Monatsarchiv: Mai 2017

Rom–Eine Zeitreise Tag 1

Zu meinem 30. Geburtstag wurde mir von Marcus und seiner Familie ein wunderschönes Geschenk gemacht: ein Wochenende in Rom. Italien ist bisher, bis auf eine alkohollastige Studienfahrt am Ende unserer Schullaufbahnen, sträflich vernachlässigt worden in unseren Reisetätigkeiten. Höchste Zeit das nachzuholen und mit der geschichtsträchtigen Hauptstadt anzufangen.

Anfang Dezember ist es dann soweit: Freitag morgens sehr früh geht unser Flieger von Köln und nur etwas mehr als eine Stunde später sind wir bereits in Rom. Mit dem Bus geht es dann in die Innenstadt und dann mit einem italienischen Linienbus weiter: Hier ist es schon sehr abenteuerlich, hineinzukommen, aber wir schaffen es und fahren so zuerst zu unserer Unterkunft, die wir über das “pettinary village” gebucht haben (Nähe Campo di Fiori). Schnell haben wir das kleine Apartement bezogen und, first things first, frühstücken erstmal ein Stück sensationell frische und leckere Pizza bei “Forno Campo de’ Fiori”, – sehr zu empfehlen!

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Dann erkunden wir ein wenig das (nebenbei bemerkt sehr pittoreske) Viertel und machen uns lose auf den Weg Richtung des allseits sichtbaren Victor-Emmanuel-Denkmals, hinter dem sich das Forum Romanum befindet. Auf dem Weg kommen wir immer mal wieder an den ein oder anderen antiken Überresten vorbei, Rest von antiken Toren, Säulen und Straßen, und fühlen schon die ganz eigenartige uralte Atmosphäre der Stadt. Schließlich enden wir am Marcellustheater, welches aussieht als hätte man Überreste des Kolloseums in ein Wohnhaus eingebaut. Direkt daneben steht das besagt Denkmal, welches wir erstmal erklimmen und die Aussicht über die Dächer und Hügel Roms genießen.

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Es geht weiter in Richtung Forum Romanum, – nicht direkt rein, denn wir haben später eine Führung gebucht-,  aber vom “Carcere Mamertino” hat man bereits einen schönen Blick und kommt vor allem, – ich fühlte mich direkt in meinen Lateinunterricht zurückversetzt –, an der berühmten Statue von Romulus und Remus mit ihrer Wolfsmutter vorbei.

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Es lohnt sich auf jeden Fall so früh unterwegs zu sein, denn so hatten wir eine relativ leere Sicht in der Morgensonne. Anfang Dezember können wir als Reisezeit auch wärmstens empfehlen, denn erstens ist die Stadt verhältnismäßig wenig von Touristen besucht und das Wetter ist ideal für einen Städtetrip (Sonne und ca. 14°C).

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Wir schlendern weiter Richtung Foro di Cesare und von da aus die Via dei Foro Imperiali (Straße der kaiserlichen Foren) entlang, – die breite Paradestraße hat übrigens Mussolini quer über die Ausgrabungsfläche anlegen lassen – Idiot. Noch schnell ein Tartufo verspeisen und dann machen wir uns auf Richtung Kolosseum, denn dort haben wir um 14:00 eine Führung gebucht.

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Das Kolosseum erhebt sich bereits am Ende der Gasse und als wir heraustreten eröffnet sich der Blick auf das eindrucksvolle Gebäude. Schnell finden wir unseren Tourguide und den Rest der Gruppe und es geht los. Leider können wir den Tourguide, den wir über getyourguide gebucht hatten, überhaupt nicht empfehlen. Unsere Gruppe bestand aus mehreren fußlahmen Amerikaner, einem älteren deutschen Paar und uns. Die Führerin musste daher immer alles auf deutsch und englisch erklären und hat ständig alles doppelt und dreifach wiederholt, – wenn man wie wir englisch fließend spricht dann auch vier bis sechsfach. Nervig. Im Schweinsgalopp wurden wir durch den antiken Bau gehetzt.

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Beeindruckend ist das Kolosseum aber allemal. Irgendwie hatte ich das Kolosseum aber viel älter im Kopf, denn es ist tatsächlich erst Ende des 1. Jhd nach Christus gebaut worden (ca. 72-80 n.Chr.). Die ausgefeilte Technik ist aber trotzdem immens. Nächstes mal halt ohne Guide.

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Das Kolosseum trägt seinen Namen übrigens nach einer “kolossalen” Statue des Kaisers Nero, die einst im Bereich vor dem Bauwerk stand. Generell hatte Nero nach dem Brand von Rom im Bereich des jetzigen Kolosseums und auch auf Teilen des Forum Romanums eine riesige Palastanlage gebaut, das “goldene Haus” (domus aurea). Nach seinem Sturz wurden weite Teile des Palastes an das Volk “zurückgegeben” in Form von öffentlichen nutzbaren Gebäuden wie dem Kolosseum und den Titusthermen. Reste des Palastes sind aber noch erhalten.

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Da das Forum Romanum und der angrenzende Palatin im Winter recht früh, nämlich mit Sonnenuntergang, schließt, heißt es auch hier Beeilung. Leider bekommen wir zwar recht viel Infos über einzelne Bauwerke, aber der Gesamtzusammenhang fehlt. Fairerweise sind ein Nachmittag für Kolosseum, Forum Romanum und Palatin aber auch viel zu wenig Zeit und mehr als einen kurzen Eindruck zu bekommen.

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Zunächst ging es über den Palatin, von dem man annimmt, dass es der älteste besiedelte Hügel Roms ist. Im Wesentlichen standen hier Tempel und später die Paläste der wohlhabenden Römer, viel erhalten ist noch vom Palast des Domitian, z.B. mit eigener kleinen Rennbahn (obwohl man vom Palast aus auch eine exquisite Aussicht auf den Circus Maximus hat).

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Zurück zum Forum Romanum blieb nur noch wenig Zeit, bevor mit Sirenen und Durchsagen die Schließung der archäologischen Zone ausgerufen wurde. Noch ein paar schöne Eindrücke sammeln, bevor wir uns verabschieden mussten. Ein andern mal mit mehr Zeit und fähigeren Guides!

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Zumindest konnten wir die Ruinen im schönen Abendlicht genießen. Traurig finde ich immer, dass doch recht wenig erhalten ist und man schon eine ganze Menge Fantasie haben muss, um sich die Überbleibsel komplett und mit Marmorverkleidung und allem vorzustellen. Wie lange dauert es wohl noch, bis für solche Zwecke VR-Brillen eingesetzt werden?

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Uns treibt nach den ganzen Eindrücken der Hunger wieder zurück in unser Viertel, denn ganz in der Nähe des Campo di Fiori gibt es in der Osteria da Fortunata sensationelle Pasta. Da wir noch recht früh sind, bekommen wir auch ohne Reservierung einen Platz und lassen es uns schmecken. Sehr zu empfehlen, auch das Tiramisu war einfach megalecker. Dann heißt es für uns nach einem langen Tag: Verdauungsspaziergang und ab ins Bett!

Kategorien: Europa | Hinterlasse einen Kommentar

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