Die Ferry von Koh Lipe nach Koh Ngai war relativ fix und unkompliziert. Wir mussten zwar einmal in Trang die Fähre wechseln, waren jedoch deutlich früher als erwartet am Zielort. Die Fahrt kam uns vielleicht auch deshalb so kurz vor, weil wir eine nette Schweizerin unterwegs getroffen haben.
Am frühen Nachmittag sind wir nun also auf Koh Ngai. Was soll ich sagen, Leute? Es war das Paradies! Wir hatten vorher lange überlegt, ob wir dorthin wollen, da die Übernachtungen hier doch schon eher teuer waren und auch die Restriktion, dass man mindestens 5 Nächte bleiben muss war uns zunächst suspekt. Das Resort “Coco Cottages” in dem wir untergekommen sind ist aber retrospektiv betrachtet jeden Pfennig wert und 5 Nächte sind das Minimum um sich hier mal anständig zu erholen.
Bereits am Longtail-Boot wurde uns unser Gepäck abgenommen und wir wanderten an Lampion behangenen Bäumen vorbei ins Haupthaus des Resorts. Hier wandelten wir über polierten Holzfußboden und es erwarteten uns ein Fruchtsaft, ein Erfrischungstuch und viele freundliche Gesichter. Wenige Minuten später waren wir in unserem Bungalow. Dieser war locker doppelt so groß wie der auf Koh Lipe und – Conny hatte sich schon darauf gefreut – mit Klimaanlage und etwas luxuriöserem Badezimmer.
Vielleicht werden wir ja alt, aber auf unserer Reise vor 2 Jahren sind wir nicht einmal in so einem netten Laden abgestiegen. Wir haben es jedenfalls sehr genossen hier 5 Tage zu verweilen. Das schöne hier ist, dass man wahrlich ein sorgloses Leben führen kann. Morgens bekommt man ein mehr als nettes Frühstücksbüffet serviert, von 12 bis 16 Uhr kann man á la Carte Mittagessen und ab 18 Uhr bekommt man ebenso Abendessen. Das Frühstück war direkt mal im Preis enthalten, wobei alle anderen Mahlzeiten und Getränke angeschrieben wurden und bei Abreise begleicht werden müssen. Bar übrigens, EC, Visa oder ähnliches gibt es auf der Insel nicht.
Zum Essen selbst können wir auch nur positives berichten. Neben klassischen Thai-Gerichten gab es eine eine Seite vegetarische Thai-Gerichte, eine Seite “Fusion”-Gerichte (z.B. Prawn-Burger) und natürlich auch Western Food, wenn man dann doch mal Hunger auf etwas bekannteres hat. Prinzipiell hätte man auch etwas weiter den Strand runter in anderen Restaurants essen können, – es spricht für die Küche im Coco Cottages dass wir dies nicht einmal in Anspruch genommen haben. Das Essen war einfach zu lecker. Mein Favorit war das vegetarische Red Curry, Marcus’ Favorit war das vegetarische Pad Thai. Das war umso überraschender, als dass wir bei unserem letzten Thailand-Besuch Pad-Thai so gar nichts abgewinnen konnten. Jetzt sind wir große Fans!
Dermaßen umsorgt, wackelt man nach dem Frühstück die 20 Meter zum Strand, sucht sich eine Liege, die nicht all zu sehr in der Sonne liegt (der Sonnenbrand lässt grüßen) und bewegt sich von hier maximal um mal ein wenig baden zu gehen oder Speisen und Getränke zu konsumieren. Was für ein Leben.
Die Insel selbst scheint nicht so richtig groß zu sein und es gibt auch nur einige wenige Resorts und keine Walking Street wie auf Koh Lipe. Alles sehr beschaulich und auch alles mit Holz und Bast und Bambus anstatt Zement.
Der Strand ist zumindest bei den Coco Cottages im Grunde ein Privatstrand. Das Wasser ist sehr seicht, bei Ebbe kann man zu der ca. 100m im Meer liegenden Sandbank waten (man musst nur auf den etwas felsigen Untergrund achten). Das Wasser war glasklar!
Von der Sandbank aus musste man nur einige Schwimmzüge machen, um ein Korallenriff zu erreichen, dass dem Strand vorgelagert ist und sich sensationell zum Schnorcheln eignet und einiges an Fischen und Seeigeln bot,- bei bester Sicht. Das Riff war deutlich intakter als die auf Koh Lipe,- allerdings nicht zu vergleichen mit dem Great Barrier Reef. Noch einige Schwimmzüge weiter Richtung offene See, dann erreicht man eine Plattform mit zwei Liegestühlen, auf denen man die Sonne und das Meer genießen konnte. Herrlich. Marcus war auf Koh Ngai auch tauchen, dazu gibt es jedoch einen eigenen Blogartikel.
Besondere Erfahrung war zudem der Sonnenaufgang. Die Sonne ging zwar zum Zeitpunkt unseres Besuchs hinter einem Felsen im Meer auf, das Farbspiel und die Stimmung war aber trotzdem magisch und wunderschön.
So verflogen die 4 Tage auf Koh Ngai dann irgendwie doch sehr schnell und am 8.1. hieß es für uns Abschied nehmen. Koh Ngai war für uns bis jetzt mit Abstand die schönste Thai-Insel, auf der wir waren. Gut erholt und mit Tatendrank machten wir uns auf den Weg in den Norden Thailands, nach Chiang Mai, zum absoluten Kontrast-Programm!


