Heute endlich mal ein bisschen chillen. Wir starten erst gegen Mittag in Richtung Mandalay Hill. Der ist zwar mit knapp 300m nicht so wirklich groß, aber soll angeblich doch recht anstrengend sein und eine tolle Aussicht bieten, das wollen wir doch mal austesten.
Die erste Schwierigkeit ist hierbei schon, dass wir nicht so richtig wissen, wo man los geht. Wir haben zwar Treppen gefunden, im Reiseführer steht aber was von großen weißen Löwen, die den Eingang zieren, die haben wir irgendwie nicht gesehen. Tja. Naja, aufwärts!
Die Stufen sind nicht sonderlich hoch und alle paar Meter befindet sich ein Getränkestand. Im Reiseführer stehen Begriffe wie “schweißtreibend” oder “anstrengend”. Wir finden es garnicht so anstrengend. Machen aber der Aussicht wegen hin und wieder mal eine Pause.
Die Aussicht war nämlich grandios. Auch wenn es nicht so richtig viele Landmarks gibt, die man von hier oben sehen kann. Ein wenig diesig war es auch, aber trotzdem war die Sicht schon ganz gut. Wir konnten viele Reisfelder und viel grün sehen. Für eine Million Einwohner ist Mandalay erstaunlich ländlich.
Oben drauf auf dem Mandalay Hill steht natürlich eine Pagode. Pagoden haben wir in den letzten Wochen reichlich gesehen, so dass wir dieser hier nicht so richtig viel Aufmerksamkeit widmeten.
Während sich die Locals vor der Pagode fotografierten, haben wir uns lieber vor der Landschaft fotografiert und skeptische Blicke der Burmesen geerntet.
Nach einem kurzen Rundumblick haben wir uns dann auch langsam wieder auf den Weg bergab gemacht. Auf halbem Weg haben wir dann wieder einen Stopp bei einer Erfrischungsstation gemacht. Und als wir ganz unten wieder angekommen sind, haben wir auch die beiden großen Löwen gefunden. Wie wir die auf dem Hinweg nicht sehen konnten, ist uns ein Rätsel.
Der Weg zurück zum Hotel führte dann wieder am Wassergraben des Königspalastes vorbei, die Fotos ersparen wir euch aber. Der Graben sieht nämlich noch genauso aus wie am Vortag. Überraschung. Zurück im Hotel, wollten wir dann mal den burmesischen BBQ-Laden direkt bei uns um die Ecke ausprobieren, der hat zwar nix in englisch, soll aber gut sein.
Er war auch gut und nach ein paar Bier waren wir auch ein bisschen angeschickert. Im BBQ Laden haben wir nur eine Kleinigkeit probiert und waren noch hungrig auf dem Rückweg. Der Alkohol hat natürlich nichts damit zu tun. Dann bestellen wir uns doch einfach noch was zu futtern im Hotel und da wir in den letzten Jahren die einzigen im Hotelrestaurant waren, haben wir uns den Kram heute mal aufs Zimmer bestellt. Ich finde ja das Bild von mir mit den Spaghettis im Bett sind arg feudal aus, war aber halb so wild. In der Glotze kam nebenbei Tron. Mal ein gemütlicher Fernsehabend ist auf Reisen auch selten.
Und schwups, da war auch schon der letzte Tag in Mandalay da. Wieder machen wir uns erst gegen Mittag auf den Weg und diesmal haben wir uns Fahrräder geliehen. Wir sind die letzten Tage über 20km gelaufen und jetzt reichts aber auch. Der erste Stop ist Marie Min, ein indisches Vegetarierrestaurant, das wir auschecken wollten um abends dort zu essen. Ein Getränk zur Erfrischung und weiter gings.
Das Ziel unserer Fahrradtour war die ehemalige Hauptstadt Amarapura, 11km südlich von Mandalay. Dort steht die längste (nämlich 1,2km) Teakholzbrücke der Welt, die soll sehr sehenswert sein und ist zum Beispiel auf dem Cover des Lonely Planets für Südostasien abgedruckt. Dafür mussten wir uns erstmal durch den Verkehr in Mandalay kämpfen, was eine staubige und ein wenig nervenaufreibende Angelegenheit war. Bald waren wir aber in einer ländlichen Gegend angekommen, mit Reis- und Gemüsefeldern entlang der Straße.
Und bald waren wir auch an dem See angekommen, über den sich die U-Bein-Brücke (so der Name) spannt. Schnell die Fahrräder abgestellt und auf das Ding drauf. Sie ist tatsächlich fast ausschließlich auch Holz ( bis auf einige Betonpfeiler, die ersetzt wurde) und besteht im Wesentlichen aus Pfählen, auf die Bretter genagelt wurden. An den Seiten sind hin und wieder Bänke zum Sitzen und auch einige Pavillons, die Schatten spenden, denn die Sonne knallt ziemlich ungehindert auf die Planken.
Ich würde schätzen, die Brücke ist so 5m hoch über dem See, der allerdings ziemlich flach zu sein scheint. Überall in dem See stehen Fischer ganz still und angeln. Die Brücke ist übrigens stark in Nutzung, es war doch recht viel Verkehr auf hier. Der Reiseführer meinte, ab Mittag sind die Touristenmassen auf der Brücke, aber wir haben vor allen Dingen Einheimische gesehen. Und viele Mönche. Nicht das erste mal, dass der Reiseführer Quatsch erzählt.
Und wie wir da so auf der Brücke stehen und die Aussicht genießen kommt unter uns ein Ochsengespann aus dem Wasser gefahren. Noch viel cooler: der Hund, der hinter dem Lenker auf dem Wagen steht und sich aus dem Wasser ziehen lässt.
Wir sind dann langsam über die Brücke spaziert und haben die ein oder andere Aufnahme gemacht. Dabei hatte ich mehr als einmal echt Angst, weiterzugehen, den so richtig TÜV-geprüft sah das Ding nicht aus. Aber sie hält immerhin schon über 100 Jahre und ist auch heute nicht eingestürzt.
Viele schöne Ausblicke boten sich und mit mehreren kleinen Päuschen sind wir dann auf die andere Seite gelangt.
Zurück zu unseren Fahrrädern wollten wir dann aber nicht laufen und außerdem wollten wir auch mal einen Blick auf die Brücke drauf haben.
Also haben wir uns von einem netten Bootsfahrer anquatschen lassen, der uns auf seiner Nusschale für 4$ auf die andere Seite gebracht hat. War sehr gemütlich.
Noch einmal nett winken zum Abschied und ein Foto von ihm gemacht (natürlich mit seinem Einverständnis) und dann stand schon wieder der Rückweg auf den Plan. Die Brücke ist zwar bei Sonnenuntergang noch spektakulärer (wie alles), aber bei Dunkelheit wollten wir den Weg mit dem Fahrrad dann doch nicht machen.
Also schnell zurück zu dem ausgewählten Restaurant und “richtig eskalieren”. In meinem herangezüchteten Hunger habe ich mir eingebildet, drei Currys würden gerade so reichen, um Marcus und meinen Hunger zu stillen und vielleicht noch Platz für Nachtisch lassen.
War auch alles wirklich ausgesprochen lecker (vor allem das Kürbiscurry) und schnell weggeputzt. Doch,-ohje, der Sättigungseffekt stellt sich eben erst immer später ein und resultierte in einem äußerst unangenehmen Magendrücken.
An Nachtisch war garnicht zu denken. Erst nach einer Viertelstunde Verdauung und Marcus Hilfe beim Austrinken meines Getränks war ich in der Lage, das Fahrrad zu besteigen und war überzeugt, in jedem Moment zu platzen.
Auf dem Rückweg kamen wir an einem Straßenfest vorbei, bei dem mit Begeisterung ein hier sehr verbreitetes Spiel gespielt wurde: Dabei wird ein kleiner Ball mit Hilfe der Füße hochgehalten, in einer Gruppe von etwa fünf Leuten. Die sind hier richtig gut dadrin! Dazu lief ohrenbetäubende burmesische Popmusik. Cool.
Morgen geht es dann wieder nach Bangkok. Und dann wieder an den Strand. Juchu!


