Eigentlich hatten wir vor, nach dem Tag im Abel Tasman nach Karamea durchzufahren, das ist dort wo der Heaphy Track endet. Von dort wollten wir uns zum Start des Heaphy Tracks transportieren lassen und nach 4 Tagen wandern wieder an unserem Auto ankommen.
So kam es dann aber leider nicht. Denn was wir nicht wussten: Die Enden des Heaphy Tracks liegen per Auto über 300km voneinander entfernt und einen einfachen Transport von Karamea zum Start gibt es nicht. Verdammt. Wir stellen uns mit unserem Camper auf einen Parkplatz und telefonieren erstmal viel durch die Gegend, um einen Alternativplan aufzustellen. Eine Stunde später steht dieser. Wir lassen das Auto in Nelson, lassen uns von hier zum Start des Heaphy Tracks bringen und fahren nach dessen Beendigung und einer Nacht in Karamea mit einem Linienbus zurück nach Nelson. Klingt einfach genug für uns. Wir buchen Busse und Übernachtungen teils selbst und teils über die i-Site.
Am nächsten Morgen um 8 bringt uns ein Shuttle wie geplant zum Start des Heaphy-Tracks. Unser Fahrer scheint alkoholischen Getränken nicht abgeneigt, ist aber ganz nett drauf. Den Start des Tracks erreichen wir erst um 13:30 Uhr und davor machen wir auch noch eine Mittagspause in einem der bekanntesten Bistros Neuseelands, dem “Cafe Wholemeal” in Takaka. Können wir empfehlen. In Takaka kauft sich Conny bei einem deutschen Bäcker dann auch eine original Laugenbrezen, sowas vermissen wir ja schon!
Dann geht es endlich auf die Strecke. Es ist wie gesagt 13:30 Uhr, um 19:30 Uhr geht die Sonne unter und für den Track braucht man etwa 5 Stunden wenn man keine Pausen macht. Wir bekommen leichte Panik und rennen los wie die bekloppten. Wieder dabei, wie auch beim Tongariro Northern Circuit: Jeweils um die 10kg auf dem Rücken.
Der Track führt uns am ersten Tag stetig bergauf. Wir schrauben uns heute etwa 700m in die Höhe. Das ist aber alles nicht so richtig schlimm,denn die Steigung verteilt sich auf 17,8km. Wir arbeiten uns, anders als beim Tongariro Northern Crossing, durch viel Regenwald nach oben.
Belohnt werden wir hier und da mit schönen Ausblicken auf die Umgebung, die ebenfalls stark bewaldet ist. Ein paar Berge, die höher sind als wir, liegen um uns herum.
Der Nachteil, wenn man immer durch Wald läuft: Man weiß nie so richtig wo das eigentliche Ziel ist und man sieht auch nicht viel von der Sonne, ein bisschen wir im Abel Tasman Nationalpark vor zwei Tagen.
Nach 4 Stunden sollte man einen Unterstand erreichen, den haben wir dann mal bei 3:30h erreicht. Wir sind ein bisschen stolz und machen ein wenig Pause, bevor wir uns die letzte Stunde in Richtung Perry Saddle Hut vornehmen. Dort verbringen wir dann die Nacht.
Auf dem Weg sehen wir relativ viele Vögel. Neuseeland ist ja eh für seine Artenvielfalt unserer gefiederten Freunde bekannt, dieser Track aber nochmal in besonderem Maße. Einige Vögel kommen bis auf wenige Zentimeter an uns heran, so beispielsweise einige Wekas oder ein kleiner Mecker-Vogel.
Hier sind wir auch schon recht hoch und werden immer häufiger mit schönen Views belohnt. Das muss jetzt auch sein, denn wir sind schon ganz schön fertig. Es ist sicherlich nicht hilfreich, dass wir heute hetzen mussten um noch vor Sonnenuntergang an der Hütte zu sein.
Etwa eine halbe Stunde vor unserem Ziel sehen wir die Abzweigung zum höchsten Punkt des Tracks, nämlich “Flanagans Corner”. Wir lassen uns nicht lumpen und machen den 150m-Abstecher.
Belohnt werden wir nach ein wenig Kraxelei durch einen grandiosen Rundumblick auf die umliegenden Berge. Inzwischen sind auch in alle Himmelsrichtungen Berge zu sehen und auch unsere Hütte können wir von hier aus sehen.
Um überhaupt etwas zu sehen, muss man allerdings auf einen Picknicktisch steigen, denn sonst sind ringsherum nur Büsche zu sehen.
30 Minuten später erreichen wir dann auch endlich die Perry Saddle Hut, unsere Unterkunft für die erste Nacht. Wir sind ziemlich hinüber und freuen uns erstmal auf ein warmes Abendessen, dass wir uns in der Hütte zubereiten. Selbst ein Kaminfeuer brennt hier schon: Perfekte Hüttenromantik!
Passend dazu sehen wir gerade noch den Sonnenuntergang hinter dem nächsten Hügel, auf den Folgend sich Nebel um unsere Hütte herum ausbreitete. Ein bisschen gruselig.
Wir schlafen so etwa um 21 Uhr ein und freuen uns auf den nächsten Tag, denn da haben wir keine Zeitvorgaben. Dafür müssen wir morgen 24km laufen. Oha.


