Wir lieben Märkte in Asien. Es gibt sie in jeder größeren Stadt, sie sind immer total spannend und meistens auch Abends bzw. sogar Nachts! In Chiang Mai gibt es massigst viele Märkte, so dass man eigentlich jeden Tag auf irgend einen Markt könnte. Die touristischsten und größten Märkte in Chiang Mai sind die beiden “Walking Streets” in der Innenstadt. Diese finden Samstags und Sonntags jeweils nach Sonnenuntergang statt und sind unglaublich groß und facettenreich. Normalerweise halten wir uns gerne mal fern von den arg touristischen Geschichten, die non-touri-Märkte in Chiang Mai bieten aber hauptsächlich Obst und Gemüse und wir möchten auch ein wenig Streetfood probieren oder thailändisches Kunsthandwerk oder einfach witzigen Kitsch käuflich erwerben oder zumindest anschauen.
Saturday Walking Street
Fangen wir mal an mit der Saturday Walking Street. Man findet sie Samstags nach Sonnenuntergang in der Wualai Road (In der Nähe des Chiang Mai Gate, das ist das Südliche). Los geht es direkt am Stadttor und von dort dann die gesamte Wualai Road entlang. Direkt am Gate findet ihr allerlei Streetfood und unter Anderem auch einen Stand für sensationelle Fruit Shakes. Hier waren wir mehrmals in den Tagen, die wir in Chiang Mai verbracht haben. Einfach der netten Frau am Stand die Früchte nennen, die man gerne im Shake haben möchte und sie mixt das frisch und günstig (ca. 20 THB) zusammen. In meinem war stets Mango, Orange und Zitrone.
Zwischen den Ständen sind einige Tische und Stühle, so dass man sich gemütlich mit dem Shake hinsetzen und Leute beobachten kann. Eines unserer liebsten Hobbies.
Frischer, leckerer und günstiger haben wir noch keinen Fruchtshake probieren können auf unseren Reisen. Also absolute Empfehlung. Wer dazu ein wenig Pad Thai oder gegrillte Maiskolben oder Roti mag, bekommt das auch alles am Platz.
Irgendwann macht man sich gesättigt und zufrieden auf, die Walking Street zu erkunden. Als wir dort waren, waren an verschiedensten Stellen Promotions für sensationelle, neue, thailändische Energydrinks, das ist aber hoffentlich nicht ständig.
Was nun folgt sind Stände über Stände mit kulinarischen Köstlichkeiten, künstlerisch wertvollen Produkten oder einfach nur billiger Ramsch. Links und Rechts der Straße und soweit das Auge reicht gibt es Dinge zu entdecken. Oftmals zweigen links und rechts zudem noch kleinere Straßen oder Hinterhöfe ab, in denen es auch viel zu entdecken gibt. Es ist vermutlich unmöglich alles zu sehen, daher einfach treiben lassen. Wir versuchen immer eine Straßenseite für den Hinweg und die andere für den Rückweg zu nehmen. Das klappt aber natürlich nicht immer.
Wir waren relativ früh unterwegs, was es von den Menschenmassen her erträglich machte. Später am Abend ist es hier deutlich voller und es wird dann schon schwierig sich vorwärts zu bewegen. Anfangs haben wir daher die Leere der Straße dazu genutzt, nochmal hier und da genauer hinzuschauen oder uns erklären zu lassen, was wir hier eigentlich essen. Probiert haben wir heute erstmal nur eine belgische Waffel (Chiang Mai ist verrückt nach Beglischen Waffeln wie es scheint) und ein in Butter gebratenes Stück Toastbrot. Ungewöhnlich, aber fettig und lecker
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Mit abnehmendem Licht wurde es dann auch wie gesagt voller, die Stimmung ist aber natürlich nochmal netter wenn es dunkel ist. Jeder Stand hat irgendwie auch seine eigene Beleuchtung und somit ist die ganze Straße voller Lichtquellen.
Einige Stände verkaufen auch Beleuchtungsprodukte, wie z.B. Lampions, individuelle Lichterketten oder Teelichter, das sieht natürlich nachts super aus. Wir haben leider nicht so viele Dinge gekauft, wir sind ja immer vom Gepäck her ein wenig eingeschränkt. Eine Pappmasche-Lichterkette stopft man sich ja auch nicht mal eben so in den Rucksack, die ginge ja sofort kaputt. Die handwerklichen Stände haben wir uns also größtenteils nur angeschaut. Oftmals ist es so, dass neben dem Verkaufsstand direkt die Produktion zu bewundern ist. Besonders geflasht hat uns eine nette, ältere Thaifrau, die eigenhändig Stofftaschen bestickt hat. Wahnsinn mit wieviel Akribie die da gearbeitet hat.
Später am Abend haben wir uns noch ein wenig durch die Streetfood-Läden probiert. Hier gehört ja normalerweise auch ein wenig Mut zu, denn man weiß ja nie wie hygienisch die Geschichten so am Straßenrand sind. Wir sind da normalerweise auch eher Vorsichtig, nachdem wir in der Vergangenheit schon schlechte Erfahrungen gemacht haben. Hier hatten wir aber an den allermeisten Ständen überhaupt keine Hemmungen. Speziell wenn das Gericht frisch zubereitet wird, braucht man sich keine Sorgen machen. Zweifelhaft ist es eigentlich eher nur dann, wenn da irgendwie ein Stück Fleisch stundenlang in der Sonne liegt.
Richtig frisch war das Pad Thai, dass wir dort probiert haben. Das wurde direkt vor unseren Augen zubereitet und kostete zudem nur 30 THB, also etwa 80 cent. Es war das mit Abstand beste Pad Thai, dass ich je gegessen habe. Sensationell! Ich könnte jetzt versuchen, aufwändig zu beschreiben, wo der Stand war, aber ich würde ihn glaube ich nie mehr wiederfinden. ![]()
Auf dem Weg nach Hause haben wir uns noch die nett illuminierten Brücken über den Wassergraben um die Stadt herum angeschaut. Zuletzt gab es noch einen Roti (Indische Crepes) mit Banane und Nutella vor unserem Guesthaus, dann sind wir satt und glücklich und mit platten Füßen eingeschlafen.
Sunday Walking Street
Weiter geht es mit der Sunday Walking Street. Der zweite und subjektiv größere Markt in Chiang Mai ist am Sonntag. Er zieht sich vom östlichen Stadttor (Tha Phae Gate) in Richtung Innenstadt und verzweigt dort in diversen Seitenstraßen und Höfen. Wie schon am Samstag waren wir wieder früh unterwegs, um den Menschenmassen zu entkommen, aber Sonntags läuft das wohl ein bisschen anders. Die Marktstände wurden bereits ab Mittags auf den Bürgersteigen aufgebaut und ca. ab 15 Uhr dann direkt mal auf die Straße geschoben. Somit war bereits ab 16 Uhr relativ viel los auf den Straßen, während man am Samstag um 18 Uhr noch locker schlendern konnte.
Die Auswahl an Ständen ist aus meiner Sicht recht ähnlich der am Samstag. Wieder gibt es viele Streetfood-Stände und viele handwerklich produzierten Dinge zu kaufen. Auch die belgischen Waffeln durften natürlich nicht fehlen oder auch kleine Quiche.
Je dunkler es wurde, desto voller wurden auch die Straßen. Durch die vielen Straßen, die zum Nachtmarkt gehören, fällt es auch deutlich schwerer als am Samstag, eine sinnvolle Laufrichtung zu finden, ohne alles drei oder viermal zu sehen.
An einigen Straßenkreuzungen geht der Markt in alle vier Richtungen weiter, da fällt dann die Wahl schwer. So richtig verlaufen kann man sich in Chiang Mai ja nicht, irgendwann erreicht man ja eh immer die Stadtmauern, so weit geht der Markt aber nicht. Ich würde mal schätzen ca. durch die halbe Innenstadt von Ost nach West und etwa durch die viertel Innenstadt Oberhalb und Unterhalb der Thonon Rachadamnoen Alley.
Besonders gut gefallen haben uns am Sonntag die Hinterhöfe. Viele Tempelanlagen richten in Ihren Innehöfen zum Beispiel Sitzgelegenheiten ein und bieten dort dann Streetfood. Sehr lauschig in so einer Tempelanlage zu sitzen und nochmal ein wenig netter als einfach auf der Straße.
Wir haben uns auch Sonntag wieder durch diverse Food-Stände probiert. Mein Favorit war eine Art Omelette, Conny liebte den gegrillten Maiskolben.
Nicht nur auf dem Markt, sondern in der ganzen Stadt kann man Durian-Früchte kaufen. Das ist eine Obstart die es in Asien gibt. Sie stinkt ziemlich und über den Geschmack streiten sich die “Wow” und die “Igitt”-Gruppierungen regelmäßig. Ich finde sie ganz lecker, denn ich habe sie an diesem Tag dann auch direkt mal probiert. Man muss sich ja eine Meinung bilden.


