Nach kurzem Frühstück in Hawera machen wir uns auf zur iSite, um uns ein wenig darüber zu informieren, wo man auf Mount Taranaki mal ein bisschen wandern kann. An der iSite finden wir den weltberühmten Hawera Water Tower! Wow!
Wir bekommen ein paar Tipps zum Wandern und fahren dann los in Richtung North Egmont, dort ist das Visitors Center für den Berg.
Dort angekommen schauen wir nochmal kurz auf die Wanderkarte und laufen los. Wir haben uns dazu entschlossen, in Richtung Gipfel loszulaufen und nach 1,5 Stunden an der Schneegrenze einfach umzukehren.
Das Wetter ist nicht auf unserer Seite und wir laufen viel in Wolken umher. Es nieselt auch fast durchgängig. Zu viel für Conny, die kehrt um und ich kämpfe mich alleine weiter nach oben.
Nach ein paar knackigen Anstiegen, kommt dann auch tatsächlich ein wenig Schnee und es ist merklich kühler als unten am Visitors Center.
Hier ist also die Schneegrenze. Ziemlich genau dort wo der Schnee anfängt, steht auch eine private Lodge und eigentlich wollte ich hier umkehren. Da aber hin und wieder blaue Flecken über mir zu sehen sind, gehe ich noch ein wenig weiter, in der Hoffnung, über die Wolken zu kommen und einen Blick auf den Gipfel zu erhaschen, der hängt schon während der gesamten Wanderung in den Wolken.
Irgendwann stapfe ich durch den etwa 20cm hohen Schnee und hangele mich von Wegweiser zu Wegweiser. Ein richtiger Weg ist das hier nicht mehr. Das ist wohl der Punkt, an dem ich umkehren sollte. Ich habe immerhin kein Wasser und keine Mütze und keine Handschuhe und kein Essen dabei.
Der Rückweg bis zur Lodge war auch ein wenig schwierig, aber immerhin hat man hin und wieder ein bisschen Sicht ins Tal. Das krasse an Mount Taranaki ist ja, das er die einzige Erhebung in einem bestimmt 50km-Radius ist. Rings herum ist alles Platt wie an der Nordsee.
Ich kämpfe mich also wieder bergab, mein Knie scheint das auch wieder ohne Widersprüche mitzumachen, auch gut zu wissen. Man sieht beim heruntergehen viel Wald und viele Felsvorsprünge, das war wohl früher alles Lava.
Ich bilde mir ein, frühere Lavaströme noch erkennen zu können und meine gelesen zu haben, dass Mount Taranaki um 1755 das letzte mal ausgebrochen ist. So ganz wohl fühlt man sich in solchen Situationen nicht.
Unten am Parkplatz wartet Conny auf mich und wir beschließen, dass wir uns heute Nacht mal wieder eine “cabin” gönnen wollen, denn die Temperaturen werden Nachts dann doch ganz schön kalt. Also ab nach New Plymouth zum nächsten Campingplatz. Wir haben besonderes Glück mit dem ausgesuchten Ort, denn wir sind direkt am Wasser und genießen einen tollen Sonnenuntergang.
Unsere Cabin ist zwar relativ klein, aber es gibt einen kleinen Heizlüfter, mit dem wir Nachts dann wenigstens nicht frieren müssen! Mal schauen, wieviele Nächte wir noch im Auto schlafen können, wir hoffen ja, dass es gen Auckland wieder etwas wärmer wird.
Wir sind auf jeden Fall am nächsten morgen mal nicht durchgefroren und gönnen uns ein leckeres Frühstück. Es gibt Spiegelei und angebratene Würstchen und Reissalat. Letzterer war noch übrig vom Vorabend.
Wir schwingen uns zeitig ins Auto und fahren los, um eine Runde um Mount Taranaki zu drehen, der ist nämlich heute morgen Wolkenfrei. Na toll.
Wir tuckern also über eine kleine Landstraße relativ nah am Berg vorbei. Man hätte auch über den Highway fahren können, aber das ist nur halb so entspannt und man hat keine Möglichkeit, einfach anzuhalten und die idyllische Landschaft zu genießen.
Wir genießen nicht nur, sondern fotografieren auch wie wilde, den der Berg gibt ein grandioses Motiv ab, da er mit seiner schneebedeckten Kuppe wirklich auf jedem Foto prominent zu sehen ist.
So fahren wir einmal rings herum und müssen feststellen, dass sich schon bald wieder Wolken zum Berg gesellen und den Gipfel verhüllen. Schöne Fotos gibt das aber trotzdem.
Viele bezeichnen die Region hier als typisches Neuseeland, weil man hier neben prägnanter Landschaft auch die typischen grünen Hügel hat, die man so gerne mit Neuseeland verbindet. Diese bilden natürlich einen Kontrast zum grau/weißen Berg.
Während der Berg aus Richtung New Plymouth aussieht wie ein einzelner Pylon mit sehr prägnanter Spitze, sieht er aus anderen Richtungen gerne mal weniger Spitz aus oder man sieht auch einige der anderen Bergspitzen, die ringsherum sind.
Wir denken mal, dass das früher kleine Nebenvulkane gewesen sein müssen. Prinzipiell ist die gesamte Region rings um den Vulkan relativ entwickelt und besiedelt. Vielleicht ist die Vulkanlandschaft ja besonders fruchtbar.
Selten sehen wir auf jeden Fall mehr Kühe oder Schafe in der Landschaft rumstehen… und wir haben schon verdammt viele Kühe und Schafe in den letzten Wochen gesehen.
Wir fahren nach einiger Zeit zurück auf den Highway, den wir gestern schon befahren haben, um New Plymouth zu erreichen. und machen einige letzte Aufnahmen vom Berg.
Die Wolken vermehren sich auch zunehmend und so fällt es uns gar nicht schwer, irgendwann einfach keine Fotos mehr zu machen, denn am schönsten ist der Berg ohne Wolken. Wir fahren zurück nach New Plymouth um nochmal einzukaufen. Als wir uns nach dem Einkaufen nochmal umdrehen, hängt der Berg komplett in den Wolken, davon haben wir aber leider kein Foto.
Wir fahren nun an der Küste entlang in Richtung Norden. Unser Ziel ist heute Mokau, ein kleines Städtchen an der Küste, von dort ist es dann morgen nicht weit bis zu den Waitomo Caves, unserem nächsten Ziel.
Der Campingplatz in Mokau scheint dann auch der ländlichste zu sein, auf dem wir lange Zeit waren. Wir sind umringt von Kühen und den Blick in die Duschen erspare ich euch mal. Hoffentlich wird es nachts nicht zu kalt.


