Der Wecker klingelt um 6:30 Uhr, denn heute geht es tauchen am Great Barrier Reef und dafür müssen wir zeitig los. Ich brauche noch ein bisschen extra Zeit am Morgen, denn vor dem Tauchen muss ich meinen Bart leider wieder etwas stutzen, denn mit Vollbart ist das beim Tauchen immer so eine Sache. Dabei habe ich doch zwischendurch tatsächlich mal den Schnörres stehen lassen. Ist jetzt aber wieder ab, keine Angst.
Um 8 geht dann unser Boot, die Silver Swift los in Richtung Riff. Eigentlich wollten wir mit einem anderen Boot fahren, dass an einer festen Plattform ankert, aber das ist derzeit mehr oder weniger ausgebucht, da hier über Chinese New Year relativ viele Chinesen unterwegs sind. Also dann halt dieses, fährt zu drei Tauch- und Schnorchelstellen, wir gehen heute einmal richtig tauchen und dann zweimal schnorcheln. Nach 1 Stunde und einigen wenigen Minuten sind wir schon da und hüpfen direkt ins Wasser zum Tauchen. Ich brauche etwas länger, bis ich unten bin, will diesmal kein Risiko eingehen mit meinen Ohren. Letztes mal hatte ich mir ein Mittelohrbarotrauma zugezogen.
Auf etwa 18m Tiefe tauchen wir also los und…was ist das?!… Ein Hai!! Oha! Direkt zu Beginn unseres Tauchgangs sehen wir einen White Tip Reef Shark, der hier seine Runden dreht und uns mal völlig ignoriert. Unser Tauchguide meinte, er ist etwa 1,80m lang gewesen. Oha. Ein Video oder ein Foto haben wir leider nicht. Dafür war er zu schnell weg und wir zu aufgeregt.
Es geht vorbei an deutlich abwechslungsreicheren Korallen als auf Koh Chang und entlang tollen Steinsformationen. Wir sehen aber deutlich weniger Fische hier als in Thailand.
Unser Highlight dieses mal war aber, dass wir durch einen kleinen Tunnel getaucht sind. Der war so etwa 8m lang und voller Fische. Das war schon sehr cool. Als uns das im Tauch-Briefing vorher mitgeteilt wurde, haben wir noch gedacht “oha, da tauchen wir mal besser außen rum”, war aber garkein Problem und echt cool.
Nach dem Tunnel ging es noch durch ein paar weitere Gesteinsformationen, dann gab es einen kurzen Stopp. Hier wurde kurz gecheckt wieviel Luft jeder noch so in den Flaschen hatte und… oweh… ich war nach einer halben Stunde schon bei 50 Bar angelangt,verdammt! Das war also das Ende für mich und ich musste vor allen anderen auftauchen. Vielleicht hat meine lange Abtauchphase mich zu viel Sauerstoff gekostet.
Conny hat danach sogar noch eine Schildkröte gesehen, irgendwie habe ich damit keinen Glück, sie hatte in Thailand ja schon eine gesehen, die ich damals auch verpasst habe. Naja. Sie kam dann etwa 15 Minuten nach mir aus dem Wasser und wir haben uns garnicht erst abgetrocknet,denn zur nächsten Tauchstelle sind es nur wenige Minuten. Wir hatten während der Zeit zwar so Quallenschutzanzüge angehabt, genannt Stinger Suits, die wärmen aber nicht wirklich.
Heute war das Wasser mit 28 Grad sogar wärmer als die Luft, weswegen wir meistens im Wasser waren. In der Kabine war es sogar klimatisiert, da konnte man es kaum aushalten, so kalt war es. Wie gesagt waren es nur wenige Minuten zur nächsten Dive-Site und dort sind wir dann diesesmal zum Schnorcheln abgetaucht.
Es gab vorher schon den Hinweis, dass hier die Korallen sehr nah an der Oberfläche sind, aber dass sie wirklich zum Greifen nah sind, das hätten wir nicht gedacht. Wir mussten höllisch aufpassen, dass wir nichts berühren, denn die Korallen fingen bestimmt schon bei 40-50cm unter der Wasseroberfläche an.
Dementsprechend nah konnte man die tollsten Korallenformationen sehen und auch die Fische waren sehr nah, sogar näher als beim Tauchen. So sind wir eine Weile einfach nur vor uns hin getrieben, während wir das Geschehen unter uns beobachtet haben.
Plötzlich winkt uns ein anderer Schnorcheler zu sich hin und wir fragen uns schon was da los ist und er hat tatsächlich eine Meeresschildkröte am Grund entdeckt, die da vor sich hin futtert. Conny hat natürlich sofort unsere Unterwasserkamera gezückt, vielleicht kann man sie ja erkennen.
Wir haben die Schildkröte dann auch nicht lange stören wollen und sind weiter geschnorchelt. Zuletzt haben wir noch relativ viele Papageienfische gesehen. Diese sind meistens Blau oder Grün und haben einen kleinen Schnabel, mit dem sie an den Korallen rumknabbern. Wenn man ganz leise ist und kurz die Luft anhält, kann man unter Wasser tatsächlich das Knabbern hören! Cool!
Danach ging es wieder zurück an Bor, denn es ging ja bald weiter zum dritten Tauchplatz. Bevor es jedoch losging, wurden ein paar Shrimps ins Wasser geworfen und “Nigel” kam vorbei um diese zu futtern. Nigel ist eine Maori Wrasse. So eine habe ich ja schon vor 5 Jahren gesehen, aber diese war noch hübscher. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Gesicht so eine Musterung haben, wie zum Beispiel die Maori-Leute in Neuseeland. Daher auch der Name.
Nachdem Nigel dann alle Shrimps aufgefuttert hat und der ein oder andere dazu angehalten werden musste, den Fisch nicht anzugrapschen, ging es dann auch direkt wieder weiter zur dritten Tauchstelle. Auf dem Weg konnte man noch ein warmes Buffet zu sich nehmen, aber wir hielten uns ein bisschen zurück. Conny weil sie nicht wusste, ob sie auf der Rückfahrt seekrank wird und ich weil ich das Buffet nicht so richtig lecker fand. Wir sind ja auch nicht zum Futtern hier.
Beim dritten Schnorchelort gab es das Angebot, eine geführte Schnorcheltour für Umsonst mitzumachen, das haben wir natürlich mal ausprobiert. Grundsätzlich wäre es ja cool gewesen, mal ein paar Erläuterungen zur Unterwasserwelt zu bekommen. Es startete auch recht gut und wir haben einige tolle farbenfrohe Fische direkt an der Oberfläche gesehen.
Schnell wurde aber klar, dass die Schnorchelergruppe zu groß ist. Als unser Guide eine Seegurke vom Meeresboden holte, so dass jeder sie mal anschauen und anfassen kann,war ein absolutes Gedränge um ihn herum und man hatte ständig Flossen im Gesicht.
Wir haben uns dann recht fix von der Gruppe gelöst und sind so noch ein bisschen umhergeschnorchelt, aber nicht ohne vorher “Nemo” gesehen zu haben. Er ist erstaunlich klein und auf dem nächsten Bild auch tatsächlich drauf. Wer findet ihn?
Das tolle an diesem Schnorchelpunkt ist, dass wir am Rand eines Riffs waren und somit auch die Umgebung rings herum sowie die Kante des Riffs begutachten konnten. Speziell letztere war einfach nur beeindruckend.
Auch hier waren die Korallen wieder direkt an der Meeresoberfläche und wir konnten wieder etliche Farben, Formen und Fische beobachten. Zwischendurch fing es zwar an zu regnen, aber das merkt man unter Wasser kaum.
Dann war es auch schon 15 Uhr und somit Schluss für heute. Wir sind zurück zum Schiff und haben uns erstmals seit heute Morgen in trockene Klamotten gehüllt. Auf der Rückfahrt gab es dann noch Schokoladenkuchen, der war nicht von schlechten Eltern.
Insgesamt waren wir top zufrieden mit unserer Tour, auch wenn sie ein bisschen teuer war. Tauchen ist in Australien jedenfalls deutlich professioneller als in Thailand, das haben wir sehr genossen. Abends gab es bei uns dann als Belohnung Burger (Marcus) und Sandwiches (Conny) bevor wir erschöpft weggeschlummert sind! Morgen holen wir unseren Campervan und dann geht es los zu unserem Roadtrip entlang der Ostküste von Queensland.


