Asien

Vietnam–Reunification-Palace und War Remnants Museum

So, dritter Tag in Ho-Chi-Minh-City. Heute beschäftigen wir uns mal mit den typischen Touristen-Sehenswürdigkeiten hier, die haben wir uns für heute aufgespart. Zum einen geht es zum Reunification-Palace und zum Anderen zum War Remnants Museum. Beides beschäftigt sich oder kommt aus der Zeit des Vietnam-Krieges in den 1960er und 1970er Jahren, das ist hier generell das vorherrschende Thema, so ist zumindest mein Eindruck. Auch die Tunnel gestern gehörten ja in den Themenbereich Vietnamkrieg.

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Wir sind auf jeden Fall erstmal losmarschiert und sind so durch einen schicken Park flaniert. Dort gab es auch kleine Tempel und coole Hecken, die aussahen wie Drachen. Und… es gab einen Kokosnussmilch-Verkäufer mit einer geschickten Masche. Er hat mir sein Kokosnuss-Vorrat über die Schulter gehängt und nett wie ich bin, hab ich ihm den ein paar Meter getragen. Während ich ihm das Dingen zurückgegeben habe, hat er dermaßen schnell eine Kokosnuss aufgeschnibbelt, dass wir ihm diese abgekauft haben. Etwa 2€. Verdammt, normalerweise kosten die die Hälfte. Naja, wir werden es überleben.

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Erster Stopp: Reunification Palace. Ursprünglich gebaut als der Palast des Präsidenten Südvietnams, war der Palast allerdings nicht so lange vor dem Ende des Krieges fertiggestellt und somit nur wenige Jahre in Betrieb. Hier endete allerdings de facto der Vietnamkrieg, denn mit dem Eintreffen der Befreiungsarmee wurde hier dann auch die Kapitulation unterzeichnet. Man sieht sogar noch zwei Panzer auf dem Gelände, die vom selben Typ sind wie die Panzer, die hier die Umzäunung damals überrannt haben. 1975 war das.

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Das Palast selber ist angeblich original in dem Zustand in dem man ihn damals vorgefunden hat, zumindest was die Einrichtung angeht, kann ich bestätigen, dass alles sehr nach 1970er Jahren ausschaut. Überprüfen kann man das natürlich nicht. Angeblich ist auf einem der Telefone sogar noch die letzte angerufene Nummer angezeigt, das Telefon haben wir aber nicht gefunden.

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Wir vermuteten viel mehr Regierungs-Räumlichkeiten in dem Gebäude als wir tatsächlich vorgefunden haben. Es scheint eher eine Villa das Präsidenten gewesen zu sein, als dass es wirklich ein Ort war, an dem aktiv regiert wurde. Das ganze hatte also stark repräsentative Zwecke, das ganze Gelände ist hübsch und weitläufig und präsidial. Auch Conny auf dem Balkon des Anwesens ist sehr präsidial.

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Wir fanden auch noch sehr karg eingerichtete Büros, von denen man sich heute kaum vorstellen kann, das dort früher jemand gearbeitet hatte. Auch das private Movie-Theater des Präsidenten fanden wir, dieses nimmt übrigens richtig viel Platz weg und hat auch einen eigenen Vorführraum mit mehr technischen Geräten als manches Rechenzentrum. Nix mit Beamer und AppleTV.

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Im Keller befanden sich noch ein paar bunkerähnliche Gänge, allerdings nicht allzu tief, so dass die Räume bei tatsächlichem Bombenhagel wohl kaum Schutz hätten bieten können. Beklemmend und Eng waren sie trotzdem. Auf einem Bild kurz vor dem Ausgang sieht man übrigens, wie die Panzer den Zaun zum Palast 1975 überfahren, was ich ganz zu beginn schon geschrieben hatte.

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Danach ging es nur zwei Straßen weiter zum War Remnants Museum. Nachdem sich der Präsidentenpalast hauptsächlich mit dem Ende des Krieges befasst, geht es hier im Museum um die Aufarbeitung des Vietnam Krieges aus Vietnamesischer Sicht. Wir haben gestern von unserem Guide schon ein paar Sätze zu dem Thema gehört, die uns klar machten, dass die Sichtweise auf den Krieg hier völlig anders ist als im Westen und dies wurde auch durch das Museum mehrfach unterstrichen.

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Neben viel amerikanischer Munition gibt es hier hauptsächlich Fotos von den Kriegsverbrechen der Amerikaner. Viele zerfetzte, entstellte, weinende, verzweifelte Vietnamesen und viele Amerikanische Truppen mit Waffen haben wir gesehen. Tatsächlich wenige Vietcong oder verletzte US-Soldaten. Gerade die Verstümmelungen von Opfern der Giftgasgeschichte um “Agent Orange” ist schon sehr schwer verdaulich und wir haben das Museum natürlich auch in sehr nachdenklicher Stimmung verlassen. Überlegt euch gut, ob ihr euch all die Bilder anschauen wollt, die bleiben länger im Kopf. Das ganze riecht auch stark danach,als müssten wir hier Wikipedia noch ein wenig bemühen. Ein unglaublich komplexes und krasses Thema, dass in Deutschland unserer Meinung nach viel zu oberflächlich betrachtet wird.

Wir haben danach erst einmal bei einer kühlen Cola im Park über Vietnam, die USA, Frankreich und Krieg im allgemeinen diskutiert. Am meisten verwunderte uns, wie offen die Vietnamesen auch Amerikanern gegenüber eingestellt sind. Es wirkt fast so, als wenn in der Bevölkerung nicht überragend viel Hass auf die USA besteht. Vielleicht ist das aber auch nur eine falsche Wahrnehmung von uns.

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Den Nachmittag und Abend haben wir mit Steffie und Ollie (die haben HIER ihren Blog) verbracht, die wir noch aus China kannten und gestern zufällig wiedergetroffen haben. Die beiden wussten viel aus Thailand und Cambodia zu berichten, die sie kamen gerade aus der Richtung. Wir konnten ein bisschen aus Ost-China berichten, denn das haben die beiden verpasst. Abends haben uns die beiden noch ein richtig tolles vietnamesisches Restaurant empfohlen. Bei mir gab es Frühlingsrollen (endlich!) und bei Conny Chicken mit Cashews und Reis. Beides überragend gut. Für zwei Hauptgerichte und drei Bier sind wir dann übrigens 4€ losgeworden. Schnäppchen.

Zum Schluss stand noch ein bisschen Skype auf dem Programm. Morgen früh um 8:30 geht unser Bus nach Phnom Penh. Wir fahren mit dem “Mekong Express”, auf diese Busgesellschaft schwören hier alle, die anderen sind wohl deutlich weniger seriös. Ich bin mal gespannt. Für die 6 Stunden fahrt zahlen wir übrigens 13 US-Dollar pro Person, hinzu kommt noch das Visum für Cambodia.

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Vietnam–Cu Chi-Tunnel und ruhiger Nachmittag

Der Wecker klingelt heute bereits um halb sieben, denn wir wollen die Cu Chi Tunnel besuchen, und wo das Frühstück schonmal im Zimmerpreis inklusive ist, wollen wir uns das natürlich nicht entgehen lassen. Es gibt zwar nur Osaft, Kaffe und Baguette mit wahlweise Marmelade oder Ei, aber immerhin! Das Brot ist knusprig und immerhin nicht süß Smiley.

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Um 8:30 werden wir von unserem Guide im Hotel abgeholt. Die Tour haben wir von der Dame an der Rezeption buchen lassen für umgerechnet etwa 4,50€ pro Person, plus nochmal 3€ Eintritt. Aber erstmal die Frage, was die Cu Chi Tunnels denn überhaupt sind. Es handelt sich um ein Tunnelsystem, das die Vietcong während des Indochina und Vietnamkriegs angelegt haben, und vor allem im letzteren als Ausgangspunkt für ihre Guerillaaktivitäten genutzt wurden. Aber dazu später mehr. Unser Guide sprach nicht so richtig gutes Englisch, weswegen wir nur die Hälfte verstanden, war aber sehr gut drauf und unterhielt uns auf der gut 1,5 stündigen Fahrt mit der Geschichte Vietnams und Weisheiten (“die beste Rache ist Vergebung”). Wir machten ebenfalls Stop an einer Fabrik, in der körperlich und geistig Benachteiligte typisch vietnamesische Malereien herstellen. Die waren auch ganz schön, aber unser Gepäck ist trotzdem eingeschränkt.

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Auf dem Weg zu den Tunneln fiel uns auf, das die Bäume hier in langen Reihen angepflanzt sind,- ein Relikt der chemischen Angriffe der U.S: Soldaten, um den Dschungel zu entlauben bzw. die Ernten zu zerstören; wo einst wohl Dschungel stand, wachsen heute nur Akazien und Eukalyptus. In einem kleinen Waldgebiet dann hatten wir schließlich das Tunnelsystem erreicht,- insgesamt in diesem Gebiet 250km auf drei Ebenen, in denen Büros und sogar Krankenhäuser untergebracht wurden. Die Eingänge waren nur sehr schwer zu finden, da klein und gut getarnt. In unserer Gruppe haben es nur die schmalsten Personen probiert.

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Viele vermeintliche Eingänge waren zudem mit Fallen ausgerüstet, dabei ist die obige Version mit der Drehklappen, die in eine Grube mit Bambusspitzen führt, noch harmlos. Es erinnerte doch ein wenig an Folterinstrumente aus mittelalterlichen Museen. Und ich habe mich immer gewundert, warum únter den Vietnamveteranen verstümmelte Soldaten sind. Ganz schön grauselig. Unten sieht man die Umgebung, wie sie heute aussieht, das komplette Gebiet ist untertunnelt, vom Saigon River bis zu kambodschianischen Grenze.

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Die Tunnel hielten lange auch schweren Bombardement stand, Versuche,die Vietcong mit Giftgas zu bekämpfen schlugen aufgrund eingebauter Siphons fehl, ebenso Versuche, die Tunnel zu fluten. Hunde konnten die Menschen nicht wittern, da sie Chili, Salz und Pfeffer nutzen, um den Geruchssinn zu täuschen. Die Not machte die Vietnamesen unheimlich erfinderisch; so verwerteten sie die Bomben der Amerikaner einfach wieder und beschossen amerikanische Panzer quasi mit ihrer eigenen Munition. Sandalen wurden aus Autoreifen gebaut. Krass.

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Schließlich durften auch wir ein etwa 100m langes Tunnelstück begehen,- oder eher bekriechen.

Es war wirklich kein Spaß, denn es war eng, stickig, dunkel und wirklich klaustrophobisch. Nichts auf der Welt könnte mich überzeugen, 17 Jahre lang dort zu leben.

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Dementsprechend haben wir auch bereits nach wenigen Metern den nächsten Ausgang genommen. Das war echt eine ziemlich heftiges Erlebnis,- kein Vergleich mit der zwar ebenfalls bedrückenden, aber im Vergleich gradezu luxuriösen Ausstattung der Maginotlinie an der Grenze zu Frankreich.

Aprospros Frankreich. Wie kam es überhaupt zum Vietnamkrieg? Vietnam war seid der Mitte des 19. Jahrhunderts französische Kolonie und wollte sich bereits in den 20er Jahren unter Ho Chi Min unabhängig erklären und tat dies 1945 auch,- ironischerweise unter Berufung auf die Unabhängigkeitserklärung der USA- gefolgt von dem Indochinakrieg gegen Frankreich, der in der Teilung Vietnams in den kommunistischen Norden und den Süden, der von einer nichtkommunistische Diktatur beherrscht wurde, 1954 endete. Der Norden wollte das Land dann zu einem gesamtkommunistischen Vietnam wiedervereinigen, was aufgrund der unpopulären Regierung in Südvietnam wohl einfach gewesen wäre. Hier kommt nun die USA ins Spiel. Der Containmentpolitik folgend und die Domino-Theorie fürchtend, bekämpften sie Nordvietnam seid 1954 mit Bombardements, womit der eigentliche Vietnamkrieg begann. Truppen wurden in den Süden gesandt, um die Guerillakämpfer zu bekämpfen, die dort von Nordvietnam unterstützt wurden und die Tunnelysteme anlegten. Weitere Informationen werden wir morgen hinzufügen, wenn wir das Kriegopfermuseum hinter uns haben. Die Tunnelsysteme sind übrigens zum großen Teil heute verschüttet, zahlreiche Fallen sind immernoch unentdeckt. Tunnelratten, speziell ausgebildete GIs, gelang es schließlich, in die Tunnel einzudringen und den ein oder anderen Erfolg zu verbuchen.

Die ganze Tunnelgeschichte war auf jeden Fall sehr beeindruckend und bedrückend. Einen gradezu lächerlichen Propagandafilm später war unsere Tour dann auch wieder zu Ende und wir sind zurück nach Saigon.

Hier übernimmt Marcus mal. Conny hat in den letzten zwei Tagen angefangen, Mopeds zu fotografieren, die irgendwelche krassen Geschichten transportieren. Die krassesten sind uns leider aus der Linse gerutscht und wir haben keine Fotos, aber ein paar haben wir gesammelt. Welche findet ihr am krassesten? Der erste Typ mit den vielen Fischen und Lebensmitteln in Plastiktüten ist bislang mein Favorit.

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Abends gab es bei uns heute ein wenig Selbstversorgung: Nämlich Baguette und Käse. Beides Dinge, die wir in den letzten Wochen sehr selten hatten und somit auch ordentlich vermisst haben. Für zwei Baguettes haben wir übrigens 50 Cent bezahlt. Cool. War übrigens auch lecker. Danach sind wir noch auf einen Drink in die Backpacker Area gegangen, hier gibt es allerhand coole Läden, den erstbesten haben wir einfach mal genommen. Bei Conny gab es hier eine waschechte Kokosnuss mit entsprechender Kokosmilch drin. Die gibt es hier an jeder Ecke uns sind echt super erfrischend.

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Insgesamt gefällt es uns hier sehr gut und alles ist mit ein paar brocken Englisch relativ einfach zu regeln, deutlich einfacher als in China. Morgen gibt es dann wieder vietnamesisches Essen, haben wir spontan beschlossen.

Übermorgen geht es dann schon weiter nach Phnom Penh. Wir haben unsere ursprüngliche Planung nun auch das erste Mal über den Haufen geworfen, doch dazu dann in den nächsten Blogeinträgen mehr!

Morgen geht es zum Reunification Palace und zum War Remnants Museum, also weitere Aufarbeitung des Vietnam-Krieges, ganz schön harter Kram, aber muss man machen denke ich.

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Vietnam–Stopp in Singapur und Ankunft in Ho-Chi-Minh-City

Heute war es soweit und wir verlassen endlich China. Oha, jetzt habe ich “endlich” geschrieben. Naja, China war schon ein tolles Land mit super-freundlichen Menschen, aber nach etwa 5 Wochen reicht es dann auch mit China. Es gibt eine ganze Menge an kulturellen Unterschieden, die uns gehörig auf den Keks gehen und die wir in Südostasien nicht mehr – oder zumindest weniger – haben werden. Los ging es morgens um 10:45 mit dem Airport Bus A11, der von unserem Hostel für 40 HK$ direkt zum Airport fährt. Einfacher geht es nicht. im Vorhinein hatten wir irgendwo gelesen, dass man diesen Bus nicht nehmen soll, da er unpraktisch sein soll, aber das ist Blödsinn. Der Bus ist top!

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Nachdem wir eingecheckt haben, kam bei uns die erste Erleichterung, wir haben zwei Bordtickets. Warum das? Naja, wir haben auch zwei Flüge, nämlich von HK nach Singapur und dann von Singapur nach Ho-Chi-Minh-City in Vietnam. Leider liegen zwischen den beiden Flügen 13 Stunden Aufenthalt am Flughafen in Singapur. Der Fakt, dass wir zwei Bordkarten bekommen haben bedeutet nur, dass wir in Singapur nicht aus dem Transitbereich müssen, um unser Gepäck aufzusammeln und erneut einzuchecken. Alles klappt ohne unser zutun und wir sehen unser Gepäck erst in Vietnam wieder.

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Unser Flug ging mit Jetstar, das ist so in etwa das Ryanair Asiens. Wir hatten auch erwartet, auf dem Flug etwas vom Typhoon zu sehen, der irgendwo unsere Flugroute vor 1-2 Tagen passiert hatte, aber es war weitestgehend klares Wetter, von krassen Wetteranomalien war keine Spur. So kamen wir dann nach knapp 3,5 Stunden in Singapur an und hatten nun 13 Stunden totzuschlagen. Es gibt zugegebenermaßen schlechtere Orte als Singapur, um dies zu tun: Der Airport in Singapur hat Schlaf-Lounges, Gratis-Kinos und 24h-Fress-Bereiche. Yeah.

Es war trotzdem eine lange Nacht und der 2-Std-Flug von Singapur nach Vietnam am nächsten Morgen war dann auch nicht mehr das Zünglein an der Waage: Gerädert und Müde waren wir eh schon. Angekommen in Vietnam, mussten wir uns erstmal unser Visa organisieren. Wir haben im vorhinein nur einen Letter of Invitation bekommen, der bescheinigt, dass wir in Vietnam ein Visum bekämen, das eigentliche Visum konnte man nun hier für 45 Dollar und ein Passfoto erhalten. Den Letter of Invitation gab es übrigens Vorab über eine Visaagentur. Hat alles Problemlos geklappt.

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Vom Airport in HCMC (Ho-Chi-Minh-City) nehmen die meisten Reisenden ein Taxi, das kostet dann etwa 250.000 Dong und somit etwa 9€. Wir haben mal die Risiko-Variante gewählt und für 20.000 Dong den Bus genommen (Bus 251 fährt direkt vom Flughafen in die City). Das ist weniger als 1€, dafür auch etwas frickeliger beim Aussteigen und Hotel suchen. Ging aber alles. In Vietnam sind wir übrigens Millionäre, denn 1€ ist etwa 29.000 Dong wert.

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Nach kurzer Hotelsuche (Hausnummer 283 und nicht 238!!! Wer lesen kann ist klar im Vorteil!) und kurzem Einchecken, begeben wir uns direkt ein bisschen auf Erkundungstour. Unser erster Stopp ist ein Café, denn Vietnam ist für seinen Kaffee berühmt. Auch für seine Backkunst übrigens. Beides ist noch ein Überbleibsel aus der Kolonialzeit, Vietnam war Kolonie von Frankreich. Conny meint übrigens, ihr iced white coffee wäre das beste Getränk auf der bisherigen Reise. Mein Milchshake war auch super! Weiter ging es zur Markthalle, wo wir ein bisschen gestöbert haben und Conny sogar eine gemütliche Hose gekauft hat. Etwas anstrengend ist es hier in Vietnam, dass man stärker als in China Dinge aufgeschwatzt bekommt. Brauchst du eine Uhr? Suchst du ein T-Shirt? Kann ich dir helfen? NEIN VERDAMMT! :-/

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Naja. Unser Nachmittag führte uns an diversen Kolonialbauten vorbei und in das ein oder andere Café, alles bis hierhin sehr relaxed. Auch ein kleiner Schauer konnte uns nicht aus der Ruhe bringen, sehr wohl aber ins Schwitzen. Hier sind es stets um die 30 Grad mit einer übelst hohen Luftfeuchtigkeit… da muss ich mich erst dran gewöhnen. Ansonsten haben wir uns aber beide spontan in HCMC verliebt. Eine tolle Stadt!

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Ein wenig hektisch wurde lediglich unsere Suche nach einem Abendmahl. Das geschah nämlich zufälligerweise gerade zur Rush Hour. Verdammt. Es sind hier ja normal schon unglaublich viele Mopeds unterwegs (und damit meine ich deutlich mehr Mopeds als Autos), aber Abends erreicht das wirklich irrwitzige Züge. Für Conny und mich, die tapferen Fußgänger, war nichtmal mehr auf dem Gehweg platz, denn dort fuhren, warteten oder parkten natürlich Mopeds. Es ist richtig krass. Morgen gibts mal ein Video dazu.

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Gefunden haben wir dann doch noch was, nämlich vietnamesisches Essen. Bei mir gab es einen Rice Pot und bei Conny Fried Noodles. Ursprünglich wollten wir Pancakes essen, aber wir haben den Laden nicht gefunden. Ob man es glaubt oder nicht, Pancakes sind etwas total typisch vietnamesisches. Wir haben die hier auch schon auf diversen Karten entdeckt, zum Beispiel mit Shrimps. Mal schauen, ob wir das noch testen.

Nach einem echt langen Tag, liegen wir nun erschöpft im Bett. Morgen gibts eine halbtagstour zu den Tunneln aus dem Vietnamkrieg und danach vielleicht wieder ein bisschen Kaffee. Smiley

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China–Rundreise beendet, chillen in Hong Kong

Was für eine Nacht! Das war jetzt mit Abstand das schäbigste Hostel in dem wir bislang übernachtet haben. Vielleicht war es nochmal doppelt so schlimm, wenn man den krassen Kontrast zu den sehr schicken Kasinos hat. Man weiß es nicht. Conny hat sich dann so in ihren Ekel hineingesteigert, dass sie die halbe Nacht nicht schlafen konnte und hinterher der Meinung war, das Bett sei voller Bed-Bugs.

Waren dann wohl doch keine. Entwarnung! Etwas gerädert stiegen wir dann alle morgens in eine Fähre, die uns zurück nach Hong Kong bringt. Alle anderen waren noch deutlich geräderter als wir, die haben noch bis 4 Uhr morgens im Kasino gefeiert, das konnten wir mit der angeschlagenen Conny aber nicht machen.

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In Hong Kong angekommen, nahmen wir dann zunächst einmal Abschied von unserem Guide, Kahlid, und begaben uns zu unserem Hostel. Dieses mal bleiben wir auf der Hong Kong-Island Seite der Stadt und nicht in Kowloon wie beim ersten mal. Hier ist es nicht ganz so voll und ganz so dreckig. Unser neues Hostel bietet insgesamt auch nicht richtig viel mehr Platz als das letzte, aber hier gibt sich jeder Mühe, es so angenehm wie möglich zu machen. Alles ist super-sauber, bunt gestrichen und sehr freundlich. Uns gefällt es hier. Von außen schaut das Ganze derzeit nicht so prall aus, hier wird ordentlich renoviert.

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In direkter Umgebung haben wir auch diverse Supermärkte (sogar mit westlichen Produkten) und die “Little Rabbit Laundry”, die unsere Klamotten erstmal in Rekordgeschwindigkeit wieder gereinigt hat. Es ist ein tolles Gefühl ein frisch gewaschenes T-Shirt anzuziehen, Leute! Smiley

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Im Supermarkt fanden wir sogar Nutella (sehr selten in China) und deutschen Baumkuchen! Wir werden hier mal ein wenig westlichen Kram essen, auf Nudeln oder Reis haben wir momentan beide nicht so richtig Lust!

Abends war dann noch ein gemütliches Sit-in mit all unseren Reisekameraden der letzten 25 Tage. Es hat echt sehr viel Spaß mit allen gemacht und wir werden es vermisse, die Jungs und Mädels jeden Tag zu sehen, aber genauso freuen wir uns momentan darauf, alleine etwas zu unternehmen!

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Am Zweiten von Fünf Hong-Kong-Tagen gab es erstmal ein Nutella-Frühstück, das war auch dringend nötig. Ansonsten stand der Tag im Zeichen der Selbstorganisation. Fotos aussortieren und Hochladen. Die nächsten Reiseziele googlen oder mit der Heimat skypen. Das Internet hier im Hostel ist nämlich grandios und das war bislang selten so.

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Käse ist aber beispielsweise schön teuer hier. Verdammt. Da wir insgesamt 4 Nächte hier in Hongkong haben, kann man auch endlich mal wieder ein bisschen Freizeitbeschäftigungen nachgehen. Conny saß so zum Beispiel ein bisschen im Park und ich habe mich auf einer Joggingrunde mit den Chinesen gemessen. Sind garnicht mal so schnell Zwinkerndes Smiley

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Conny ist dabei die “Bewegter Schnappschuss” Funktion unserer Kamera aufgefallen, die kurze Videos in Slow Motion aufnimmt, das erste Video damit ist natürlich der Knaller!

Abends überkam uns dann der Hunger nach etwas Westlichem und es ging zu Pizza Hut. Fortbewegt haben wir uns in diesen letzten Tagen in China kaum zu Fuß, sondern mit der Tram hier in Hong Kong Island. Die Tram ist irgendwie schon etwas älter und sieht so aus, als wäre sie aus Kolonialzeiten übriggeblieben. Eine Fahrt kostet 2,30 HK$, also etwa 25 Cent.

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Mit den Pizzaresten von Pizzahut habe ich übrigens Abends im Hostel noch ein wenig Bundesliga geschaut, das hatte ich ein wenig vermisst. Was haben wir noch so gemacht? Ach ja! Wir sind mal mit der Star Ferry von Hong Kong Island nach Kowloon rüber, wo wir ja beim ersten Aufenthalt unser Hostel hatten. Hauptsächlich haben wir das gemacht, weil wir beide gerne Bötchen fahren und weil die Starferry mit 4 HK$ auch wieder sehr günstig ist.

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Es war inzwischen auch ein wenig Wellengang und Wind, man spürte hier die Ausläufer des Typhoons aus den Philippinen ein wenig, auch wenn er mehrere hundert Kilometer südlich von uns vorbeizieht. Wenn wir am Montag nach Vietnam fliegen könnten wir ein bisschen mehr davon spüren, je nachdem wie schnell er so ist.

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Die Chinesen gehen wohl auch total steil auf Segeln, das ganze Hafenbecken in Hong Kong war jedenfalls voll von Seglern, die auch alle hart im Wind lagen.

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Auf der Kowloon-Seite weihnachtete es schon ein wenig, jedoch arg kitschig mit Disney-Figuren. Wir werden denke ich spätestens in Thailand ein bisschen Heimweh bekommen, wenn es so richtig weihnachtet im Dezember.

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Zurück auf der Hong Kong Seite ging es dann wieder zum Hostel und zwar wieder mit der Tram. Conny und ich könnten das den ganze Tag machen, denn man kann von dort super Leute beobachten und die Stadt anschauen, die Dinger sind nämlich ein wenig gemütlich.

Abends ging es dann zum Dim Sum essen mit Denis und Johanna, einem Pärchen aus England, dass wir kennengelernt haben. Dim Sum ist eine cantonesische Spezialität und Hong Kong ist berühmt für sein gutes Dim Sum. und weil ich mich nur halb so unterhaltsam darüber aufregen kann wie Conny, schreibt sie mal den letzten Absatz:

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Also Dim Sum, diese bekannte “Köstlichkeit”. Wir hatten über Tripadvisor so einen Laden in der Nähe unseres Hostels ausfindig gemacht, der angeblich sehr leckere Dim Sum herstellt und sind dann auch da hin. Im Wesentlichen dachten wir, das Dim Sum quasi kantonesische Tapas sind, also Kleinigkeiten, und damit lagen wir auch garnicht so falsch. Dumplings, Frühlingsrollen, kleine Pastetchen gabs da und wir haben uns mal so eine Auswahl bestellt. Enttäuschenderweise war das meiste gedämpft, nicht gebraten, und sowohl die Dumplings als auch die Frühlingsrollen waren in einen labberigen, weißen, glibberigen Teig gehüllt. Da konnten mich auch die Füllungen wirklich nicht überzeugen und ich musste mich wirklich überreden, den Teig nicht wieder hochzuwürgen. Bah. Getoppt wurde das nur noch von dem, was wir für Rind mit Gemüse und Ingwer hielten…es sah schon nicht wie Rind aus, roch streng, schmeckte ebenso streng und zäh und stellte sich als Rinderpansen heraus. Ohje. Immerhin waren die Nudeln okay und irgendwas frittiertes mit Wasabifüllung konnte mich auch überzeugen. Dim Sum und ich werden aber ganz bestimmt keine Freunde mehr. Immerhin haben wir es ausprobiert Smiley. Trostpunkt: das Essen war für Hong Kong recht günstig.

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China – Beste Videos aus 4 Wochen China

In den letzten Wochen war es uns leider nicht möglich, Videos zu posten, da Youtube in China geblockt ist. Hier haben wir mal 14 Videos rausgesucht, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Viel Spaß.


 

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