Vietnam

Vietnam–Tombs of the emperors in Hue

Unser zweiter Tag in Hue! Den haben wir uns komplett für die “Tombs of the Emperors” aufgehoben. Hue war ja wie bereits erläutert, die Residenzstadt der Nguyen-Dynastie. Die Kaiser der Nguyen haben sich zusätzliich zum pompösen Palast jeweils vor ihrem Ableben einen schönen Platz für Ihr Grabmal in der Nähe von Hue ausgeguckt und ein eben solches dort erbaut. Entstanden sind weitläufige Parkanlagen und beeindruckende Gebäude. Alles so im 8km-Radius um Hue herum. Wir haben angesichts der überschaubaren Strecke keinen Bock mehr auf Chauffeur und privates Fahrzeug und mieten uns kurzerhand zwei klapprige Fahrräder und machen uns auf en Weg durch den vietnamesischen Verkehr!

2017-02-14 11.10.11 2017-02-14 11.20.14-1

Der vietnamesische Verkehr läuft gefühlt völlig ohne Regeln. Es drängen sich etwa 10 Mopeds nebeneinander auf einer Spur, während diese gerade rechts von einem grotesk wild hupendem Auto überholt werden. Rechts vor Links oder Links vor Rechts gibt es nicht, Abbiegen ist das reinste Abenteuer und rote Ampeln sind auch eher nur Empfehlungen als harte Regeln. In diesem Gewusel arbeiten wir uns mit unseren Fahrrädern stadtauswärts. Je weiter wir aus der Stadt raus kommen, desto einfacher und idyllischer wird es und uns erscheint die Idee weit weniger abwegig als in den ersten 10 Minuten unseres Vorhabens. Nach etwa 45 Minuten erreichen wir die erste Grabstätte, stellen unsere Fahrräder bei einem freundlich winkenden vietnamesischen Restaurantbesitzer ab (der vermutlich gehofft hat, mit uns ein wenig Umsatz zu machen) und beschreiten die erste Sehenswürdigkeit heute. Da wir bereits gestern ein Kombiticket gekauft hatten, erzeugen die drei bekanntesten Grabmäler für uns heute keine Extrakosten. Einige andere sind auch gratis, diese sind aber weniger bekannt, schlechter ausgeschildert und heute nicht auf unserer Agenda.

Tu Duc

Das erste “Grabmal” welches wir uns anschauen ist das des Kaisers Tu Duc.Uns wird schnell klar, dass mit “Grabmal” hier riesige Areale gemeint sind, wir sind erstmal baff. Kaiser Tu Duc hatte wohl eine eher “poetische” Gesinnung, wie überall beschrieben ist, weswegen sein Grabmals-Landschaftspark sehr hübsch und ruhig gebaut ist. Überall sind zudem Pavillons, in denen er noch zu Lebzeiten auf Seen und Inseln starren und Poesie schreiben konnte. Ja, ihr hört richtig, zu Lebzeiten. Tu Duc hatte sein Grab bereits zu Lebzeiten errichten lassen und hat hier auch viel Zeit verbracht.

Honeymoon 2017 013 Honeymoon 2017 002

Neben künstlichen Seen, Flüssen und vielen botanischen Anlagen, befinden sich auch einige Tempel auf dem Gelände. Wir schlendern durch die Anlage, starren – wie einst Tu Duc – auf den angelegten See und stellen uns vor, wie das wohl früher gewesen ist.

Honeymoon 2017 003 Honeymoon 2017 005

Nähert man sich dem eigentlichen Sarg, muss man durch etwas prunkvollere Plätze und Tempel sowie an einer großen Steintafel vorbei, in die Tu Duc selber einen Text gemeißelt hat. Leider auf chinesisch und somit für uns leider nicht lesbar.

Honeymoon 2017 007 Honeymoon 2017 011

Letztendlich stehen wir vor dem Sarg. Alle Ehrfurcht können wir aber eigentlich beiseite schieben, denn der Sarg ist leer. Tu Duc hatte wohl Angst vor Grabräubern und hat angeordnet, seinen Leichnam irgendwo im Wald von Sklaven vergraben zu lassen und alle Sklaven anschließend zu enthaupten. Somit ist bis zum heutigen Tag unbekannt, wo er eigentlich liegt.

Honeymoon 2017 012

Sehr faszinierend wie ich finde. Da baut man diese riesige Anlage für das eigene Ableben und hat dann Angst, sich dort begraben zu lassen. Wahnsinn. Wir setzen uns noch für ein paar Chips und eine Fanta an einen kleinen Straßenstand und blättern noch ein wenig in den erläuternden Texten des Lonely Planet, bevor wir uns wieder auf die Fahrräder schwingen und zum nächsten Grab fahren.

Khai Dinh

Honeymoon 2017 015

Dessen Grabmal ist insofern besonders, weil es nicht nach klassisch vietnamesischen Gesichtspunkten gebaut ist, sondern eine Mischung zwischen europäischer und vietnamesischer Architektur darstellt, genauer neogotischer und vietnamesischer Architektur. Anstelle von Holz ist mit dunklem Stein gearbeitet worden, das Grabmal ist sehr steil in einen Hang gebaut worden. Die europäischen Einflüsse sind insofern nicht verwunderlich, das das Kaiser Kaih Dinh sich sehr nach den französischen Kolonialherren richtete und dementsprechend nicht unbedingt beliebt war.

Honeymoon 2017 018 Honeymoon 2017 019

Der obligatorische Hof mit den Elefanten,Pferden und Mandarin hingegen finden sich bei allen Grabmälern. Der Reiseführer behauptet auch, das die Züge der Mandarin europäisch seien, das wollen wir hier nicht bestätigen.

Honeymoon 2017 020

Jedenfalls wirkt die ganze Anlage aufgrund ihrer dunklen Farbe ziemlich gruselig. Erst in der letzten Halle wird es dann deutlich farbenfroher, denn der Raum ist komplett mit einem funkelnden, bunten Mosaiken aus Fliesen, Spiegeln und bunten Steinen ausgekleidet.

Honeymoon 2017 022

Im hinteren Teil der Halle trohnt eine überlebensgroße Bronzestatue von ihm, unter der er, in mehreren Metern Tiefe, begraben liegt.

Wir machen uns wieder auf den Weg zu unseren Rädern, in deren Nachbarschaft gemütlich ein paar Rinder grasen und fahren weiter zur letzten Station. Auf dem Weg erhaschen wir noch einen schönen Ausblick auf den Hang mit dem Kaisergrab.

2017-02-14 13.57.02 IMG_20170214_170036_672-02

Minh Mang

Der Weg zum Grab von Minh Mang ist ganz schön weit. Hierfür müssen wir auch mit unseren Drahteseln über eine Autobahnbrücke radeln. Hoffentlich lohnt sich das! Bereits einige hundert Meter vor unserem eigentlichen Ziel winkt uns wieder ein freundlicher vietnamesischer Restaurantbesitzer zu sich und bietet uns einen Fahrradparkplatz und einen Schleichweg zum Grab und würde es im Gegenzug gerne sehen, wenn wir hinterher bei ihm etwas trinken oder essen. Guter Deal. Machen wir. Unsere Fahrräder sind die Einzigen vor seiner Holzhütte und er drückt uns eine Nummernplakette mit der Nummer “159” in die Hand. Damit er hinterher weiß, welche Fahrräder unsere sind. Ok.

Honeymoon 2017 024

Wir nehmen seinen Schleichweg zum Grab und sind tatsächlich 4 Minuten später auf dem Gelände der Grabstätte von Minh Mang. Wie schon bei Tu Duc dominiert zunächst erstmal ein großer See unser Blickfeld. Dieser scheint aber deutlich größer zu sein als der bei Tu Duc und zudem natürlicher.

Honeymoon 2017 025 Honeymoon 2017 026

Die gesamte Grabstätte ist insgesamt sehr weitläufig. Große Terassen und viele Torbögen muss man durchschreiten und auch an den obligatorischen Stein-Mandarin-Figuren im Hof vorbei, bis man sich seinem Grab nähert. Man fragt sich unweigerlich wofür der ganze Platz mal gedacht war.

Honeymoon 2017 027 Honeymoon 2017 030

Während wir mitten auf dem Gelände stehen, fängt es an zu regnen. Aber wir sind ja gut vorbereitet und haben Regenjacken dabei. Solange das hier auf dem Gelände regnerisch ist, macht uns das ja nichts, Hauptsache die Rückfahrt bleibt gleich trocken.

2017-02-14 14.27.48

Nach einem letzten Tempel, in dem wir einen Regenschauer verweilen, sieht man bereits die Insel, die das Grab von Minh Mang beheimatet und die Brücke hinüber. Hier ist es jedoch so, dass man zwar auf die Insel, jedoch nicht direkt bis zum Grab kommt. Wir bleiben also vor einer verschlossenen Tür stehen.

Honeymoon 2017 031 Honeymoon 2017 033

Selbst wenn man näher ran käme, wäre man noch immer sehr weit vom eigentlichen Grab entfernt, denn Minh Mang ist in einem unterirdischen Palast im Untergrund der Insel begraben und die Eingänge zu diesem unterirdischen Palast wurden alle verschüttet. Wie spannend! Wir schlendern bei inzwischen wieder regenlosem Wetter noch einmal am See entlang und begeben uns dann auf den Rückweg zu unseren Fahrrädern.

Honeymoon 2017 035

Dort machen wir dann auch, sehr zur Freude unseres Fahrrad-Wächters, einen Getränkestopp und planen unsere Rückfahrt. Während wir also unsere Fanta trinken und auf dem doch sehr rudimentären Kartenmaterial unsere Fahrradroute planen, springt mir doch tatsächlich die sehr zerrupfte Katze des Besitzers auf den Schoß. Argh! Ich bin niedlichen Tieren ja echt nicht abgeneigt, aber wenn sie arg zerrupft aussehen, immer am rumstreunen sind und ich meine Tollwutimpfung nicht aufgefrischt habe, ist mir das doch sehr unangenehm! Also schnell weg hier und durch den vietnamesischen Verkehr zurück nach Hue!

Abends essen wir noch eine Kleinigkeit im Restaurant unseres Hotels und fallen dann kaputt ins Bett, der Tag war dann doch ganz schön anstrengend!

Kategorien: Asien, Vietnam | Hinterlasse einen Kommentar

Vietnam–Marble Mountain und Kaiserstadt Hue

Unser letzter Morgen in Hoi An beginnt gemütlich, es geht nämlich erst um 10 Uhr weiter. Also erstmal packen, frühstücken und auschecken. Wir mussten, um nach Hue zu kommen, erneut einen personal transfer buchen, also einen eigenen Fahrer. Es ist zwar ein wenig dekadent, aber öffentliche Busverbindungen scheint es nur sehr spärlich zu geben. Der Transfer kostet uns ungefähr 60 US-Dollar, das können wir bei etwa 4-5 Stunden Fahrt aber verantworten. Unser Fahrer bietet uns an, noch einige Sehenswürdigkeiten mitzunehmen; cool! Wir überlegen kurz, wie unsere Tagesplanung ausschaut und entscheiden uns, von den drei Sehenswürdigkeiten, die er mit uns machen könnte, nur eine zu machen, nämlich den Marble Mountain. Nachmittags wollen wir ja noch die Kaiserstadt in Hue erkunden, das wird sonst zu knapp.

Honeymoon 2017 023 Honeymoon 2017 002 Honeymoon 2017 003

Der Marble Mountain wurde wohl ursprünglich zum Abbau von Marmor verwendet, aus dem dann Skulpturen und ähnliches gefertigt wurden. Er ist jedoch gleichzeitig auch religiöses Zentrum der Region, denn in dem Berg sind diverseste Höhlen, die als Tempel genutzt wurden oder werden. Der Marble Mountain ist relativ nah an Da Nang und so sind wir auch fix dort. Es gibt sogar einen Aufzug hoch auf den Berg, den wir sogar benutzen, denn Conny hatte keinen Bock auf Klettern. Oben angekommen gibt es zum einen eine tolle Aussicht und zum Anderen viele mögliche Pfade durch den Berg.

Honeymoon 2017 004 Honeymoon 2017 006

Wir entscheiden uns, zum Aussichtspunkt zu kraxeln (arme Conny), der jedoch so voll mit Touristen ist, dass wir nicht mal ein Foto von dort oben schießen und schnell wieder runterklettern. Vielleicht sollten wir uns besser auf die Caves fokussieren.

Haben wir dann nach einem Liter Wasser pro Person gemacht und waren besonders angetan von der größten Höhle im Berg, die uns ein wenig an die Batu Caves bei Kuala Lumpur erinnerte. Alle Höhlen hier oben sind jedoch buddhistisch (obwohl in Vietnam auch viele Christen und Hindu leben), die Batu Caves waren hinduistisch.

2017-02-13 11.09.30-1

Die Höhle wirkte nochmal deutlich spiritueller als die Batu Caves, alleine schon, weil sie deutlich kleiner war und hier keine Nutztiere gehalten werden. Leider ist auch hier der Tourismus sehr präsent und so strömte nach uns eine sehr laute und rücksichtslose Reisegruppe in die Höhle, so dass wir dann geflüchtet sind.

2017-02-13 11.11.30-2

Auf dem Weg den Berg herunter quälen wir uns noch eine Lange Treppe hinunter und gelangen fix wieder zu unserem Gefährt, welches uns in weiteren knapp drei ereignislosen Stunden nach Hue bringt. Dort checken wir direkt in unser Hotel ein. Das Jade Hotel ist sehr bemüht, es uns gerecht zumachen und man spricht klasse englisch. Das tröstet ein wenig darüber hinweg, dass wir hier das erste Zimmer der Reise ohne Fenster haben. Das ist vielleicht auch besser so, wenn man sich die Straße vor dem Hotel anschaut.

Honeymoon 2017 025

Wir schnappen uns kurz den Reiseführer und die Kamera und schon geht es ab in Richtung “Citadel” in Hue City. Dort standen die Paläste der letzten Kaiserdynastie in Vietnam, die “Nguyen”, die jedoch im Vietnamkrieg Schaden erlitten haben. Der letzte Kaiser hat in den 40er-Jahren abgedankt und seitdem gibt es keine Kaiser mehr in Vietnam. Die Kaiser haben alle ihre Gräber vor den Toren der Stadt in monumentalen Parkanlagen errichtet, diese schauen wir uns aber erst morgen an, heute erstmal die “Citadel”, welche die “Imperial Enclosure” beinhaltet (das ist das eigentliche Palast-Gebiet) und diese wiederum die “Purple Forbidden City” (welche die privaten Gemächer des Kaisers darstellt).

2017-02-13 15.36.39-1

Auch wenn einiges den Bombenangriffen zum Opfer gefallen ist, ist die Architektur trotzdem sehr beeindruckend. Auch die Weitläufigkeit des Geländes und die vielen Nebengebäude und Pavillions, die alle einem bestimmten Zweck dienen, beeindrucken uns sehr.

2017-02-13 15.41.22-1

Wir schlendern an Seen, Bibliotheken und Theatern vorbei und einer Unzahl an Tempeln für verschiedene Personen und Zwecke. So gibt es beispielsweise einen Tempel, der ausschließlich den Eltern des ersten Kaisers der Nguyen-Dynastie, Gia Long, gewidmet ist.

2017-02-13 15.50.51-1 2017-02-13 15.56.22-1

Überall auf dem Gelände sind pittoreske Torbögen und Gebäude verteilt, viele davon tatsächlich auch aus Holz. Da hat es uns ein wenig gewundert, dass Holzstrukturen heute noch stehen. Auf der anderen Seite sind es gerade mal 70 Jahre seit dem letzten Kaiser.

2017-02-13 16.25.47-1 Honeymoon 2017 062

Nach ca. 2 Stunden haben wir uns die für uns wichtigen Ecken angeschaut, just in Time bevor der Komplex schließt, es ist schließlich ja auch schon 17:30 Uhr. Schnell noch ein paar Fotos und dann nichts wie raus hier, bevor wir eingeschlossen werden. Das hätte nämlich keiner gemerkt, so groß wie das Gelände hier ist.

2017-02-13 16.41.23-1 Honeymoon 2017 085

Direkt am Ausgang gab es dann auch direkt einen “Highland Coffee”-Laden, das ist sowas wie das vietnamesische Starbucks. Ein Wasser später machen wir uns auf den Rückweg zu unserem Hotel. Hier in Hue ist es leider nicht mehr so beschaulich wie in Hoi An, das heißt wir müssen auch wieder gegen den massiven, chaotischen Verkehr ankämpfen. Unser Hotel liegt zudem an einer Hauptstraße. Puh!

2017-02-13 18.04.03-1

Zwei Straßen hinter unserem Hotel ist ein vegetarisches Restaurant, was sowohl im Lonely Planet als auch in unserem Hotel positiv hervorgehoben wird. Das probieren wir doch direkt mal aus. Zu unserer Verwunderung spricht dort zwar keiner englisch, aber mit Händen und Füßen bekommen wir trotzdem eine Bestellung zusammen.

Conny probiert frittierte Jackfruit (was ist denn der deutsche Name dafür?!) und ich bleibe sicherheitshalber bei Fried Rice. Nach einem abenteuerlichen Rückweg über einen riesigen, chaotischen Kreisel gelangen wir schließlich wieder ins Hotel. Morgen müssen wir uns mit Fahrrädern durch den Verkehr arbeiten, das wird ein Spaß!

Kategorien: Asien, Vietnam | Hinterlasse einen Kommentar

Vietnam–My Son und Hoi An Food Tour

Unser letzter Tag in Hoi An ist nochmal voller Agendapunkte. Nachdem wir es am Vortag ja etwas ruhig haben angehen lassen, haben wir uns für heute die Besichtigung der Tempelruinen “My Son” und eine abendliche Food-Tour durch die Innenstadt von Hoi An eingeplant. Los geht es morgens um 8; wir hatten ein wenig gehofft, einsam und alleine die Ruinen erkunden zu können, wurden aber schon morgens ein wenig enttäuscht, vor der Tür hielt nämlich ein großer Reisebus.

2017-02-12 08.10.51

Wir sind leider auch noch die ersten die abgeholt wurden und so dauert es über eine Stunde bis wir komplett sind und auch unser Reiseführer an Bord ist, von dem wir nicht wussten, dass wir ihn mitgebucht hatten. Er ist auf jeden fall recht kurzweilig und spricht für vietnamesische Verhältnisse ein gutes Englisch.

Nach über einer Stunde Fahrt sind wir dann bei My Son. Zu unserem Schrecken erweitert sich hier unsere Gruppe nochmal mit einem zweiten Bus, so dass wir hinterher über 50 Leute sind, die immer hinter unserem charismatischen Führer hinterherdackeln.

Honeymoon 2017 005 Honeymoon 2017 007

Nach einer kurzen Fahrt im “electrical car” durch den Urwald, müht sich unsere große Gruppe in Richtung der Ruinen. Diese liegen mitten in einer eigentlich schönen Dschungellandschaft. Die Ruinen waren auch Jahrhunderte lang verschollen, bis die französischen Kolonialherren sie Anfang des letzten Jahrhunderts wiederfanden. Kann man sich angesichts des dicken Dschungels rings herum auch gut vorstellen, dass man die mal verlegt.

Honeymoon 2017 009 Honeymoon 2017 010

Nach einem kleinen Hügel, haben wir freien Blick auf die erste Ruine und die ist trotz signifikanter Zerstörung durch amerikanische Bomben im Vietnamkrieg sehr beeindruckend.

2017-02-12 11.12.49-1

Die Amerikaner hatten damals wohl Bomben auf die Tempelanlagen abgeworfen, da sich hier einige Vietcong versteckt hielten. Erst die Intervention eines Archäologen stoppte damals wohl den Angriff. So bleiben leider von den meisten Tempeln wirklich nur Ruinen übrig.

Es kommt hinzu, dass die Champa (das ist die Volksgruppe, die die Tempel damals gebaut haben) zudem ohne Mörtel gebaut haben, so dass eine Rekonstruktion mangels Wissen aktuell wohl zumeist fehlschlägt. Man hat das wohl mal versucht, ist aber stets an den Punkt gelangt, dass der neue Mörtel schneller verfällt als die 1000 Jahre alten Strukturen daneben.

Honeymoon 2017 019 Honeymoon 2017 022

Die Tempel sind von A bis L durchnummeriert und wir starten an der größten Anhäufung von Tempeln, nämlich den Sites B, C und D, welche direkt nebeneinander sind. Hier treffen zudem auch zwei Reisegruppen zusammen, so dass es schon eher voll ist in den wenigen verbleibenden Ruinen.

Honeymoon 2017 026 Honeymoon 2017 031

Auch ist hier ein erster Bombenkrater zu sehen, der bezeugt, dass hier damals tatsächlich Bombeneinschläge passiert sind. Wir setzen uns immer mal wieder von unserer Gruppe ab, dadurch verpassen wir zwar ein paar Infos unseres Guides, haben dafür aber auch ein paar intime Momente mit den faszinierenden Strukturen.

2017-02-12 11.15.00-1

Auch als unsere Reisegruppe geschlossen in einem kleinen Tempel verschwindet, entschließen wir uns nicht mit rein zu gehen. 50 Personen auf engem Raum macht uns einfach keinen Spass. Conny kommt dann auch auf die Idee, die Jungs und Mädels dort einfach einzusperren Smile

Machen wir dann natürlich nicht. Conny bleibt von hier an bei der Gruppe, weil sie die Infos klasse findet, die unser Guide parat hat, ich nabele mich komplett ab und erkunde Site A, während unsere Gruppe Site G erkundet. Hier bin ich ganz alleine, das ist schon mehr mein Ding. Site A war mal der Haupttempel, ist aber leider auch der, von dem am wenigsten übrig geblieben ist.

2017-02-12 12.02.09-1

Ich umrunde die Ruinen bei Site A und stelle mir vor, wie das hier vor 1000 Jahren wohl so gelaufen ist. Das habe ich neulich erst in Rom gemacht und kann mir manche Dinge sehr plastisch denken. Anschließend schlendere ich rüber zu unserer Reisegruppe, die schon auf dem Weg zum Ausgang ist. Ich reihe mich wieder ein und tausche mit Conny die Erfahrungen.

Honeymoon 2017 048 Honeymoon 2017 053

Eine e-car-Fahrt später sind wir schon wieder am Bus und eine Busfahrt später stehen wir am Fluss. Statt mit dem Bus die Strecke zurückzufahren, hatte man die Wahl, die letzte halbe Stunde mit dem Boot in die Innenstadt von Hoi An zu fahren. Das haben wir dann gemacht.

Honeymoon 2017 057 Honeymoon 2017 058

An Bord gab es ein bisschen Reis mit Gemüse und viele graue Wolken und viel Wind. Wir sehen vom Oberdeck aus aber auch viele kleine Städchen und Felder und Wiesen und sind kurze Zeit später dann schon in Hoi An. Das trifft sich gut, denn dort startet eine Stunde später unsere Food-Tour. Wir starten schon mal ohne Guide und genehmigen uns einen fetten, vietnamesischen Donut.

Honeymoon 2017 063

Die eigentliche Tour startet am Büro der durchführenden Organisation “Hoi An Food Tour”. Wir erfahren, dass wir nicht zur bereits gestarteten 18-köpfigen Gruppe gepackt werden, sondern eine Einzeltour bekommen. Wir freuen uns und ziehen mit unserem Guide Lucy los.

2017-02-12 16.16.37 2017-02-12 16.36.37 IMG_20170212_165758

Erster Stopp ist ein Restaurant, dass die in Hoi An berühmten “White Rose” herstellt. Das sind an Ravioli erinnernde Teigtaschen, die entweder mit Shrimp und Schwein oder mit einer vegetarischen Füllung gefüllt sind und mit gerösteten Zwiebeln serviert werden und in eine Mischung aus Zitronensaft und Fischsauce getunkt werden. Sehr lecker! Dann geht es auch schon weiter, während wir uns mit Lucy, die sehr gut englisch spricht, über Vietnam und speziell Hoi An unterhalten. Bald machen wir halt bei einem Straßenstand, der das verkauft, was Vietnamesen als Snack zwischendurch mal essen: gewürzter Reis mit Erdnuss und Kokosraspeln und Tapioka. Auch lecker! Weiter geht es zu einer Laden, der Ban Mih verkauft, –in die haben wir uns ja schon verliebt-, und der so gut ist, dass sogar ein amerikanischer Starkoch ihn schon mal besucht hat. Die Schlange ist veritabel lang, und statt mit Huhn, probieren wir dieses leckere Baguette klassisch mit allerlei Fleischbeilage, Koriander und Gemüse.Wir schaffen allerdings beide nur ein halbes.

Honeymoon 2017 069

Denn schon im Anschluss geht es in die Markthalle von Hoi An, wo wir eine weitere lokale Spezialität probieren: Cao Lau. Dieses Gericht wird nur in Hoi An zubereitet und besteht aus recht dicken Reisnudeln, einer würzigen Soße, Gemüse (Salat, Kräuter und Sprossen), Schweinefleisch und knusprigen Teigchips. Darüber wird eine Limette gepresst und fertig. Selten haben wir etwas so leckeres gegessen. Die vietnamesische Küche gilt als die beste Asiens, da hier besonders viel wert auf die Frische der Zutaten, deren Abwechslung und Komposition gelegt wird. Zum Beispiel sollte jedes Gericht die richtige Balance aus süß und sauer, salzig und bitter haben. Bei diesem Gericht kann man das wirklich schmecken.

Honeymoon 2017 068 Honeymoon 2017 071

Nach soviel essen gibt es erstmal eine Pause, und zwar bei einem vietnamesichen Kaffee. Der wird klassischerweise kalt getrunken und stark und auf einer Schicht Kondensmilch. Einmal umrühren und genießen. Das kannte ich immerhin schon, denn diese Art “Ca Phe” bestelle ich in Vietnam auch immer.

Honeymoon 2017 072 Honeymoon 2017 076

Dann geht es zu einer lokalen Familie, um noch weitere Leckereien zu probieren. Die wunderbare Frau, die für uns kocht, dürfen wir “Mami” nennen, denn so gut kocht sie Smile. Zunächst gibt es winzige Reispfannekuchen, in denen ein Wachtelei gestockt ist. Darauf kommt Salat und Gemüse, dann muss man das ganze auf seinen Stäbchen balancieren und in eine milde Fischsauce dippen. Gar nicht so einfach!

Danach gibt es Frühlingrollen, frittiert, die ebenfalls in eine nun etwas stärkere Fischsauce getunkt werden, und unter anderem mit Schwein und Süßkartoffel gefüllt waren. Mit frittierten Frühlingrollen bekommt man uns ja immer. Dann müssen wir selber ein bisschen arbeiten, denn Mami zeigt uns, wie man die “fresh spring rolls” macht, die man in Deutschland auch als Sommerrolle kennt und die nicht frittiert wird. Hierzu füllt man ein Reispapier mit Salat, Gemüse und Fleisch, rollt es geschickt zusammen und tunkt es in noch stärkere Fischsauce (die wirklich Überwindung kostet). Ich mags, Marcus nicht ganz so Winking smile. Zum Nachtisch gibt es dann noch eine Suppe aus grünen Sojabohnen mit Kokosmilch. Gewöhnungsbedürftig, aber lecker.

IMG_20170212_185432

Wir sind jedenfalls proppesatt und laufen mit Lucy noch ein wenig durch die Old City, wo wir dann bei einer Bekannten von ihr doch noch eine Bootsfahrt machen und dann auch unsere “floating lights” loslassen. Was wir uns gewünscht haben bleibt natürlich ein Geheimnis! Fazit: völlig zurecht ist Hoi An berühmt für sein Essen und die Food Tour war ein richtiges Highlight, was nicht zuletzt an Lucy lag, die uns unheimlich viel über Vietnam erzählt hat und mit der man sich einfach super unterhalten konnte. Nach so einem aufregenden und tollen Tag wanken wir in unser Homestay und fallen ins Bett.

Abschließend zu Hoi An können wir aber sagen, dass sich der Besuch dermaßen lohnt! Auch unsere Unterkunft, das Golden Bell Homestay, und die Hoi An Food Tour können wir nur allerwärmstens empfehlen!

Kategorien: Asien, Vietnam | Hinterlasse einen Kommentar

Vietnam–Hội An bei Tag und bei Nacht

Der Flug nach Danang verlief reichlich unspektakulär, dort am Flughafen wartete bereits unser Pickup, das unsere Unterkunft in Hoi An, das Golden Bell Homestay, freundlicherweise preisgünstig organisiert hatte. Innerhalb von 40 Minuten, die uns der Fahrer mit dem Best Of von Modern Talking versüßte (wer hätte gedacht, das die das bis hierher schaffen?), waren wir dann auch bereits in unserem geräumigen Zimmer, diesmal ein Glück nicht mit Technoclub gegenüber sondern mit frischer Landluft. Noch fix ein kleines Mahl im Restaurant um die Ecke und dann selig einschlafen.

Honeymoon 2017 009 Honeymoon 2017 010 Honeymoon 2017 014

Geweckt werden wir morgens von Hahnengeschrei, auch mal schön. Wir frühstücken entspannt in unserem Homestay, das wir sehr empfehlen können, und machen uns dann auf den Weg in die Old Town, um Hoi An zu erkunden. Dabei fällt uns sofort auf, dass Hoi An wesentlich entspannter und relaxter ist als Hanoi, natürlich aber auch viel viel kleiner. Der Verkehr ist hier auf jeden Fall deutlich einfacher handhabbar. Einst war Hoi An einer der wichtigsten Häfen von Vietnam, und Händler aus allen Ländern, vor allem aber China und Japan, kamen und blieben, bis günstige Winde sie wieder in ihre Heimat zurückbrachten. Dadurch haben sie die Stadt maßgeblich mitgeprägt, es gibt zahlreiche chinesische Tempel und Versammlungshäuser, eine japanische Brücke und generell viele sehr alte Häuser.

Honeymoon 2017 016 Honeymoon 2017 017 Honeymoon 2017 031

Die ohnehin schon pittoreske Altstadt ist mit unzähligen bunten Lampions geschmückt, da kann man bei uns ja immer punkten. Momentan ist es wohl besonders schön, weil das Neujahrfest erst einige Tage zurückliegt und außerdem auch noch der erste Vollmond im neuen Jahr ist, das wird hier groß gefeiert. Wir schlendern durch die Gassen und genießen die tolle Atmosphäre, setzten uns für etwas zu trinken und essen (sagehaftes Ban Mih, Hoi An ist berühmt für seine exzellente Küche) und sind reichlich zufrieden. Leider fängt es immer wieder an zu regnen, so dass wir nach einiger Zeit beschließen, eine Pause im Hotel einzulegen und erst abends zurückzukehren.

Honeymoon 2017 032 Honeymoon 2017 050 Honeymoon 2017 051

Gesagt getan, abends ist die Atmosphäre durch die ganzen dann beleuchteten Lampions natürlich zauberhaft und wunderschön. Denken natürlich´auch alle anderen, – die Stadt ist proppevoll mit Touristen und aber auch vielen Vietnamesen. Besonders schön ist es am Flussufer, denn dort werden an Vollmond traditionell “floating lights”, Kerzen in bunten Lichterschalen, ins Wasser gelassen, wobei man einen Wunsch machen darf. Machen wir aber nichts, wir sind wunschlos glücklich.

IMG_20170210_221510_751 IMG_20170210_191832 Honeymoon 2017 074

Stattdessen suchen wir uns ein nettes Restaurant am Flussufer, von dessen Dachterasse man einen tollen Blick hat, Essen etwas, schlendern danach noch durch die Stadt und genießen den Abend. In Hoi An kann man sich wirklich ganz schnell verlieben Smile.

2017-02-10 19.11.12 2017-02-10 19.13.23 2017-02-10 20.30.01

Am nächsten Tag leihen wir uns in unserem Homestay zwei Fahrräder und wollen damit den hiesigen Strand erkunden. Der ist nämlich nur knapp 4km von uns entfernt, und da der Verkehr hier auch für uns machbar erscheint, geht es los.

Honeymoon 2017 001 Honeymoon 2017 002

Vorbei geht es an Reisfeldern und friedlicher´Landschaft, bis wir schließlich am Strand ankommen. Nur die Sonne hätte noch scheinen können, aber wir wollen uns mal nicht beschweren.

Am Strand parken wir schnell die Räder und machen einen kurzen Fuß-ins-meer-halten-Check (Ergebnis:kalt, nicht badetauglich). Es ist wellenmäßig auch einiges los und eine steife Brise weht. WIr setzen uns lieber auf einen vietnamesischen Kaffee in eine Strandbar.

Honeymoon 2017 006 Honeymoon 2017 008

Nachdem wir uns so den Vormittag vertrieben haben, fahren wir gemütlich zurück und beschließen, den Nachmittag zur Erholung zu nutzen. Marcus ist immer noch ein klein wenig angeschlagen, und morgen haben wir ein straffes Programm!

Kategorien: Asien, Vietnam | Hinterlasse einen Kommentar

Vietnam–Hanoi und Halong Bay

Nach einer unruhigen Nacht, finden wir in den Morgenstunden noch ein wenig Schlaf und verpassen so direkt mal unser Hotelfrühstück. Aber was will man auch machen, wenn man bis 4 Uhr morgens von einem Technoklub auf der anderen Straßenseite beschallt wird. Ohropax ist notwendig, jedoch leider nicht hinreichend und so wummert der Bass selbst morgens noch in unseren Köpfen. Leicht gerädert machen wir uns auf, Hanoi zu erkunden.

Honeymoon 2017 012 Honeymoon 2017 013

Durch viele pittoreske Straßenzüge und vorbei an vielen improvisierten Läden, Restaurants und Bars, schlagen wir uns durch den fiesen vietnamesischen Verkehr. Dieser ist genau so übel, wie wir ihn aus Ho-Chi-Minh-City in Erinnerung haben. Überall Mopeds und Verkehrsregeln werden eher als optionale Empfehlungen gesehen. Ich bin leicht gestresst, auch weil ich seit Reisebeginn eine leichte Erkältung mit mir rumtrage.Conny gefällt es hier. Wir erreichen nach einer knappen halben Stunde Ho-Chi-Minhs Mausoleum und stellen nach anfänglicher Verwirrung fest, dass wir zu spät dran sind, da nur bis 10:15 Uhr morgens Einlass ist. Auf dem Bild ist übrigens nicht das Mausoleum zu sehen, sondern das zugehörige Museum.

Honeymoon 2017 015

Dann müssen wir Onkel Ho wohl später besuchen. Ich möchte ihn ja echt gerne sehen, nach Mao in Beijing wäre das mein zweiter ausgestellter Kommunistenführer, dann fehlt mir nur noch Lenin Winking smile

Statt das einbalsamierte Staatsoberhaupt zu begutachten, gehen wir lieber erstsmal frühstücken. Es gibt Banh Mi, das sind Baguettebrötchen mit einer würzigen, gemüsigen, fleischigen Füllung. Fragt mich nicht genau was drin ist. Schmeckt aber klasse! Die Baguettes, so nehmen wir an, sind noch ein Überbleibsel aus französischen Kolonialzeiten.

2017-02-07 11.21.34 Honeymoon 2017 017

Wir arbeiten uns weiter durch Hanoi und gelangen schließlich zum Dong Xuan Market. Dort werden sehr touristisch-dekadente Fahrten mit elektrischen Golfwagen durch das Old Quarter angeboten, welche wir mitmachen. Hauptsächlich aufgrund meiner noch vor-sich-hin-wabernden Erkältung und auch weil das Old Quarter ein zu Fuß kaum zu erfassendes Straßengewirr ist.

 Honeymoon 2017 018

Nach kurzer Diskussion steigen wir in unser privates Wägelchen und fahren los. Ein sehr entspannter, wenn auch etwas teurer, Weg sich einen Überblick zu verschaffen. Im Hintergrund dudelt laute Musik zu der es auch in englisch ein paar Anmerkungen zu den einzelnen Straßen gibt. Ist aber eher schlecht zu verstehen und so schauen wir uns lieber verträumt und kontextfrei die Umgebung an.

Honeymoon 2017 021

Hin und wieder sagt der Fahrer, in welchem Viertel wir gerade sind. Metallverarbeitung, Goldverarbeitung, Kaffee, Klamotten. Die Läden einer Branche treten hier stets in Rudeln auf. Wir fahren ca. 40 Minuten durch Hanoi und lassen die müden Beine ein wenig ruhen, bis uns unser Fahrer wieder dort aussteigen lässt, wo wir eingestiegen sind. Wir hätten auch am Hoan-Kiem-See aussteigen können, aber wir wollten noch ein Reisebüro suchen, welche eher im Old Quarter zu finden sind.

Honeymoon 2017 032 Honeymoon 2017 033

Nach unserer Tour sitzen wir erstmal ein einem kleinen Restaurant und trinken einen Kaffee und eine Cola. Kleine Kaffees und Restaurants gibt es hier zur Genüge. Ein bisschen traurig finden wir den Fakt, dass die Läden, die sehr europäisch oder sehr nach Sportsbar aussehen, die meisten westlichen Touristen anziehen. Wir wählen mal bewusst einen Laden, der etwas vietnamesischer ausschaut und beobachten von dort das Treiben auf den Straßen. Anschließend machen wir uns auf, das Old Quarter auch zu Fuß ein wenig zu erkunden.

Honeymoon 2017 040

Vietnam ist ja berühmt für seinen Kaffee und das sieht man hier auch an jeder Ecke. Neben den vielen Cafés gibt es hier auch diverseste Kaffee-Röstereien und –Geschäfte. Wir vermuten, dass die Kaffee-Affinität der Vietnamesen auch noch von Kolonialeinflüssen stammt, wir können aber auch irren. Typischer vietnamesischer Kaffee ist sehr stark und wird auf Eiswürfeln und mit Kondensmilch serviert. Conny schmeckt’s, ich trinke ja keinen Kaffee.

2017-02-07 14.05.03 2017-02-07 14.06.02

Ein paar weitere Kuriositäten sehen wir links und rechts auf der Suche nach unserem Reisebüro, so zum Beispiel Obamas Restaurant, welches wenn überhaupt dann natürlich nur zufällig so heißt wie der ehemalige Präsident der USA. Auch einen Burger King sehen wir, das ist aber auch tatsächlich der erste und einzige. Vor 4 Jahren waren wir ja bereits in Vietnam und damals wurde uns erzählt, es gäbe keine McDonalds und keinen Burger King in Vietnam. Zeiten ändern sich wohl.

Honeymoon 2017 041 Honeymoon 2017 042

Auch viele Geschäfte mit Gewürzen, Bambusleitern oder Spielzeug sehen wir. Die Ruhe, hier entspannt zu bummeln haben wir jedoch nicht. Ständig muss man auf Motorroller oder Autos acht geben. Bürgersteige werden von den angrenzenden Läden vollständig vereinnahmt und können somit nicht zum Laufen genutzt werden. Selbst wenn Autos verboten sind, fahren in der Regel Autos… Abends sind angeblich einige wenige Straßen für den Verkehr gesperrt, den Tag über ist es aber nicht mehr witzig.

Honeymoon 2017 043 Honeymoon 2017 044

Wir finden schließlich ein vertrauensvolles Reisebüro, buchen uns für den Folgetag noch eine Tour zur Ha Long Bucht und lassen uns danach weiter durch die Gassen treiben. Irgendwann kann man kein Roller-Hupen mehr hören und der Feinstaub in der Luft macht besonders mir mit meiner Erkältung noch ordentlich zu schaffen und so machen wir uns am Nachmittag dann auf den Weg in unser Hotel. Auf dem Weg dahin legen wir jedoch nochmal einen kleinen Stopp ein.

Honeymoon 2017 045 Honeymoon 2017 046

An einer belebten Kreuzung setzen wir uns vor ein Café und beobachten den Feierabendverkehr. Ich habe mich selten so wenig gelangweilt. Es ist echt immer was los auf einer vietnamesischen Kreuzung.

Wir versuchen, es an unserem ersten Tag nicht zu übertreiben mit dem Erkunden und entscheiden uns dazu, nur noch eine Kleinigkeit Essen zu gehen, bevor wir mal etwas früher schlafen gehen. Wir schauen kurz im Internet, welche Läden in der Nähe unseres Hotels so zu erreichen sind und ziehen los.

Honeymoon 2017 047 Honeymoon 2017 048

Die Wahl war gut. Für vietnamesische Verhältnisse geben wir ein Vermögen aus für sensationell gutes Essen und sensationell guten Service. Etwa 20€. Für beide. Gut gesättigt fallen wir ins Bett und lauschen dem dumpfen Dröhnen unseres geliebten Technoklubs. Gute Nacht, Hanoi!

 

Der nächste Tag beginnt mit einem Kickstart. Nach erneut schlechtem Schlaf, sind wir bereits früh wach, nehmen fix unser Frühstück im Hotel ein und warten dann darauf, für unsere Ha Long-Tour abgeholt zu werden. Spätestens 8:30 Uhr wurde uns gesagt. Die HaLong.Bucht ist eines der “new World Wonders of nature” und darüber hinaus natürlich auch UNESCO Weltnaturerbe. Wir sind aufgeregt und freuen uns darauf, die Insellandschaft vor der Küste Vietnams mit eigenen Augen zu sehen. Die vielen Inselchen und kegelförmigen Steinformationen müssen unglaublich beeindruckend sein. Etwa gegen 9 Uhr legt sich unsere Begeisterung ein wenig, denn wir erfahren, dass wir vergessen wurden abzuholen. Hoppla. Und nun? Wenn Vietnamesen eins können, dann ist es improvisieren und so sitzen wir nur 5 Minuten nach unserem Anruf beim Tourbetreiber in einem Taxi, welches unserem Tourbus hinterherjagt! Und das auch erfolgreich. Nach etwa 1,5 Stunden haben wir den Bus eingeholt und dürfen umsteigen!

Honeymoon 2017 050 2017-02-08 12.47.02

Die Fahrt zieht sich trotz abenteuerlicher Aufholjagd, denn es sind mal locker 4 Stunden von Hanoi nach Ha Long. Nicht weil die Strecke so weit wäre, sondern der Verkehr völlig chaotisch ist. Doch irgendwann sind wir da und es geht fix auf ein kleines Boot. Es würden vermutlich etwa 40 Personen drauf passen, ich würde tippen, dass wir so ca. 20 sind. Eine sehr angenehme Gruppengröße.

2017-02-08 13.44.42

Nach wenigen Minuten sehen wir schon die ersten Inseln im Wasser und sind direkt baff. Wir wussten ja grob was auf uns zukommt, sind aber hin und weg von er landschaftlichen Schönheit der Bucht.

2017-02-08 15.55.17 2017-02-08 15.10.58

Leider wird das ganze hart touristisch vermarktet. Uns hätte auch ein langsames Umhertukkern durch die Bucht gereicht, unsere Tour enthält aber zu unserer Überraschung zwei Programmpunkte: Einen Besuch einer Tropfsteinhöhle und der Besuch eines Floating Village.

2017-02-08 14.12.26

Die Tropfsteinhöhle war der erste Stopp und durchaus nett anzuschauen, es bleibt aber eher die Beilage. Nichts schlägt die hügeligen Inseln in der Halong Bucht und so sind wir froh, als wir wieder auf dem Boot sind und weiterfahren.

2017-02-08 15.12.29-1

Inseln in allen Formen ziehen an uns vorbei. Immer mal wieder auch einige Touristenboote, aber stets nur in der Größe unseres eigenen Bootes, so dass das nicht wirklich störend ist. Der “Massentourismus” fühlt sich hier also noch akzeptabel an.

Honeymoon 2017 097

Die “Hauptattraktion” war wohl ein kleiner Stein in der Mitte der Bucht, welcher angeblich zwei Hennen darstellt, die sich küssen oder streiten, je nach Perspektive. Ringsherum fuhren etwa 15 Boote während wir vorbeifuhren, ich war froh, dass wir nicht näher rangefahren sind. Ich persönlich brauche in so einem Setting auch keinen “Besonderen” Stein, keine “Ancient” Cave und kein “Floating” Village, aber was will man machen.

Honeymoon 2017 102 Honeymoon 2017 054

Das Floating Village war dann auch unser nächster und somit letzter Stopp. Es war schon toll gelegen, umring von den beeindruckendsten Steinformationen, die wir bislang gesehen haben. Als Floating Village versteht man hier einige schwimmende Anleger, von denen aus man als Tourist Kayak fahren oder sich auf einem Bamboo-Floss rudern lassen konnte.

Honeymoon 2017 079

Ich entschied mich, auf beides zu verzichten und mir die Landschaft ein wenig reinzuziehen, Conny ist jedoch mit zwei netten Spaniern auf ein Bambus-Fluss gestiegen, um sich von einer älteren Vietnamesin durch die Bucht schippern zu lassen.

Honeymoon 2017 133 Honeymoon 2017 123

Dabei hat die Bootsführerin allerlei Scherze gemacht und mit ihrem Singsang zu unterhalten gewusst, während man durch die Hausboote und an einigen Höhlen und sogar einem kleinen Tempel in einer Felsennische  vorbeigeschippert wurde. Nach 20 Minuten war der Spaß auch schon wieder vorbei.

So langsam wurde es auch dunkel, also haben wir dann auch bereits den Rückweg angetreten. Wir haben insgesamt vermutlich nicht länger als 2 Stunden auf dem Wasser verbracht. Schade. Das nächste Mal würden wir glaube ich auch eine Overnight-Tour buchen, da bleibt man dann auch für die Nacht an Bord..

2017-02-08 15.39.55

Zurück im Hafen bemerkten wir, dass es nicht nur der Sonnenuntergang ist, der uns das Licht raubte, sondern auch eine Schlechtwetterfront. Ein Glück kam die erst nach uns in der Bucht an und so machten wir uns mit den ersten Regentropfen auf den Heimweg.

2017-02-08 16.31.21

Auch die Rückfahrt dauerte wieder 4 Stunden, nur unterbrochen von einem Shopping-Stopp für touristische Souvenirs. Ca um 21 Uhr waren wir wieder in Hanoi und absolut bettreif.

Einen letzten Morgen haben wir noch in Hanoi, bevor es dann weiter nach Hoi An geht, den haben wir noch genutzt um uns endlich das Mausoleum von Ho-Chi-Minh anzuschauen.Dieses Mal waren wir auch rechtzeitig da, bevor bereits um 10:15 Uhr der letzte Einlass ist.

2017-02-14-19-19-55

Ich habe damit nach dem Mausoleum von Mao bereits zum zweiten Mal einen ausgestellten Präsidenten bewundern können, für Conny war es das erste Mal. Während bei Mao die Leute aber auch Jahrzehnte nach dessen Tod noch geweint haben und Blumen an seinen Sarg gelegt haben, war die Stimmung bei Ho-Chi-Minh deutlich nüchterner. Alle sind schweigend und bedächtig an seinem Sarg vorbeigegangen, geweint hat keiner. Jetzt schnell auschecken und mit der Linie 86 wieder zum Flughafen, dann geht unser Abenteuer weiter in Hoi An in Zentral-Vietnam.

Kategorien: Asien, Vietnam | Hinterlasse einen Kommentar

Erstelle kostenlos eine Website oder ein Blog auf WordPress.com.