Wir haben natürlich nicht nur Dinge gebucht und jeden Tag irgendetwas organisiertes gemacht, sondern – wie immer wenn wir in irgend eine Stadt kommen – uns viel durch die Straßen treiben lassen. Das kann man in Chiang Mai besonders gut.
Nicht nur merkt man der Stadt ihre 400.000 Bewohner nicht an, es ist zudem auch so, dass an jeder Ecke der Stadt spannende Dinge zu entdecken sind. Ja, vieles ist dabei Touristisch, aber vieles ist auch einfach exotisch, ungewohnt oder nett anzuschauen in unserer Wahrnehmung.
Wir sind ja keine Bangkok-Fans, weil Bangkok uns ein wenig zu groß und chaotisch, in Chiang Mai läuft alles etwas beschaulicher ohne das nette thailändische Flair zu verlieren.
In Chiang Mai ist nicht nur die Innenstadt (wo wir die oben abgebildete Ziege entdeck haben) spannend, es gibt zum Beispiel auch ein ChinaTown, welches sehr sehenswert ist und die Unterschiede zwischen der thailändischen und chinesischen Kultur nochmal verdeutlicht. Aber auch das Ufer des Mae Nam Ping-Flusses, welcher mitten durch Chiang Mai fließt, ist stellenweise einfach sehr hübsch. Viele Gebäude oder Brücken sind in Thailand zudem in irgend einer Weise verziert. Es lohnt sich fast immer, mit offenen Augen durch die Stadt zu laufen.
Wenn man so durch die Straßen wandert, ist es unvermeidlich, dass man früher oder später auf einen der vielen Märkte stößt. Diese sind unterschiedlicher als man meinen könnte und so lohnt es sich auch, mehrere davon zu erkunden.
Warorot Market
Der Warorot Market ist – wenn man die Walking Streets mal nicht mitrechnet – der größte Markt in Chiang Mai. Strenggenommen ist er nur indoor und auch nur in einem großen Gebäude im Osten der Stadt. Wenn man sich dem Gebäude nähert, merkt man aber schon, dass das gesamte Viertel rings herum voller Stände und Geschäfte ist und somit auch über das eine Gebäude hinaus zum Erkunden einlädt.
Da kommt man an riesigen Geschäften voller Stoffen vorbei oder sieht in einem Eimer Speise-Schildkröten schwimmen. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht verläuft in dem Gewirr an Kleinstraßen, Gassen, Tunneln und Geschäften. Früher oder später gelangt man in ein etwas größeres Gebäude, in dem sich viele Stände tummeln, das ist dann der eigentliche Warorot Market. Er hat mehrere Etagen und auch einen Keller und in jedem Stockwerk findet man andere Dinge. Wenn man genau hinschaut, fällt auch fix auf, dass sich hier nicht viele Touristen tummeln. Dementsprechend gibt es auch wenig touristischen Kappes. Als nicht-Thailänder bezahlt man aber auch direkt ein bisschen mehr für die Waren.
Im Keller – Conny rümpft jetzt direkt wieder die Nase – gibt es frisches Fleisch, frisches Gemüse, frischen Fisch und ein bisschenriecht es dort auch. Hier gibt es halt keine deutsche Hackfleischverordnung, so dass man gerade beim Fleischkauf mit einem empfindlichen, westeuropäischen Magen eher vorsichtig sein sollte.
Im Erdgeschoss gibt es auch viele Lebensmittel, hier dann auch viele getrocknete Geschichten wie Gewürze aber auch frisches Obst zu schmalen Preisen. Wer also Bock auf eine Banane oder ein paar Stückchen Mango hat, kommt hier schnell und preiswert an alles was er braucht. Uns stand jedoch nicht so der Sinn nach Obst, so dass wir hier nur durchgeschlendert sind.
Wir sind direkt in den ersten Stock, dort gibt es Kleidung und Gepäckstücke, denn wir brauchten noch ein zusätzliches Gepäckstück für die Kleidungsstücke, die wir uns haben schneidern lassen. Die passen nicht mehr in den Rucksack.
Chiang Mai Night Markets
Ein etwas touristischer Anlaufpunkt findet sich Abends entlang der Changklan Road, ebenfalls im Osten der Innenstadt. Dort bauen sich jeden Abend ab dem späten Nachmittag Stände entlang der Straße auf, die von Fußballtrikots über Handtaschen und Sonnenbrillen bis hin zu Leinenhemden und FlipFlops alles anbieten, was das Touristenherz begehrt. Die Stände an den Straßen firmieren meines Wissens unter dem Namen Chiang Mai Night Bazaar. Im Vorteil ist hier aber wieder, wer ein wenig neugierig ist, denn entlang der Straße gibt es diverse Gebäude mit Indoor-Märkten und noch viel mehr Hinterhöfe, in denen ebenfalls noch Märkte versteckt sind, die übrigens auch alle eigene Namen haben. So zum Beispiel der Ploen Ruedee Night Market.
Der findet jeden Tag außer Sonntags statt und hat sich auf Essen und Trinken spezialisiert. Nebenbei gibt es noch den ein oder anderen Live-Act, der die Besucher mit westlicher Musik unterhält. Auch die Stände sind eher westlich orientiert, so gibt es neben diversesten Nudel-Läden beispielsweise auch einen Laden für Glühwein. Bei 30 Grad. Na schönen Dank auch.
Wem das noch nicht westlich genug ist, kann auch ein paar Straßen weiter schlendern und findet dort das “German Hofbräuhaus (y casa Antonio)”. Was erstmal völlig abstrus klingt, war während unseres Aufenthalts immer adäquat mit sehr deutsch aussehenden Leuten besucht. Sind wir im Ausland wirklich so drauf, dass wir unsere gutbürgerliche Küche so hart vermissen? Wir sind jedenfalls nicht reingegangen. Bei einer mehrmonatigen Reise haben wir auch regelmäßig das Bedürfnis, heimisches Essen zu vertilgen, bei einem dreiwöchigen Urlaub hält sich der Drang aber in Grenzen. ![]()
Wir haben noch einige weitere Märkte entlang der Straße erkundet, ich muss aber gestehen, dass ich teilweise keine Fotos davon habe und mir auch die Namen entfallen sind. Jeder Markt ist zwar leicht anders, viele haben aber kein echtes Alleinstellungsmerkmal, so dass ich nicht empfehlen würde, unbedingt alle sehen zu wollen. Einfach treiben lassen ist hier glaube ich die beste Strategie!


