China

China–Pandas, Chengdu und wieder ein Nachtzug

Der Morgen beginnt früh. Um 6 Uhr klingelt der Wecker, denn um 6:50 geht es zu den Pandas. Pandas sind nämlich recht viel am Schlafen und Vormittags sind sie ne Weile wach. Also rein in den Bus und ab zu den Pandas. Nach 30 Minuten Fahrt sind wir schon da.

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Das Panda Research & Breeding Center ist DIE Attraktion hier in Chengdu und dementsprechend viele Touristen sind dort unterwegs. Überall sieht man Pandamützen, Panda T-Shirts, Pandastift und Pandapostkarten. Das Ganze erinnerte so früh am Morgen ein wenig an Jurassic Park was allerseits für Erheiterung sorgte.

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Die ersten Pandas, die wir gesehen haben, waren die Panda Babies, gerade mal 20-30cm groß waren sie hinter Glas zu bewundern und eigentlich nur am schlafen. Conny war trotzdem hin und weg.

Danach ging unsere Gruppe erstmal gemeinsam zum Frühstück. Alle bis auf einen, nämlich mich. Bei mir meldete sich das fiese HotPot-Dinner vom Vortag und ich kann aus erster Hand berichten: Es brennt zwei mal. Smiley Tatsächlich ist das hier bislang nichts besonderes, so ziemlich jeder von uns hatte schon Vorkommnisse im Verdauungsprozess. Das HotPot Dinner war allerdings wohl besonders fies zu uns allen. Es war ja schon krass das zu essen gestern. Mir brannten Lippen und Zunge und wurden dann taub. Richtig übel.

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Nach dem Frühstück geht es dann zunächst zu den Red Pandas. Red Pandas sind deutlich kleiner als die Pandas die man so kennt und zudem wie der Name schon sagt rot. Eigentlich sehen sie aus wie eine Mischung aus Waschbär und Fuchs. Sie hatten ein Freigehege und kamen einem, gejagt von einem Haufen fotografierender Chinesen verfolgt, entgegen. Besser bekannt sind die Viecher unter dem Namen Firefox. Somit erklärt sich für uns Nerds auch das Namensgebende Tier des Firefox-Browsers.

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Danach ging es dann endlich zu den richtigen Pandas. Diese hatten unterschiedliche Gehege und haben sich relativ behäbig in Richtung Frühstück bewegt. Mit Pandas verhält es sich wohl so wie mit Koalas. Sie schlafen relativ viel, essen dann Kram, der berauschende Wirkung hat, und schlafen dann wieder ein. Neben den richtigen Pandas waren auch noch ein paar Pandababies in freier Natur. Sie lagen auf einer Holzplatte in einem Gehege. Conny war wieder völlig hin und weg, speziell als eines runtergefallen ist und laut quietschend wieder auf die Platte verfrachtet wurde. Sweet.

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Bevor es dann zurück Richtung Hostel ging, mussten wir natürlich noch ein paar Souvenirshops unsicher machen, haben aber erstmal nichts gekauft. Erst vor den Toren des Research Centers hat Conny mir einen kleinen Panda für 10 Yuan gekauft. Drinnen hat er noch 20 gekostet und im Souvenirshop direkt am Gehege sogar 40. Nice. Wir haben den Kollegen “Mr. Panda” getauft, nach dem Besitzer des Hostels hier in Chengdu.

Als nächstes gibts erstmal ein Bild wo Mr. Panda den Maulwurfn anklammert Smiley

Zurück im Hostel haben wir noch kurz zusammengepackt und ausgecheckt, dann hatten wir insgesamt 6 oder 7 Stunden Freizeit. Endlich mal ein bisschen. Wir haben in den letzten Tagen, speziell im Zug, soviel in der Gruppe gemacht, dass uns die Freizeit ganz gut tat. Conny – etwas erkältet – hat es sich im Hostel bequem gemacht, während ich mit ein paar Jungs noch zu KFC gegangen bin. Endlich etwas westliches Essen. Dann lief hier im Hostel der Film “The Boat That Rocked” und wir haben die Seele ein wenig baumeln lassen.

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Leider hat das nur einige Stunden totgeschlagen, und als ich wieder kam, war Conny wieder soweit fit, dass wir uns ein Kloster direkt um die Ecke anschauen konnten, das buddhistische Wenshu Kloster aus dem 18 Jahrhundert. Dort war spirituell einiges los, viele Leute haben dort ihre Rituale vollzogen und gebetet. Das Kloster ist erstaunlich groß, am schönsten fanden wir den Klosterpark. Am Ende von diesem sind wir dann auch auf den Electrical Monk gestoßen, der, fiesen Techno hörend und laut auf den Boden rotzend, dort vor sich herschlurfte.Welch eine Erleuchtung.

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Schließlich ging es wieder auf zum Bahnhof und es hieß bereits Tschüss, Chengdu. Ab ging es in einen weiteren Nachtzug nach Xi’an, einer der Hauptstädte des chinesischen Kaiserreichs. Immerhin sind es diesmal nur 15 Stunden Fahrt.

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China–25 Stunden Zugfahrt nach Chengdu

Ich hatte ja vorher schon ein bisschen Schiss vor den langen Zugfahrten hier in China und auch der Nachtbus nach Yang Shuo war nicht ganz so mein Fall. Jetzt kam dann allerdings der Härtetest: Die Fahrt nach Chengdu dauert mit dem Nachtzug ziemlich genau 25 Stunden. Also länger als einen Tag im Zug. Verdammt. Verpflegung für die lange Fahrt haben wir uns gestern Abend schon gekauft, Frühstück nehmen wir aber noch vorher zu uns. Bei KFC. Don’t tell anyone. Zwinkerndes Smiley

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Im Bus zum Bahnhof gab es dann noch letzte Anweisungen von Sally und unsere personalisierten Zugtickets. Mit Passnummer (Verdeckt durch den Daumen). Die Busfahrt dauerte etwa 1,5 Stunden durch den krassen chinesischen Verkehr. Am Bahnhof angekommen war dann alles eher spartanisch. Es gab noch einen Airport-Mäßigen Security-check, aber mein Taschenmesser wurde mir zum Beispiel nicht abgenommen. Keine Ahnung wonach gesucht wurde.

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Wir hatten im waiting Room noch etwa ne Stunde Aufenthalt bis wir unseren Zug boarden dürfen. Es läuft ein bisschen so wie auf einem Flughafen, dann aber auch wieder garnicht. Irgendwann wird der entsprechende Zug aufgerufen. Es gibt eine Boarding-Time und eine Abfahrtszeit etwa 20 min. später. Es scheint auch so zu sein, dass immer nur ein Zug gleichzeitig am Bahnsteig hält.

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Beim boarden waren wir dann auch noch enthusiastisch, war ja auch alles neu und spannend. Also erstmal zugewiesenes Bett finden und Rucksäcke abladen. Es sind immer 6 Betten zusammen und etwa 15-20 Abteile im Wagen. Wir hatten sogenannte “Hard Sleeper”, das ist quasi die Holzklasse. “Soft Sleeper” wäre dann die erste Klasse gewesen. Conny und ich hatten unsere Betten ganz unten. Zusammen mit uns waren dort noch 3 andere Leute aus unserer Reisegruppe und ein schlecht gelaunter Chinese.

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Es dauerte nicht lange, bis wir alle auf unseren Betten saßen und uns unterhalten haben, man hat ja sonst nichts zu tun. Schlafen wollten nur die wenigsten. Wer jetzt schläft, ist nachts bestimmt wach. Ab 22 Uhr geht das Licht aus, das ließ uns 9 Stunden bevor Schlafenszeit ist. Hin und wieder kamen auch Wagen vorbei mit Gütern die man käuflich erwerben kann. Früchte, chinesisches Essen, Tücher, Zahnpasta, alles Mögliche. Die Früchte wurden im Laufe der Zugfahrt auch günstiger, weil die sonst weggeschmissen werden müssen.

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Aus Unterhaltungen wurden dann relativ schnell die ersten Bierchen und irgendwann war dann auch Musik da und ZACK hatten wir eine train party an den Start gebracht. Zu Essen gab es dann fiese NoodleCups, heißes Wasser gab es schließlich an Bord. Nach den Bierchen gab es dann von der tief-britischen Fraktion unserer Reisegruppe auch noch ein Tässchen Brandy, bevor wir später bei chinesischem Reiswein landeten. Für die Chinesen waren wir wohl relativ spannend, regelmäßig starrten sie zu uns herüber, wollten aber nix trinken. Auf Nachfrage von unserem Guide, Miranda, hatten sie aber kein Problem mit uns, sondern fanden es nur spannend uns zu beobachten.

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Das Beobachten haben sie dann auch Nachts gemacht, während wir schliefen, in erster Linie bei den Frauen. Das war schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Am nächsten Morgen war ab 8 Uhr alles wieder hell und alle Leute wieder viel unterwegs in unserem Zugwaggon. Vorher war das alles sehr angenehm und Conny und ich haben auch recht gut geschlafen. Kein Vergleich zur Busfahrt vor ein paar Tagen! Selbst die Klos an Bord waren erträglich, zumindest die in der ersten Klasse, die ich euch fotografiert habe Zwinkerndes Smiley Die anderen waren stinkende Löcher im Boden und man hat direkt auf die Schienen gedengelt (und die Klos wurden in Bahnhöfen abgeschlossen).

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Die letzten zwei Stunden der Zugfahrt haben sich dann nochmal gezogen wie Kaugummi. Auch der Nudelpott zum Frühstück hat die Zeit nicht schneller verstreichen lassen. Irgendwann waren wir dann aber tatsächlich in Chengdu angekommen. Der Bahnhof wirkte wieder ein bisschen wie ein Flughafen, war aber viel moderner als der in Guilin wo wir abgefahren sind.

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Nach kurzer Busfahrt sind wir dann relativ fix an unserem Hostel angekommen, es hieß “Mr. Panda”, da Chengdu wohl in erster Linie für seine Panda-Research-Facility bekannt ist, die wir uns dann auch morgen anschauen werden. Bevor es jedoch soweit war, sind wir erstmal in unser Zimmer und… OH GOTT… Conny hat Haare im ungemachten Bett und eine gebrauchte Binde im Mülleimer gefunden, also erstmal Zimmer wechseln. Puh.

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In dem Laden neben unserem Hostel gab es dann noch ein bisschen Noodle Soup (schon wieder Nudeln!), die Conny allerdings weniger gemundet haben. Dafür waren sie günstig, nämlich etwa 7 Yuan, das ist etwa 1€. Danach gab es noch eine kurze Mandarin-Stunde. Wir können jetzt bis 10 zählen oder ein Bier bestellen auf Mandarin. Morgen habe ich vermutlich wieder alles vergessen.

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Nach dem kurzen Mahl gab es ein wenig Freizeit. Endlich. Wir haben ein wenig im internet gesurft und gegen die irischen Mädels im Kickern verloren. Aber auch zwei Stunden Freizeit verbringt man eigentlich zusammen als Gruppe und die Zeit vergeht irgendwie wie im Flug. Man hatte noch die Möglichkeit von einem blinden Chinesen massiert zu werden, aber das wollten wir beide nicht.

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Danach ging es dann zum Sichuan Hot Pot. Hot Pot ist eine Spezialität der Region hier. Prinzipiell soll das Ganze ungefähr so sein wie Fondue. Das Restaurant ist etwa 20 min. zu Fuß entfernt. Also los. Ursprünglich wurde uns gesagt, dass Hong Kong die sauberste und entspannteste chinesische Metropole ist, das konnten wir aber direkt mal wiederlegen. Alles in Chengdu war deutlich entspannter als in HK und auch die Straßen und Bürgersteige waren total sauber. Es gab sogar Fahrradwege. Insgesamt hat Chengdu wohl 14 Mio. Einwohner und ist somit eigentlich echt krass groß.

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Unser Weg führte durch sehr pittoreske Touristenregionen, unter anderem an einem Tempel vorbei, den wir uns dann morgen etwas genauer angucken werden. Die Temperatur hier erfordert inzwischen auch schon einen Hoodie Abends aber ist immernoch um die 20 Grad warm Nachts.

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Beim Hot Pot gab es dann verschiedene kleine Räume in die wir aufgeteilt wurden und dann wurden jeweils zwei Hot Pots in den Tisch eingelassen und darunter Gasflammen entzündet. Jeder Hotpot hatte zwei Behälter. Der äußere war fies scharf und der innere war harmlos. Mit ordentlich Fleisch bzw. für Conny auch vegetarischem Kram konnte man dann darin rumkochen. Hierbei ist es nicht wie beim Fondue so, dass man seine eigenen Sachen reinpackt und bewacht, sondern man schmeißt einfach alles rein und dann schaut man was man mit den Chopsticks so erwischt. Das kommt dann auch nicht auf einen Teller sondern in eine Schüssel mit Öl und Knoblauch, bevor man es isst.

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Insgesamt war der ganze Kram wirklich sehr lecker, aber der scharfe HotPot war zu krass für mich. Ich bin in Schweiß ausgebrochen und habe meine Lippen nicht mehr gespürt. Erst hinterher habe ich erfahren, dass die Taubheit in den Lippen vom Sichuan-Pfeffer kommt, der genau diesen Effekt hat ohne dabei Spicy zu sein. Krass.

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Mit uns gegessen hat übrigens Mr. Panda, der Namensgeber und Eigentümer unseres Hostels, ein echt cooler Typ mit echt gutem Englisch. Auf dem Foto ist er links neben mir. Jetzt gerade sitze ich in seinem Hostel im Common Room und wir testen seinen selbstgemachten Wein, für den wir gerade versuchen den Namen “Panda Juice” zu etablieren. Morgen dann: Echte Pandas!

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China–Kayaking and cooking

Wieder ging es heute früh aus den Federn, aber immerhin ne Stunde später als gestern. Also schnell ein Frühstück beim Bäcker gekauft (eine Art von Schweineohr für Marcus und Honeycake für mich, beides sehr lecker) und dann ging es ab zum Bus, etwa 30 Minuten zur Kajakstation an einem der Flüsse hier. Der kleine Maulwurfn war natürlich auch am Start und Marcus zeigte seine natürlich schönen Beißerchen Smiley.

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Nach einer kurzen Anweisung des immer wieder zwischendurch telefonierenden Angestellten des Kajakverleihs ging es rein in die Kajaks und ab auf den Fluss. Vor sich hinpaddelnd und die Landschaft genießen, konnte Marcus diese wunderschönen Aufnahmen machen.  Da der Fluss sehr träge ist, war das Paddeln nicht wirklich anstrengend.

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Wir beide sind übrigens begabte Paddler wie auf den Bildern zu erkennen und uns hat die Tour sehr viel Spaß gemacht. Ich hätte auch durchaus noch länger paddeln können! Schade ist, dass der Fluss wirklich ziemlich dreckig ist. Überall im Wasser schwammen Plastikflaschen und in Ufernähe ist es zuweilen sehr seifig, da viele Chinesen außerhalb der Stadt ihre Wäsche im Fluss waschen, wovon wir uns während der Tour live überzeugen konnten.

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Von der Endstation  ging es dann wieder mit dem Bus zurück und wir nutzten die Zeit bis zu Nachmittagsprogramm dann, um auf dem Rooftop ein wenig zu bloggen und mit der Heimat zu kommunizieren. Dabei wurden wir wieder von zwei Chinesen angesprochen, die Fotos mit uns gemacht haben und uns sogar ihre Visitenkarte da ließen, falls wir mal chinesisch lernen oder Kalligraphie studieren wollen. Um halb vier schließlich ging es zum Kochkurs in chinesischer Küche. Zunächst gingen wir in die Markthallen von Yang Shou, um einen Eindruck von den frischen Lebensmitteln hier zu bekommen. Die erste Markthalle beschäftigte sich mit Gemüse und Fisch und war wirklich schön und interessant. Natürlich gibt es hier eine Menge von Gemüse und Früchten, die in Europa unbekannt sind, wie zum Beispiel Lotuswurzel oder die lustige Melone im Bild unten in der Mitte, die aussieht wie eine Riesengurke, winzige Frühlingszwiebel und eine Vielzahl von Früchten. Die Fischabteilung beherbergte vor allem Aalähnliche Geschöpfe, Muscheln und Kröten, welche nicht wirklich glücklich aussahen…

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Von der Farbenvielfalt könnt ihr euch auf den Bildern unten überzeugen,- wir sind erneut verliebt in unsere Kamera. In der zweiten Markthalle war dann das Fleisch erhältlich. Unser Guide fragte noch, ob wir nicht draußen bleiben wollten; ich überlegte kurz, aber die Neugierde siegte. Also rein in das Ding. Zunächst bestaunten wir allerlei gegartes Fleisch, unter anderem Hund, was nicht wirklich schlimm aussah. Im  hinteren Teil der Halle dann gab es die lebende Tierauswahl. Zunächst Hühner und Kaninchen, die, in enge Käfige gezwängt, ihrem Schicksal entgegen blickten. In kleinen Läden dahinter war dann der wirklich schlimme Teil: dort wurden Hunde und Katzen, gehäutet und ausgenommen, an Haken gehängt und verkauft. Bei dem Anblick drehte ich sofort um und ging. Marcus hat sich das ganze angeschaut und von Hunden berichtet, die wie die Hühner dort in Käfigen standen und ihrem traurigen Ende entgegenblickten. Das hat uns alle natürlich ziemlich mitgenommen, aber es ist hier eben eine andere Kultur und für die hier lebenden Menschen ist ein Hund eben wie eine Kuh. Zudem sind wir eben einfach nicht an solche Anblicke gewöhnt, da sie in Zeiten von fertig eingepackten und zurechtgeschnittenen Supermarktfleischs aus unserem Alltag verschwunden sind. Übrigens werden Hunde und Katzen nur in bestimmten Regionen in China gegessen.

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Auf dem Weg zum Restaurant, wo der Kochkurs stattfand, ergaben sich dann natürlich Unterhaltungen über ethisches Essen und Vegetarismus. Angekommen, war die Stimmung dann aber wieder besser und auch der Hunger kehrte zurück.

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Also ab in die Küche, mit Schürze und Kochmütze und jeder an seinen Arbeitsplatz, an dem schon alles bereit lag, inklusive scharfem Hackebeil und Wokstation. Ich finde Marcus könnte wirklich als Küchenprofi durchgehen, oder Werbung für das Restaurant laufen. Es wurde zubereitet unter Anleitung unseres Guides: Aubergine mit Chilis und Knoblauch, Hühnchen mit Erdnuss, Gurke und Möhre, sowie Dumplings, das sind gefüllte Teigtaschen, in unserem Fall gefüllt mit Schwein und Gemüse.

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Das Gekoche hat wirklich ungaublich Spaß gemacht und die sehr sehr sehr schmackhaften Ergebnisse sind unten zu sehen (links Aubergine und rechts das Huhn). Die Rezepte wurden uns ausgeteilt und ich kann eigentlich kaum erwarten, das zuhause mal nachzukochen!

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Da morgen unsere 25stündige Marathonzugfahrt nach Chengdu ansteht, mussten wir noch für Proviant sorgen. Wir sind daher in einen chinesischen Supermarkt gegangen und haben uns mit allerlei Kram, unten zu sehen, eingedeckt.

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Speziell die Auswahl an Nudelgerichten zum aufgießen ist beeindruckend, leider alle mit Fleisch. Wir haben dann mal nur zwei mit Chicken mitgenommen, die wird Marcus austesten, im Zug gibt es nämlich heißes Wasser. Ich halte mich dann mal an Altbekanntes Smiley und werde morgen beim Bäcker eskalieren. Der ganze Einkauf war übrigens enorm günstig. Wir haben noch nicht einmal 9,50€ ausgegeben.

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Danach dann ab durchs abendliche Yang Shou Wie zu sehen, ist es hier grade abends proppevoll, hautpsächlich mit Chinesen.Wenn wir nicht noch fast 9 Monate reisen würden, müsste ich shoppingtechnisch wohl auch völlig eskalieren. Vieles mag ja nicht lange halten, aber es ist alles sehr schön Smiley.

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Heute Abend werden wir wohl noch packen, bevor morgen dann die lange Fahrt kommt. Marcus hat schon ein wenig Angst, ich eigentlich nur Bedenken wegen den Toiletten an Bord. Hoffentlich macht die Verdauung alles mit…

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China–Fahrrad, Schlamm und Nudeln

Die Nacht war kurz, der nächste Tag beginnt, bevor es in unserem Hostel Frühstück gibt. Und bevor wir nüchtern sind vermutlich. Also erstmal Frühstück suchen. Und auch da müssen wir feststellen, dass fast alle Geschäfte noch zu haben. Lediglich McDonald’s und ein schäbiger Straßenladen haben schon auf. Mhhh. Nee… Nicht schon wieder McDonalds. Da waren wir ja in Hong Kong erst… Also ab in den fiesen Straßenladen und auf die Nudeln auf der Karte getippt, denn englisch versteht hier keiner. Die Nudeln waren dann leider auch irgendwie kalt und meine hatten mal mindestens zwei Arten von Fleisch am Start, Connys dafür aber garkeins. Garnicht mal so gut.

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Naja. Rauf auf die Fahrräder und los gehts. Auf unserem Trip ist pro Stadt immer eine Aktivität for free, alle anderen kann man sich optional dazu buchen. Heute haben wir uns bike, hike und mudbath dazugebucht. Die Radtour war etwa eine Stunde und von den Panoramen her mindestens so gut wie die am Vortag.

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Ziel der Radtour und Start des Hikes ist der “Moon Hill”. Er heißt deshalb Moon Hill, weil ein Loch im Felsen ist, was wohl so rund ist wie der Mond. Logisch. Da sollte also ein Weg hochgehen über etwa 800 Stufen. Too much für Conny, die seit Hong Kong fiese Blasen (auf englisch: Blisters) an den Füßen hat. Also bin ich alleine. War auch garnicht mal so spannend. Zumindest der Weg. Die Aussicht hat sich schon gelohnt. Die Landschaft hier ist ja geprägt von diesen Hügeln hier. Die sind wohl entstanden, weil hier früher mal ein Gebirge war, welches durch Erosion in sich zusammengefallen ist. Was geblieben ist sind halt diese krassen Hügel.

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Nach dem Hike gab es erstmal eine Stunde Pause, denn manch einer wollte schon etwas zu Mittagessen. Und das obwohl es den ersten in unserer Gruppe mit Durchfall erwischt hat. So zügig, dass er seine Klamotten sogar wegschmeißen musste. Oha. Sitzt aber gerade neben mir und fühlt sich schon wieder besser. Jetzt machen hier alle Witze über Durchfall. Auch cool.

Nach der Mittagspause ging es dann auf zum Mud Bath. Hier gibt es relativ viele Höhlen in den Bergen und diese Eine hat wohl als spezielle Attraktion eine Quelle. zwei sogar. Eine kalte, eine Heiße. Die Schlammbäder die man dort machen kann sollen angeblich gut für die Haut sein und so. War mir ehrlichgesagt relativ egal, hat aber richtig Laune gemacht. Dadurch, dass die Dichte des Schlamms höher ist als die eines Menschen kann man dadrin prächtig “floaten”. Wie im toten Meer. Es gab auch eine Rutsche. Hinterher sahen wir natürlich alle aus wie die Schweine. Schnell abduschen und dann ging es noch in die Hot Spring.Quasi ein natürlicher Whirlpool nur ohne Blubbern. Alles unterirdisch in dieser Höhle. Total krass.

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Danach ging es dann mit dem Fahrrad zurück in die City von Yang Shuo. Bis wir dort wieder angekommen sind, war es auch bereits nach Vier Uhr. Höchste Zeit was zu essen. Mit zwei Irinnen und einer Engländerin haben wir uns dann einen Noodles-Shop gesucht und dort etwas gespeist. Es war grandios! Wie bislang fast alles was wir hier gegessen haben. Chinesische Küche? Absolut Grandios!

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Auf dem Weg zum Hostel haben wir dann Conny noch neue Schuhe gekauft. Ihre Sneakers haben ihr ja soviele Blasen an den Füßen produziert, dass ihre Blasen schon wieder Blasen haben. So Trekkingschuhe gab es hier natürlich auch, die kosteten dann 150 Yuan, das sind wohl etwa 20€. Ein vertretbarer Preis. Wir haben nichtmal verhandelt mit dem Händler, normalerweise macht man das hier mit jedem.

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Jetzt sitzen wir noch auf der Dachterasse unseres Hostels mit einer grandiosen Aussicht. Hier oben gibt es gratis WLAN und wir bloggen und chatten noch ein wenig, bevor es dann heute mal etwas früher ins Bettchen geht.

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Es gab noch den Wunsch nach einer Landkarte, die Zeigt wo wir gerade sind. Na dann versuchen wir das mal: https://maps.google.com/maps?q=yangshuo&hl=en&sll=51.175806,10.454119&sspn=6.212941,14.128418&t=h&hnear=Yangshuo,+Guilin,+Guangxi,+China&z=10

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China–Yang Shou und Bamboo rafting

Nach ein paar Stunden Schlaf im weichen, großen, klimatisierten, ruhigen Bett war es auch schon fast Mittag. Da sind wir mal völlig aus unserem Rythmus gerissen. Mittagessen wurde mit unserer Reisegruppe zusammen organisiert, damit wir auch mal chinesisches Essen probieren, obwohl es hier in Yang Shuo wohl auch noch westliches Essen gibt. Sogar zwei McDonalds haben wir schon gesehen. Das es hier noch westlichen Kram gibt, liegt aber wohl daran, dass der Ort hier eh sehr touristisch ist. Backpackerhostels und Blingbling-Geschäfte überall, es gibt sogar einen “German Beer Balcony” mit Erdinger und Hofbräu. Sieht aber sehr kitschig aus. Wir sind auf jeden Fall in einen Laden, der “Cloud 9” hieß und haben dort erstmal staunend auf die Speisekarte gestarrt. Von Porks Brain bis Deep Fried Bee Larva war alles dabei. Yammi.

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So krass wollte natürlich keiner von uns starten uns so hat uns unser Guide Sally dann eine Auswahl an Gerichten bestellt, die wir dann einfach auf den drehbaren Teller in der Mitte gepackt und geteilt haben. Darunter Sizzling Chicken oder chopped pork with pancakes. Es war alles grandios lecker! Ich habe selten so gut gegessen und es schmeckt auch alles völlig anders als beim Asiaten zuhause. Krass.

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Gut gesättigt geht es dann auf unsere erste Tour in Yang Shuo. Alle rauf aufs Fahrrad und auf gehts. Wir sind etwa eine dreiviertel Stunde gefahren auf unseren Ladybikes durch eine absolut überragende Landschaft. Sowas hab ich noch nicht gesehen. Man musste aufpassen, dass man vor lauter Staunen nicht im chinesischen Verkehr untergeht. Es gibt nämlich anscheinend keine Verkehrsregeln und jeder fährt wie er gerade Lust hat. Auch mal auf der falschen Straßenseite oder falschrum durch den Roundabout. Crazy.

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Mittendrin gabs dann noch ein Erinnerungsfoto mit unserer Reisegruppe. Conny und ich sind rechts hinten. Insgesamt haben wir glaube ich eine coole Gruppe erwischt, zumindest kommen wir bis jetzt mit allen gut klar. Am Besten mit einem Pärchen Mitte Dreißig: Dennis und Johanna. Dennis kommt aus England, hat Jahrelang in Limburg gearbeitet und Johanna kommt irgendwo aus Osteuropa, hat aber lange in Wipperfürth gewohnt. So kann man wenigstens mal hin und wieder Deutsch sprechen. Auch mit Tim aus Devon (oder so?) kommen wir sehr gut klar und werden ihn vermutlich später in Neuseeland nochmal treffen.

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Selbst nach längerer Zeit Fahrradfahren wurde es nicht langweilig, da es auf der Strecke immer was zu sehen gibt an Monumenten oder Natur. Wie gesagt waren wir etwa 45 min. unterwegs und kamen dann an den Fluss der hier verläuft, fragt mich aber nicht wie der heißt.

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Dort angekommen wollte man uns erstmal Wasserpistolen andrehen, damit wir auf dem anstehenden “Bamboo Rafting” etwas zu tun haben, wollten wir aber nicht kaufen. Man wird hier tatsächlich relativ viel angequatscht ob man Dinge kaufen möchte, meistens sind die dann auch teurer als im Laden. Noch nervt es aber nicht. Dann ging es recht schnell rauf auf die Flöße, jeweils ausgestattet mit zwei Sonnenliegen und einem Raft-Driver, also unserem Gondolier wenn man so will.

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Mit den Rafts ging es dann sehr gemächlich über den sich ruhig dahinschlängelnden Fluss. Das Ganze war wirklich sehr entspannend. Man konnte die grandiose Landschaft auf sich wirken lassen und durch die Gegend schauen. Nasse Füße gabs aber, das bleibt glaube ich nicht aus.

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Aus Angst vor dem Wasserschaden, hatten wir nur die kleine Kamera dabei, daher sind die Fotos an der ein oder anderen Stelle vielleicht nicht ganz so grandios, aber die Landschaft kommt hoffentlich trotzdem rüber. Die Kamera hatten wir dann auch die meiste Zeit in einer “sealed plastic bag”, damit ja kein Wasser dran kommt. War aber mal wieder total übervorsichtig, die Kamera wäre auch so trocken geblieben. Aber sicher ist sicher.

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Zwischendurch gab es auf dem Wasser immer mal wieder die Möglichkeit, Obst oder Getränke von uns entgegenkommenden Rafts oder stationären, schwimmenden Verkaufsständen zu erwerben. Kostet zwar alles etwas mehr, dafür bekommt man die Ware aber direkt aufs Raft Smiley

Wir haben uns und unserem Driver dann mal ein Bierchen gegönnt. Das kostete dann etwa 30 Yuan pro Bier. Das Umrechnungsverhältnis zum Euro ist etwa 1:8 und das Bier war somit schweineteuer. Zum Vergleich: Bei uns im Hostel gibt es 1,5 Liter Bier für 15 Yuan in der Happy Hour. Das ist etwa 6x so viel für den halben Preis.

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Nach unserer Rückkehr mit dem Fahrrad ins Hostel haben wir uns dann direkt mal auf die Dachterasse begeben und ein bisschen gechillt. Dort hat man einen grandiosen Ausblick über Yang Shuo und kann im Hostel-Wlan etwas googlen oder Mails checken. Facebook, Twitter und WordPress sind aber anscheinend tot. Verdammt.

Später am Abend gab es bei uns dann noch ein paar Dumplings von einem Straßenverkauf und einen frisch gebackenen Riesen-Schoko-Donut, dessen Schoko noch Stunden später in meinem Bart hing, ohne dass ich es gemerkt hätte. Unsere Reisegruppe hat sich dann noch bei ein paar tollen Gesprächen noch ein paar Bier und Schnaps (Snake-Shot, mit einer echten, toten Schlange in der Flasche) genehmigt, bevor es dann noch ein bisschen in einen Klub zum Tanzen ging. 0:30 Uhr waren wir glaube ich im Bett.

Um 7 klingelt dann morgen der Wecker, es geht um 8 los zum “Hiking” und “Mud Baths” in der “Buddah Cave”.

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