Nach 9 Tagen auf Koh Chang, war es dann tatsächlich schneller als erwartet der letzte Abend. Und wir sind bei unserer zweiten Unterkunft noch garnicht am Strand gewesen! Oha! Das müssen wir natürlich erstmal nachholen. Der Strand von Klong Prao soll nämlich eigentlich sehr schön sein. War er auch. So ein Mist, dass wir den erst jetzt erkunden.
Also erstmal in einen Liegestuhl geschmissen und den Sonnenuntergang genossen…der mal wieder traumhaft war. Hoffentlich stumpfen wir nicht ab und finden nachher jeden Sonnenuntergang nur noch durchschnittlich. Strandschaukeln gab es dort auch, also durfte Conny ein bisschen Schaukeln und sich, fast so grazil wie die Raffaelofrau, als Motiv anbieten.
Am Morgen hatten wir entdeckt, dass nur wenige Meter neben unserem Hotel ein deutsches Restaurant war, Franky’s Roadhouse, und da ist uns ein richtiger Hunger auf Heimatessen gekommen. Also nach dem Strand ab zu Franky. Bei mir gabs Jägerschnitzel und bei Marcus Leberkäs. War garnicht mal so gut. Naja, dann freuen wir uns umso mehr auf das gute Essen in der Heimat wenn wir nächstes Jahr wieder da sind!
Am nächsten Morgen ging unser Bus nach Bangkok um 9 Uhr und relativ ereignislose 6 Stunden später waren wir dann auch da. Ereignislos? Naja, vielleicht ein bisschen untertrieben. Wir hatten den Bus bis zum “Bangkok Airport” gebucht, da von dort ein Bus direkt zu unserem Hostel fuhr. Als wir dann am “Bangkok Airport” dem Bus entstiegen mussten wir feststellen, dass kein Flughafen weit und breit zu sehen war. Man hat uns einfach am Autobahnrand rausgelassen und uns umlagerten Unmengen Taxifahrer, die uns alle in 10 min. zum Flughafen bringen wollten. Na toll. Wenn wir eh ein Taxi nehmen müssen, dann auch gleich bis zum Hotel, kostet das gleiche wie der Bus. Und am frühen Abend waren wir dann auch tatsächlich an Ort und Stelle. Sogar ein offizielles Youth Hostel, alles andere ist in Bangkok teurer als unser Budget.
Im Hostel angekommen, wollten wir noch kurz los und ein bisschen was essen (jaja, Mc Donald’s… wir geben’s ja zu). Beim Verlassen des Zimmers wollte ich noch schnell unsere kleine Digitalkamera greifen und merke: Sie ist nicht da. Oh no. Alles durchwühlt. Nix. Die haben wir wohl im Bus liegen gelassen. Auch ein Anruf bei der Busfirma half nix. Verdammt.
Am nächsten Tag standen ziemlich genau zwei Programmpunkte an: Das Visum für Myanmar beschaffen und eine neue Digitalkamera kaufen. Also zuerst mal zur Botschaft von Myanmar und ein Same-Day-Visum beantragt. Vormittags kann man dort beantragen, Nachmittags abholen, also hatten wir jetzt erstmal ein paar Stunden Zeit. Also bummeln wir ein bisschen durch Bangkok und suchen uns in den hiesigen Garküchen etwas essbares.
Ganz Bangkok ist derzeit in gelb und pink geschmückt, denn morgen ist der Geburtstag des Thailändischen Königs. Gelb ist wohl die Farbe des Königshauses (oder Gold?) und Pink steht für Gesundheit, wenn ich das richtig verstanden habe. Das Streetfood hier in Bangkok sieht deutlich Touristenfreundlicher aus, als beispielsweise in Ho Chi Minh City, finden wir jedenfalls. Meistens bleiben wir hier beim Streetfood auch Vegetarisch… sicher ist sicher… Es hat aber nichts geholfen, Conny haben die Nudeln dennoch auf den Magen geschlagen.
Nach viel Nudeln und viel rumgelaufe in Bangkok, sind wir dann um 15:30 Uhr wieder an der Botschaft und davor stauen sich schon einige Hundert Menschen und warten darauf, dass sie wieder auf macht. Oha. Kaum gehen die Türen auf, strömen auch schon alle rein und bilden mehr oder weniger erkennbare Schlagen an den einzelnen Schaltern. Es ging dann aber alles relativ schnell und wir hatten unsere Pässe samt Visum in den Händen. Das war ja einfach.
Nach der ganzen Visumsgeschichte wandern wir langsam aber sicher zurück zu unserem Hostel. Auf dem Weg liegen jedoch 2-3 Shopping Malls, wo wir noch nach einer Digitalkamera und ein wenig Abendessen Ausschau halten. Bangkok ist wohl bekannt für seine großen und luxuriösen Shopping Malls, das wusste ich vorher auch nicht. Und wir sind dann auch fündig geworden und haben uns eine günstige Canon gekauft. Wir haben ja noch eine “gute” Kamera, die wir aber nicht immer überall hin mitnehmen. Die Ladegeräte hier in Thailand haben übrigens den gleichen Stecker wie wir in Deutschland. Sehr praktisch.
Im Keller der Mall, wo wir die Kamera gefunden haben, gab es auch noch einen Food Court und in diesem jede Menge Bratwürstchen. Da wurde ich als Deutscher ja schwach und habe mir mal eine von den Würschteln gegönnt. Ihr könnt meinem Gesichtsausdruck ansehen, dass es nicht überragend war.
Leicht hungrig sind wir dann zurück ins Hostel und ins Bettchen gefallen. Diesem entstiegen wir dann auch eine ganze Weile nicht, wir hatten schon länger nicht mehr so richtig ausgeschlafen, da wir in den Hotels vorher immer Frühstück inklusive hatten und somit an Zeiten gebunden waren. Hier also erstmal schön ausgeschlafen. Da Conny eine kleine Erkältung abbekommen hat, haben wir dann auch beschlossen, den Tag mal im und um das Hostel herum zu verbringen. Also maximal kurz rüber in den 7-11 Supermarkt und ein bisschen was zu futtern gekauft. Ansonsten viel Fotos sortiert, gegooglet oder schon die nächsten Flüge und Unterkünftige recherchiert. Abends haben wir vorher von der Dachterasse unseres Hostels noch ein paar Farben des Feuerwerks zu Ehren des Königs gesehen und schwupps war der Tag schon vorbei.
Heute sollen zwar wieder Proteste in Bangkok stattfinden – die hatten zum Königsgeburtstag pausiert – wir wollten dennoch ein bisschen was von den Innenstadt-Sehenswürdigkeiten sehen, die liegen aber alle nahe den demonstrierenden. Also erstmal schlau gemacht im Hostel und ein paar kann man sich wohl ungefährdet angucken. Okay. Also los gehts mit dem Skytrain, der fährt jedoch nur bis an den Rand der Innenstadt, ab da sind wir dann zu Fuß losgebummelt. Auch wieder durch einige Malls und auch ein paar Pommes und ne Cola bei BurgerKING waren mal drin. Das erste mal BurgerKING seit Shanghai. Das ist schon ein paar Wochen her.
Während wir so vor uns hin bummeln, werden wir von mehreren TukTuk-Fahrern angequatscht. Normalerweise sind wir ja immun dagegen, da die sehr oft hinterhältige Dinge versuchen. Heute aber hatten alle die gleiche Masche: Aufgrund des Königsgeburtstages kostet eine Sightseeing-Tour nur 30 Baht (weniger als 1€), da die TukTuks für jede absolvierte Fahrt von der Regierung einen Sprit-Coupon bekommen und gratis tanken können. Leichtgläubig wie wir sind, fanden wir die Story glaubwürdig, da auch schon mehrfach gehört, und springen ins nächstbeste TukTuk.
Die Fahrt ging los, wie erwartet und wir sind zur ersten Sehenswürdigkeit gefahren, zum “Lucky Buddah”. Dort haben wir dann mal ein paar Räucherstäbchen entzündet, uns etwas gewünscht und dann auf einen Gong gehauen (so macht man das, wurde uns erklärt). Hoffentlich gehen unsere Wünsche in Erfüllung.
“Wo ist der nächste Stopp?” fragen wir unseren Driver. Die Antwort war “Export”. Häh?! Mit ein paar Fragezeichen über dem Kopf stoppte der Kollege an einer Straße vor einem Herrenausstatter. Oh no. Als wir ihn zum Weiterfahren bewegen wollten, wurde er ein wenig fuchsig und meinte er bekäme sonst keinen Sprit-Coupon. Das hätte er uns auch gerne mal früher sagen können. Wir also rein, halbwegs höflich kommunziert, dass wir nix brauchen und wieder raus. Puh. Weiter gehts, nächster Stopp: “Marmortempel”.
Der Marmortempel war relativ unspektakulär. Ein buddhistischer Tempel aus Marmor. So langsam stumpfen wir glaube ich bezüglich Tempeln ein wenig ab. Jedenfalls haben wir uns den nur sehr kurz angeschaut und sind dann wieder zum Tuk Tuk. “Three more Export” – Oh no. Eine Schmuckfabrik, ein Seidenladen und zwei Herrenausstatter später dann endlich der Grand Palace, das Endziel unserer Reise. Trinkgeld hat der olle TukTuk-Fahrer dann auch keins bekommen und wir sind ja auch für wenig Geld zum Ziel gekommen. Es roch trotzdem ein bisschen nach Scam (so nennt man auf engl. wohl die Touristenfallen).
Der Grand Palace entschädigt aber für alle Unannehmlichkeiten unserer Anreise. Hinter dem Namen “Palace” versteckt sich nämlich eine absolut beeindruckende und sehr prächtige Tempelanlage. Der golden angestrichene Hauptturm ist weithin sichtbar und strahlt in der Nachmittäglichen Sonne sehr erhaben. Echt klasse!
Der Haupttempel ist aber neben dem goldenen Turm in einem mit viel Glitzer geschmückten Gebäude. Drinnen ist ein Smaragd-Buddah, den darf man auch nicht fotografieren. Das war schon sehr prunkvoll und sehr beeindruckend.
Auf dem Rückweg wollten wir nach unserer schlechten Erfahrung kein Tuktuk nehmen und sind stattdessen gelaufen. Wir laufen relativ häufig seit wir unterwegs sind, denn so sieht man auch mal ein bisschen was von der Stadt. Dieses mal sind wir irgendwo falsch abgebogen und fanden uns plötzlich in einer Passage wieder, in der es nur Konsolenspiele gab. Bestimmt 30-40 Shops nur mit Playstation, Nintendo und Xbox. Ein Laden dort hatte bestimmt 200 Playstation 2 dort stehen, alle mehr oder weniger auseinandergebaut oder aufgemotzt. Total cool.
Insgesamt ist Bangkok garnicht so wie wir erwartet haben. Wir hatten damit gerechnet, dass es Hong Kong vielleicht ein bisschen ähnelt und auf jeden Fall eng, grau und hektisch ist. Stimmt aber nicht. Bangkok ist stellenweise erstaunlich grün und in vielen Straßen auch sehr ruhig und friedlich. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur durch die falschen Ecken gelaufen. Die berühmte Kao San Road haben wir zum beispiel bislang gemieden, da sind die Proteste in der Nähe.
Auf dem Heimweg haben wir noch ein bisschen Curryreis gegessen und einen letzten Blick auf den Feierabendverkehr in Bangkok geworfen und dann ging es auch schon ab ins Bettchen, morgen geht unser Flug nach Myanmar.
Wir kommen zurück nach Bangkok in knapp 2 Wochen, dann ist auch fast schon Weihnachten!


