Cambodia

Cambodia–Angkor Wat & Co.

Nach der Busfahrt des Grauens sind wir also endlich in Siem Reap angekommen. Und was man hier so sehen kann, sind vor allem die Tempel und Stadtanlagen von Angkor, dem alten Königreich der Khmer, das etwa vom 10. bis 15. Jahrhundert seine Blütezeit hatte. Die frühen Tempel waren alle hinduistisch,während die späteren dann buddhistisch waren. Allen voran natürlich Angkor Wat, dem großen Tempel, welcher auch auf der kambodschianischen Fahne abgebildet ist. In unserem (nebenbei bemerkt echt tollen) Hostel kann man sich Fahrräder für 1$ den Tag leihen, was wir glatt mal machen und drauflosradeln.

Da wir hier zwei Tage bleiben, wollen wir uns nicht direkt mit dem berühmten Angkor Wat spoilern, sondern beginnen heute mit einigen kleineren Tempeln. Wir hatten ja Angst, das wir vom Fahrrad aus Angkor Wat schon sehen würden, aber tatsächlich sieht man die allermeisten Tempel erst, wenn man direkt davor steht, da die Umgebung von Urwald umgeben ist.

Der erste Tempel, den wir besichtigen ist der Bayaan Kdei. Dieser buddhistische Tempel wurde, wie so vieles in Angkor, von Jayavarman dem siebten gebaut ( im folgenden Jaya7 genannt), und war ein Klostertempel. Die buddhistischen Tempel sind alle ähnlich aufgebaut; der innerste heiligste Raum ist umgeben von verschiedenen (meist drei) Gallerien, die mit Türmen und allerlei Verzierungen versehen sind. In in befand oder befindet sich dann je nach Glauben entweder ein Budda oder eine Hindugottheit, in der Regel Vishna oder Shiva.  Zumeist befinden sich auch zwei Bibliotheken auf dem Gelände. Leider ist der Tempel schon sehr verfallen und wenig restauriert. Die Eingänge werden gekrönt von Türmen, auf denen ein Buddagesicht zu sehen ist

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Aber auch Ruinen haben einen ganz eigenen Charme und an einigen Stellen lässt sich erahnen, wie der Tempel mal aussah.

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Es ergaben sich also viele tolle Motive und wie sind mal wieder mit den Kameras eskaliert.

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Der nächste Tempel auf dem Plan war Ta Prohm, ein Tempel, den Jaya7 zu Ehren seiner Mutter gebaut hat, die für ihn die Weisheit verkörperte. Unten links sieht man sehr gut die äußere der Gallerien, die das Innerste umgeben.

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Dieser Tempel wurde weitgehend so gelassen, wie er im 19. Jahrhundert von einem Franzosen wiederentdeckt wurde, daher ist hier besonders gut zu erkennen, wie der Urwald sich die Tempel einverleibt hat und die mächtigen Wurzeln der Bäume die Steine einfach spalten können.

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Dem ein oder anderen Liebhaber von Computerspielen und Actionfilmen mögen die Anblicke auf den Fotos übrigens bekannt vorkommen. Ta Prohm diente als Kulisse für Tomb Raider!

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Entsprechend voll mit Touristen war die Anlage dann auch, insbesondere asiatische Reisegruppen, die sich vor jeder Wurzel ausgiebig fotografieren mussten. Nur mit Mühe konnten wir Marcus dazwischen mogeln.

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Verbunden mit der bald unerträglichen Mittagshitze war uns das ganze dann fast schon zuviel und wir mussten erstmal eine Mittagspause einlegen, bei einem der unzähligen Stände, die vor jedem größeren Tempel stehen.

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Es gab Nudeln mit Gemüse und Ei und auch wenn mein Gesicht anderes vermuten lässt: es war lecker.

So gestärkt ging es dann weiter aufs Rad und zu Ta Keo, einem Tempel, der bereits im 10 jahrhundert gebaut wurde. Hinduistische Tempel sind in der Regel pyramidenförmig gebaut, als Nachbildung des Bergs Meru, auf dem die Götter wohnen. Fünf Türme auf der Pyramidenspitze symbolisieren die fünf Gipfel des Berges. Der kleine Maulwurfn war übrigens auch immer mit dabei Smiley.

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Ta Keo ist momentan eine ziemliche Baustelle, da dort restauriert wird, aber von einer Seite konnte man doch die Spitze erklimmen. Der Aufstieg war allerdings sehr steil, doch es hat sich gelohnt. Oben hat uns der Baustellenbeaufsichtiger dann auch noch erklärt, dass der Tempel nicht zuende gebaut wurde, weil der Blitz dort einschlug und dies als Zeichen gedeutet wurde, dass die Götter nicht einverstanden mit ihm waren.

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Daher ist er verhältnismäßig schlicht ohne viele Reliefs und Verzierungen. Der Abstieg gestaltete sich übrigens sehr schwierig, wegen der steilen und schmalen Treppen. MIt meinem superpassenden Schuhwerk sah das ganze dann so aus:

Und wieder aufs Rad zu zwei weiteren Tempeln: Chao Say Tevoda (links unten) und Thommanon (Mitte und rechts). In letzterem waren viele Reliefs in bemerkenswerte gutem Zustand, da zum Teil restauriert, so zum Beispiel die Figur ganz rechts, eine reichtverzierte Tänzerin.

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Auf dem  Weg zum nächsten Tempel mussten wir durch Angkor Thom, der Hauptstadt von Angkor unter Jaya7, die damals größte Stadt der Welt. Von ihr existieren neben einigen Tempeln und Profanbauten vor allem noch die Stadttore, welche aus Türmen mit Buddagesichtern bestanden und nach außen von Kriegern und Dämonen bewacht werden, die eine siebenköpfige Schlange halten (die Naga, die taucht hier in Kambodscha an allen Ecken auf). Viele Köpfe fehlen, wahrscheinlich geklaut, wie auch viele Buddhaköpfe und –körper.

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Man muss sich vorstellen, das links und rechts der Wege durch Angor Thom (unten) einst eine ganze Stadt erstreckte, deren Überreste aber nicht mehr zu finden sind, da sie aus Holz gebaut wurden. Heute ist das ganze Gebiet mit Urwald bedeckt, durch den das Sonnenlicht am späten Nachmittag pittoresk gebrochen wird.

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Insgesamt ist es wie gut zu erkennen hier extrem grün und feucht, und wir waren schon total durchgeschwitzt,  aber wir haben es dann doch noch zum fast letzten Tempel geschafft: Preah Khan.

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Preah Khan wurde von Jaya7 (der ist wohl bautechnisch ziemlich eskaliert) analog zu Ta Prohm zu Ehren seines Vaters gebaut worden.

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Es diente wahrscheinlich als Universität für buddhistische Mönche und war deutlich größer als Ta Prohm. Die Verzierungen sind deutlich martialischer, aber auch hier sieht man, obwohl viel restauriert wurde, den Einfluss der Natur.

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Preah Khan besitzt auch zweistöckige Gebäude, ich finde ja, mit den Säulen brauch es sich nicht vor römischen Tempeln verstecken.

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Auf dem Rückweg wollten wir uns den Sonnenuntergang bei Angkor Wat selbst anschauen, jedoch versteckte sich die Sonne hinter den Wolken und nichts wars mit einem toll angeleuchteten Tempel. Also nur kurz auschecken, wo wir morgen zum Sonnenaufgang hinmüssen und im Dunkeln nach Hause geradelt.

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Nach einer kurzen Dusche ging es dann auf Nahrungssuche. Marcus hatte im Vorfeld ein deutsches Restaurant in Siem Reap aufgetan und wir hatten beide schon einen ordentlichen Schnitzelhunger herangezüchtet. Leider war der Laden mit den Wegbeschreibungen von Tripadvisor nicht aufzufinden und wir schlichen irgendwann nur noch eine dunkle unbeleuchtete Straße entlang, von der wir von einem mitleidigen Tuktukfahrer aufgesammelt wurden mit der Bemerkung, in dieser Richtung käme nur noch der See.

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Also ab in die Pubstreet und dort schnell etwas gegessen. Pizza für Marcus und Khmer für mich. Dort haben wir auch diesen legendären Laden gefunden, aber da der Wecker am nächsten Tag um 4:30 klingelt, sind wir doch lieber gleich in unser Hostel zurück.

Am nächsten Morgen also um halb fünf raus, denn um fünf holte der bestellte Tuktuk-Driver uns ab (ein weiterer Tag Fahrrad hätten unsere Hintern nichts ausgehalten). Um etwa halb sechs waren wir dann bei Angkor Wat, zusammen mit Massen anderer Touristen, die alle mehr oder weniger an der gleichen Stelle standen, um das perfekte Bild zu bekommen.

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Leider war es mit dem Sonnenaufgang wie mit dem Sonnenuntergang: zu viele Wolken. Beeindruckend war es zwar schon, wie das Bauwerk aus dem dunklen auftauchte, aber ein wenig mehr Sonne wäre schon schön gewesen.

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Insbesondere mit der Reflexion im Teich ergab sich doch das ein oder andere schöne Motiv. Angkor Wat war übrigens der Staatstempel der damaligen Hauptstadt von Angkor, die um den Tempel herumlag. Angkor Wat ist immer noch das größte religiöse Bauwerk der Welt.

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Auch dieser Tempel ist hinduistisch, also eine Nachbildung vom Berg Meru mit fünf Gipfeln und einem der drei Hauptgötter, nämlich Vishnu, geweiht (die anderen beiden sind Shiva und Braham).

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Wie voll es war, lässt sich vielleicht auf dem Bild unten rechts erahnen. Nach dieser Anstrengung gab es erstmal ein kleines Frühstück für uns. Cola für Marcus und Kaffee für mich.

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Danach haben wir ,dann den eigentlichen Tempel besucht und, meine Güte, das war sehr beeindruckend! Vielleicht weil es der einzige Tempel ist, der wirklich noch komplett steht war er so erstaunlich, aber die Größe und die unzähligen Reliefs, Statuen und Verzierungen waren wunderschön.

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Die Türme (also die Gipfel) konnte man prinzipiell besuchen, aber da waren wir wohl noch zu früh für. Schade.

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Die äußeren Gallerien waren verziert mit ganzen Gemäldereliefs, die meistens irgendwelche Schlachten darstellten.

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Ursprünglich waren alle Tempel in Angkor wohl auch bemalt, was an den feinen Reliefs unten noch zu erahnen ist.

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Schon sehr geflasht hat unser Tuktukfahrer uns dann aufgelesen und nach Angkor Thom gebracht, was wir uns heute genauer angeschaut haben. Dort ging es zunächst zu Bayon, dem Staatstempel unter Jaya7 und allen, die ihren Sitz in Angkor Thom hatten (die Hauptstadt hat offensichtlich mehrmals gewechselt). Da jeder ein wenig daran rumgebaut hat, sieht er ziemlich chaotisch aus.

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Das Besondere an ihm sind die unzähligen Türme, welche mit Buddhaantlitzen verziert sind, so dass er als Tempel der tausend Gesichter bekannt ist.

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Die nächste Station war der Bapuon Tempel, der aufgrund seiner Ausmaße bereits beeindruckend ist.

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auf der Rückseite hatte man angefangen, mithilfe der Sandsteine einen riesigen liegenden Buddha herauszuarbeiten, was man jedoch nie zuende geführt hat. Das Gesicht ist jedoch gut zu erkennen.

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Nachdem wir gestern schon den ganzen Tag in den Tempeln verbracht hatten und auch schon seid 4.30 auf den Beinen waren, schlug bald darauf bei uns die Müdigkeit zu. Zudem waren wir kaum mehr in der Lage, noch mehr aufzunehmen. Daher haben wir uns nur noch kurz mit der Elephant Terrace (unten), die zu den wenigen erhaltenen Profanbauten gehört, und die Terrace of the Leper King ( Terrasse des Leprakönigs) angeschaut und uns dann ins Hostel bringen lassen.

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Nach einem ausgedehnten Mittagsschlaf ging es dann noch ins Stadtzentrum,wo wir im Old Market noch zwei Armbänder erstanden haben, zu viel mehr waren wir aber nicht in der Lage. Zwei Tage reichen kaum aus für dieses eindrucksvolle Stück Geschichte. Soviel gibt es noch zu sehen, ich würde gerne noch mal wiederkommen und mindestens eine Woche dort verbringen!

Doch für uns heißt es morgen: auf nach Thailand, genauer nach Koh Chang. Dort haben wir uns in eine etwas gehobenere Unterkunft für drei Nächte eingemietet. Man gönnt sich ja sonst nichts Smiley.

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Cambodia–Übelste Busfahrt ever von Sihanoukville nach Siem Reap (16 Stunden!!)

Heute geht es weg von unserem Traumstrand. Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Eigentlich war es sehr schön hier und total entspannend, aber wir freuen uns auch total auf die Tempel in Angkor Wat und auf ein gescheites Bett. Je näher man hier dem Strand kommt, desto rudimentärer ist die Unterkunft. In unserer jetzigen Bleibe hatten wir in der letzten Nacht erstmal noch einen fiesen Stromausfall. Stromausfall = Kein Ventilator. Außerdem hat sich wohl eine Mücke in unserer Moskitonetz geschlichen. Panik!!!

Nach guten vier Stunden Fahrtzeit waren wir dann auch planmäßig in Phnom Penh. Dort sollten wir eigentlich nicht umsteigen müssen und direkt weiter nach Siem Reap fahren, das weiter im Norden liegt. Pustekuchen. Wir mussten nicht nur aussteigen, sondern wir hatten auch massig Wartezeit an der fiesen Busstation. Und keiner konnte uns so richtig sagen wann unser Bus kommt. Also haben wir dort die Zeit ein wenig verbracht und dabei die ein oder andere Kuriosität entdeckt.

Eine Nebelmaschine auf der Herrentoilette habe ich vorher auch noch nie gesehen und weiß auch nicht so recht wofür. Conny und ich haben schon vermutet, dass die angeworfen wird, wenn unser Bus endlich ankommt um das Eintreffen noch spektakulärer zu gestalten. War dann aber nicht so. Hunger hatten wir auch und haben neben zwei Muffins auch ein Baguette gekauft und versucht zu konsumieren. War aber kein normales Baguette, sondern ein Baguette Surprise. Mit Chicken drin. WHAT?!

Spaß hatten wir trotzdem an der Busstation, bis nach etwa 3 Stunden dann auch unser Bus auftauchte. Eigentlich hätten wir 6 Stunden Fahrzeit nach Siem Reap gehabt, das wäre okay gewesen, da der Bus um 14:30 abfuhr. Also planmäßig um 20:30 in Siem Reap. Geklappt hat das aber nicht so richtig.

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Unsere Busgesellschaft hatte irgendwie auch zwei Namen “Rith Mony” oder “Paramount”. Zu empfehlen ist sie nicht. Wir haben mal locker 2 Stunden länger gebraucht als geplant und das hauptsächlich weil wir an jeder Straßenecke noch irgendwelche Leute mitgenommen haben. Ob das Cousins vom Busfahrer oder zahlende Kunden waren, kann ich garnicht so genau sagen.

Die Straßen waren auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber da kann ja die Busgesellschaft nix für. War an einigen Stellen eher eine Lehm-Buckelpiste und wirklich abenteuerlich mit dem großen Bus dadurch zu schaukeln. Conny hatte schiss.

Um 22:30 kamen wir dann auch mal in Siem Reap an. Unser Free Pickup, den das Hostel eigentlich bot, klappte natürlich nicht, da unser Bus hoffnungslos verspätet war, also fix mit dem TukTuk für 3$ hin und…. positiv überrascht sein. Hak’s House heißt der Laden in den wir uns hier eingebucht haben und ist bislang die beste Bleibe auf unserer Reise. Alle total nett, freundlich und bemüht alles zu tun, dass wir uns wohl fühlen. Keine Ratten in den Wänden. Eine angenehm ruhige Klimaanlage. Heißes Wasser in der Dusche. Weiche, saubere Betten. Große Zimmer. WLAN. Toll. Wir sind glücklich. Und kaputt. Eigentlich wollten wir noch kurz was essen, Küche war aber leider schon dicht und Koch im Bett, also mit knurrendem Magen ins Bett. Breakfast ist hier included, das wird ein Fest morgen früh.

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Cambodia–Chillen am Otres Beach

Also wir haben dann tatsächlich unsere Behausung nach zwei Nächten gewechselt. Vom “Led Zephpyr” zum “Footprints”. Die beiden trennen etwa 7km und der Strand ist jetzt schon deutlich einsamer und einfach traumhaft. Den Abschied erleichtert haben uns die Ratten, die in unserer Wand beim Led Zephyr gelebt und gearbeitet haben. Eine 6$-Tuktuk-Fahrt später waren wir schon in unserer neuen Bleibe.

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Auch die war rudimentär (keine Klimaanlage, viel Sand, braunes Leitungswasser), dafür aber 15m vom Strand entfernt und mit äußerst chilliger Atmosphäre. So haben wir uns das vorgestellt. Erste Amtshandlung also: Chillen am Strand! Das haben wir dann auch sehr viel gemacht.

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Die Kamera hatten wir den ganzen Tag nicht dabei, erst Abends sind wir dann nochmal mit Kamera an den Strand. Deshalb haben wir auch nur Fotos in der Abendsonne, es gibt sicherlich Schlimmeres.

Auf dem linken Foto haben wir übrigens auch noch ein kleines Bilderrätsel, Conny hatte Spaß mit der Muschel die sie gefunden hat. Na, wer errät das gesuchte Wort? Ist auch nicht so schwer!

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Insgesamt gibt es wohl 5 oder 6 Strände in Sihanoukville. Der bekannteste ist “Serendipity”, der allerdings eigentlich recht klein ist. Alles daneben gehört schon zum nächsten Strand, nämlich “Ocheteaul”. Daneben schließt sich der Otres Beach an, der aber zweigeteilt ist. Erst kommt Otres Beach 1 und dann Otres Beach 2. Je weiter man von Serendipity und Ocheteaul weg kommt, desto ruhiger wird es. Wir sind hier an Otres Beach 2, also super ruhig und total entspannt. Weiter nördlich vom Serendipity gibt es dann noch 2 oder 3 Strände, die haben wir uns aber nicht angeschaut.

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Wir haben auch heute nicht mehr so richtig viel gemacht, stattdessen lagen wir auf den Strandliegen unseres Guesthouses und haben den Tag genossen. Besonders, wie gesagt, den Sonnenuntergang am Strand. Das wollten wir schon immer mal erleben.

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Dementsprechend sind wir fototechnisch auch eskaliert. Wir waren relativ alleine am Strand, da kann man ja ungestört rumknipsen. Im Wasser schwommen 2 Bötchen pittoresk vor einer kleinen Insel und dahinter ging die Sonne unter. Man bekommt hier übrigens auch ganze Kokosnüsse aus denen man dann schlürfen kann, aber das wäre an diesem Abend denke ich der Kitsch-Overflow gewesen.

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Die Sonne tauchte das Meer beim Untergehen dann in alle möglichen Gelb- und Orangetöne, bis sie hinter der Insel in den letzten verbleibenden Wolken verschwand. Best Sunset ever.

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Auch am zweiten Tag hier am Otres-Beach war Chillen angesagt. Ich bin morgens erstmal zurück zu unserer vormaligen Bleibe gejoggt, denn dort waren unsere Klamotten noch in der Wäscherei und erst jetzt fertig. Die 7km joggen taten mir auch mal wieder gut, das war jetzt erst das zweite mal Laufen in 7 Wochen. Conny wollte dann lieber ausschlafen. Nach dem Joggen ging es dann direkt mal ins Meer abkühlen, bzw. für Conny direkt nach dem Aufstehen. Was heißt überhaupt abkühlen, das Wasser hat über 25 Grad würde ich schätzen. Danach haben wir ein bisschen gebloggt und EMails geschrieben, das WLAN hier im Hostel ist erstaunlich gut, das muss man direkt mal nutzen.

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Nachmittags ging es dann nochmal zum Strand, etwas früher als gestern und auch mit Kamera ausgestattet, so dass ihr auch sehen könnt, was wir den ganzen Tag machen: Rumalbern und Chillen. Herrlich. Das Wasser ist übrigens auch hinter den beiden Booten nur wenige Zentimeter tief. An der Stelle, wo ich auf dem Bild hochspringe sind es vielleicht 20cm Wassertiefe. Das ist also nicht allzuviel. Naja, schwimmen tue ich eh nicht so gerne.

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Auch heute haben wir wieder den Sonnenuntergang am Strand beobachtet, diesmal aber mit Ellis Maulwurfn, der uns dabei Gesellschaft leistete. So richtig viel zu schreiben gibt es nicht, denn unsere Tage waren halt 90% Ruhe und Entspannung. Ich habe mir sogar am Strand eine Massage geben lassen. Von der Mutter einer dicken Strandmasseuse. War garnicht mal so gut. Hat aber auch nur 5$ gekostet.

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Morgen geht es dann schon weiter in Richtung Angkor Wat / Siem Reap. Mit dem Bus. Mindestens 12 Stunden. Also ab ins Bettchen, morgen gehts um 6:30 Uhr los.

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Cambodia–Marcus und Conny am Strand in Sihanoukville

Spontane Planänderung! Statt drei Nächten in Phnom Penh, bleiben wir hier nur zwei Nächte und schieben ein paar Tage an einem Strand in Kambodscha ein. Wir sind große Städte ein bisschen leid und haben nach den letzten Tagen auch Lust auf ein bisschen Leichtigkeit auf unserer Reise. DER Strand in Cambodia ist in Sihanoukville, das ist etwa 4 Stunden von Phnom Penh entfernt. Bus Tickets mehrerer Unternehmen gibt es easy peasy bei uns im Hostel für etwa 10 US$ (und überall anders hin auch). Pickup ist um 8:30 Uhr direkt vor der Tür.

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Wir sind also morgens nach einem kleinen Frühstück direkt in den Bus. Sitzplätze 1A und 1B und nur Khmer im Bus. Warum das? Die haben wohl drei Tage Feiertag hier und fahren deshalb alle zum Urlauben an den Strand. Erstaunlich, dass wir dennoch einfach online 3 Nächte in einem gut bewerteten Hostel bekommen haben. Etwa 10€ / Nacht für einen Private Room im “Led Zephyr“-Hostel übrigens.

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Die Landschaft hier in Kambodscha ist verdammt grün links und rechts der Straße. Die Straße ist auch relativ neu, vor ein paar Jahren gab es die hier noch nicht und man musste über Lehmpisten brettern. Die Verkehrsregeln greifen deshalb aber noch lange nicht. Hier wird wie bekloppt gehupt, überholt und abgedrängt. Oha. Conny brauchte eine Weile bis sie entspannt einschlafen konnte.

Einen kleinen Stopp haben wir noch gemacht, so dass unser Fahrer etwas essen konnte, dann ging es dann direkt nach Sihanoukville. Insgesamt haben wir knapp 4 Stunden benötigt, wie geplant. Vom Busstopp muss man ein TukTuk zum Hostel nehmen, öffentlichen Personennahverkehr gibt es hier nicht. Im LonelyPlanet wird vor der TukTukMafia hier in Sihanoukville gewarnt: Preisabsprachen und spontane Preiserhöhungen nach halber Fahrt sind wohl an der Tagesordnung. Unser TukTuk-Fahrer tat nichts von alledem. Die Fahrt war dann auch recht kurz und unsere Bleibe war schon ganz okay, nur sehr britisch. Hier gibt es sogar Sunday Roast (also Sonntagsbraten) und Liveübertragung der Premier League. Naja, schauen wir uns später an. Erstmal Moskito-Spray nutzen, Taschen abladen und ab an den Strand.

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Dort gab es in einer Beach Bar erstmal einen iced Coffee für Conny und eine kalte Cola für mich. Herrlich. So haben wir uns unsere Weltreise vorgestellt. Wir hatten aber auch wirklich die Nase voll von großen Städten fürs erste.

Wir sind hier in Sihanoukville am “Serendipity Beach”, das ist der meistbesuchte hier. Es gibt noch 2 oder 3 weitere, die wir uns in den nächsten Tagen mal anschauen werden. Wie lange wir hier bleiben haben wir auch noch nicht ganz entschieden, gebucht haben wir erstmal drei Nächte.

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Am Strand gab es dann noch ein paar Spring Rolls als Snack und dann haben wir uns zum Chillen erstmal in unser Hostel zurückgezogen. Unser Hostel ist gleichzeitig noch Bar, Grill und Restaurant und außerdem sollte es hier massig Live Music geben – davon haben wir bislang aber leider nichts gemerkt. Kaltes Bier gibt es hier aber, sogar in iced glasses. Das Angkor-Bier hier in Kambodscha ist übrigens trinkbar. Mit Ausnahme von Dubai habe ich damit Bier in allen drei bisher bereisten Ländern konsumiert. Seb und Melle hatten mir das als Aufgabe aufgetragen und ich tue bislang mein Bestes Zwinkerndes Smiley

Nach dem Bierchen ging es dann noch zum Pizza-essen. Ich habe schon seit drei Tagen absoluten Heißhunger auf Pizza und der musste erstmal gestillt werden. Der Laden in dem wir waren hatte nur 11 Pizzen auf der Karte und nichts anderes und die Pizza gehörte definitv zu meinen Top 10 Pizzen bisher in meinem Leben. Gute Sache. Satt und müde fielen wir relativ früh ins Bett.

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Wir fassen mal wieder zwei Tage zusammen im Blogpost, denn am ersten Tag passierte ja nicht so viel. Heute jedoch war unser erster voller Strandtag und eigentlich wollten wir uns nur an den Strand legen und chillen. Aber… der Strand ist recht groß und voller Leute und wir wollten natürlich kleine Traumstrände – ist ja klar… Also kurz gegoogelt und der perfekte Strand (Otres Beach) grenzt direkt an den Strand vor unserer Haustüre, 6km Fußmarsch bis dorthin. Oha. Naja, hilft alles nichts, also sind wir dahin marschiert.

Der Strand war echt grandios, genau wie man ihn sich so vorstellt. Wir waren froh, die 6km gelaufen zu sein. Auf dem Weg haben wir auch viele echt zugemüllte Strandabschnitte gesehen, das ist natürlich echt traurig. In Kambodscha ist das Bewusstsein für Umweltschutz glaube ich generell noch nicht so vorhanden wie in der Heimat, hier landen auch hin und wieder Abflussrohre direkt im Meer :-/ Aber Gott sei Dank nicht am Otres Beach, der ist ein paar Kilometer weit entfernt von den krasseren Abschnitten.

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Also was macht man so wenn man an einem absoluten Traumstrand angekommen ist? Richtig! Hinpflanzen, Cola trinken, Baden gehen, chillen und genießen! Genau das haben wir dann auch gemacht. Hier gibt es auch wieder einige Beachbars an denen man sich niederlassen kann. Nicht ganz so günstig wie im Epizentrum des Tourismus am Nebenstrand aber immerhin günstiger als zuhause.

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Hier gibt es meistens so Loungeartige-Sessel, die man sich einfach krallen kann, wenn man beim zugehörigen Etablissement etwas kauft. Conny war aber der Meinung, die Sessel sehen aus wir Hundekörbchen und hat sich direkt mal eingerollt. Smiley mit geöffnetem Mund Mit Liegen funktioniert das übrigens genauso. Man braucht keine Tagespauschale oder sowas bezahlen, eine Cola für 1$ kaufen und schon darf man die Liegen einfach nutzen. Find ich cool.

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Hir gibt es auch diverse Beachside Bungalows und coole Hostels, so dass wir spontan beschlossen haben, hier ein bisschen zu bleiben. Wir hatten ursprünglich drei Nächte in dem bisherigen Hostel gebucht, diese haben wir mal spontan auf 2 verkürzt und dann 2 weitere Nächte am Traumstrand gebucht. Ist ein wenig teurer, aber für 18€ die Nacht immernoch erschwinglich. Dort ziehen wir dann also morgen mal um. Nice!

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Den Weg zurück haben wir dann auch tatsächlich nochmal zu Fuß zurückgelegt, wieder 6km, um dann nach einer Kokosnuss auf dem Weg, kurzem Duschen im Hostel und etwas Chillen dann zum Abendessen wieder an unseren vollen Touristenstrand zurückzukehren. Hier gibt es nämlich das Seafood BBQ für 4$ auf das Conny schon seit gestern scharf ist. Smiley

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Es war wohl auch sehr gut. Es gab bei ihr Squid, Prawn und Barracuda gegrillt mit Salat und Knobibrot. Bei mir gab es Veggie Amok. Das ist ungefähr das was Conny in Phnom Penh hatte (Fish Amok) nur ohne Fisch. Es war sehr lecker und ein Abendessen direkt am Meer ist natürlich auch was richtig cooles, auch wenn hier am Strand für unseren Geschmack etwas zu viele Leute waren.

Morgen dann also erstmal Umziehen an den Otres Beach.

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Cambodia–Killing Fields und S21-Gefängnis

Gut erholt und etwas spät erwachen wir in userem Hostel in Phnom Penh. Die Zimmer hier im Eighty8-Hostel sind sehr basic aber total sauber, gar nicht mal so klein und top klimatisiert. Wir hatten heute auch nicht so richtig Lust, uns ein lokales Frühstück zu suchen und so blieben wir einfach mal im Hostel und hatten “Western Breakfast”. Conny mit einem 1A-Früchtemüsli und ich mit zwei Scheiben Toast und Erdbeermarmelade. Muss auch mal sein. Neben dem Pool macht Frühstücken gleich doppelt so viel Spaß.

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Bereits am Vorabend hatten wir uns ein Tuk-Tuk für den heutigen Tag bestellt, welches uns durch die Stadt kutschiert. Das kostet hier 18 US-Dollar für etwa den halben Tag. Unsere Ziele für den heutigen Tag: Die sog. “Killing Fields” und das Gefängnis “S21”, also alles andere als schöne Themen, aber da müssen wir durch, immerhin wollen wir ja schon etwas über die Geschichte Kambodschas erfahren. Also auf in den krasse Kambodschanischen Straßenverkehr.

Auf dem Video sind wir noch auf einer ruhigeren Strecke unterwegs. Hinterher war es dann eher eine Staub- und Matschpiste voller Schlaglöcher. Richtig übel. Die “Killing Fields” sind etwa 14 Kilometer von unserem Hostel entfernt und somit auch leicht außerhalb Phnom Penhs, denn so richtig groß ist die Stadt hier nicht und zudem arg ländlich.

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Unser Driver konnte ein wenig Englisch und war ein relativ umsichtiger Fahrer, wir wurden von einigen TukTuks überholt, die deutlich krasser unterwegs waren. Einige davon auch mit bleichen westlichen Touristen wie wir, viele andere aber auch mit Einheimischen, die zahlen aber etwas weniger.

Allen, die zart besaitet sind oder Kindern die hier mitlesen empfehle ich, den Rest dieses Artikels nicht zu lesen. Die Vergangenheit Kambodschas ist unglaublich grausam und traurig. Und wenn ich dabei schon Tränen in den Augen habe, ist das vielleicht nicht das Richtige für alle Leser.

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Als wir dann nach etwa einer Stunde an den Killing Fields waren, verabredeten wir mit dem TukTuk-Driver, dass er im Restaurant um die Ecke auf uns wartete und wir sind dann in Richtung Killing Fields gelaufen. Die “Killing Fields” war einer der Ort, an dem zu Zeiten der “Khmer Rouge”, also der roten Khmer, hier in Kambodscha der Massenmord am eigenen Volk verübt wurde. Hier wurden die Männer, Frauen und Kinder hinverfrachtet, wenn sie getötet werden sollten. Vor nicht einmal 40 Jahren. Dementsprechend viel sieht man an diesem üblen Ort auch noch von den damaligen Verbrechen.

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Auf dem Gelände existieren einige Massengräber, die auch  heute noch abgesperrt sind und die nicht betreten werden dürfen, da dort immernoch hin und wieder Zähne, Knochen oder Kleidung an die Oberfläche kommt, gerade nach heftigen Regenfällen. Ziemlich krass. Überall standen auch Schilder mit der Bitte, keine Überreste aufzuheben, das hatten wir aber eh nicht vor.

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Man konnte das Gelände mittels eines Audio-Guides selber erkunden und auf diesem Guide wurden einem Hintergrundinfos zum Gelände gegeben, aber auch einige Geschichten von Personen, die dem Morden hier entkommen sind. Das sind allerdings herzlich wenige. Irgendwo stand auf einem Schild sinngemäß “Wunder gab es an diesem Ort nicht”.

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Am meisten bewegt hat mich der “Killing Tree”. Hierbei handelt es sich augenscheinlich um einen normalen Baum. Dieser wurde jedoch früher dazu verwendet, Babies vor den Augen ihrer Mütter umzubringen. Oftmals dadurch, dass die Babies an ihren Beinen gehalten und mit dem Kopf gegen den Baum geschlagen wurden. Entsprechend viel Gehirn, Blut und Haare waren wohl früher an diesem Baum zu finden. Eine grausame Vorstellung. Ein Khmer-Sprichwort sagt wohl sowas wie: Wenn du das Gras loswerden willst, musst du auch die Wurzeln ziehen.

Keiner der hier gestorben ist, wurde übrigens erschossen. Munition war zu wertvoll. Stattdessen wurden die Menschen hier erschlagen, zerstückelt oder aufgespießt. Meistens kniend vor ihrem Grab und in der Nacht. Das letzte was sie dabei hörten war angeblich das Geräusch eines Dieselgenerators der musikalische Beschallung mit revolutionären Liedern ermöglichte. Zynisch.

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Gefunden wurden hier in den Gräbern Überreste von fast 9.000 Menschen. Das ist insofern schockierend, als dass die Khmer Rouge für nur 3 Jahre an der Macht waren in Kambodscha und in dieser Zeit bis 3 Millionen Landsleute, das sind über ein viertel der damaligen Bevölkerung, umgebracht haben. Heute prägt eine Gedenkstätte das Gelände, in Form eines großen Turms in dem etwa 5.000 menschliche Schädel aus den Gräbern aufbewahrt werden. Für diese Schädel wurden Recherchen durchgeführt, wer sie waren, wie sie starben und wer ihre Angehörigen sind. Man darf den Turm betreten und sogar Fotos machen, was auf den ersten Blick etwas krass ist wie ich finde.

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Ich habe relativ lange überlegt, ob ich die Gräber, die Schädel oder den Killing Tree fotografiere oder hier poste. Da ich aber vor diesem Tage keine Ahnung über das Ausmaß der Brutalität hier in Kambodscha hatte, habe ich mich dazu entschlossen, euch diese Bilder nicht vorzuenthalten. Ich finde es schockierend, dass in Deutschland kaum jemand über das Ausmaß der Unmenschlichkeiten hier Bescheid weiß. Ich hoffe meine Motive sind halbwegs nachvollziehbar und regen dazu an, vielleicht den ein oder anderen Wikipedia-Artikel zu studieren (hier zum Beispiel) und die stabilen Zustände in Deutschland wertzuschätzen. Wir tun das definitiv.

Was genau die Khmer Rouge so vorhatten, lest ihr am besten auch bei Wikipedia nach. Grob erklärt ging es darum einen reinen Bauernstaat zu errichten. So wurden alle Menschen aus Städten vertrieben und mussten auf dem Land in Sklaverei-ähnlichen Zuständen arbeiten. Die Bildungselite wurde vertrieben oder getötet und zu “Bildungselite” zählte quasi jeder der eine Fremdsprache sprach oder eine Brille trug.

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Schwermütig geht es weiter mit unserem TukTuk zum Gefängnis “S21”. Während die Menschen in den Killing Fields getötet wurden, wurden sie zumeist vorher inhaftiert und gefoltert, das erfolgte zum Beispiel in “S21”.

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Vormals war dieses Gefängnis eine Schule,-ironisch wenn man bedenkt, dass die Bildungeliten mit die ersten waren, die in diesem Gefängnis landeten. Viele Schulräume wurden mittels Holz und Ziegelsteinen in viele Einzelzellen unterteilt. Dort wurden weniger interessante Menschen an Ketten eingesperrt, lediglich mit einem Metallkannister für ihre Notdurft. Auch in großen Klassenräumen wurden Menschen zu mehreren eingesperrt, auf engsten Raum zusammengepfercht und mit Metallketten aneinandergekettet. Bei wenig Reissuppe und katastrophalen hygienischen Bedingungen warteten sie auf ihre Befragung. In den unteren Klassenräumen befanden sich die Zimmer für die “VIPs”, in denen stand dann nur ein Bett. Hier wurden die Menschen dann auch grausam gefoltert, mittels Waterboarding, Elektroschocks, Fingernägelziehen und Verstümmelung bis sie ein Geständnis von sich gaben.

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Diese Geständnisse waren oft nicht einmal wahr, aber ein Entkommen gab es nicht. Wurde jemand verdächtigt und kam ins Gefängnis, so kam die komplette Familie mit, da die Khmer Rouge Angst vor Rache hatten. Verdächtig war man schon, wenn man zur spät zur Arbeit kam. Mit dem Geständnis war auch das weitere Schicksal besiegelt und man wurde zu den Killing Fields gebracht.

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Alle Häftlinge von S-21 wurden säuberlich fotografiert und dokumentiert,- die Fotos sind in den Ausstellungsflächen zu sehen. Viele junge Gesichter, viele, die unbedarft und unwissend aussehen. Bei der Befreiung des Gefängnis fand man noch 14 Leichen,- und 7 Überlebende. 7! Diese hatten alle Kenntnisse, die ihr Überleben sicherten: Mechaniker, Fotografen, Künstler.

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Auch Fotos derjenigen waren zu sehen, die dieses Gefängnis betrieben haben. Diese waren kaum älter als 30, manche gar erst 20. Pol Pots Schergen waren in der Regel Kindersoldaten, Bauernkinder ohne geringste Bildung, denen einfach einzureden war, dass die Städter und diejenigen mit Bildung an ihrer Armut Schuld trugen. Der allergrößte Teil von ihnen lebt heute noch,- unerkannt, und wurde nie zur Rechenschaft gezogen. Es gibt zwar mittlerweile eine Tribunal, das die noch lebenden Verantwortlichen wegen diverser Verbrechen gegen die Menschlichkeit anklagt, diese sind jedoch “nur” die Mitglieder des Führungszirkels, alle mittlerweile sehr alt und krank und kaum noch zur Verhandlung fähig. Der Leiter von S-21 und den Killing Fields bei Phnom Penh ist bisher der einzige, der verurteilt wurde. Die UN vergab an die roten Khmer übrigens noch bis Anfang der 90er einen Sitz, weit über 10 Jahre nach dem Sturz der roten Khmer, die danach einen Guerillakrieg weiterführten, und nachdem die Massengräber und der Völkermord längst bekannt waren.

Die ganzen Eindrücke mussten wir erstmal verdauen und so ging es um etwa 15 Uhr zurück zum Hostel. Dort haben wir uns lange über die ganze Geschichte Kambodschas unterhalten, ein bisschen Wasser zu uns genommen (wir waren ziemlich dehydriert) und die ganze Geschichte hier verbloggt. Schwerer Stoff auf jeden Fall. Der Hunger kam dennoch irgendwann wieder und wir wollten nicht so recht nochmal in unserem Hostel essen und so gingen wir raus auf die Straße. Wir hatten vorher ein bisschen bei TripAdvisor geschaut, welche Lokale hier gute Bewertungen haben und eines ist wohl direkt hier um die Ecke also los gehts.

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Gefunden haben wir es leider nicht, dafür ein anderes schönes. Der Inhaber ist französischsprachig und die Karte ist sowohl französisch als auch khmer (kambodschanisch). Conny hatte nochmal ihren Amokfisch und ich hatte ein ziemlich enttäuschendes Chicken Curry. Ich hatte ja gehofft, wir hätten die Zeiten der Knochen und Innereien mit China hinter uns gelassen, leider jedoch nicht. Verdammt.

Kategorien: Cambodia | 2 Kommentare

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