Da sitzen wir also wieder mal in unserem Auto und machen uns auf zur Banks Peninsula. Diese Region ist ein riesiger inaktiver Vulkan, dessen Krater mittlerweile vom Meer geflutet ist.
Schon bald wird die Landschaft sehr grün und hügelig und wir schrauben uns quasi einmal auf den Rand des ehemaligen Kraters, um dann in ihn hereinzufahren.
Es ergeben sich wunderschöne Anblicke auf den Krater von der Straße. Dort unten, am natürlichen Hafen liegen einige äußerst pittoreske Orte, unter anderem das Städtchen Akaroa, wo wir heute bleiben. Generell haben die Orte hier noch recht viele französische Wurzeln, denn die Franzosen wollten auch einst ein Stück Neuseeland kolonisieren. Hat nicht geklappt.
Wir beziehen dann auch unser Zimmer in dem wunderschönen Hostel “Chez la mer” (weil es doch zu kalt wurde die letzten Nächte).Sehr niedlich und wir genießen einen Abend im Warmen und Privaten mit einer leckeren Mahlzeit. Wäsche machen wir auch noch.
Am nächsten Morgen leihen wir uns noch eins der Wanderprospekte des Hostels und machen uns auf den Weg der Skyline-Wanderung: 800m auf den Kraterrand hoch und wieder runter.
Der Weg ist dann auch ziemlich bald ziemlich steil aber wenigstens gewinnen wir so schnell an Höhe. Dabei wandern wir größtenteils über Weidewiesen. Es ist grün und sanft und wir haben die tollsten Blicke über den Vulkan bei dem schönsten Wetter.
Schließlich erreichen wir den Kraterrand, auf dem weit dann einige Kilometer entlang wandern.
Auf der einen Seite sehen wir den Pazifik, auf der anderen Seite sehen wir in den riesigen ehemaligen Krater herein.
Die Besteigung des höchsten Punktes des Kraters haben wir allerdings mal gelassen: der zweite Keplerausflug hat Marcus Knie dann doch etwas zu sehr zugesetzt.
Außerdem müssen wir ja heute auch noch weiter und die angegebenen 5-7 Stunde wollen wir dann doch nicht brauchen.
Also geht es bald wieder an den Abstieg, der sich gemächlich durch die grünen Hügel herunterschlängelt.
Unten angekommen gibt es als Belohnung ein Eis und dann geht es wieder in den Camper. Unser nächstes Ziel heißt Kaikoura und was macht man da? Wale gucken! Unsere Tour beginnt morgens um 7:15 und da wollen wir in der Nähe campen.
Leider erreichen wir den Campground erst bei Dunkelheit. Schnell ein paar Nudeln futtern und dann schlafen wir auch mal wieder zu Wellenrauschen ein.
Die Nacht war deutlich wärmer als in Te Anau und Queenstown, das war mal eine angenehme Überraschung. Mal kein kaltes Gesicht morgens. Der Sonnenaufgang war auch nicht von schlechten Eltern, wir sind ja jetzt wieder an der Ostküste und haben somit wieder schöne Sonnenaufgänge, während wir im Western ja immer die schönen Sonnenuntergänge hatten.
Nach einer Runde Pfannekuchen zum Frühstück machen wir uns auf, um Christchurch zu erkunden. Christchurch wurde ja vor 3 Jahren von zwei üblen Erdbeben heimgesucht, sodass in den letzten Jahren die Innenstadt sogar komplett gesperrt war. Eine der Dinge, auf die die Leute hier sehr stolz sind, dass sie wieder laufen, ist die Tram. Die nutzen wir dann auch mal um uns durch die Innenstadt kutschieren zu lassen, denn seit letztem Jahr ist diese nicht mehr gesperrt.
Man sieht aber an allen Ecken und Enden noch Spuren des Erdbebens. Was will man auch erwarten, es ist ja erst drei Jahre her. In den letzten Jahren wurden in der Innenstadt hauptsächlich Gebäude abgerissen und das waren dann wohl nicht einige wenige, sondern eher die meisten Gebäude der Innenstadt. So viele Ruinen und freie Parkflächen wo früher mal Gebäude standen haben wir noch nie gesehen.
Die Tram endet in einem spanisch angehauchten und bereits wieder aufgebauten Viertel. Wir fanden die Fahrt ganz witzig und gönnen uns erst mal einen Cookie, bevor wir uns jetzt zu Fuß auf den Rückweg machen.
Die Tram ist wie gesagt eine der schillerndsten Dinge, die hier wieder in Betrieb genommen wurden, auch der Hauptbahnhof der Tram ist brandneu und die Tram fährt hier quasi durch eine kleine Mall hindurch.
Nach wenigen Schritten kommen wir zum Cathedral Square, dem Wahrzeichen des Erdbebens, wenn man so will. Hier stehen nämlich die Überreste der Kathedrale von Christchurch, die großen Schaden erlitten hat. Sie hat früher wohl auch mal einen recht hohen Kirchenturm gehabt, den gibt es aber nicht mehr.
Die Metallstrukturen auf der rechten Seite wurden nach dem ersten Erdbeben installiert, um die Kirche vor der Zerstörung zu bewahren, das zweite Erdbeben war aber so viel heftiger als antizipiert, so dass die Stahlstrukturen den Einsturz des Turmes wohl eher begünstigt haben.
Heute überlegt man, was man mit der Kirche machen soll. Einige meinen wohl, sie soll als Mahnmal so bleiben, wie die Gedächtniskirche in Berlin zum Beispiel. Es gibt aber auch Meinungen,die sagen, man solle sie lieber abreißen und neu bauen oder einfach wieder restaurieren. Nicht weit von der Kathedrale ist die “Re-Start”-Mall. Da so ziemlich alle Geschäfte zerstört waren, zeigt sich hier in besonderem Maße der Einfallsreichtum und Pragmatismus der Neuseeländer: Sie haben sich einfach Container zurechtgelegt und dort Geschäfte reingebaut. Richtig viele.
Der Name “Re-Start” steht hier sinnbildlich für den Spirit der Leute in Christchurch, die selbst so eine krasse Naturkatastrophe als Chance begreifen und Christchurch nun besser und schöner wiederaufbauen wollen. Uns hat das hier sehr beeindruckt. Auf dem Weg zu unserem Auto machen wir noch einen Abstecher in die botanischen Gärten, es sollen mit die schönsten in Neuseeland sein.
Wir hatten auch wieder perfektes Wetter und konnten im Sonnenschein durch die herbstliche Landschaft schlendern, bis hin zum Rosengarten, den Conny natürlich besonders toll fand und ein wenig an Darmstadt erinnerte.
Überall fallen schon viele Blätter von den Bäumen und es wird wohl eine Umstellung sein, wenn wir nach Hause kommen und dort ist dann gerade Sommer.
Conny hat auch “Tränende Herzen” gefunden, wohl eine besonders seltene/schöne/auffällige Pflanze. Ich habe mich mehr mit der herbstlichen Landschaft beschäftigt, der Herbst ist ja meine liebste Jahreszeit.
Danach ging es für uns noch kurz einkaufen und dann zurück zu unserem Campingplatz. Heute gibt es bei uns mal wieder Burger, die sind immer so schön einfach herzustellen, denn die meisten Campingplätze haben BBQ Stations.
Wir setzen uns noch ein wenig in den Fernsehraum und ruhen uns aus. Außerdem schauen wir mal was so für Wetter angesagt ist in unseren nächsten Destinationen. Für Christchurch haben wir natürlich nicht mehr nachgeschaut, sonst hätten wir vielleicht gemerkt, dass die Nacht schweinekalt werden sollte. Wir wachen jedenfalls morgens ordentlich durchgefroren auf. Für winterliche Temperaturen ist unser kleiner Camper definitiv nicht gemacht. Brrrr. Schnell heiß duschen und los gehts, denn um 8 Uhr fängt der “Farmers Market” an, es soll einer der schönsten in Neuseeland sein.
Wir sind auch zugegebenermaßen begeistert. Wir gönnen uns je ein Pain-au-chocolat, das beste was wir je hatten und kaufen uns daraufhin vom gleichen Stand ein Leib Brot für den späteren Verzehr. Wholegrain-Mustard-Bread, also Vollkorn-Senf-Brot, oha! Das Brot kommt dann auch schneller als gedacht zum Einsatz, denn Conny gönnt sich am Suppenstand eine Kumara-Bacon-Suppe und da passt Brot natürlich super zu. Das Brot ist übrigens grandios!
Wir schlendern weiter über den Markt, sind aber schon so gesättigt, dass wir viele der Dinge leider nicht mehr ausprobieren können. Obwohl “Bacon Bros” oder der Stand mit Torten oder der Stand mit Empanadas oder der Stand mit Pies oder der Stand mit Bratwurst allesamt überragend gut aussahen und rochen! Einzig einen Vitmindrink gönnt sich könne noch, da sie ein wenig verschnupft ist nach der fiesen, kalten Nacht. Etwas verwundert schauen wir drein, als uns die Verkäuferin beim Ausschenken lachend erklärt, dass sie Hanf-Samen mit in den Ingwer gemixt hat. Conny entscheidet, dass ich fahre und fühlt sich hinterher schon viel gesünder.
Nächster Stopp: Antarctic Center. Von Christchurch aus starten so ziemlich alle Expeditionen zur Antarktis, die von hier aus etwa 5000km entfernt ist. Dementsprechend gibt es auch eine Art Museum dazu, in welchem man sich zur Antarktis aufschläuen kann, das wollten wir natürlich nicht missen. Wir kommen an und werden von der Kassiererin direkt erst mal für verschiedenste “Aktivitäten” angemeldet. Damit hat sie uns ein bisschen überrumpelt und wir gehen einfach in die Richtung in die wir geschickt werden.
Erste Aktivität: Ein Antarktischer Sturm. Wie bitte was?! Ratzfatz sind wir in Winterjacken gehüllt und in einem Raum in dem ein Antarktischer Sturm mit –18 Grad Celsius simuliert wird. Oha. Naja, war im Endeffekt gar nicht so schlimm.
Außerdem gab es in dem Raum eine Eisrutsche und wir hatten hinterher nasse Hintern. Verdammt. Hier lernen wir außerdem Mick kennen, der arbeitet hier und weiß dass “penguin” auf deutsch “Pinguin” heißt. Cooler Typ. Er schickt uns dann auch direkt zur nächsten Aktivität, für die wir ja direkt gemeldet waren: Höglund fahren. Höglund ist ein schwedisches Geländemobil, mit dem in der Antarktis herumgekurvt wird.
Wir fahren mit dem Höglund durch einen kleinen Parcours über ein paar Hügel und durch einen kleinen Teich. Eigentlich macht man das nur einmal, da der Ausgang am hinteren Ende aber irgendwie blockiert war, durften wir auch nochmal zurück. Cool. Der Höglund ist übrigens auf dem rechten Bild zu sehen, man beachte natürlich auf dem Bild auch die Frau, die sich genau in dem Moment die Hose hochzieht, als Conny auf den Auslöser drückt. Unbezahlbar.
Als nächstes werden wir direkt zur Pinguin-Fütterung geschickt. Junge, junge, hier jagt ja echt ein Highlight das nächste. Die kleinen “blue penguins” sind allesamt mit irgendeinem handicap unterwegs und wurden dann hier wieder aufgepäppelt. Sie futtern dann auch ordentlich Fisch aus Holland, nobel geht die Welt zugrunde. Conny findet die Pinguine niedlich, die sind nämlich kleiner als man so denkt und watscheln so vor sich hin.
Nach der Pinguinfütterung sind wir genau rechtzeitig für den nächsten Punkt unserer Programmplanung, einem 4D-Movie. Als wir uns gerade wundern wollten, warum es 4D und nicht 3D ist, werden wir auch schon nass. Durch Wind, Nässe und Schnee wird einem hier eine Antarktik-Expedition nahe gebracht. Einen Wasserstrahl ins Gesicht konnten wir vorhersehen und abwehren, die anderen haben alle getroffen.
Wir schlendern noch kurz durch einige Ausstellungsräume auf dem Weg zum nächsten Programmpunkt. Alles hier ist schon sehr innovativ gemacht. In manchen Räumen schneit es, in anderen darf man original Antarktis-Kleidung anprobieren, nie wird es langweilig.
Rechtzeitig für unsere “Penguin Backstage Tour” sind wir am Treffpunkt und dürfen mit der Pinguin-Pflegerin einen Blick hinter die Kulissen werfen. So kommen wir nochmal an den Pinguin-Teich, wo vorher die Fütterung stattgefunden hat und erfahren allerhand interessanten Kram zu den Pinguinen. Einige sind wohl auch sehr intelligent und haben schon den ein oder anderen Fluchtversuch hinter sich. Andere haben einen Schlag auf den Kopf von einem Boot abbekommen und sind seitdem ein wenig verwirrt. Außerdem sind die Liebesbeziehungen zwischen Pinguinen wohl Seifenoper-reif und es gibt viele Liebschaften und Verwirrungen.
Zuletzt lernen wir einen der Pinguine noch persönlich kennen. Streicheln oder Anfassen ist aber nicht drin, die Biester kratzen und beißen wohl ganz ordentlich. Selbst die Pinguin-Pflegerin, die jeden Tag bei ihnen ist, hat einige respektable Narben an den Händen. Oha, dann besser nicht.
Dann heißt es Goodbye Penguins! Noch ein kurzer Stopp auf einer gepolsterten Sitz-Robbe und im Souvenirshop und schon sind wir raus aus dem Antarctic Center. Langweilig war es nicht und es ist jetzt auch schon Nachmittag!
Schnell rein in den Wagen und weiter geht die Reise nach Akaroa, das ist nur 1,5 Stunden von hier und soll wunderschön sein.
Endlich raus aus Te Anau! Wir waren immerhin für zwei Wochen immer mal wieder hier und so langsam reicht es dann auch! Te Anau gehört ja zu den regenreichsten Orten der Erde und außerdem ist es hier im Süden Neuseelands inzwischen echt kühl! Brrrr! Also ab auf die Straße und los gehts in Richtung Christchurch mit Übernachtungsstopp in Queenstown.
Besonders beeindruckt hat uns auf diesem Weg die Landschaft links und rechts der Straße. Fast an jeder Ecke könnte man anhalten und erstmal ne Runde Wandern gehen oder einfach mit dem Camper einen Stopp einlegen. Letzteres haben wir auch an der ein oder anderen Stelle gemacht. Schon der See rund um Queenstown ist sehr beeindruckend, noch toller war aber die Landschaft zwischen Queenstown und Christchurch.
Wir sind hier zwar schon einmal in die grobe Richtung gefahren, als wir bei Mount Cook waren, aber letztes mal hatten wir entweder schlechtes Wetter oder es war dunkel. Tagsüber sieht man die Dinge deutlich besser, zum Beispiel einen kleinen See kurz hinter Queenstown in dem sich die umgebenden Hügel gespiegelt haben. Der hat es uns ganz besonders angetan!
Wir hatten ja Pech mit den “Mirror Lakes” am Fox Glacier wie auch auf dem Weg zur Milford Sound, so dass wir echt happy waren, diesen Effekt von reflektierender Landschaft auf glattem Wasser nochmal erleben zu dürfen.
Dementsprechend lange fiel unser erster Stopp auch aus, und dementsprechend viele Fotos haben wir hier geschossen.
Die einzigen waren wir hier natürlich nicht, etwa 20 weitere, autofahrende Touristen sind auf die selbe Idee gekommen. Naja, was will man erwarten, der See liegt direkt am vielbefahrenen Highway und die Morgensonne zwingt einem den Stopp förmlich auf.
Weiter geht es wieder über den Lindis Pass in Richtung Omarama und Lake Pukaki, wo wir ja für unsere Mount Cook-Wanderung vor zwei Wochen schon entlang gekommen sind.
Somit könnten ähnliche Fotos schon mal dagewesen sein, aber dieses mal wie gesagt mit blauem Himmel und Sonne. Wir hatten auch überlegt, unsere Wanderung hier bei gutem Wetter nochmal zu machen, aber als wir den Pass überquert hatten, konnten wir erkennen, dass Mount Cook dieses mal sogar noch tiefer in Wolken und Nebel saß als letztes mal. Dann halt nicht.
Stattdessen stoppen wir aber nochmal an Lake Pukaki und genießen die schöne Aussicht. Die ist nämlich auch ohne Mount Cook grandios, eigentlich müsste man ihn im Hintergrund sehen, aber heute halt leider nicht.
Der See war total ruhig und klar, man konnte sogar bis auf den Grund schauen. Die Wölkchen am hier noch schönen blauen Himmel reflektieren sich pittoresk im Wasser, so haben wir uns Neuseeland vorgestellt!
Weiter in Richtung Christchurch finden wir Lake Tekapo, der zweite von noch ein paar mehr relativ bekannten und oft fotografierten Seen hier an den Southern Alps. Wir fanden Lake Pukaki noch hübscher, aber Lake Tekapo war anscheinend beliebter, denn hier tummelten sich einige Campervans.
Unser Weg führt weiter in Richtung Küste, vorbei durch viele französisch-klingende Städte, hier ist wohl der Teil Neuseelands, der damals von Franzosen besiedelt wurde, bevor Neuseeland als britische Kolonie deklariert wurde.
Christchurch erreichen wir im Dunkeln und waren dann auch den ganzen Tag auf der Straße. Zeit fürs Bettchen, würde ich mal sagen!
Während Marcus zum zweiten Mal auf dem Kepler Track umherturnt, heißt es für mich erst mal ein wenig entspannen, Wäsche machen und den Camper ein wenig aufräumen. Am zweiten Tag konnte ich mich dann doch aufraffen und habe mich auch ein wenig körperlich betätigt.
Für mich ging es zurück Richtung Milford Sound, denn auf halber Strecke liegt “The Divide”, der Startpunkt für mehrere Mehrtageswanderungen: Den “Great Walk” Routeburn Track, den Greenstone Track und den Caple Treck. Für mich soll es heute aber nur zum Key Summit gehen, der einen tollen Überblick über die umgebenden Täler bietet.
Der Weg geht gleich recht zügig bergan und führt zunächst durch Wald. Doch bald schon erreiche ich die Baumgrenze und es bieten sich die ersten Ausblicke.
Der Weg zum Key Summit zweigt vom Routeburn Track ab und es geht in Serpentinen durch Buschland auf den Gipfel. Dort habe ich einen grandiosen Ausblick wie versprochen über die drei umgebenden Täler.
Ich entdecke auch eine Toilette, von der man nach Erledigung aller Geschäfte wohl einen der spektakulärsten Ausblicke hat. Ich beschließe, den Gipfel mittels eines durch ein Prospekt beschriebenen Nature Walk zu erkunden.
Im Video hört man aufgrund des Windes zwar so gut wie nichts, aber dafür seht ihr die tolle Aussicht. Man sieht vom Gipfel drei Täler: das Hollyford Tal, welches zur Milford Sound führt, das Greenstone-Caple-Tal, durch welches auch der Greenstone-Walk führt, und das Eglington-Waiau-Tal, welches Richtung Te Anau führt.
Rund um mich herum strecken sich beachtliche Berge in den Himmel, die sich immer mal wieder in Wolken verhüllen. Ich hoffe bei mir, dass Marcus auch soviel Glück mit dem Wetter hat.
Auf dem Gipfel ist es recht feucht, einige Gebiete sind richtige Sümpfe, so dass man aufpassen muss, wohin man tritt. An anderen Stellen haben sich dicke Moosteppiche gebildet, die wunderschön in der Sonne glänzen. Schweren Herzens reiße ich mich von der Bergidylle los und hüpfe leichten Fußes wieder den Berg herunter.
Ich fahre schnell wieder zurück nach Te Anau, wo ich Marcus vom Startpunkt des Kepler Tracks abholen will. Besser gesagt, ich gehe ihm entgegen und bin gespannt, was er so zu erzählen weiß. Etwa 3km im Wald finde ich ihn,-etwas erschöpft-, und bringe ihn zum Campground. Das war das Kapitel Te Anau für uns. Ab morgen geht es dann zurück Richtung Norden und damit auch schon ein wenig auf den Heimweg.
Das Knie tut weh, die Füße stinken, höchste Zeit ein Bier zu trinken! Bier gibt es aber leider nicht, nur ein trockenes Nutella-Toast, bevor ich nach einer unruhigen Nacht um 7:30 Uhr die Iris Burn Hütte verlasse.
Die 1000 Höhenmeter, die ich gestern heruntergehumpelt bin, muss ich nun alle wieder hoch. Verdammt. Obwohl: Hoch fällt mir leichter als runter, mein Knie zwickt wie gesagt ganz ordentlich. Ich freue mich schon auf den Nachmittag: What goes up, must come down
Während ich mich nach oben arbeite, streift die Morgensonne die ersten Berggipfel. Ich sehe das leider nur von unten und ärgere mich, dass ich nicht 30 Minuten eher losgezogen bin, denn kurz darauf erreiche ich auch schon die Baumgrenze. Den Anstieg kann ich aber keinem empfehlen.
Von der Baumgrenze aus sieht man schon viel Panorama bei blauem Himmel und Sonnenschein! So habe ich mir das vorgestellt. Nichts wie rauf auf den Aussichtspunkt von gestern Nachmittag, der ist noch ein paar Meter höher!
Um mich herum sind schneebedeckte Gipfel, dunkle Täler und noch mehr Gipfel und noch mehr Täler! Das alles in der tollsten Morgensonne und der klarsten Bergluft, die man sich vorstellen kann. Ich bin happy.
Ich frühstücke einen Müsliriegel und ein bisschen Schokolade. Das ist denke ich mal ein Frühstück an das ich mich noch in Jahren erinnern werde. Schnell ein paar Erinnerungsfotos!
Es ist tatsächlich sehr kalt hier oben am Morgen. Die weiße Färbung der Gipfel kommt ja auch nicht von ungefähr, hier hat es nachts ein wenig geschneit und ein wenig mehr gefroren. Auch die Gräser und Büsche, die hier noch wachsen sind alle vereist.
Irgendwann muss ich mich losreißen, so schwer es auch fällt. Ich bin mit dem Problem aber nicht alleine, ein netter Slowake hat das gleiche Problem und schon 100 Fotos mehr als ich auf der Kamera, auch wenn das kaum möglich erscheint. Wir wandern ein Stück gemeinsam und genießen die Aussicht. Der Blick ist gigantisch. Sowohl in die Richtung in die wir noch gehen müssen als auch zurück in Richtung Lookout, von dem wir uns nur so schwer losreißen konnten.
Die Berggipfel des Nachbargebirges hängen inzwischen aber schon wieder in den Wolken, nachdem sie gestern Nachmittag und heute in der Früh noch frei gewesen sind.
Noch ein paar letzte Fotos von dem tollen Lookout und weiter geht die Reise, denn ich habe heute noch einen langen Weg vor mir.
Mein Blick schweift beim Wandern immer wieder in Richtung weiße Gipfel ab, denn so hoch muss ich heute noch klettern. Dort oben sind wieder die Gebirgssattel über die man wandert, das ist dann auch so ziemlich der höchste Punkt des Tages.
Um dort hoch zu kommen, muss man wieder einiges an Treppen hinter sich lassen, ich war echt froh, als ich die hinter mir hatte. Inzwischen merke ich auch die gestrige Etappe und den Kraftakt am Morgen in meinen Beinen. Und ich habe noch nicht mal die Hälfte heute!
Oben auf der Bergkuppe sieht man in der Ferne schon den ersten Shelter, das wäre dann in etwa 1/4 der heutigen Strecke, eher etwas weniger.
Je höher ich komme, desto vereister und verschneiter ist um mich herum alles. An einigen Stellen hört man es knistern, da dort der vereiste Boden von der Morgensonne aufgetaut wird. An anderen Stellen stapfe ich durch 5 cm Schnee. So richtig Winter ist hier ja noch nicht mal, gerade mal Herbst.
Der Berg nebenan hing gestern auch noch in den Wolken und auch diesen kann ich nun völlig Wolkenfrei bestaunen, während ich durch ein wenig Schnee stapfe. Damit hätte ich auch nicht gerechnet. Gut, dass ich genug dicke Klamotten dabei habe und vorgestern extra noch eine Mütze gekauft habe! Die alte habe ich irgendwo verloren.
Vom ersten Shelter aus hat man eine grandiose Sicht auf das Tal in dem ich die Nacht verbracht habe. Auf dieser Seite des Berges ist das Wetter auch noch einigermaßen gut. Auf der anderen Seite der Bergkuppe sammeln sich schon wieder die Wolken. Verdammt.
So komme ich wieder nur in Teilen zu den heißersehnten Bergpanoramen auf die Kepler Mountains, denn die hängen nun natürlich alle wieder in den Wolken. Auch mein unechter Fjord versteckt sich größtenteils in weißer Zuckerwatte, schimmert allerdings immer mal wieder in schönstem Blau durch die Wolkendecke!
Ich erreiche kurze Zeit später den ersten Sattel und stelle erst einmal fest, dass die Berge nur von einer Seite zugeschneit sind, nämlich von meiner rechten Seite. Links ist der Hang völlig frei, da wissen wir ja von wo der Wind letzte Nacht kam. Das sind glaube ich wieder diese Winde aus der Antarktis, die wir letztes mal schon hatten.
Heute ist der Kepler Track auch relativ voll mit Leuten, es ist immerhin noch die Osterwoche und viele haben frei. Die meisten, die ich treffe sind somit auch tatsächlich Kiwis und weniger Touristen.
Ich quäle mich zurück den Weg, den ich gestern voller Vorfreude gekommen bin und das Wetter wird immer schlechter. Es nieselt immer häufiger und die Wolken werden auch wieder dichter, so dass sich meine Sicht auf die nächstgelegenen Berge beschränkt. Naja, besser als nichts.
Ich lasse erneut Mount Luxmore hinter mir, den sehe ich ja nun schon zum vierten mal. Von hier ist es zur Luxmore Hut nur noch ein Katzensprung.
Jetzt wird das Wetter natürlich wieder besser, so dass ich von hier nochmal auf die Hütte und ins Tal blicken kann. Ich kehre in der Luxmore Hut noch ein letztes mal auf einen NoodleCup und ein Nutellabrot ein und gönne meinem Knie eine letzte Pause, bevor es bergab geht.
Von hier aus kann man bereits hinunter auf Te Anau schauen, wo ich ja dann in wenigen Stunden hoffentlich ankommen werde. Goodbye Kepler Mountains.
Ich blicke noch ein letztes mal in Richtung Berge und starte dann den beschwerlichen, 4-stündigen Abstieg. Hoffentlich kommt Conny mir bald entgegen!
Auch wenn ich bergab geflucht habe wie ein Rohrspatz: Es hat sich voll gelohnt, nochmal hier zu wandern. Ich habe ja eine absolute Schwäche für Alpine Panoramen und genau diese gibt es auf dem Kepler Track zur Hauf. Ich glaube das war die schönste (und anstrengendste) Wanderung meines Lebens!
Ein Glück kommt Conny mir eine halbe Stunde vor Schluss enthusiastisch entgegen und trägt ab dort meinen Rucksack! Ich bin nämlich mit den Kräften am Ende und humpele “wie ein Roboter” (O-Ton Conny)! Ein letztes Erinnerungsfoto und wenige Minuten später liege ich in unserem Camper und schlafe. Puh!
Wer sind wir eigentlich!? Wir sind beide noch jünger als 30 und kommen gebürtig aus Paderborn. Gewohnt haben wir die letzten Jahre in Darmstadt. Und jetzt heißt es: Schluß mit Alltag. Conny ist gerade fertig mit ihrem Studium, Köthi hat bereits ein paar Jahre im Job hinter sich. Ab Oktober 2013 geht es für 9 Monate um die Welt!