Um sechs Uhr morgens klingelt unser Wecker. Schnell anziehen und möglichst leise von unserem Campingplatz verschwinden! Am Horizont bahnt sich schon der Sonnenaufgang an!
Wir fahren nach Kaikoura, denn von dort geht unsere Waltour los. Wir sind aber ein bisschen früh dran, deswegen gibts erst mal Frühstück und einen tollen Sonnenaufgang.
Beim Einchecken wird auch gleich vor Seekrankheit gewarnt. Alarmiert schiebt sich Conny noch eine Tablette ein. Hoffentlich hilfts.
Pünktlich um viertel nach sieben geht los mit einer Sicherheitseinweisung und dann geht es auch schon aufs Boot. Wir fahren langsam vom Ufer weg und hinter uns erblicken wir die schneebedeckten Berge am Ufer des Pazifiks.
Es dauert nicht lange, dann holt der Kapitän sein Horchgerät und guckt wo denn der Wal ist. Und tatsächlich dauert es nur einige Minuten, bis wir unsere ersten Wal sehen. Es ist ein Pottwal. und er sieht aus wie ein aufgetauchtes Uboot.
Mit 18m ist der Wal genauso lang wie unser Boot und er atmet an der Oberfläche so etwa 5 bis 10 Minuten rum, bis er wieder für bis zu 60 Minuten bis zu 3km in die See hinabtaucht, um zu essen. So schnell wie er da war, ist er dann auch weg, nicht ohne diverse Wasserfontänen in die Luft zu schießen.
Während wir ein Stück weiterfahren und der Kapitän immer wieder nach Pottwalen horcht, sehen wir allerlei Seevögel, unter anderem auch wieder einige Albatrosse.
Der Grund, warum sich Kaikoura so fürs Whale Watching eignet ist übrigens, dass dort im Meer zwei Kontinentalplatten aneinanderprallen und eine tiefe Schlucht bilden, welche besonders viel Nahrung liefert. Es gibt einige Wale, die dauerhaft hier wohnen und viele, die vorüberziehen, darunter Blauwale, Orkawale und Buckelwale. Pottwale sind Zahnwale und ernähren sich von Fischen, sogar von weißen Haien!
Nach einigen Korrekturmanövern dann bekommen wir etwas besonders Tolles zu sehen, nämlich zwei Pottwale! Sie verschnaufen im wahrsten Sinn nebeneinander und holen Luft.
Es ist einfach unglaublich, wie riesig diese Dinger sind, denn allein ein Drittel ihres Körpers besteht aus Kopf, mit einem Gehirn so groß wie ein Basketball. Und man sieht in der Regel nur den Kopf! Sehr aufregend und faszinierend, und Conny verliert schon bald ihre Angst vor den “schwimmenden Trantonnen”.
Der Kopf des Pottwals ist deswegen so kantig, weil er einen riesigen Öl- bzw. Transpeicher im Kopf hat. Man weiß nicht so genau, warum, aber manche vermuten, dass er wie Senkblei funktioniert, da das Öl mit steigendem Druck bei steigender Tiefe fest wird. Die ersten Walfänger hielten den Tran übrigens für Walsperma, weswegen der Pottwal in Englisch sperm whale heißt. Dann ist es soweit und die Wale tauchen ab, und einer tut es genau so, wie man es für Fotos gerne hat; mit der Flosse zuletzt.
Der zweite taucht deutlich uneleganter einfach ab. Wenn ich als Wal die Wahl hätte, würde ich den Touristen auch nicht immer meine Flosse zeigen.
Das war dann wohl auch genug Wal für einen Tag und es ging noch zu einer Kolonie Pelzrobben.
Die haben wir ja nun schon mehrmals gesehen, doch sie sind jedes Mal wirklich knuffig, besonders, da hier viele kleine Babyrobben auf ihre Eltern gewartet haben und dabei waghalsige Kletteraktionen vollbringen.
Und dann war es das mit Kaikoura. Wir machen uns auf den Weg zurück nach Picton, wo wir morgen die Fähre zurück auf die Nordinsel nehmen. Unterwegs halten wir noch ein paar Eindrücke dieser wunderschönen, abwechslungsreichen und absolut eindrucksvollen Südinsel fest.
Wir gönnen uns übrigens auch wieder ein Hostel, denn es ist uns einfach zu kalt im Camper. Dieses Mal ein wenig abseits in den Malbourough Sounds, und wir haben ein riesiges Zimmer ganz für uns!
Nach einer wunderbaren Nacht geht es recht früh wieder los, denn um 8 Uhr müssen wir für die Fähre eingecheckt haben. Unterwegs dorthin erleben wir noch einen wunderschönen Sonnenaufgang über den Malbourough Sounds.
Schon bevor wir die Fähre befahren, wird vor dem “moderaten” Seegang gewarnt und Conny schwant nichts gutes. Ohne Tablette wagen wir die Überfahrt und das war sicherlich keine gute Idee. Das doch recht große Schiff schwankt am Bug vertikal doch einige Meter und knallt einige Male recht wuchtig auf die raue See auf. Über die Lautsprecher werden Ratschläge gegen Seekrankheit gegeben. Das Schiff ändert sogar die Route, damit es weniger schlimm wird, Doch weder das altbekannte “an den Horizont starren” noch das “damn tasty” Ingwerbier helfen und Conny verpackt das Frühstück in handliche Tüten. Als die See ruhiger wird, helfen schließlich Eiswürfel. Wir haben ja kaum geglaubt, das es noch schlimmer geht, aber mittlerweile wissen wir, dass die Fähre sogar bei Sturm fährt, das muss noch schlimmer sein.
Dementsprechend sind wir froh, als wir in Wellington wieder festen Boden unter den Füßen haben und decken uns erst mal fies bei Mäcces ein, denn uns steht eine längere Fahrt bevor.
Wir landen schließlich in Harewa, südlich von Mount Taranaki, wo wir auf einem besonders schönen und günstigen Platz bleiben. Mal wieder im Camper zur Abwechslung und in der Hoffnung, dass es nachts ein wenig wärmer ist.


