China

China–Bummeln durch Shanghai

Heute gibt es nach gefühlten Ewigkeiten wiedermal einen Eintrag von Conny, da ich endgültig genesen bin! Applaus! Bei der Gelegenheit möchte ich mich für die zahlreichen Genesungswünsche bedanken, die mir bis in die Ferne zugetragen wurden. Hat geholfen, mein Magen hat sich weitestgehend normalisiert und meine Erkältung habe ich Marcus übergeben. Auf dem Programm stand heute eigentlich Propaganda Museum und Akrobatikshow, auf beides hatten wir aber nicht so richtig Lust. Stattdessen haben wir heute mal richtig schön ausgeschlafen und wollten Shanghai auf eigene Faust erkunden.

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Alles natürlich ganz langsam und mit viel Pause, da es Marcus nicht so richtig gut geht. Also erst mal bei Sonnenschein und blauem Himmel und 21°C die Nanjing Road runtergebummelt, auf der wir schon gestern erfolglos Halloweenkostüme gesucht haben. Dieser Teil Shanghais ist wirklich sehr westlich, viele Hochhäuser und moderne Bauten, durchsetzt von Kolonialgebäuden, die von Briten, Franzosen und Amerikanern, die Shanghai im Laufe der Zeit besetzt hatten, gebaut wurden. Mich erinnert das ganze sehr an New York. Die Nanjing Road ist angeblich die umsatzstärkste Shoppingmeile der Welt und tatsächlich gibts hier wahrscheinlich alles, was das Herz begehrt. Wir haben uns bei der nächstbesten Gelegenheit erstmal hingesetzt und etwas getrunken (ein Soda mit Mintgeschmack) und dabei einem Liveorchester gelauscht, das so mediprächtig diverse klassische Klassiker gespielt hat. War trotzdem schön.

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Die Nanjing Road endet dann irgendwann an The Bund, dem Flussufer des Huangpu, der hier ins Meer mündet, und offenbart den Ausblick auf diese fabelhafte Skyline.

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Ich bin der Meinung, dass es sich um die bisher schönste Skyline handelt, die ich gesehen habe, da in die Bauwerke irgendwie eine gewisse Komposition zu haben scheinen und so gut zueinander passen. Hier wird auch noch weitergebaut, wie im Hintergrund an den Baukränen des halbfertigen Gebäudes zu erkennen ist.

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Also schnell mit der Kamera eskaliert. Hier noch ein paar Fakten zu Shanghai: Mit 23 Millionen Einwohnern ist Shanghai eine der größten Städte der Welt. Ihr Hafen ist der weltweit größte Containerhafen, Shanghai das wirtschaftliche Zentrum Chinas und entsprechend verhältnismäßig international. Vielleicht gefällt es mir deswegen so gut. Hauptstadt war Shanghai aber nie.

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Windig war es da am Ufer auch, was man an meinen und Marcus unkontrollierbaren Haaren gut erkennen kann Smiley.

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Der Teil, auf dem die Skyline liegt, heißt übrigens Pudong. Ich empfehle euch, den Wikipediaartikel von Shanghai aufzurufen und die Skyline unten mit der von 2005 zu vergleichen. Krasser lässt sich Chinas wirtschaftlicher Aufschwung kaum sichtbar machen.

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Der Hunger meldete sich und wir machten uns, bereits bei untergehender Sonne, zurück Richtung Hostel. Dabei entstand diese tolle Aufnahme im Gegenlicht.

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Nach einem leckeren Subway Sandwich ( die Pizza gestern war wohl doch noch nicht das richtige für meinen Magen, deswegen heute ein wenig vorsichtiger) gingen wir dann noch zum People’s Square, der nahe an unserem Hostel liegt, und früher mal eine Pferderennbahn beherbergte. Nun steht hier ein Park und einige dem Amüsement geweihte Gebäude.

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Einen kleinen Eindruck von der gegensätzlichen Architektur und der Verkehrsituation bei Sonnenuntergang vermitteln vielleicht die Bilder unter.

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Um Marcus schnell zu genesen, habe ich ihn dann mal wieder zurück zum Hostel gebracht und mit Getränken und einem chinesischen Hustensaft versorgt. Hoffen wir, dass er mit ausreichend Schlaf bald wieder fit wird und nicht ebenfalls 1,5 Wochen umherkränkelt. Morgen geht es dann in die Yu Gardens und die Vue Bar.

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China–Wanderung in Moganshan und Pubcrawl in Shanghai

Gut erholt nach etwa 10 Stunden Schlaf wachen wir morgens in unserer Lodge auf. Das war auch mal dringend nötig. Am Vorabend waren wir nicht mehr allzulange wach, so dass das Frühstück um 8:30 perfekt getimt ist. Auch Conny ist wieder deutlich besser drauf. Schritt für Schritt nähert Sie sich wieder ihrer Bestform. Dafür schniefe ich jetzt ein wenig. Vermutlich habe ich mich bei ihr angesteckt. Verdammt. Apropos “Verdammt”… das ist übrigens eines der Deutschen Worte, die wir unseren englischen Freunden hier beigebracht haben. Einige hatten sogar Deutsch in der Schule und können noch einige nutzlose Sätze bilden.

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Nach einem westlichen Frühstück (Toast mit Marmelade und Erdnussbutter) stand noch eine kleine Wanderung an. Da es am Vorabend zu Stark geregnete hatte, haben wir diese auf den heutigen Tag geschoben. Conny wollte sich 1,5 Stunden Fußmarsch noch nicht wieder antun, ich bin allerdings mitgegangen. Die Region hier ist bekannt für ihre Bambusbestände und ich wollte schon immer mal durch einen Bambuswald wandern.

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Das haben wir dann auch getan. Es ist wohl so, dass Bambus hier im Frühjahr bis zu 1m über Nacht wächst, somit wird hier sehr viel Bambus angebaut und als Rohstoff weiterverkauft. Hier ist vieles aus Bambus gefertigt, sogar Gerüste am Bau sind aus Bambus, also ein wichtiger Rohstoff.

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Unser Weg führte uns durch Felder, Wiesen und Wälder wie man so schön sagt. Ich hatte allerdings stets ein wenig Angst, hier gibt es wohl die gefürchtete Seven-Step-Snake. Wird man von ihr gebissen, dauert es nur 7 Schritte bis man stirbt. Die Schlangen werden aber tendenziell immer weniger, da sie hier als Köstlichkeit gelten.

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Auch wird hier viel Gemüse angebaut. Wir sind ja wieder deutlich südlicher als Beijing und somit auch wieder deutlich milder von den Temperaturen her. Die ganze Gegend ist überdurchschnittlich Fruchtbar und hier gibt es dementsprechend viele Bauern. Jeder Bauer beackert jedoch immer nur ein relativ kleines Stück Land, also völlig anders als beispielsweise in der DDR, in der Felder ja riesengroß und staatlich zugewiesen waren.

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Nach etwa einer Stunde sind wir schon an der Lagune angekommen, die das Ziel unserer Wanderung war. Die Lagune selbst sieht echt sehr hübsch aus, sie liegt halt versteckt mitten im Wald. Normalerweise stünde jetzt eine kleine Erfrischung im Wasser auf dem Programm, mit 22 Grad ist es dafür jedoch ein wenig zu kalt. Wir haben leider keinen perfekten Tag erwischt. Auf den Bildern kann man ja auch immer ein bisschen Nebel erkennen. Man weiß hier aber nie so genau, ob das wirklich natürlicher Nebel ist oder doch nur Smog aus der nächstgelegenen Stadt.

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Ich bin sogar unter hohem Risiko runter zur Lagune gekraxelt und habe ein paar Fotos geschossen. Ich wäre ja schon gerne reingesprungen. Das Wasser konnte eh nicht kälter sein als die Dusche, die ich morgens hatte. Die war nämlich eiskalt. Brrrrrrr.

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Nach unserer Lagunenwanderung gab es ein wenig Fried Rice zu Mittag (auch Conny hat wieder mitgegessen) und dann ging es mit dem Bus ab nach Shanghai. Wir erreichten Shanghai so um 17 Uhr und haben als erstes ins Hostel eingecheckt. Später steht noch der Pub Crawl auf dem Programm und es ist ja Halloween, also direkt wieder raus aus dem Hostel und auf zum Kostüm-kaufen und Abendessen.

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Direkt hier um die Ecke ist die Nanjing-Road. Einer der belebtesten Einkaufsstraßen der Welt. Hier finden wir sicher was zu Essen und ein paar Halloween-Accessoires. Shanghai wirkt auf den ersten Blick sehr westlich. Die gesamte Fußgängerzone könnte so auch in einer europäischen Stadt sein, viele westliche Marken und Geschäfte findet man hier.

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Unsere Suche nach etwas zu Essen führte uns mal wieder zu einem westlichen Etablissement. Es ging zu Pizzahut. Zusammen mit Amy und Ben, einem Pärchen aus Nordengland, haben wir dort dann insgesamt zwei Pizzen mit stuffed crust vernichtet. Das war wirklich sehr Lecker, für chinesische Verhältnisse aber etwas teuer. Wir haben für eine medium pepperoni Pizza mit stuffed crust, eine Cola und einen Eistee etwa 110 Yuan bezahlt, das sind etwa 15€. Für deutsche Verhältnisse immernoch günstig.

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Ein Halloween Kostüm haben wir allerdings nicht mehr gefunden, macht aber nix. Mit Mascara und Lippenstift schnell ein paar Narben und etwas Blut aufgemalt und ab zum Pub Crawl. Conny kommt zwar mit, trinkt aber noch keinen Alkohol, das wäre glaube ich für ihren Magen nach der Lebensmittelvergiftung nicht so eine gute Idee.

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Der Pubcrawl fuktionierte dann so, dass jeder 180 Yuan zahlen musste und darin inkludiert war eine Stunde freie Getränke in der ersten Bar, Bustransfer mit Schnaps im Bus zur zweiten Bar, Eintritt für die zweite Bar, Bustransfer zum ersten Club, Eintritt für den ersten Club, Bustransfer zum zweiten Club, Eintritt für den zweiten Club, Getränke im zweiten Club. Klingt erstmal nach einem guten Deal, war aber Grütze. Bier ist hier eh nicht teuer und für Freigetränke musste man ewig anstehen. Ich habe es trotzdem auf 6 0,5er-Hülsen Bier gebracht, bevor wir die zweite Bar erreicht haben. Dort gab es auch noch ein paar Kostümierungen, die man sich nehmen durfte.

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Wir haben diverse neue Leute kennengelernt, sogar ein paar Deutsche, darunter einer der in Lippstadt studiert hat. Die Welt ist klein. Im ersten Club angekommen war bei uns aber ein wenig die Luft raus. Es war inzwischen etwa 1 Uhr und in dem Laden lief der fieseste Techno. Also ab ins Taxi und zurück ins Hostel. Nicht jeder Taxifahrer wollte uns bringen, ich denke mal, dass denen die Fahrt nicht lang genug war, denn sie kostete nur 20 Yuan, das sind etwa 2,50€.

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Morgen haben wir dann einen Tag nur für uns. Die Aktivitäten, die angeboten werden, sind nicht so richtig was für uns (Propagandamuseum und Akrobatik-Show), also erkunden wir die Stadt morgen auf eigene Faust. Gute Nacht.

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China–Mao, Hangzhou und Moganshan

Heute war unser letzter Tag in Beijing. Wenn es Conny noch richtig schlecht gegangen wäre, hätten wir hier noch zwei weitere Nächte verbracht und hätten unsere Reisegruppe dann in Shanghai wieder angetroffen, aber so können wir mit ihnen gemeinsam noch einen Zwischenstopp in Hangzhou einlegen. Der Nachtzug geht heute Abend um 17 Uhr und Conny fühlt sich auch in der Lage den Trip mitzumachen, also auschecken um 12 und vorher noch ins Mausoleum von Chairman Mao, so nennt man hier Mao Zedong.

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Da gestern hier auf dem Tianamen Square wohl ein Unfall gewesen ist, waren die Sicherheitsvorkehrungen sehr streng und wir mussten erstmal durch drei Sicherheitsschleusen. Kameras, Handies, Feuerzeuge und aller möglicher Kram wurde einkassiert, bevor wir das Mausoleum betreten durften. Vor dem Eingang konnte man noch Blumen kaufen, was auch etwa 70% der Chinesen gemacht haben. Drinnen war absolute Ruhe. Das ganze fühlte sich ein bisschen wie eine echte Beerdigung an, obwohl Mao dort ja schon seit den 70er Jahren liegt.

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Die Verehrung von Mao Zedong nimmt hier in China teils schon krasse Züge an. Hier hängen an vielen Stellen Bilder von ihm, man bekommt T-Shirts mit ihm, sein Mausoleum steht mitten in Beijing und an seinem Sarg haben auch Jahrzehnte nach seinem Tod noch Leute geweint. Ich fand den Leichnam weniger spannend, er sah ein bisschen nach Wachs aus und war bis zum Hals mit einer China-Fahne zugedeckt.

Wer war Mao überhaupt? Er hat China zwar nicht vereint, das hat einer vor ihm gemacht, aber er hat hier den Kommunismus eingeführt und aus China die People’s Republic of China gemacht. Er hat die Bevölkerung zudem zum Kinderkriegen aufgerufen und in seiner Amtszeit ist die Bevölkerung von 500 Mio. auf etwa 800 Mio. gestiegen. Auch eine Folge des damaligen Strukturwandels in China vom Agrarstaat zur Industrienation. Wikipedia lesen, Leute! Total spannend!

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Um 17 Uhr ging es dann in den Night Train. Um 22 Uhr ist in den Zügen immer Schlafenszeit, dann geht auch das Licht aus. Bis dahin wird in der Regel einiges an Gerstensaft und Brandy vernichtet und viel gequatscht. So auch dieses mal. Ich mag Nachtzugfahrten inzwischen ganz gerne und kann auch in den Betten ganz gut schlafen. 15 Stunden dauerte unsere Fahrt, das ist auch echt annehmbar. Man erinnere sich an unseren ersten Nachtzug, der ging 25 Stunden.

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Angekommen in Hangzhou ging es erstmal Dumplings frühstücken und dann ein bisschen durch die Innenstadt. Conny war noch nicht nach Spazierengehen zumute und sie blieb mit Amy aus England im Bus, der sie dann direkt zu unserem Mittagessen-Lokal brachte. Ich bin aber durch die Innenstadt gegangen, habe aber nur viel Ramsch gesehen und nichts gekauft.

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Am Interessantesten war ein privates Museum in das wir kurz reingeschaut haben, dort gab es mehrere liegende Buddhas mit diversen kleinen Kindern drauf. Was sich genau dahinter verbirgt, konnte mir leider keiner sagen. Ich habe außerdem herausgefunden, dass ich im Jahr der Maus geboren bin. Ich dachte immer es wäre das Jahr des Schweins oder der Ratte gewesen. Maus gefällt mir besser.

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Ein seltsames Kunstwerk hat Ben da noch entdeckt und direkt in den Arm genommen. Ihr könnt euch selber überlegen, was das denn darstellen soll. Nach der Innenstadt ging es direkt weiter zum West Lake. Hangzhou ist eine der beliebtesten Erholungsstädte in China und der Westlake ist so ziemlich der beliebteste Grünstreifen dort. Der Lake ansich ist wohl 12km lang und rings herum ist Erholungsgebiet.

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Der Park durch den wir geschlendert sind ist in der Tat sehr schön und viele Chinesen nutzen die Chance, hier ein wenig unversmoggte Luft zu atmen und die Seele baumeln zu lassen.

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Viele tun dies übrigens indem sie mit traditionellen chinesischen Instrumenten Musik machen, schief dazu singen oder Chachacha tanzen. Es gibt auch die Möglichkeit mit Booten über den See zu dengeln, das haben wir aber mal nicht gemacht, wir mussten ja rechtzeitig zum Mittagessen.

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Stattdessen gab es noch ein kleines Gruppenfoto vor dem See. Ich bin vorne links direkt neben unserem Guide, Cristel.

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Rund um den See gibt es diverse Skulpturen und kleine Pavillions, der Stress der chinesischen Straßen oder die vielen Baustellen sind von hier aus wirklich nicht zu erkennen.

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Wir sind von dort dann weiter zum Restaurant “Grandma’s Kitchen”, wo wir gemeinsam Mittagessen. Conny und Amy waren schon da und haben auf uns gewartet. Angeblich ist es das populärste Restaurant Hangzhous, die Warteschlange am Eingang würde dafür sprechen, die Preise nicht, wir haben etwa 3€ pro Person für ein krass großes Mahl bezahlt.

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Das waren die ersten Gerichte die auf unserem Tisch ankamen. Unten ist mein Kung Pao Chicken, links in den Orangenhälften ist mashed sweet potato, rechts sind irgendwo noch Bohnen, in der Mitte Algen. Es war alles sehr sehr lecker. Mein Kung Pao war nur etwas scharf, ich habe meine Zunge wieder für ein paar Minuten nicht gespürt, das gibt bestimmt wieder Spaß in der Porzellanabteilung.

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Von dort ging es dann mit dem Bus nach Moganshan, was übersetzt wohl Mount Mogan heißt. Also ab in die Wildnis. Hier wird viel Bambus angebaut und hier gibt es ein paar Berge, alles sehr idyllisch. Wir sind hier in einer Lodge einquartiert, die für unseren Geschmack echt sehr luxuriös ist. Ein bisschen wie eine Waldhütte. Sehr cool. Morgen geht es von hier aus dann Wandern und vielleicht auch in einer Lagune schwimmen, wenn das Wetter mitspielt, jetzt gerade regnet es nämlich. Das dürfte jetzt der zweite oder dritte Regen sein, seit wir Deutschland verlassen haben. Nach dem Wandern geht es dann morgen nach Shanghai und dort gibt es einen Pub Crawl. An Halloween. Das wird ein Spaß!

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Hier habe ich mal unser Guidebook fotografiert, da ist nämlich ein grober Plan drin, wie das hier in China abläuft, hätte ich auch mal eher posten können. Der Plan hat zwar geografisch einige haarsträubende Fehler, aber er verdeutlicht unsere Rundtour schon ganz gut.

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Wer mir die beiden offensichtlichsten Fehler nennen kann, bekommt ein Souvenir aus Hong Kong Smiley

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China–Pearl Market und Bird’s Nest

Zuerst mal das Wichtigste: Conny ist auf dem Wege der Besserung. Endlich. Sie war heute aber den ganzen Tag im Hostel und ist nicht mitgekommen zum Pearl Market und auch nicht zum Bird’s Nest (=Olympiastadion). Ich tippe die Blogartikel derzeit retrospektiv und Conny sitzt inzwischen wieder halbwegs fit neben mir.

Vormittags ging es dann also zum Pearl Market. Das ist eigentlich nichts anderes als eine Markthalle mit allen möglichen Ständen. Alles Fake natürlich. Dahin sind wir erstmal mit der schön überfüllten Subway. Besonders cool: In den Tunneln der Subway sind wohl LED-Tafeln montiert, die Werbung zeigen die sich genausoschnell wie die Subway bewegt und somit immer auf Höhe des Zuges zu lesen ist.

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In der Markthalle gab es dann wirklich alles und nichts und selbst wenn es nach original aussah, sich so anfühlte und so roch: Alles hier ist gefälscht. Rolex Uhren, Kopfhörer, IPhones, Handtaschen, Jacken, T-Shirts, Gürtel, Anzüge, Krawatten… bedruckt mit allen bekannten Markennamen. Ich habe mir selbst nur einen Gürtel gekauft, da meine Hosen anfangen zu rutschen. Verdammt.

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Der Gürtel sollte ursprünglich 180 Yuan kosten, das ist dann etwas über 20 Euro. Nach ein wenig geschickter Verhandlung landeten wir dann bei 30 Yuan. Das sind dann knapp 5 Euro. Krass. Ich fühle mich beim Handeln aber nicht so richtig wohl, man muss schon ganz schön dreist handeln, um einen gescheiten Preis zu bekommen.

Nachmittags ging es dann, wieder mit der vollen Metro, zum Olympia Park. Wir kommen also aus der Metrostation heraus und sehen…. nichts…. nur Nebel. Es ist heute so Smoggy hier in Beijing, dass man etwa 200m Sichtweite hat. Man konnte also so gerade das gigantische Stadion im Nebel erkennen.

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Wir sind dann ein wenig über das Gelände geschlendert, haben gewartet bis das Licht angeht und sind dann auch relativ schnell wieder zurück zum Hostel, denn so richtig viel gab es hier nicht zu tun, es sei denn man wollt unsinnige Souvenirs kaufen.

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Im Hostel war dann noch der Abschied von einem Teil unserer Reisegruppe. Einige sind von Beijing nach Beijing gereist und deren Reise endet hier, wieder andere sind nur von Hong Kong nach Beijing gereist und auch die bleiben hier und begleiten uns nicht zurück nach Hong Kong. Insgesamt hatten wir bis hierhin eine tolle Reisegruppe, aber zuletzt waren wir 30 Personen, das war etwas viel. Mit nun 13 Personen ist es einfacher.

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Morgen haben wir dann noch einen halben Tag in Beijing, bevor wir am frühen Nachmittag dann gen Süden nach Hangzhou fahren und dort dann in einer Lodge im Wald bleiben werden.

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China–Sonnenaufgang auf der chinesischen Mauer, Verbotene Stadt und eine kranke Conny

Pünktlich um 5:40 standen wir also bereit, um dem Sonnenaufgang an der chinesischen Mauer beizuwohnen. Verdammt, war das früh. Und es war nicht nur früh. Es war auch eiskalt. Wir sind hier glaube ich ein paar Meter über dem Meeresspiegel und außerdem relativ weit entfernt von Beijing, die Temperatur war schon nahe am Gefrierpunkt würde ich mal tippen.

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Ich hatte sogar noch mehr Klamotten an als gestern: Longsleeve, T-Shirt, Fleece, Hoodie, Regenjacke. Und ich war trotzdem am frieren. Die Heizung im Bus war angeblich auch hinüber. Na toll. Also schnell rüber zur Mauer und dem Sonnenaufgang entgegen.

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Beim Klettern auf der Mauer wurde mir auch sehr schnell warm. Wir haben es gemacht wie gestern: Ich bin drauf los gerannt und Conny ist langsam hinterher, sie ist ja noch immer nicht so ganz fit. Auf der Mauer hatten wir dann auch noch genügend Zeit, bis die Sonne dann hinter den Bergen aufgegangen ist. Genug für ein paar Fotos im Morgengrauen.

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Im morgendlichen Licht wirkt die Mauer nochmal ein wenig imposanter, finde ich zumindest. Und wir waren so früh am Morgen hier tatsächlich die Einzigen, die auf der Mauer herumgelaufen sind. Dementsprechend einsam sehen auch die Fotos aus.

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Nach und nach ließ sich die Sonne dann blicken und tauchte die komplette Landschaft in ein warmes Gelb. Mit so einer Aussicht ist ein Sonnenaufgang natürlich richtig toll. Da stört auch der Smog kaum, der heute stärker als Gestern von Peking herüberweht.

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Wieder war es sehr schwer die unglaubliche Aussicht und das sich ständig ändernde Licht in Fotos zu fassen, ich habe geknipst wie ein bekloppter und hoffe, dass die Fotos diese krasse Stimmung ein wenig rüberbringen. Panoramafotos habe ich auch duzende gemacht, vielleicht drucke ich mir mal eins auf Leinwand.

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Der Sonnenaufgang währe auch schon ohne Mauer faszinierend gewesen, mich beeindruckt es mit der Mauer aber noch mehr. Man muss stets zweimal hinschauen, wenn man bis zum Horizont nur diese unglaublich lange Mauer sieht.

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Da ich den Sonnenaufgang fast vom höchsten Punkt aus verfolgt habe, konnte ich auf dem Weg nach unten die Sonne quasi überholen und noch 2 weitere Sonnenaufgänge erleben. Den zweiten davon habe ich auf halber Strecke erlebt und einen Reisekumpanen kurz um ein Foto gebeten. Bei dem Licht wird fast jedes Foto ein Hit.

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Ganz besonders stolz bin ich auf folgendes Foto. Man sieht hier schon relativ viel von der Sonne und eine echt klasse Färbung der Mauer, die leider nur wenige Sekunden anhielt, unmittelbar danach färbte sich alles etwas natürlicher und heller ein und der Moment war vorbei. Das Foto ist dennoch klasse!

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Auf dem Weg nach unten habe ich dann auch Conny wieder aufgesammelt und dann den dritten Sonnenaufgang mit ihr zusammen gesehen. Inzwischen war uns auch beiden nicht mehr so richtig kalt, wir sind ja viel gekraxelt. Connys Erkältung hat das natürlich gar nicht gut getan, sie war ordentlich am röcheln.

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Aber auch eine röchelnde Conny steht mir auf der Mauer kurz Motiv für ein schönes Foto. Man sieht an ihrer Kleidung, wie bitter Kalt es dort morgens war. Hinter ihr auf der Mauer kraxeln 5-6 Leute aus unserer Reisegruppe die Mauer hinab in Richtung Bus.

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Der Bus brachte uns dann auch nach Peking ins Hostel. Endlich. Auf dem Weg musste ich als einziger mittendrin pullern und mangels Klo an die Mauer eines Kindergartens strullen. Unangenehm. Im Hostel dann haben wir noch einige Zeit warten müssen, bis wir unser großzügiges Zimmer beziehen konnten. Dann ging es los in Richtung Tianamen Square und verbotene Stadt.

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Auf dem ersten Bild sieht man übrigens unsere neue Einheitskleidung in der Reisegruppe. Wir haben alle am Shaolin-Tempel Kung Fu Schuhe gekauft, diese kosteten lediglich 25 Yuan und somit keine 3 Euro. Sie sind total bequem und wir werden mal schauen, wie lange sie halten. Mit Schuhen sind wir dann nach 10 Minuten gehen am Tianamen Square angekommen und mussten zunächst einmal eine Sicherheitskontrolle über uns ergehen lassen.

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Ich bin gerade durch, als ich hinter mir ein gurgeln höre und…. oh Gott… da hat Conny glatt auf den Platz des himmlischen Friedens gebrochen. Nicht gut. Im Nachhinein stellte sich heraus, dass sie wohl eine Lebensmittelvergiftung hatte und sie wurde von unserem Guide sofort zurück ins Hostel gebracht. Doch dazu später mehr, jetzt erstmal weiter mit der Forbidden City, denn ich bin bei der Gruppe geblieben.

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Der Platz an sich ist relativ unspektakulär, aber relativ groß. Am hinteren Ende befindet sich eine große chinesische Flagge, die jeden Morgen von einem mehr oder weniger prominenten Chinesen gehisst wird. Da schauen dann mehrere Tausend Leute zu. Hinter der Fahne befindet sich dann die Forbidden City, die sich durch ein großes Gebäude mit Mao-Gesicht und eine große rote Mauer zeigt.

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Durch den ersten Eingang kommt man bereits in das Innere der Forbidden City. Soweit ist das Ganze dann auch noch umsonst und zudem relativ unspektakulär. Der Eintritt kostet 60 Yuan für Erwachsene und 20 Yuan für Studenten. Wenn man einen Führerschein dabei hat, geht der aber auch als Studentenausweis durch. Ich hatte meinen leider nicht da. Verdammt. Naja, 60 Yuan sind etwa 7,50 €.

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Nach dem Zahlen ging es dann durch das nächste Portal in einen riesigen Innenhof, die eigentliche Forbidden City. Das Ganze war übrigens mal der Palast für insgesamt 24 Emperors von China. Der Letzte regierte hier bis 1912. Der erste etwa 250 Jahre vorher. Der Palast heißt Forbidden City, weil es normalsterblichen verboten war, hier ein und aus zu gehen. In diesem Sinne wäre dann auch der Buckingham Palace eine Forbidden City. Der Palast in Peking ist etwa 900m lang und 700m breit.

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Auf dem ersten Platz sah man einige Brücken über einen kleinen Kanal und direkt das nächste Gebäude/Portal. Hier verhielt es sich wohl so, dass nur der Kaiser durch das mittlere schreiten durfte, alle anderen mussten eine andere Tür nutzen. Wir sind natürlich hindurchgeschritten. In diesen Gebäuden ist alles aus Holz und in Rot gehalten. Eine typische Farbe der Ming-Dynastie.

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Was erwartete uns danach? Richtig! Ein weiterer weitläufiger Platz und an dessen Ende das nächste Gebäude. Dieses Gebäude – und die nächsten 3 oder 4 auch – dienten bei unterschiedlichen Kaisern unterschiedlichen Zwecken. Der eine nutzte es als Garderobe, der andere hielt Sitzungen ab. In jedem der Gebäude hat irgendwer schonmal geheiratet. In jedem Gebäude steht heute irgendein Thron.

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Nachdem wir das erste richtige Gebäude passiert hatten, folgte direkt das nächste, welches ein wenig prunkvoller und älter aussah. Im Stil gleichen sich aber alle Gebäude ziemlich. Warum zwischen den Gebäuden solch riesige Plätze sind und ob die früher belebt waren, blieb leider unbeantwortet.

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Dass man mitten in Beijing steht, merkt man hier garnicht. Außerhalb der Forbidden City ist die Stadt sehr hektisch, laut und groß. Hier drin halt sehr weitläufig. Egal in welche Richtung man schaut, man erkennt durch den Smog immer viele traditionelle chinesische Gebäude.

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Auf dem ganzen Geländer verteilt finden sich solche Kessel wie auf dem linken Bild. Diese werden in den Sommermonaten mit Wasser gefüllt, da die ganze Stadt aus Holz gebaut ist und man es vermeiden will, dass sie wieder einmal abbrennt. Sie ist nämlich in ihrer Geschichte schon einige Male abgebrannt. Auch einen Thron durfte man einsehen, die anderen waren geschützt.

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Wo welche Bediensteten gewohnt haben und wieviele Leute hier aktiv waren am Hof des Kaisers konnte unser Guide leider nicht beantworten. Es war schon kurz vor 5 und um 5 macht die Forbidden City zu, also mussten wir ein wenig hektisch durch die Höfe flitzen.

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Zuletzt kam man noch in den Emperors Garden. Dort sind relativ viele Bäume aus unterschiedlichen Ländern. Vermutlich Geschenke. Man konnte sich hier gut vorstellen, dass der Kaiser hier durchgewandelt ist. Dann ging es auch schon wieder raus. Es geht wohl mit kaiserlichen Gebäuden noch weiter hinter dem Ausgang. Diese gehören aber nicht zur Forbidden City. Irgendwo dort muss auch der Baum stehen, an dem sich einer der Kaiser aufgehängt hat, den haben wir aber auch leider nicht gesehen. Ihr merkt schon, unser Guide in Beijing war wenig auf Zack.

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Nachdem ich dann von der Forbidden City zurück ins Hostel bin, ging es Conny noch immer nicht besser. Sie hat ja bereits seit 4 Tagen einen Husten und heute morgen dann noch auf dem Tianamen Square ihr Frühstück verteilt, also beschlossen wir, dass wir besser mal einen Arzt aufsuchen. Also mit unserem Guide (einem Anderen als in der Forbidden City) ab ins Taxi und 10 Min. zu einem Krankenhaus mit englischsprachigen Ärzten.

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Nach Nümmerchen-Ziehen, Untersuchung und Blutprobe war dann klar, dass Conny nichts ernsthaftes hat. Eine große Erleichterung. Inzwischen ist es nochmal 3 Tage später und es geht ihr wieder wunderbar. Geholfen haben Antibiotika und irgendeine chinesische Magenmedizin. Sie hatte wohl neben ihrem Husten eine handfeste Lebensmittelvergiftung. Wir sind uns fast sicher, dass es das Hostel-Essen war, da wurden inzwischen auch schon Kakerlaken gesichtet.

Einen chinesischen Emergency Room möchte ich jedoch keinem empfehlen. Es war voll, heiß und dreckig. Überall waren Leute am husten, bluten oder kotzen. Mittendrin waren dann noch Leute am Essen. Bah. Der Arzt war allerdings super. Er war Mitte dreißig, sprach gutes Englisch und war sehr freundlich.

Ich glaube das war unser größtes Abenteuer bislang. Wir haben jetzt noch 2 Nächte in Beijing und dann geht es weiter nach Hangzhou und von dort in die Wildnis. Genug Zeit für Conny sich zu erholen.

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