in Melbourne, ein Klavier herum, an dem man einfach spielen darf. Das hat Conny dann auch mal gemacht. Es gab Beethoven.
Weiter Richtung Innenstadt kommen wir als nächstes an den Yarra River, dessen Promenade ich gestern bereits mit London verglichen habe. Die fanden wir auch erneut so cool, dass wir uns dazu entschlossen, uns kurz etwas zu Essen zu suchen und uns dort ein wenig hinzusetzen.
Gefunden haben wir den “Lord of the Fries”, angeblich die besten Fritten in Melbourne. Das müssen wir natürlich testen. Alles natürlich vegan und organic, wie so ziemlich alles hier in Melbourne. Wir bestellen eine “regular” Portion und bekommen eine Monster-Schale Fritten. Okay, dann gehen wir damit mal ans Ufer.
Hier beobachten wir viele Büroangestellte in ihrer Mittagspause. Auch unglaublich viele Jogger kommen hier vorbei, das haben wir noch in keiner Stadt so krass erlebt. Es sind nicht nur unglaublich viele, sondern sie sind auch alle verdammt schnell und verdammt muskulös. Da macht das Pommes-essen gleich doppelt so viel Spaß. Waren aber echt grandios, aber das nur nebenbei.
Während wir da so saßen, bekommt Conny plötzlich Panik.
Ahhhhh! Ein Tiiieeeeer! Ahhhhhhh!
Könnte ja was giftiges sein, wir sind ja immerhin in Australien. War es aber nicht. War nur ein Blatt, dass langsam auf sie herabgesegelt ist. Hier sieht es tatsächlich schon ein wenig herbstlich aus, weil viele Blätter ob der letzten Hitzewelle mit mehr als 40 Grad ihre Spuren hinterlassen hat.
Nach den Pommes, schlendern wir weiter durch die Stadt und verirren uns schließlich das erste mal in einen richtigen australischen Supermarkt. Bisher hatten wir immer nur kleine Märkte gesehen, die für unsere Verpflegung zwar ausreichen, aber kein richtig großes Sortiment vorhalten. Anders hier. Wir stöbern mal ein wenig und stoßen auf viele interessante Dinge, zum Beispiel Deutsche Wurst.
Hier genießen wir kurz ein bisschen Wasser, Obst und gratis WLAN bevor es weitergeht. Nächste Ziel sind die Queen Victoria Markets. Eigentlich DIE Markthalle für Lebensmittel, Kleidung und sonst auch alles was man so benötigt. Wir stehen aber vor leeren Gängen, denn wir sind ein bisschen spät dran, der Markt hat seit etwa einer Stunde geschlossen. Naja, müssen wir halt die Tage nochmal schauen.
Auf dem Rückweg finden wir noch einen witzigen Snack-Stand in der Innenstadt. Achtet mal auf der linken Seite des Standes auf die Speisekarte. Knapp über dem Kopf des asiatisch aussehenden Kollegen.
Heute morgen sind wir wieder etwas früher unterwegs, denn wir wollen heute das Visitor Shuttle nutzen. Das ist ein klassischer Hop-On-Hop-Off-Bus, kostet aber nur 5$ pro Person und ist offiziell von der Stadt Melbourne. Es gibt hier auch einen Citysightseeing-Bus mit ähnlicher Route, der kostet aber irgendwie 45$. Ich frage mich, wer das macht. Naja. Wir auf jeden Fall direkt mal morgens rein in den Bus. Drinnen ist es wenigstens trocken. Denn nachdem wir jetzt zwei Tage strahlenden Sonnenschein hatten, schüttet es heute aus Kübeln.
Der Bus macht 13 Stopps und man kann auf einer Map immer sehen, wo man gerade so ist. Unser erster Stopp sind die Queen Victoria Markets, wo wir ja gestern schon vor geschlossenen Türen standen. Auf dem Weg dahin kamen wir übrigens unter anderem an der Rod Laver Arena vorbei, da finden ja momentan die Australian Open statt.
Dieses mal ist auch richtig was los bei den Queen Victoria Markets und wir stürzen uns ins Getümmel. Bei dem hohen Preisniveau können wir hier eh nicht groß zuschlagen… dachten wir zumindest als wir loszogen. Wir mussten aber schnell feststellen, dass hier alles deutlich günstiger als in den Supermärkten und Klamottenläden rund um die Innenstadt ist. Praktisch.
Gekauft haben wir dann aber auch nicht überragend viel. Conny hat sich zwei Äpfel gekauft und ich eine Banane. Gerade Obst und Gemüse bekommt man hier auf dem Markt perfekt. Angeblich sollte es auch deutsche Bratwurst hier geben, die haben wir aber nicht gefunden.
Empfohlen wurden uns aber zum Beispiel auch Spanische Doughnuts, also quasi Churros, die wir dann auch konsumiert haben. Nom nom nom. Empfohlen hatte uns die unsere burschikose Busfahrerin Julie.
Eine Stunde später hüpfen wir wieder in den Bus und fahren ein paar Stopps weiter zu den Docklands, also zum Hafenviertel. Dort finden wir neben der “Harbour Town” (=Shopping Meile) auch den Melbourne Star (=Riesenrad) und das Etihad Stadium (=Fußballstadion).
Am Wasser ließ sich wunderbar entlangschlendern, inzwischen hatte der Regen nämlich aufgehört. Irgendwie waren wir hier aber relativ alleine unterwegs. Komisch.
Naja, wenn hier nichts los ist, direkt wieder rein in den Bus und ab nach Chinatown, das haben wir auch noch nicht gesehen. Bis dahin haben wir haber etwa 40 Minuten fahrt, da können wir unsere Beine mal kurz ausruhen, ein paar Kilometer haben wir heute bestimmt schon gemacht.
Chinatown haben wir dann eher schnell durchquert, wir hatten ja schon das echte China, sowie Chinatown in Bangkok, Georgetown und Kuala Lumpur. Hier in Melbourne beschränkt sich Chinatown dann auch praktischerweise auf ein paar schicke, verwestlichten China-Restaurants und das war es dann eigentlich auch schon. Chinesisches Essen wollte wir allerdings nicht, bei uns gab es zwischendurch dann eher ein kleines Sandwich. Während wir dies konsumieren, fassen wir den Plan, noch die Circle Line-Straßenbahn auszuprobieren. Die ist alt, umsonst und fährt immer die Runde um Melbournes Innenstadt. Das klingt gut.
Sie bringt uns an vielen Orten vorbei, die wir schon gesehen haben, aber auch durch einige coole Nebenstraßen. Die Bahn wird auch nicht nur von Touristen genutzt, sondern auch von Locals. Klar, würden wir auch machen, ist ja schließlich umsonst! An der Centre-Passage springen wir aus der Bahn, die hatten wir schon auf Fotos gesehen und wollten uns die nochmal live anschauen.
Eigentlich nichts anderes als eine Enge Gasse voller Restaurants, Bistros und Bars, aber ein gewisses Flair ist ihr nicht abzusprechen. Sie ist total gemütlich, überall riecht es gut und ein kleiner Blick auf die Preise ließ uns auch nicht erstarren. Verdammt, hier hätten wir mittags was speisen müssen. Naja, vielleicht schaffen wir das ja morgen vor unserer Abreise noch!
Inzwischen ist es mitten am Nachmittag und wir haben noch einiges im Hostel zu tun, so dass wir uns auf den Rückweg machen. Auf dem Weg zur Tram entdecken wir noch massig eingestrickte Bäume. In Darmstadt hat man das ja manchmal in Ansätzen gesehen, hier sind es echt unglaublich viele und unglaublich kreativ eingestrickte Bäume.
Im Hostel wartete dann ein wenig Arbeit auf uns, nämlich Laundry. Wir wollen das ja nochmal nutzen, dass wir hier eine Waschmaschine zur Verfügung haben. Mit Bloggen oder Fotos sichern ist hier nicht viel: Das Internet ist total langsam und man bekommt nur 500MB Datenvolumen für umsonst. Das war in Asien definitiv einfacher.
Abends waren wir dann auch mal gescheit essen, nicht immer Toast. Und zwar waren wir bei Soda Rock Diner. Das ist hier ein 50er-Jahre American Diner direkt um die Ecke und wir hatten schon seit 2 Tagen beschlossen, hier mal richtig cool essen zu gehen. Das haben wir dann heute gemacht. Schön Fritten, Getränk und Burger für jeden. Dazu grandiose 50er Jahre Musik. Auch der Shake war super, wie man mir in folgender Bilderserie ansieht:
Auch die Burger waren überragend gut. Connys mit Gurke und Salat und Tomate, meiner mit doppelt Fleisch und doppelt Käse. Das waren mit die besten Burger die wir jemals gegessen haben. Warum haben wir so einen coolen Diner nicht in Deutschland?!
Wir haben das Essen richtig genossen, doch oh weh! Marcus Käseburger mit Käsefritten schienen nach dem leichten asiatischen Essen der letzten Monate doch etwas viel zu sein. Er hatte sich richtig schön überfressen und saß mit Magendrücken und Völlegfühl am Tisch. Aber der kleine Verdauungsspaziergang zum Hostel macht alles wieder gut. Zum Abschied noch ein Blick auf den Eingang dieses genialen Diners und ab zurück.
Morgen haben wir dann noch ein wenig Zeit in dieser tollen Stadt und dann geht es mit dem Nachtbus nach Sydney.
Wer sind wir eigentlich!? Wir sind beide noch jünger als 30 und kommen gebürtig aus Paderborn. Gewohnt haben wir die letzten Jahre in Darmstadt. Und jetzt heißt es: Schluß mit Alltag. Conny ist gerade fertig mit ihrem Studium, Köthi hat bereits ein paar Jahre im Job hinter sich. Ab Oktober 2013 geht es für 9 Monate um die Welt!