Australien–Mit Ben in Tasmanien

Nun also in Launceston. Von dieser Stadt hatte ich vorher noch nicht mal gehört. Vom Flughafen fahren Ben und ich gen Stadt. Ben hatten wir ja damals in China kennengelernt und er hatte uns damals eingeladen, ihn zu besuchen. Bisher hatten das schon zwei unserer China-Gruppe gemacht, ich war dann jetzt der dritte und bin sehr dankbar, diese Möglichkeit zu haben. Wann kann man schon mal mit einem Local durch Tasmanien?!

Wir fahren erstmal zum Proberaum seiner Band “John Johnson and the Johnsons”, denn er muss noch ne Stunde üben, bevor wir zu ihm nach Hause fahren. Ich finde das ganz cool, sitze mit Ohrstöpseln in der Ecke und höre mir die Mucke an. Gefällt mir. Schön rockig. Ein leicht komischer Moment war dann allerdings, als der Sohn seines Bassisten neben mir anfing wie Miley Cyrus den Hintern zu schwenken und auch anfing sich selbst draufzuhauen. Kein Plan, wie ich darauf hätte reagieren sollen. Ich konnte mir das lachen nicht verkneifen und auch die Band hatte arge Schwierigkeiten ihren Song vor lachen durchzuziehen.

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Nach ner knappen Stunde geht es dann zu Ben nach Hause. Hier gab es für mich dann ein leckeres Steak Dinner. Auch die Bandmitglieder und der Mitbewohner von Ben waren noch dabei und so war es auch ein interessanter und gemütlicher Abend.

Am nächsten Tag starten wir so gegen 8 Uhr. Kurzer Stopp um Früstück zu kaufen (Sausage Rolls!) und dann geht es weiter zum Wandern. Unser Ziel sind die Liffey Falls, die bekanntesten Wasserfälle in Tasmanien.Leider wandern wir die ganze Zeit mit Regen, denn das Wetter in Tasmanien freut sich wohl nicht über meine Anwesenheit hier. Auf dem Weg erklärt mir Ben viel über Flora und Fauna. Er kennt erstaunlich viele Pflanzen- und Vogelarten. I’m impressed.

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Schließlich erreichen wir die Liffey Falls nach einer knappen Stunde und ich bin baff. Wir hatten ja schon ein paar Wasserfälle gesehen auf unserer Reise, aber diese sind nochmal was besonderes. Vorallem weil sie über mehrere Stufen nach unten fallen. Schnell ein paar Fotos mit Bens Handy und dann geht es schon zurück.

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Wir gönnen uns ein kurzes Päuschen am Auto, bevor es dann weiter geht nach Caveside. Der Name kommt nicht von ungefähr, hier gibt es unzählige Höhlen, die alle miteinander verbunden sind. Viele liegen auf Privatbesitz, andere sind in Nationalparks frei zugänglich. Und frei zugänglich heißt nicht mit Guided Tour oder so, sondern einfach für jeden offen. Wir greifen uns dicke Jacken, Mützen und Taschenlampen und klettern in eine der Höhlen.

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Ben war hier wohl als Kind oft drin, es muss der Knaller sein in so einer Umgebung aufzuwachsen. Einige Bereiche der Höhle sind durch den Regen voller Wasser, aber das ist nicht so richtig schlimm. Es gibt immer einen Alternativweg, der nicht vollgelaufen ist. Und so verbringen wir bestimmt eine Stunde unter der Erde, bevor wir durch irgendeinen unscheinbaren Spalt an der Wand wieder an der Oberfläche auftauchen. Cool.

Wieder sitzen wir ein bisschen in der Heckklappe von Bens Subaru und quatschen über dies und das, als plötzlich ein Ranger-Fahrzeug an der Höhle vorbei fährt. Schnell ein den Wagen und losfahren, denn wir haben keine Tickets für den Nationalpark. Oh oh.

Alles kein Problem, der Ranger war anscheinend auch an anderen Dingen interessiert. Wir fahren trotzdemlos zu unserem nächsten Ziel: Dem Trowunna Wildlife Park. Der Park ist so ein bisschen was wie ein Krankenhaus für komische Australische Tiere. Alles was so typisch Australisch ist und auf irgend eine Art und Weise verletzt ist, wird hier aufgepeppelt und dann wieder freigelassen. Direkt nach dem Eintreten kommen wir ein paar Kängurus sehr nah. Ich bin schon ganz aufgeregt, weil ich noch nie so nah dran war. Ben war aber schon diverse male hier und schreitet ganz langsam auf die Kängurus zu und fängt an diese an der Brust zu streicheln. No way! Die lassen das mit sich machen? Wie cool! Wir streicheln die nächste Viertelstunde erstmal alle möglichen Kängurus. Wenn man sie an der Brust streichelt, legen die auch ihren Kopf in den Nacken und machen bummelige Geräusche. Unglaublich niedlich!

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Wir schauen uns tasmanische Teufel an, Wombats und diverse Vogelarten. Die sitzen aber alle in ihren Gehegen und rennen nicht so frei rum wie die Kängurus. Relativ viel Zeit haben wir bei einem Wombat verbracht, der wohl irgend eine Krankheit hat, die ihn dazu zwingt sich ständig zu kratzen. Armer Junge. Wombats sind übrigens erstaunlich groß. Ich habe mal einen Wombat gesehen, der war aber deutlich kleiner. Die Tasmanischen Teufel in freier Wildbahn haben alle eine Art “Gesichts-Krebs”, der sie langsam ausrottet. Alle hier in Gefangenschaft sind gesund und munter. Das ist wohl ein Regierungsprogramm um die kleinen Biester zu retten. So ein tasmanischer Teufel ist übrigens ein kaum beschreibliches Tier. Sehr komisch insgesamt. Irgendwo steckt da ein Hund mit drin, aber irgendwie auch nicht. Geräusche machen sie auch, und zwar fauchen sie sich gegenseitig an.

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Wir waren gerade im Begriff zu gehen, als uns ein Tierpfleger mit einem Baby-Wombat entgegenkommt. Ob wir den nicht mal auf den Arm nehmen wollen, fragt er. Das meint er nicht ernst?! Doch! Und zack habe ich einen leicht verschlafenen Baby-Wombat auf dem Arm.

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So ein Wombat hat übrigens am unteren Rücken eine harte Hornhaut-Platte, die er in seiner Höhle nach oben Streckt, um sich zu schützen. Die fühlt sich total komisch an. Ansonsten hat der kleine Kerl relativ lange Krallen und hat sich wenig bemüht zu bewegen. Er war noch relativ warm, ich denke mal dass er bis eben geschlafen hat.

Wo wir doch schonmal da sind, meint der Pfleger, sollten wir doch auch mal einen tasmanischen Teufel angefasst haben. Oha. Ich weiß noch nicht, ob ich mich das traue. Die Viecher sind dafür berühmt, unberechenbar zu sein und können mit ihrem Kiefer eine größere Kraft ausüben als Krokodile. Eine falsche Bewegung und der Finger ist ab. Es handelt sich glücklicherweise auch hier um junge, von Hand aufgezogene tasmanische Teufel. Wir dürfen auch nur den unteren Rücken anfassen. Das Gesicht oder der Brustbereich sind zu gefährlich, denn dann hackt er zu.

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Wow, das war mal grandios! Wir quatschen mit dem Pfleger noch ein wenig über tasmanische Teufel und den Park und machen uns dann auf dem Heimweg, denn es wird schon dunkel. Zur Feier des Tages gibt es Abends Würschtl und außerdem lerne ich Bens Freundin Emma kennen. So viele Eindrücke und keine Zeit zu bloggen, das muss ich dringend bald nachholen.

Der Morgen beginnt wieder so um 8 Uhr. Wieder holen wir kurz Frühstück und los gehts. Eigentlich wollten Ben, Emma und ich heute zu Cradle Mountain. Das ist wohl der größte und spektakulärste Berg hier in der Gegend, das Wetter spielt aber nicht so richtig mit. Es ist nebelig und es nieselt die ganze Zeit. Verdammt. Bens Alternativplan: Devils Gullit. Das ist wohl ein ziemlich hohes Kliff, wo der Wind so pfeift, dass es sich wie Dämonen anhört. Huh, das klingt gut, machen wir doch einfach das.

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Auf dem Weg wird uns aber ziemlich schnell klar, dass wir auch dort wenig sehen werden. Oha. Wir fahren trotzdem hin, man kann es ja mal probieren.

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So richtig viel sieht man dann tatsächlich nicht. Auch kein Cradle Mountain, der von hier aus normalerweise gut zu sehen ist. Es pfeift auch kein Wind und somit bleiben die Dämonen heute wohl ruhig. Schade. Wir schwingen uns ins Auto und fahren den Mersey River entlang.

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Hier in Tasmanien gibt es ja unglaublich viele Nationalparks, hier ist einer davon. Für eine kleine Pause halten wir an einem Staudamm, ein paar Meter entfernt davon sehen wir ein Schnabeltier durchs Wasser paddeln! Im Februar haben wir ja in Queensland leider keins gesehen!

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Inzwischen knurrt uns allen der Magen ein wenig. Es geht zu einem 50er-Jahre Café hier in der Gegend. Original mit vielen Memorabilia und 50er Jahre Musik. Ich esse einen “Hot digitty dog” und bin happy. Cooler Laden.

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Wir beschließen, unsere Outdook-Aktivitäten nun am frühen Nachmittag zu beenden. Der Regen wird nicht besser und in dem ganzen Nebel lassen sich auch die meisten Sehenswürdigkeiten nicht so richtig gut betrachten. Stattdessen leihen wir den Film Platoon aus und pflanzen uns gemütlich auf die Couch in Bens Haus. Auch mal cool, habe ich seit Monaten nicht gemacht! Ein grandioser Film übrigens, gerade wenn man schonmal in Vietnam gewesen ist. Auf Platoon folgt leckeres Beef Stroganov und der Film “Colony” mit Laurence Fishburn. Ein schlechter Film. Gute Nacht.

Heute mal etwas länger schlafen. Dann geht es Frühstücken beim Donut King. Dort arbeitet nämlich Bens Freundin. Ich gönne mir fiese Custard-Gefüllte Leckereien. Bloß nicht auf die Kalorien gucken, die sind nämlich direkt mit angegeben. Der Besitzer ist übrigens in Berlin geboren und philosophiert zwischendurch über Berliner Pfannkuchen. Deutsch kann er aber nicht mehr. Smiley

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Wir ziehen nach dem Frühstück weiter zur Cataract Gorge. Diese Schlucht wird hier in der Regel nur “The Gorge” genannt, weswegen keinem der Name Cataract Gorge einfällt. Die Gorge liegt quasi mitten in Lanceston.

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Ich würde das Ganze mal als Naherholungsgebiet bezeichnen. Wir machen einen kleinen Spaziergang über ein paar “ZigZags” und landen in einem kleinen Café mit einigen Pfauen.

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Hier gönnen wir uns jeder zwei Scones. Scones habe ich ja auf der Reise lieben gelernt. Diese waren auch wirklich außergewöhlich gut, wie die folgende Bildserie beweist:

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Auf dem Weg zurück zu Bens Haus machen wir noch kurz Stopp in der Tierhandlung, denn Ben möchte sich 4 Goldfische für seinen Teich kaufen. In dem Laden gibt es allerhand komische Dinge, mein Favorit habe ich aber leider nicht als Foto: Eine Prinzessin Leia Perücke für Katzen. Wir benennen die Fische und Ben lässt sie frei. Bens Katze Sam könnte nicht weniger interessiert sein.

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Noch ein bisschen Fotos gucken und quatschen und dann bringt mich Ben zum Flughafen. Ich bin echt glücklich, dass ich hier ein paar Tage mit Ben verbringen durfte. Nicht nur ist Tasmanien ein cooler Ort auf der Welt, Ben ist auch ein grandioser Guide, Gastgeber und Kumpel! Thanks for having me Ben! See you soon!

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Mein Flug hebt pünktlich ab und ist sogar etwas zu früh in Melbourne. Ich organisiere mir noch kurz eine Pizza (Camembert + Chicken) und verziehe mich in mein Hostelzimmer. Morgen dann also der letzte Tag der Weltreise.

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