Der dritte Tag unseres kleinen Wochenendausflugs nach Rom ist dann auch schon unser letzter Tag. Wir haben uns unseren Flug auf den frühen Abend gelegt, um den dritten Tag noch adäquat nutzen zu können. Dafür dürfen wir unser Gepäck noch in unserem Zimmer lassen bis wir zum Flughafen müssen, das ist natürlich sehr praktisch. Nicht dass wir viel Kram dabei hätten, aber ohne Rucksäcke ist man ja doch ein wenig freier unterwegs.
Heute steht noch das Pantheon auf dem Programm. Auch das habe ich bereits im Frühjahr gesehen, jedoch aufgrund des straffen Programms nur als Randerscheinung wahrgenommen. Nun beim zweiten Besuch bin ich hin und weg. Was mir auch beim ersten Besuch nicht so klar war: Das Pantheon ist unglaublich alt. Es wurde im zweiten Jh. nach Christus erbaut und steht somit schon fast 2000 Jahre dort wo es ist. Für ein Gebäude dieses Alters ist es entschuldbar, dass es von außen ein wenig schäbig daherkommt. Von innen ist es dafür noch beeindruckender.
Dominiert wird der Bau von der großen Kuppel, welche über 1500 Jahre lang die größte Kuppel der Welt gewesen war. Der Naturwissenschaftler in mir fragt sich natürlich direkt, wie das damals so berechnet wurde oder ob einfach im try&error Prinzip solange probiert wurde, bis es klappte. Ursprünglich war das Pantheon wohl ein Tempel für die römischen Götter (Zum Zeitpunkt der Erbauung war das römische Reich ja noch nicht christlich), wurde jedoch im 6. oder 7. Jh. umgeweiht und ist seitdem eine katholische Kirche. Eine ungewöhnliche allerdings.
Wir schlendern zwei oder dreimal durch das runde Gebäude und starren immer mal wieder nach oben in die Kuppel (die übrigens ein Loch in der Mitte hat!) und machen uns dann langsam auf dem Weg zum Trevi-Brunnen, der nur ein paar Straßen weiter ist.
Ja, der Trevi-Brunnen ist schon verdammt touristisch. Dementsprechend viel los war natürlich auch als wir dort waren. So mussten wir erstmal warten, bis die beiden asiatischen Reisegruppen weitergezogen sind, bis wir uns den Brunnen in Ruhe anschauen konnten. Beeindruckend ist er ja doch, trotz aller Touristik. Schnell noch ein paar Cent über die Schulter in den Brunnen werfen, das soll für eine sichere Rückkehr nach Rom sorgen. Im Jahr 2013 sind übrigens 1,2 Millionen Euro aus dem Brunnen gefischt worden, welche an die Caritas gespendet wurden.
Vom Trevi Brunnen aus bewegen wir uns in Richtung Piazza del Popolo, dem “Platz des Volkes”. Ein ziemlich großer Platz und Verkehrsknotenpunkt für U-bahnen und Busse in Rom. Direkt am Platz sind eigentlich zwei fast identische Kirchen links und rechts der Via del Corso, eine davon ist jedoch eingerüstet, weswegen das bei unserem Besuch nicht genau ansehen konnten. Auf dem Weg zum Piazza del Popolo gönnen wir uns noch ein Eis gegönnt (das 4.597ste auf disem Trip!) und war bei Venchi Cioccolato. Nicht nur war hier das Eis sehr lecker und cremig, das Geschäft hatte als zusätzliche Besonderheit hinter dem Verkaufstresen eine große Wand aus flüssiger Schokolade. ![]()
Nachdem wir unser Eis in unangenehm rasanter Geschwindigkeit gegessen hatten, stiegen wir am Piazza del Popolo in die Ubahn zu unserem letzten Ziel am heutigen Tag: Dem Circus Maximus. Auch wenn vom einst 150.000 Zuschauer fassenden Stadion nur noch ein paar mit Gras bewachsene Hügel übrig sind, ist der Anblick dennoch faszinierend. Immerhin erkennt man die Ausmaße der Arena, welche bereits vor etwa 2500 Jahren gebaut wurde.
Wir setzen uns auf eine Bank und googlen noch ein wenig, was wir hier genau sehen. Direkt oberhalb des Circus Maximus ist beispielsweise der Palatin-Hügel zu sehen mit der Domus Augustana, dem ehemaligen Kaiserpalast. Der Kaiser konnte sich also einfach aus seinem Palast heraus die Spiele im Circus Maximus anschauen. Wir entdecken noch ein weiteres interessantes Detail, das auch erklärt, weshalb hier nur noch Hügel zu sehen sind: Viele der Steine wurden hier nämlich gemopst und für den Aufbau des Petersdoms verwendet.
Wir kommen auf dem Weg zu unserer Bleibe noch einmal am Forum Romanum vorbei und knipsen noch ein paar Fotos. Dann holen wir unser Gepäck und fahren mit dem Zug von Roma Termini zum Flughafen und jetten nach Hause. Rom war eine der historisch spannendsten Städte, die wir uns je angeschaut haben und auch vom Essen und vom Wetter her hätten wir es nicht besser treffen können! Rom, wir kommen wieder!


