Der Flug nacht Langakawi startet etwas verspätet, aber wir haben genug Puffer eingeplant. Außerdem dauert der Flug nur etwas mehr als eine Stunde, die schnell vorbei geht, da wir als Premium-Flex-Gäste (kostete nur einen geringen Aufpreis) sogar Essen bekommen. Von der Luft aus erkennen wir Penang bzw. Georgetown wieder, wo wir vor zwei Jahren ja einige Tage verbracht haben. Auf Langkawi dann schnell die Rucksäcke eingesammelt und ein Taxi organisiert, dass uns zum Kuah Jetty bringt, von dem unser Boot nach Koh Lipe geht. Wir hatten unser Bootsticket bereits aus Deutschland gebucht, das wäre aber gar nicht notwendig gewesen, denn man hätte genauso gut (und vermutlich günstiger) vor Ort am Jetty buchen können. So sind wir geschlagene 3 Stunden vor Abfahrt der Fähre da und konnten uns noch ausreichend langweilen bei feuchtheißen 30 Grad in und außerhalb des Anlegers. Einzige Errungenschaft dieser 3 Stunden: 2 neue Sonnenbrillen für Marcus.
Um 14:30 Uhr ging es dann endlich in Richtung Boot. Vorher jedoch noch die Ausreise aus Malaysia, die ein wenig Zeit in Anspruch nahm. Einen Stempel im Pass reicher und zu Tode gelangweilt, setzte wir uns mit dem Boot so gegen 15 Uhr in Bewegung. Conny schlief an Bord sofort ein, ihr supergeheimes Geheimrezept gegen Seekrankheit. Marcus betrachtet halb wach halb schlafend den als Bordunterhaltung dargebotenen Blockbuster. Etwa 1,5 Stunden später sind wir da: Koh Lipe.
Die Anreise ist weiterhin so traumhaft wie vor zwei Jahren, nur die Anzahl der Longtailboote um die Insel herum hat zugenommen. Eines dieser Boote bringt uns und unser Gepäck an den Strand. Mit uns steigen etwa 30 weitere Reisende von Bord. Teilweise mit Rollkoffern, we don’t understand. Weiter geht es mit den Einreiseformalitäten nach Thailand. Direkt am Strand ist nämlich der Zoll, sehr cool. Die Einreise geht fix und wir wandern mit unseren Rucksäcken einmal über die Insel zum Gipsy Resort, dort waren wir auch vor 2 Jahren schonmal für einige Nächte.
Das Resort hat sich nicht verändert. Schön ist es hier. Ein sandiger Weg vom Strand weg, ein wenig zugewuchert, links und rechts einfache Bungalows. Letztes mal hatten wir einen mit Beton-Boden, dieses mal haben wir einen komplett aus Bambus und Holz. Marcus findet: traumhaft! Conny findet: Ein bisschen mehr Platz hätte nicht geschadet! Wir laden unsere Rucksäcke ab und springen noch kurz ins Wasser, bevor die Sonne weg ist.
Insgesamt vier Nächte verbringen wir hier; Zeit genug die Insel gebührend zu erkunden. Einerseits hat sie sich tatsächlich massiv verändert in den letzten zwei Jahren, zum Anderen lag Conny das letzte mal flach als wir hier waren. Gerade die Walking Street ist förmlich explodiert, so viele Restaurants und Geschäfte wie es hier jetzt gibt gab es vor zwei Jahren noch nicht. Das ist unserer abendlichen Speiseauswahl natürlich zuträglich, bei den ganzen Menschenmassen hier auf der Insel allerdings auch dringend nötig. Abends ist die Walking Street schlicht voll. Nicht mehr nur Backpacker wie vormals sind jetzt allabendlich auf der Jagd nach Nahrung, sondern auch erstaunlich viele Familien und anscheinend sogar Pauschaltouristen.
Wir haben auch tatsächlich jeden Abend Thai gegessen. Letztes mal als wir hier waren, waren wir ja bereits eine ganze Weile unterwegs und hatten immer mal wieder das Bedürfnis, westliches Essen zu verschnabulieren, diesen Drang verspüren wir nun nach wenigen Reisetagen noch nicht. Bei Marcus gibt es viel Yellow Curry und Cashew Chicken, bei Conny Green Curry, Yellow Curry, Pad Thai und gegrillte Maiskolben. Als Nachtisch immer leckere Thai Pancakes. Man sagt uns ja nach, dass bei uns Liebe durch den Magen geht.
Neben den thailändischen Köstlichkeiten haben wir auch viel das Nichtstun genossen, am Liebsten in der Hängematte vor unserem Bungalow. Um die Hängematte entbrannte auch des Öfteren ein Streit, den Conny zumeist für sich entschied. Außerdem geht Marcus in der Gluthitze laufen und die Insel erkunden, wie er es letztes mal auch gemacht hat. Dabei wird noch mal deutlich wie viele Ressorts und Unterkünfte in den letzten 2 Jahren dazu gekommen sind. Einige scheinen auch wieder abgerissen worden sein oder sind von der Polizei beschlagnahmt, möglicherweise wegen fehlender Baugenehmigungen.
Und noch etwas machen wir, zu dem wir letztes mal überhaupt nicht gekommen sind: am Strand liegen und Schnorcheln. Kleinere Korallenriffe liegen direkt vor den Stränden (sunrise und sunset beach), vielleicht 20m ins Wasser rein. Bei Ebbe kann man fast bis dorthin waten. Wir haben Seeanemonen und Clownfische gesehen.
Vielleicht verbringen wir etwas zu viel Zeit am Strand und im Wasser, denn nach zwei Tagen haben wir beide einen heftigen Sonnenbrand. Bei Conny war der Rücken eher rot und bei Marcus sah die Nase aus wie bei Rudolph the red nose reindeer.
Silvester haben wir hier übrigens auch verbracht. Ein Grund warum wir überhaupt wieder in Thailand sind ist, dass uns der Jahreswechsel in Khao Lak vor 2 Jahren einfach phänomenal gut gefallen hat. Damals wurden hunderte von Himmelslaternen gestartet, ein einmaliges Erlebnis für uns! Und viel cooler als Böller! Wir hatten auf ein ähnliches Erlebnis auf Koh Lipe gehofft, wurden jedoch enttäuscht. Hier wurde klassisches Feuerwerk gezündet. Schade eigentlich.
Nach 4 Nächten hieß es für uns dann schon wieder Goodbye Koh Lipe. Es hat uns wieder sehr gut hier gefallen, wir waren uns jedoch bei der Abreise einig, dass wir hier kein drittes mal hin kommen werden. Dafür ist die lässige Atmosphäre der Insel durch viel zu viele Gäste ein wenig abhanden gekommen. Von Massentourismus zu sprechen wäre falsch, da auf der Insel kein einziges dickes Hotel steht, aber für die überschaubare Größe der Insel waren es einfach für unseren Geschmack ein paar zu viele. Ein paar Tage später haben wir übrigens einen Schweizer kennengelernt, der die Insel genau hierfür mag, denn als Alleinreisender sucht er nicht die komplette Abgeschiedenheit nach der uns aktuell der Sinn steht.
Weiter gehts mit der Fähre nach Koh Ngai!


