Sehr früh morgens beginnt unser nächstes Abenteuer. Wir haben uns einen Besuch im “Elephant Rescue Park” gebucht. Um 6 Uhr werden wir in unserem Hostel abgeholt und fahren bei Sonnenaufgang raus aus Chiang Mai an vielen Feldern vorbei.
Wir hatten beide bisher noch keinen richtigen Kontakt mit Elefanten und fanden das eine tolle Möglichkeit diese faszinierenden Tiere einmal aus der Nähe kennenzulernen. Hier aber das Richtige zu tun, ist garnicht so einfach. In Chiang Mai gibt es über 50 (fünfzig!) Elefantencamps. Manche größer, manche kleiner, manche eher auf Attraktion gemacht, andere eher auf Elefantenkrankenhaus. Uns war wichtig, dass der Park für den wir uns entscheiden kein Reiten auf den Tieren ermöglicht, sie sollen keine Fußfesseln tragen und es sollten nur kleine Gruppen von Touristen erlaubt sein. Wir haben uns letztlich auch dank der Empfehlung unseres Hostel-Owners für das Elephant Rescue Camp entschieden. Hier sind die von uns gewünschten Kriterien alle erfüllt. Es gibt hier auch keinen festen Elefantenbestand, sondern die Elefanten sind hier immer nur, um gesund gepflegt und anschließend in die Natur entlassen zu werden. Eine Kur für Elefanten sozusagen. Das fanden wir vom Konzept her klasse!
Als wir angekommen sind, stellen wir fest, dass wir heute die einzigen beiden Touristen dort sind und dass momentan auch nur zwei Elefanten im Park sind. Einer davon hat aber eine Fußverletzung und bleibt somit am eigentlichen Park-Zentrum, während wir dem anderen auch durch das Gelände folgen dürfen. Bevor es jedoch soweit ist, schmeißen wir uns in schicke Klamotten, die der Park uns zur Verfügung stellt. Dann geht es aber schon zu den Elefanten!
Es stellt sich heraus, dass der Elefant mit dem wir den Tag verbringen noch ein Baby ist und dass so ein Elefant unglaublich viel Essen muss am Tag – auch als Baby. Besonders beliebt sind Bananen, die wir dem Kleinen auch selber verfüttern dürfen. Aber nicht zu viele, denn nur Bananen ist nicht gut.
Bananen sind eher wie Schokoriegel für Elefanten. Die lieben sie ganz besonders, benötigen aber eine ausgewogenere Kost. Wir ernähren uns ja auch nicht den ganzen Tag von Twix und Snickers. Also dürfen Conny und ich je ein paar kleine Bananen füttern, bevor es dann weiter geht.
In der Wildnis, erklärt uns unser Guide, legen Elefanten jeden Tag ganz schöne Strecken zurück. Deswegen ist es für sie auch nicht gut, wenn sie nur im Gehege rumstehen, sondern sie müssen sich bewegen. Wir machen also “Cardio” für den Elefanten durch ein bisschen Dickicht und einen Berg hoch.
Auf dem Weg gibt es immer wieder Grünzeug zu essen für den grauen Kollegen, das haben Conny und ich für Ihn mitgenommen. Das kann man sich so vorstellen, dass er alle paar Minuten von selbst mit dem Rüssel neugierig auf einen zu kommt und sich dann auch sehr genau aussucht, was er denn genau essen will. Unser Elefant hat anscheinend seinen eigenen Kopf. Finden wir cool.
Wir sind mit dem Elefanten ganz schön hochgewandert, das stellen wir aber auch erst fest, als wir von oben eine tolle Sicht haben. Hier wird erstmal Pause gemacht. Wir lassen uns ins Gras fallen und der Elefant stromert so umher. Unser Guide erklärt uns viele Wissenswerte Dinge über Elefanten, von denen ich bestimmt schon die Hälfte wieder vergessen habe.
Ein Elefantenführer ist auch dabei, der aber stets in einiger Entfernung zuschaut und leider kein englisch spricht. Ich vermute mal, dass er eingreifen würde, wenn es zu gefährlichen Situationen kommen würde oder der kleine Elefant abhauen möchte. Kam aber beides nicht vor.
Während ich da also im Gras sitze und dem Elefanten bei der Nahrungsaufnahme zuschaue, kommt er auch tatsächlich hin und wieder vorbei und holt sich auch von mir ein Büschel Grünzeug ab. Menschenscheu ist der Kleine schonmal überhaupt nicht! Ich find’s klasse!
Ganz oben auf dem Berg meint unser Guide, wir sollten doch ein Foto mit dem Elefanten machen. Dafür lotsen sie den Elefanten an unsere Seite, der Elefantenführer hält ihn kurz fest und es macht klick. Im Nachhinein fanden wir das nicht ganz so tuffig. Wir interagieren sehr gerne mit dem Tier und beobachten es auch gerne beim Futtern, es festzuhalten für ein Foto hätte nicht sein müssen. Das haben wir irgendwie nicht so schnell begriffen, direkt in dem Moment als unser Guide zu einer ganzen Fotostory ansetzen wollte, jedoch interveniert und erklärt, dass wir dem Tier lieber hinterherlaufen.
So ging es dann wieder den Hügel hinunter mit diversen Snack-Pausen für den Elefanten. Hier haben wir auch noch über die Vegetation in diesem Teil von Thailand gelernt.
Das Ziel waren zwei kleine Seen, wo der Elefant baden darf. Im ersten See war es ihm ein wenig zu kalt, so dass er nach kurzem Test mit den Füßen direkt wieder raus ist um dann im Vollsprint in den zweiten See zu rennen. Der Elefantenführer sorgte sich kurz und rannte hinterher, lachte dann aber auch als der Kleine im Wasser eskalierte.
Als letzte Amtshandlung durften wir ihn auch Schrubben. Wir sind da natürlich ganz vorsichtig und zaghaft angefangen, so ein Tier braucht aber wohl etwas festeres Schrubbeln. Zumindest schien unser Elefant festeres Schrubben zu bevorzugen.
Wieder im Camp kam der Kleine dann in ein eingezeuntes Gehege und wir bekamen eine Portion Pad Thai, bevor wir glücklich und voller Eindrücke auf dem Heimweg waren.
Wir sind nach wie vor noch nicht sicher, welches nun die beste Möglichkeit ist, solchen Tieren nah zu sein, ohne dauernden Schaden anzurichten. Auch in dem Park wo wir waren, sind einige Programmpunkte wie das Fotoshooting auf dem Hügel oder das Schrubben im See sehr touristisch und müssten eigentlich nicht sein. Jedoch hatten wir nicht den Eindruck, dass die Tiere dort schlecht behandelt oder gequält werden.
Es bleiben unfassbar tolle Tiere, die es sich lohnt anzuschauen!


