Mein letzter Tauchgang ist nun tatsächlich 2 Jahre her. Es wird Zeit einmal wieder auf Tauchstation zu gehen. Auf Koh Lipe hätte ich die Möglichkeit auch schon gehabt, dort war mir aber zu viel los. Wo so viele Tauchschulen und so viele Menschen sind, die nur Schnupperkurse machen, da befürchte ich immer, dass es keine gescheiten Tauchspots mehr gibt. Ich habe also bis Koh Ngai gewartet mit dem Tauchen. Dort gibt es nur 2 oder 3 Tauchschulen, davon eine etwas größere. Ich entscheide mich beim Spaziergang am Strand spontan für eine der Kleinen. 2 Tauchgänge am Folgetag kosten mich 2500 TBH. Ich freue mich einerseits, bin aber andererseits total nervös, der letzte Tauchgang ist einfach zu lange her.
Am nächsten morgen reicht es bei mir nichtmal zum Frühstücken, so unruhig bin ich. Um 9 Uhr bin ich dann vor Ort, der Tauchlehrer hatte mich gebeten etwas eher da zu sein als alle anderen, so dass wir nochmal kurz die wichtigsten Dinge zusammen üben können. Rein in den Wetsuit und hoch mit der Sauerstoffflasche und ab ins Wasser. Die angekündigten Übungen machen wir etwa 5 Meter vom Strand im Meer, ich habe alle Dinge die wir üben auch noch präsent und keine Probleme mit Druckausgleich oder Atmung. Ready to go. Fühle mich direkt viel sicherer. Zurück an Land treffe ich die anderen beiden Taucher mit denen ich heute unterwegs bin. Ein sehr erfahrener Taucher aus Schweden mit über 200 Tauchgängen und ein Mann in meinem Alter aus Holland mit etwa 20 Dives und 1,5 Jahren Pause, also eher meine Kragenweite. Beide sind sehr nett, wir quatschen noch eine dreiviertel Stunde im Schatten, bevor es mit dem Boot raus geht. Kein großes Tauchboot für uns drei natürlich, sondern nur ein kleines Longtail Boot. Cool. Wir fahren etwa 10 Minuten und erreichen einen der Koh Ngai vorgelagerten Felsen, die man auch vom Strand aus sehen kann. Eine kurze Lagebesprechung anhand von selbstgezeichneten Bildern unseres Tauchlehrers und wir wissen so grob was uns erwartet. Wir legen die Ausrüstung an und kugeln uns vom Rand des Bootes rückwärts ins Wasser.
Noch einmal alles kurz prüfen und ab geht es in die Tiefe. Gott sei Dank nicht auf über 20m, wie Conny und ich auch schonmal sind, sondern nur auf 12-14 Metern. Die Tiefe finde ich ehrlichgesagt angenehmer, da alles noch viel bunter ausschaut. Je tiefer man kommt, desto mehr Farben gehen verloren. Die Ausrüstung scheint nicht perfekt zu sein, überall tritt Sauerstoff aus und einer der Octopusse ist wohl auch etwas schwergängig, aber laut den erfahrenen Tauchern alles keine ernsthaften Probleme. Es geht also abwärts.
Ich hatte ganz vergessen wie schön tauchen ist. Der Druckausgleich klappt bei mir ohne Probleme, ich hatte ja auf Koh Chang damals schon ein Mittelohrbarotrauma und passe deswegen immer ein wenig auf. Wir tauchen halb um den Felsen herum und dann um ein kleines Riff herum und zurück zum Ausgangspunkt. Viele Fischschwärme sehen wir und sogar eine Moräne.
Fragt mich nicht nach den Fischnamen, die habe ich leider nicht präsent. Außer Clownfische natürlich. Die anderen sind da deutlich besser als ich, vielleicht muss ich da nochmal mit beschäftigen. Ich genieße vielmehr den Abwechselungsreichtum und die Ruhe beim Tauchen.
Nach einer knappen Stunde tauchen wir nach kurzem Safetystop wieder auf. Zurück im Boot dürfen wir uns aussuchen, ob wir den zweiten Tauchgang auch hier machen wollen oder lieber woanders. Alle votieren dafür, hier zu bleiben und so haben wir jetzt eine Stunde Pause, bevor wir erneut runter dürfen. Die Zeit nutzen meine Begleiter zum Schnorcheln, ich halte meine Rübe in die Sonne und bin glücklich.
Dann geht es erneut runter. Dieses mal nicht an einem Seil sondern einfach so. Das habe ich auch noch nie gemacht, ging aber ohne Probleme. Dieses mal tauchen wir anders herum um den Felsen. Das Highlight des zweiten Tauchgangs war dann eine kleine Höhle, in die wir von oben herein tauchen und die bestimmt 6 Meter hoch ist. Hier verweilen wir einige Minuten und erschrecken einige Fische mit Taschenlampen.
Auf der anderen Seite geht es wieder raus. Meine erste richtige Unterwasserhöhle. Ich bin geflasht und atme dabei wohl ein wenig zuviel Sauerstoff, denn alle anderen haben noch etwas mehr als ich in der Flasche. Und jetzt kam der Schocker. Der Tauchlehrer greift mir unter Wasser an die Sauerstoffflasche und dreht sie ein wenig zu. Anscheinend soll ich einfach noch ein wenig länger durchhalten. Das atmen fällt danach auch deutlich schwerer. Trotz knapper Atemluft sehe ich kurz vor dem Auftauchen noch zwei außergewöhnliche Fische und halte noch kurz die Kamera drauf, Filmen und Tauchen gleichzeitig ist übrigens schon eher schwierig. Ich bin trotzdem froh, dass ich die Kamera mithatte, vieles habe ich vor Ort garnicht so detailliert wahrgenommen.
Eine Bootsfahrt und ein Sandwich später stehe ich wieder am Strand von Koh Ngai, wo Conny mich abholt. Es ist etwa 15 Uhr und den Rest des Tages schlafe ich auf einer Strandliege. Tauchen ist deutlich anstrengender als es ausschaut.


