Seit wir beschlossen hatten, Thailand ein weiteres Mal zu bereisen, hat Conny darauf bestanden, dieses mal auf jeden Fall einen Kochkurs dort zu machen. Wir sind ja große Fans der thailändischen Küche und haben auch zuhause bereits das ein oder andere mal versucht, einzelne Gerichte nachzukochen. So gut wie in Thailand schmeckte es bei uns zuhause jedoch bisher noch nicht. Zeit das zu ändern. In Chiang Mai gibt es reichlich Kochschulen, die auch alle auf Tripadvisor sensationelle Bewertungen haben. (Ein ähnliches Problem wie bei den Elefantencamps). Wir verlassen uns hier also auf unser Bauchgefühl und buchen uns einen Kochkurs in der “Basil Cookery School” (Homepage hier, Tripadvisor hier). Zwei Tage Vorlauf reichten beim Buchen wohl locker und wir haben uns für einen “Morning Course” entschieden. Da bereitet man quasi gemeinsam das Mittagessen vor. Es gibt dementsprechend natürlich auch den “Evening Course”, wir hatten Abends jedoch bereits andere Dinge vor. Für den Morning Course wird man um 8 Uhr morgens an der eigenen Unterkunft abgeholt und via Minivan geht es dann erstmal zum Markt.
Der Markt, den wir besucht haben, hätten wir ohne Guide glaube ich auch nicht gefunden. Der Ming Muang Market liegt ganz schön versteckt in der City von Chiang Mai, hat eine nette, überschaubare Größe und ist wenig touristisch. Denn zum Kochen brauchen wir ja schließlich keine Souvenirs, sondern Lebensmittel. Um abzuschätzen, was wir so alles brauchen, mussten wir noch im Kleinbus kurz ankreuzen, welche 6 Gerichte wir kochen wollen. Es gibt eine Auswahl an Nudel- und Currygerichten sowie auch an Suppen, Hauptgerichten, Vorspeisen und Desserts. Conny und ich wählen komplett unterschiedliche Gerichte. Na das kann ja heiter werden.
Auf dem Markt hat eine der beiden Köchinnen uns exotische Zutaten erklärt und probieren lassen, während die zweite Köchin alles Benötigte frisch eingekauft hat. Ich finde thailändische Märkte ja immer klasse und lerne auch immer gerne dazu, welches Gemüse das so alles ist. Das traurige ist nur, dass ich das spätestens zuhause wieder alles vergessen habe. Vielleicht auch, weil es die exotischsten Geschichten bei uns in den Supermärkten gar nicht gibt.
Es ging zurück in den Bus und dann zur Kochschule selbst. Insgesamt waren wir glaube ich 7 oder 8 Personen im Kurs, was sowohl für die Arbeitsplatz-Infrastruktur als auch für die Aufmerksamkeitsspanne der Köchin das Maximum darstellt. 7 Personen mit jeweils individueller Auswahl an Gerichten halbwegs synchron zu halten und dafür zu sorgen, dass essbare Dinge dabei herauskommen, sah nach harter Arbeit aus.
Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass ich kein begabter Koch bin. Gerade in der thailändischen Küche ist das zudem ein großer Nachteil, da hier viele Gerichte nur wenige Sekunden im Wok verbringen müssen, so dass alles ziemlich schnell geht. Für mich zu schnell, um mir alles zu merken. Die Gerichte, die wir gebaut haben, sind aber trotzdem alle sehr gut geworden und haben auch geschmeckt. Also respekt an unsere Ober-Köchin.
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Ich habe mich beispielsweise versucht an einem Pad-Thai und an Frühlingsrollen. Beides hat sehr gut geklappt. Pad-Thai habe ich bei unserem nun dritten Thailand-Aufenthalt sehr zu schätzen gelernt, nachdem ich es vorher nicht so gerne gegessen habe. Das wäre ein Gericht, dass ich zuhause auch mal hinbekommen möchte. Scheint garnicht so schwierig, ist aber komplexer als man auf den ersten Blick meint. Meins seht ihr auf den Bildern, war jedenfalls sehr lecker.
Die Frühlingsrollen sind echt easy zu machen. Die umhüllenden Teigblätter bekommt man fertig im Supermarkt, die Füllung darf man kreativ variieren. Dann füllen, wickeln, kleben und ab ins Fett. Fertig. Top.
Die Currys waren schon schwieriger herzustellen. Zumal wir die Currypaste – die Grundlage jedes Curry-Gerichts – komplett selber gemacht haben. Da wurde viel gestößelt und zerrieben, bis alleine mal die Currypaste vorhanden war. Bei uns und natürlich auch in Thailand kann man die auch ganz easy im Supermarkt kaufen. Das ist dann vermutlich deutlich weniger aufwändig.
Danach werden die Zutaten in vorgegebener Reihenfolge mit hart vorgegebenen Kochzeiten in den Wok maneuvriert und sämig gekocht. Ich muss gestehen, dass ich an der ein oder anderen Stelle ein wenig ungenau war und die Reihenfolge oder Kochzeiten leicht variiert habe. das scheint dem Gericht allerdings überhaupt nichts ausgemacht zu haben, denn es schmeckte trotzdem sensationell. Improvisation gehört sowieso zur Thai Küche dazu. Mehrfach haben wir die Aufforderung bekommen, zu improvisieren, was mir – als deutscher – anscheinend besonders schwer zu fallen scheint. Auf meine Antwort “I can’t improvise, I’m german!” habe ich dann auch nur zustimmendes gekicher geerntet. Vielleicht muss ich das noch lernen. ![]()
Nach dem Kochen wird gemeinsam am Tisch gespeist. Jeder seine Gerichte, es wird aber natürlich auch wild rumprobiert von den Tellern der Anderen. Nach ein paar gemeinsamen Stunden am Herd, fühlt man sich ja schon ein wenig als Gruppe zusammengehörig, was dann auch entsprechend spass macht. Nach einer kurzen Pause, die wir für einen kleinen Verdauungsspaziergang genutzt haben, geht es nochmal an den Herd für Nachspeisen & Co (z.B. Sticky Rice with Mango), die dann ebenfalls im Anschluss gemeinsam am Tisch vernascht werden.
Abschließend bekommen wir noch ein kleines Kochbuch in die Hand gedrückt, um einzelne Dinge nachkochen zu können. Dann werden wir mit prallen Bäuchen zurück in den Minibus geladen und zurück in die City gefahren. Auf dem Weg dorthin werden noch Mailadressen und Telefonnummern untereinander ausgetauscht und Witze darüber gemacht, wie wenig man sich jetzt noch bewegen kann mit dem vollen Magen und dann ist der Kochkurs auch schon vorbei. Es hat echt Spaß gemacht, aber wir werden wohl das nächste Mal noch einen Kochkurs machen, denn wir konnten uns kaum etwas merken ![]()


