Neuseeland–Christchurch und Antarctic Center

Die Nacht war deutlich wärmer als in Te Anau und Queenstown, das war mal eine angenehme Überraschung. Mal kein kaltes Gesicht morgens. Der Sonnenaufgang war auch nicht von schlechten Eltern, wir sind ja jetzt wieder an der Ostküste und haben somit wieder schöne Sonnenaufgänge, während wir im Western ja immer die schönen Sonnenuntergänge hatten.

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Nach einer Runde Pfannekuchen zum Frühstück machen wir uns auf, um Christchurch zu erkunden. Christchurch wurde ja vor 3 Jahren von zwei üblen Erdbeben heimgesucht, sodass in den letzten Jahren die Innenstadt sogar komplett gesperrt war. Eine der Dinge, auf die die Leute hier sehr stolz sind, dass sie wieder laufen, ist die Tram. Die nutzen wir dann auch mal um uns durch die Innenstadt kutschieren zu lassen, denn seit letztem Jahr ist diese nicht mehr gesperrt.

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Man sieht aber an allen Ecken und Enden noch Spuren des Erdbebens. Was will man auch erwarten, es ist ja erst drei Jahre her. In den letzten Jahren wurden in der Innenstadt hauptsächlich Gebäude abgerissen und das waren dann wohl nicht einige wenige, sondern eher die meisten Gebäude der Innenstadt. So viele Ruinen und freie Parkflächen wo früher mal Gebäude standen haben wir noch nie gesehen.

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Die Tram endet in einem spanisch angehauchten und bereits wieder aufgebauten Viertel. Wir fanden die Fahrt ganz witzig und gönnen uns erst mal einen Cookie, bevor wir uns jetzt zu Fuß auf den Rückweg machen.

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Die Tram ist wie gesagt eine der schillerndsten Dinge, die hier wieder in Betrieb genommen wurden, auch der Hauptbahnhof der Tram ist brandneu und die Tram fährt hier quasi durch eine kleine Mall hindurch.

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Nach wenigen Schritten kommen wir zum Cathedral Square, dem Wahrzeichen des Erdbebens, wenn man so will. Hier stehen nämlich die Überreste der Kathedrale von Christchurch, die großen Schaden erlitten hat. Sie hat früher wohl auch mal einen recht hohen Kirchenturm gehabt, den gibt es aber nicht mehr.

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Die Metallstrukturen auf der rechten Seite wurden nach dem ersten Erdbeben installiert, um die Kirche vor der Zerstörung zu bewahren, das zweite Erdbeben war aber so viel heftiger als antizipiert, so dass die Stahlstrukturen den Einsturz des Turmes wohl eher begünstigt haben.

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Heute überlegt man, was man mit der Kirche machen soll. Einige meinen wohl, sie soll als Mahnmal so bleiben, wie die Gedächtniskirche in Berlin zum Beispiel. Es gibt aber auch Meinungen,die sagen, man solle sie lieber abreißen und neu bauen oder einfach wieder restaurieren. Nicht weit von der Kathedrale ist die “Re-Start”-Mall. Da so ziemlich alle Geschäfte zerstört waren, zeigt sich hier in besonderem Maße der Einfallsreichtum und Pragmatismus der Neuseeländer: Sie haben sich einfach Container zurechtgelegt und dort Geschäfte reingebaut. Richtig viele.

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Der Name “Re-Start” steht hier sinnbildlich für den Spirit der Leute in Christchurch, die selbst so eine krasse Naturkatastrophe als Chance begreifen und Christchurch nun besser und schöner wiederaufbauen wollen. Uns hat das hier sehr beeindruckt. Auf dem Weg zu unserem Auto machen wir noch einen Abstecher in die botanischen Gärten, es sollen mit die schönsten in Neuseeland sein.

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Wir hatten auch wieder perfektes Wetter und konnten im Sonnenschein durch die herbstliche Landschaft schlendern, bis hin zum Rosengarten, den Conny natürlich besonders toll fand und ein wenig an Darmstadt erinnerte.

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Überall fallen schon viele Blätter von den Bäumen und es wird wohl eine Umstellung sein, wenn wir nach Hause kommen und dort ist dann gerade Sommer.

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Conny hat auch “Tränende Herzen” gefunden, wohl eine besonders seltene/schöne/auffällige Pflanze. Ich habe mich mehr mit der herbstlichen Landschaft beschäftigt, der Herbst ist ja meine liebste Jahreszeit.

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Danach ging es für uns noch kurz einkaufen und dann zurück zu unserem Campingplatz. Heute gibt es bei uns mal wieder Burger, die sind immer so schön einfach herzustellen, denn die meisten Campingplätze haben BBQ Stations.

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Wir setzen uns noch ein wenig in den Fernsehraum und ruhen uns aus. Außerdem schauen wir mal was so für Wetter angesagt ist in unseren nächsten Destinationen. Für Christchurch haben wir natürlich nicht mehr nachgeschaut, sonst hätten wir vielleicht gemerkt, dass die Nacht schweinekalt werden sollte. Wir wachen jedenfalls morgens ordentlich durchgefroren auf. Für winterliche Temperaturen ist unser kleiner Camper definitiv nicht gemacht. Brrrr. Schnell heiß duschen und los gehts, denn um 8 Uhr fängt der “Farmers Market” an, es soll einer der schönsten in Neuseeland sein.

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Wir sind auch zugegebenermaßen begeistert. Wir gönnen uns je ein Pain-au-chocolat, das beste was wir je hatten und kaufen uns daraufhin vom gleichen Stand ein Leib Brot für den späteren Verzehr. Wholegrain-Mustard-Bread, also Vollkorn-Senf-Brot, oha! Das Brot kommt dann auch schneller als gedacht zum Einsatz, denn Conny gönnt sich am Suppenstand eine Kumara-Bacon-Suppe und da passt Brot natürlich super zu. Das Brot ist übrigens grandios!

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Wir schlendern weiter über den Markt, sind aber schon so gesättigt, dass wir viele der Dinge leider nicht mehr ausprobieren können. Obwohl “Bacon Bros” oder der Stand mit Torten oder der Stand mit Empanadas oder der Stand mit Pies oder der Stand mit Bratwurst allesamt überragend gut aussahen und rochen! Einzig einen Vitmindrink gönnt sich könne noch, da sie ein wenig verschnupft ist nach der fiesen, kalten Nacht. Etwas verwundert schauen wir drein, als uns die Verkäuferin beim Ausschenken lachend erklärt, dass sie Hanf-Samen mit in den Ingwer gemixt hat. Conny entscheidet, dass ich fahre und fühlt sich hinterher schon viel gesünder.

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Nächster Stopp: Antarctic Center. Von Christchurch aus starten so ziemlich alle Expeditionen zur Antarktis, die von hier aus etwa 5000km entfernt ist. Dementsprechend gibt es auch eine Art Museum dazu, in welchem man sich zur Antarktis aufschläuen kann, das wollten wir natürlich nicht missen. Wir kommen an und werden von der Kassiererin direkt erst mal für verschiedenste “Aktivitäten” angemeldet. Damit hat sie uns ein bisschen überrumpelt und wir gehen einfach in die Richtung in die wir geschickt werden.

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Erste Aktivität: Ein Antarktischer Sturm. Wie bitte was?! Ratzfatz sind wir in Winterjacken gehüllt und in einem Raum in dem ein Antarktischer Sturm mit –18 Grad Celsius simuliert wird. Oha. Naja, war im Endeffekt gar nicht so schlimm.

Außerdem gab es in dem Raum eine Eisrutsche und wir hatten hinterher nasse Hintern. Verdammt. Hier lernen wir außerdem Mick kennen, der arbeitet hier und weiß dass “penguin” auf deutsch “Pinguin” heißt. Cooler Typ. Er schickt uns dann auch direkt zur nächsten Aktivität, für die wir ja direkt gemeldet waren: Höglund fahren. Höglund ist ein schwedisches Geländemobil, mit dem in der Antarktis herumgekurvt wird.

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Wir fahren mit dem Höglund durch einen kleinen Parcours über ein paar Hügel und durch einen kleinen Teich. Eigentlich macht man das nur einmal, da der Ausgang am hinteren Ende aber irgendwie blockiert war, durften wir auch nochmal zurück. Cool. Der Höglund ist übrigens auf dem rechten Bild zu sehen, man beachte natürlich auf dem Bild auch die Frau, die sich genau in dem Moment die Hose hochzieht, als Conny auf den Auslöser drückt. Unbezahlbar.

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Als nächstes werden wir direkt zur Pinguin-Fütterung geschickt. Junge, junge, hier jagt ja echt ein Highlight das nächste. Die kleinen “blue penguins” sind allesamt mit irgendeinem handicap unterwegs und wurden dann hier wieder aufgepäppelt. Sie futtern dann auch ordentlich Fisch aus Holland, nobel geht die Welt zugrunde. Conny findet die Pinguine niedlich, die sind nämlich kleiner als man so denkt und watscheln so vor sich hin.

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Nach der Pinguinfütterung sind wir genau rechtzeitig für den nächsten Punkt unserer Programmplanung, einem 4D-Movie. Als wir uns gerade wundern wollten, warum es 4D und nicht 3D ist, werden wir auch schon nass. Durch Wind, Nässe und Schnee wird einem hier eine Antarktik-Expedition nahe gebracht. Einen Wasserstrahl ins Gesicht konnten wir vorhersehen und abwehren, die anderen haben alle getroffen.

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Wir schlendern noch kurz durch einige Ausstellungsräume auf dem Weg zum nächsten Programmpunkt. Alles hier ist schon sehr innovativ gemacht. In manchen Räumen schneit es, in anderen darf man original Antarktis-Kleidung anprobieren, nie wird es langweilig.

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Rechtzeitig für unsere “Penguin Backstage Tour” sind wir am Treffpunkt und dürfen mit der Pinguin-Pflegerin einen Blick hinter die Kulissen werfen. So kommen wir nochmal an den Pinguin-Teich, wo vorher die Fütterung stattgefunden hat und erfahren allerhand interessanten Kram zu den Pinguinen. Einige sind wohl auch sehr intelligent und haben schon den ein oder anderen Fluchtversuch hinter sich. Andere haben einen Schlag auf den Kopf von einem Boot abbekommen und sind seitdem ein wenig verwirrt. Außerdem sind die Liebesbeziehungen zwischen Pinguinen wohl Seifenoper-reif und es gibt viele Liebschaften und Verwirrungen.

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Zuletzt lernen wir einen der Pinguine noch persönlich kennen. Streicheln oder Anfassen ist aber nicht drin, die Biester kratzen und beißen wohl ganz ordentlich. Selbst die Pinguin-Pflegerin, die jeden Tag bei ihnen ist, hat einige respektable Narben an den Händen. Oha, dann besser nicht.

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Dann heißt es Goodbye Penguins! Noch ein kurzer Stopp auf einer gepolsterten Sitz-Robbe und im Souvenirshop und schon sind wir raus aus dem Antarctic Center. Langweilig war es nicht und es ist jetzt auch schon Nachmittag!

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Schnell rein in den Wagen und weiter geht die Reise nach Akaroa, das ist nur 1,5 Stunden von hier und soll wunderschön sein.

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