Und da ist er auch schon: der letzte komplette Tag Roadtrips. So schnell vergehen zwei Wochen! Wir haben uns dagegen entschieden, weiter an der Sunshine Coast entlangzufahren (Strände haben wir in Thailand schon schönere gesehen) und wollen lieber noch mal ins Hinterland fahren. Zu den Glasshouse Mountains. Also schnell unseren nebenbei bemerkt ziemlich dreckigen Van getankt und schnell was eingekauft für den letzten Abend.

Da ich mir in den letzten Tagen wiederholt die Birne an dem oberen Bett/Regal des Campers angehauen habe, musste ich Marcus gekühlten Kakao erstmal zum kühlen nutzen. Nun trage ich eine stolze Beule als neues Modeaccessoire.

Dann ging es zum Informationszentrum, um zu schauen, was man an einem halben Tag so machen kann. Da wir alle (außer Marcus) fussfaul waren, empfahl uns die freundliche Dame eine Tour zu diversen Aussichtspunten mit kleinen Rundgängen. Gesagt, getan! Der erste Lookout bestach durch Bullenhitze, eine grandiose Aussicht und einen 800m Rundgang, auf dem wir erneut keine der hier lebenden Koalas zu sehen bekommen. Schade!

Der zweite Lookout punktete mit einer grandiosen Aussicht auf die Berge der beeindruckende ehemaligen Vulkanlandschaft. Der Name Glasshouse Mountains kommt übrigens, wie sollte es anders sein, von Captain James Cook, dieser hier allgegenwärtigen Nervensäge, der als “Entdecker” den unsäglichen Drang hatte, Berge, Flüsse, Strände und Meere mehr oder weniger passend zu bezeichnen. In diesem Fall unpassend, denn natürlich sehen die Berge nicht wie Glashäuser aus, sondern haben ihn an irgendwas in seiner Heimat England erinnert, was wohl den Namen Glasshouse beinhaltete.

Zudem gab es hier einen subtropischen Regenwald, den man auf knapp 2km bewandern konnte. Also nichts wie los! Neben der dschungeligen Pflanzenwelt soll es dort auch zahlreiche Tiere geben; Vögel, deren Gesang wie Babygeschrei klingt (haben wir gehört), Wallabys (haben wir gesehen) und riesige Pythons (wollten wir nicht sehen)!

Ein toller Rundweg, angesichts der umgebende Landschaft hätten wir so etwas garnicht erwartet!

Wir sind gemütlichen Tempos durchgeschlendert haben allerlei Fotos gemacht. Das Foto unten rechts ist von Amy, sie hat es uns netterweise überlassen
. Thanks, Amy!

Leicht durchgeschwitzt und mit dem Duft des Lagerfeuers der vergangenen Nacht versehen sind wir dann zu einem Wasserfall gefahren, in dessen See man baden kann.

Der See entpuppte sich eher als Tümpel, war aber stark frequentiert von der lokalen Jugend. Ich will nicht lügen, er roch ein wenig streng und ich habe mich nicht reingetraut.

Marcus aber! Wer ihn auf dem Foto unten erkennen kann, bekommt nen Keks! Besonders beliebt war es, sich mittels Seilen an den Bäumen über den See zu schwingen, um hineinzuspringen. Einige schaffte sogar Saltos!

Nach einer letzten Nacht mit dem unumgänglichen BBQ, hieß es dann am nächsten Morgen: Campervan fertig machen zur Abgabe in Brisbane. Eine Dusche mit einem Hochdruckreiniger hat die Sache auch verlässlich erledigt. Sieht wie neu aus!

Und nach kurzer Fahrt müssen wir dann Tschüss zu unserem mobilen Zuhause der letzten zwei Wochen sagen! Schön wars! Wir haben viel gesehen uns sind sage und schreibe fast 3300km gefahren!

Die Abgabe verlief auch völlig problemlos und wir lassen uns von einem Taxi zu unseren Hostels bringen. Wir wollten eigentlich in ein stinknormales Hostel, aber unser gebuchtes Hostel war ausgebucht und wir wurden kurzerhand zum gleichen Preis in einer anderen Unterkunft untergebracht. Hierzu sollten wir einfach zur besagten Adresse fahren, ein Ziegelstein liegt in der Tür, sodass wir hineinkommen und in unseren Zimmer sollte der Schlüssel stecken.

Zumindest der Ziegelstein liegt in der Tür. Dummerweise hatte uns keiner von dem riesigen wütenden Hund erzählt, der unseren Flur bewachte und uns böse angeknurrt und gebellt hat und keinen Annäherungsversuch duldete. Also schnell ins Zimmer und die Tür zu, in dessen Schloss natürlich kein Schlüssel steckt. Als wir grade googeln wollen, wo der nächste Waschsalon ist, bemerken wir: Marcus Handy fehlt. Und er weiß wo es ist. Im Campervan. Also muss er zurück zum Verleih am anderen Ende der Stadt und da wir keinen Schlüssel haben, muss ich im Zimmer warten. Wir haben das mal getrennt beschrieben in CONNYS STORY und MARCUS STORY.
CONNYS STORY
Und wie ich so auf dem Zimmer warte kommt auch der Besitzer mit dem Schlüssel. Ich bin erleichtert. Weniger erleichtert bin ich, als dessen offenbar geistig angeschlagenen Frau in unser Zimmer kommt und mich fragt ob ich eine Party gebe, dann erzählt es sei heiß und sie müde und überhaupt ginge alles zu Grunde. Ihr Mann, der sie angeblich nicht auf Toilette gehen lässt, zerrt sie aus dem Zimmer. Wo sind wir hier gelandet? Jetzt wo ich den Schlüssel habe, mache ich mich auf ins Zentrum Brisbanes, wo ich Marcus wieder treffen will.

Auf dem Weg sehen ich neben schönen Blicken auf die Skyline übrigens viele alternative Menschen. Es scheint Brisbane ist ein Refugium für Hippies und alternative Lebensformen!
MARCUS STORY
Während Conny also in unserem Zimmer auf irgendeinen Ansprechpartner wartet, schaue ich mal, dass ich irgendwie kostengünstig zu unserem Campervan komme, in dem noch mein Handy liegt. Die Taxifahrt würde One-Way 43$ kosten, also 86$ Hin und zurück, dafür kann ich mir fast ein neues Handy kaufen. Also mal schauen, was die öffentlichen Verkehrsmittel so hergeben. Erster Plan war es, das Bike-Sharing-System hier in Brisbane zu nutzen, damit wären die 10km gut machbar. Auf Nachfrage in der Tourist Info, kann mir jedoch so richtig keiner helfen und mir wird nur eine Kundenkarte in die Hand gedrückt, die ich für ein 4-Monats oder 1-Jahres-Abo nutzen könnte. Also nicht gut. In der Bibliothek gibt es gratis Internet und ich ergoogle mir eine Busverbindung zur Bushaltestelle neben der Camper-Firma. Bus 301 soll mich dahin bringen. Ich stelle mich also an die Bushaltestelle und warte. Und warte. Und warte. Es kommen auch alle möglichen Busse, die 301 ist nicht dabei, auch zur angegebenen Zeit auf dem Fahrplan nicht. Der Bus 300 fährt wohl grob in die richtige Richtung, der Fahrer verweist mich aber auf Bus 301, der jeden Moment kommen soll. Nach 1 Stunde habe ich die Schnauze voll und fange an zu joggen. In voller Montur mit langer Hose und vor allem bei 35 Grad. Puh.

Ich komme dem Ziel auch tatsächlich näher, bin jedoch 5 Minuten vor Ladenschluss noch 2km entfernt und völlig durchgeschwitzt. Doch da passiert das Wunder. Ich wollte mir gerade ein Taxi heranwinken für die letzten Kilometer, als ein freundlicher Australier und seine Freundin anhalten und fragen, ob ich mitfahren möchte, da ich ja nicht aussehen würde, als wenn ich zum Vergnügen rennen würde. Ich erkläre kurz meine Situation und hüpfe in deren Auto. Beide sind super-nett und amüsieren sich köstlich über meine Story. Schließlich setzen sie mich freundlich winkend 2 Minuten vor Ladenschluss direkt an unserem Camper ab. Nett, diese Australier… in Deutschland würde keiner einfach so anhalten! Ich finde auch schließlich mein Handy im unabgeschlossenen Campervan und nehme anschließend den Bus zurück in die Innenstadt. Linie 300 übrigens. Na toll. In der Innenstadt treffe ich Conny und erzähle erstmal von meinem Abenteuer.
Am Abend treffen wir uns dann nochmal mit Amy und Ben zum Abschied. Es geht zu Vapiano, das gibts hier nämlich auch und funktioniert genauso wie in Deutschland. Und ist genauso lecker

Und das wars, unser zweiwöchige Roadtrip mit Amy und Ben, die uns wirklich ans Herz gewachsen sind. Der Heimweg durch das beleuchtete Brisbane verläuft noch zusammen, sie wohnen nämlich zwei Straßen weiter, und dann heißt es Abschied nehmen. Die beiden fahren weiter Richtung Sydney und wir haben noch einen Tag in Brisbane, bevor es nach Neuseeland geht.
In unserem Zimmer surfen und skypen wir noch ein bisschen und schlafen dann früh ein, ein richtiges Bett genießend!
