Auch der schönste Urlaub ist irgendwann leider zuende. So auch unser Thailand-Abenteuer 2016. Der Plan sieht vor, dass wir von Chiang Mai mit dem Nachtzug nach Bangkok fahren, wo wir noch fast einen kompletten Tag Zeit haben, bevor spät Abends unser Flieger in die Heimat geht. Erste Amtshandlung also morgens: Auschecken aus unserem Hostel. Finlay’s Cottage war uns eine tolle Heimat in Chiang Mai und wir würden jederzeit wiederkommen! Die Frau des Hostel-Owners ruft uns nach dem Auschecken kurz ein Tuk-Tuk und schon sind wir auf dem Weg zum Bahnhof!
Der Bahnhof ist sehr pitorsek und wir suchen uns als erstes einen freien Tisch und zwei Stühle, um unser Camp aufzuschlagen, denn wie immer sind wir viel zu früh da.Unsere Zugtickets haben wir bequem über 12go gebucht und können sie nun ganz bequem in einem Hotel gegenüber des Bahnhofsgebäudes gegen Vorlage des Reisepasses abholen. Das dauert vielleicht 5 Minuten.
Am Bahnhof schauen wir uns ein wenig um, läuft doch alles etwas anders als bei uns zuhause. Diverseste Anzeigetafeln zeigen auch teils unterschiedliche Abfahrtszeiten und –gleise für unseren Zug, aber bisher sind wir in Thailand jedes mal von A nach B gekommen. Wir kaufen uns eine Flasche Wasser und lassen noch ein wenig die Seele baumeln, bis unser Zug bereitsteht.
Der kommt dann auch erstaunlich pünktlich und sah genau so aus wie wir das erwartet haben. Für alle Bahnreisenden kann ich übrigens nur die Webseite The Man in Seat Sixty-One empfehlen. Dort gibt es für fast jedes Land der Erde Infos, wie der Bahnverkehr vor Ort organisiert ist und welche Züge im Einsatz sind. So hatten wir uns auf Basis der dort verfügbaren Informationen dafür entschieden, nicht 1. Klasse zu fahren, obwohl wir uns das durchaus hätten leisten können bei thailändischen Preisen.
Wir haben eine feste Wagen- und feste Sitznummern und finden unseren Waggon auch sehr schnell dank der am Bahnsteig aufgestellten Schilder. Die Züge kommen übrigens anscheinend aus Korea. Fix an Bord, Gepäck verstaut und unsere Sitze bezogen. Ersteres war garnicht so einfach, zwei Rucksäcke hätten wir ja noch unterbekommen, aber inzwischen haben wir ja 5 Gepäckstücke dabei (2 kleine, 2 große Rucksäcke und ein kleiner Rollkoffer für die geschneiderten Dinge).
Unsere Sitze bestehen aus zwei großzügig bemessenen Sitzen, die sich gegenüberstehen. Wie ein kleines Abteil quasi. Diese werden später am Abend zu Betten umgebaut. Der Zug ist reichlich kalt für meinen Geschmack, aber damit hatten wir gerechnet und unsere Fleece-Jacken bereits griffbereit.
Der Zug füllt sich langsam, unsere Sitze hat uns keiner streitig gemacht und sogar ein paar Mönche fahren mit. Der Zug fährt sehr pünktlich ab und bereits kurz nach der Abfahrt kommt das Zugpersonal zum Betten-bauen vorbei. Dies geschieht in wahnsinniger Geschwindingkeit und Sorgfalt. Nach wenigen Sekunden haben wir zwei hübsche Bettchen übereinander statt der beiden Sitzplätze wie zuvor.
Wir lesen noch ein bisschen oder hören Musik und versuchen dann zu schlafen. Conny gelingt das auch sehr gut, sie schläft nach kurzer Zeit und wird auch erst morgens wieder wach. Ich quäle mich durch die Nacht. Zu kalt, zu warm, zu laut, zu unruhig. Sucht euch was aus. Zwar hatte Conny das bessere Bett (das Untere ist etwas größer und besser belüftet), aber als schlecht würde ich mein oberes Bett nicht bezeichnen. Ich habe auch schon auf schlechteren Betten besser geschlafen. Naja, ein Glück ist direkt neben meinem Bett eine Steckdose und so geht meinem elektronischen Equipment wenigstens nicht der Saft aus.
Morgens kommen wir mit ein wenig Verspätung in Bangkok an. Conny sehr erholt, ich ein bisschen verknittert. Der Bahnhof Hua Lamphong in Bangkok begrüßt uns mit über 30 Grad und Ventilatoren mit erfrischenden Wassertröpfchen. Wir suchen als erstes die Gepäckaufbewahrung, welche wir auch schnell finden. Kostet zwar nicht so richtig viel, es wird jedoch auf vielen Schildern vor einem Rattenproblem gewarnt. Naja, wir haben keine Wahl, also lassen wir unser Gepäck dort und machen uns auf den Weg in Richtung Frühstück.
Ein paar Google-Suchen später sitzen wir im Chu Chocolate mitten in Bangkok. Wir wollten uns nicht irgendwo was im Supermarkt kaufen, sondern mal richtig lecker frühstücken und dafür soll das Chu Chocolate sehr geeinget sein. Wir suchen uns einen Tisch und durchwühlen die Karte.
Unsere Wahl fällt auf Eggs Benedict und Pfannkuchen mit Banane, Walnüssen und Ahornsirup sowie zwei Milchshakes. Was dekadent klingt, sieht auch dekadent aus und schmeckt wahnsinnig gut. Wir sind begeistert! Liebe geht bei uns ja durch den Magen und das war eines der besten Frühstücke die wir je hatten. Vielleicht ist Bangkok ja garnicht so schlimm. ![]()
Gut gesättigt und zufrieden gehen wir noch ein wenig in Bangkok shoppen. Eigentlich wollten wir zum berühmte Chatuchak-Markt, der jedoch gerade heute zu hat, wie wir feststellen müssen. Und während wir gerade noch nach einer Alternative überlegen, macht sich bei mir ein flaues Gefühl in der Magen-Darm-Gegend breit. Oh no. In Asien kann es ja durchaus schonmal passieren, dass man als Europäer ein paar exotische Bakterien abbekommt, denen man dann auch schnell wieder den Weg aus dem Körper ermöglichen muss. Doch… wohin?!
Unter großen Anstrengungen nehmen wir nochmal die Skytrain zur Sukhumvit und ich rette mich auf die öffentlichen Toiletten des Einkaufszentrums “Terminal 21”. Was soll ich sagen? Es war ein sehr nettes Klo-Erlebnis, denn das Klo war ein japanisches. Diese haben einen beheizten Klositzt, können Vogelgezwitscher spielen und hinterher mit Hochdruckreiniger und Fön auch alles wieder reinigen, bevor zuletzt noch Parfüm aufgetragen wird. Wahnsinn! Sowas brauche ich zuhause!
Wo wir schonmal da sind, schlendern wir noch durch die vielen Etagen des Einkaufszentrums. Es scheint noch recht neu zu sein und ist schick und hochmodern.
Jede Etage ist einer anderen Stadt gewidmet, so gibt es eine ganze Etage zu San Francisco (komplett mit Golden Gate Brücke und Cable Car) oder auch eine zu Peking oder Paris. Beeindruckend!
Im Keller finden wir noch einen sehr gut sortierten Supermarkt, der sogar deutsche Bockwurst führt. Das haben wir ja in Thailand bisher noch nicht gesehen! Wir haben uns aber keine gekauft, in wenigen Stunden sind wir ja schon zuhause und können uns die Originale genehmigen. Auch viel Obst gibt es. Conny liebt es, durch Supermärkte in fremden Ländern zu flanieren, da das Produktsortiment trotz Globalisierung immer deutlich anders ist als zuhause und manchmal doch einige interessante Produkte dabei sind.
Wir ziehen ein Haus weiter und bummeln noch etwas durchs MBK. Im MBK waren wir 2013 schon einmal und es hat sich kein Stück verändert. Hier versammeln sich mehrere Basar-Artige Märkte unter einem Dach. Viele kleine Stände auf mehreren Etagen, jede mit ihrem eigenen Fokus. Bevor wir uns darein stürzen, gibts aber erstmal noch ein Eis bei Swensen’s!
Das MBK ist vom Prinzip her ein bisschen so aufgebaut wie der Warorot Markt in Chiang Mai, aber irgendwie doch wieder ganz anders. Conny findet hier eine Handtasche und ich kaufe mir zwei neue T-Shirts zu echt guten Preisen. Verhandelt wird hier aber oftmals nicht, in manchen Geschäften weisen sogar Schilder daraufhin. Haben wir so auch noch nicht erlebt, normalerweise handeln die Thailänder ja gerne. Spannend fand ich vor allem die oberste Etage, dort gibt es Elektronikartikel aller Art, Form und Farbe. Auch iphones zu wahnwitzigen Preisen… ob das alles mit rechten Dingen zugeht, mag ich nicht beurteilen.
Nach einem Blick auf die Uhr, machen wir uns dann auch auf den Weg, unser Gepäck vom Bahnhof zu holen und anschließend mit der Bahn zum Airport zu fahren. Das war also unser Urlaub in diesem Jahr! Goodbye Thailand, goodbye Asien! Es war wie immer sensationell!


