Die architektonisch schönsten Stellen sind in Chiang Mai die imposanten buddhistischen Tempel. Wir brauchen jetzt nicht jeden Tag den Besuch in einem Tempel, aber wenn es ein besonders schöner oder wichtiger Tempel ist, nehmen wir uns die Zeit und schauen ihn uns an. Dabei versuchen wir aber, keine Fotos von Buddha zu machen (das soll man nicht) und die Menschen natürlich beim beten nicht zu stören. In Chiang Mai haben wir uns im wesentlichen vier Tempel angeschaut.
Phra Singh
Der Phra Singh Temple ist quasi in der Mitte von Chiang Mai und man kann ihn nur schwer verpassen. Er fällt nicht nur aufgrund seiner goldenen Verzierung und seiner Größe auf, sondern zeichnet sich auch dadurch aus, dass sehr viele Reisebusse vor der Tür stehen und viele viele Touristen wie wir umherlaufen.
Das trübt immer ein wenig das Erkunden eines solchen Ortes, zumal immer welche dabei sind, die laut quatschen, ihre Schuhe nicht ausziehen – oder große Fotoshootings vor heiligen Orten abhalten müssen. Architektonisch ist der Tempel natürlich trotzdem klasse!
In den Garten des Tempels verirren sich schon weniger Leute, hier haben wir aber die meiste Zeit verbracht. Denn an sehr vielen Bäumen hängen dort weise Sprüche. So kann man schonmal eine Dreiviertelstunde durch den Garten irren, um auch ja alle Schilder zu erwischen. Ein paar haben wir mal fotografiert.
Auf dem Weg zurück, kommen wir nochmal an einigen Tempelgebäuden vorbei. Mit ein wenig Trickserei sind auch keine Menschen mit auf dem Bild ![]()
Wat Phan Tao
Zwei Straßen weiter ist der Tempel Wat Phan Tao. Er sieht von der Straße her eher unscheinbar aus, da er nicht so golden glänzt wie andere Tempel und aus dunklem Holz gebaut ist. Hinter dem Tempel befindet sich jedoch der absolute Augenöffner.
Hunderte Laternen hängen in den Bäumen um eine Buddhafigur herum, welche auf einem Hügel auf einer kleinen Halbinsel sitzt. Ich fand das tagsüber schon sehr faszinierend, aber wir wollten die Szenerie auch bei Nacht nochmal sehen.
Also kamen wir abends nochmal wieder und wurden mit einem faszinierenden Anblick belohnt. Die vielen bunten Laternen tauchen den Ort in eine besondere Atmosphäre und geben auch durch die Reflektion auf dem kleinen Teich ein klasse Fotomotiv ab.
Rings herum hängen zudem noch Lichterketten in den Bäumen und Kerzen sind an allen Ecken und Enden entzündet. Bei aller romantischen Atmosphäre jedoch nicht vergessen, dass dies ein heiliger Ort ist.
Wat Buppharam
Mehr zufällig haben wir Wat Buppharam entdeckt. Dieser ist erwähnenswert weil er sehr untypisch für einen Tempel ist, so finden sich allerhand komische Skulpturen in den Gärten, wie zum Beispiel ein Nudelsuppe-essender Donald Duck.
Doi Suthep
Einer der zentralen Sehenswürdigkeiten in Chiang Mai ist der Tempel Doi Suthep. Er liegt auf einem kleinen Berg und man benötigt etwa eine Stunde Fart mit dem Songthaew. Ein Songthaew ist übrigens eine Art Taxi, dass ausschaut wie ein Pickup mit zwei Bänken und Überdachung auf der Ladefläche.
Die Fahrt auf den Berg quälen sich manche Fahrzeuge älterer Bauart ganz schön, so auch das von unserem Fahrer. Die vielen Kurven sorgen zudem dafür, dass nicht nur das Fahrzeug sich quält; uns war ein wenig flau in der Magengegend als wir ankamen.
Vor Ort gibt es natürlich erstmal reichlich Ramsch zu kaufen. Erst wenn man alle Läden hinter sich hat, kann man sich die lange Treppe nach oben hocharbeiten.
Das kostet zwar ein wenig Puste, ist aber ein schöner Weg bergan. Alleine die Seitenbegrenzungen der Treppe sind schon sehenswert, diese sind nämlich mehrköpfige Schlangen oder Dämonen.
Oben angekommen ist man ob der vielen goldenen Verzierungen zunächst erstmal geblendet. An einem schönen Tag ist es in Thailand ja eh schon sehr sonnig, wenn die Sonne dann auch noch reflektiert wird, wird es dann halt sehr hell. Ein Glück waren wir gut mit Sonnencreme eingecremt!
Hier oben lohnt sich wieder mal ein Blick auf die Details. Viele liebevoll verzierte Glocken, Statuen oder kleine Tempel befinden sich an allen Ecken und Enden. Mir geht es dann oft so, dass ich zu Anfang gar nicht weiß, wo ich zuerst schauen soll und nach relativ kurzer Zeit schon gesättigt an Eindrücken bin. Auch zu sehen war dort oben ein Durian-Baum. Durian (a.k.a. Stinkfrucht) ist eine asiatische Frucht. Uns wurde gesagt “Smells like hell, tastes like heaven” und ich für meinen Teil kann das auch so unterschreiben. Die Frucht haben wir natürlich nicht hier im Tempel gemopst, sondern uns an einem Straßenstand ein wenig später gekauft. 😉
Da man hier mit über 1600m relativ hoch ist, bietet sich einem normalerweise eine phänomenale Aussicht auf die umliegende Umgebung samt Chiang Mai City. Leider haben wir einen diesigen Tag erwischt und so können wir die Landschaft und die Stadt nur im Nebel erahnen.
Der Trip ist zwar mal mindestens ein halber Tag, hat sich aber definitiv gelohnt! Es gibt wohl auch Menschen, die mit dem Fahrrad dort hoch fahren, das stelle ich mir aber schon anstrengend vor! Vielleicht mit dem eBike!


