Morgens heißt es fix aus den Feder, duschen, frühstücken und dann den Camper parken. Um 11 Uhr sollen wir dann abgeholt werden auf unsere Tour zur Doubtful Sound. Die Doubtful Sound ist größer als die Milford Sound und nur sehr schwer zu erreichen. Wir fahren heute zwei mal Boot und zwei mal Bus um dorthin zu kommen. Ihren Namen hat sie übrigens daher, da Captain Cook seinerzeit sehr “doubtful” war, ob er mit seinem Schiff wieder hinausfahren könnte, wenn er denn hineinfährt. Die Doubtful Sound soll nämlich an manchen Tagen fast windstill sein.
Unser Pickup holt uns dann um 11:20 ab, Conny ist außer sich über die Unpünktlichkeit, ist aber relativ schnell besänftigt, denn die Fahrt über Lake Manapouri ist schon sehr schön und sehr ruhig. Am West Arm des Sees abgekommen, wo übrigens auch ein großes Wasserkraftwerk steht, geht es dann wieder in einen Bus, der uns dann nach Deep Cove bringt, ein Ort am Beginn des Fjords mit einer Einwohnerzahl von 3,
Dafür müssen wir den Wilmot-Pass überqueren, von dem sich schon mal ein atemberaubender Blick auf den Fjord bietet. Etwa 30 Minuten dauert die Fahrt und dann können wir auch schon auf das bereitliegende Schiff. Schnell wird die Verteilung auf die einzelnen Kabinen organisiert und wir können unsere Betten in der Viererkabine beziehen.
Die liegt mit dem Fenster genau auf Wasserhöhe, dafür hat man einen tollen Ausblick. Schnell geht es wieder auf Deck, während wir schon gemütlich über das Wasser schippern und sich links und rechts mächtige Berge aus dem Wasser erheben. Zahlreiche kleine Inselchen liegen verstreut im Wasser und es gibt einige große Seitenarme.
Wir genießen die Aussicht, knipsen wie die Blöden und sind beeindruckt. Es herrscht allerdings ein ziemlich heftiger Wind aus dem Fjord heraus. Wenigstens bleiben so die Sandflys weg, doch der Seegang ist schon ganz ordentlich. Hätte Captain Cook sich gar keine Sorgen machen müssen.
An interessanten Stellen gibt es immer mal einen Livekommentar von einem der Crewmitglieder. So tauchen an den steilen Berghängen oft kahle Stellen auf, die wie Narben aussehen. Diese kommen von Baumlawinen, die alles was unter ihnen wächst, mitreißen.
Die Berghänge sind so felsig und hart, das alle Pflanzen zusammenarbeiten müssen. Das Moos, was einen würzigen Geruch über den ganzen Fjord verteilt, dient als Erde für die Bäume usw. Bei kleineren Erdbeben oder viel Regen löst sich das ganze gerne mal und fällt herunter.
Immer weiter geht es Richtung offener See und der Wellengang wird immer schlimmer. Conny wird schon ganz schlecht.
Draußen an Deck wird es auch immer ungemütlicher, da Sprühwasser einen feuchten Regen erzeugt.
Dafür eröffnen sich hinter dem Schiff tolle Blicke in den Fjord. Auf der offenen See befinden sich ein paar Inseln, auf dem sich Pelzrobben in der Sonne suhlen. Niedlich, aber leider kommen wir nicht ganz so nah heran wie in der Milford Sound. Auch Pinguine können wir leider bei dem Wind nicht entdecken. Dafür begleiten Delfine wieder ein wenig das Boot. Auch einen mächtigen Albatross bekommen wir kurz zu Gesicht.
Auf dem Rückweg in den Fjord herein muss Conny sich erst mal hinlegen, damit ihr Magen sich wieder beruhigt, Marcus sortiert derweil ein wenig Fotos. Für den Abend steuert das Boot einen Seitenarm der Doubtful Sound an. Dort wird geankert und es gibt die Möglichkeit, auf einem kleinen Schlauchboot eine Natur-Rundfahrt zu machen. Kajaken konnte man wegen dem Wind nicht, also los gings.
Unsere Kapitänin fuhr uns einige Male zum Ufer und erklärte uns einiges über die lokale Flora. Im Hintergrund zwitscherten Vögel und wir konnten unser Bötchen auch mal von außen betrachten. Sehr gelungen auf jeden Fall!
Zurück an Bord des Schiffes bot sich bald ein atemberaubender Sonnenuntergang. Wir hatten ja ohnehin Glück mit dem Wetter, da wir Sonne und blauen Himmel hatten; dieser verfärbte sich in tollen Farben und auf einem Berg bildete sich in all diesem noch ein Regenbogen. Alltäglich scheinen solche Sonnenuntergänge nicht zu sein, denn auch die Crew machte Fotos
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Ein wenig später durfte dann geschlemmt werden. Wir haben uns das Buffet richtig gut schmecken lassen (es war auch sehr gut, mit frischen Zutaten und überhaupt) und waren hinterher proppevoll. Aber nicht zu voll für den liebevollen Nachtisch
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Nach dem üppigen Mahl gab es dann noch einen kleinen Vortrag über die Entstehung des Fjordlandes und der Fauna und Flora, der wirklich interessant war, zumal wir einige der Tiere schon selbst beim Wandern beobachten durften, wie zum Beispiel den Kea oder den kleinen Meckervogel.
Wir blieben noch ein wenig in der zunehmend leer werdenden Bar und genossen den tollen Tag, bevor auch wir in unsere Kojen fielen.


