Wir wachen auf und… es stinkt! Nach faulen Eiern! Richtig übel! Ich hatte für einen kurzen Moment den Verdacht, dass wir vielleicht zu viele Baked Beans in den letzten Tagen konsumiert haben, aber weit gefehlt! Es ist der Fluß direkt neben unserem Camper, der hier den unangenehmen Geruch abgibt.
Conny tauft ihn daraufhin auf den Namen “Pupsfluss” und wir beeilen uns ein wenig, unseren Kram einzupacken. Wir befürchten ein wenig, dass alle unsere Sachen über Nacht den hiesigen Geruch angenommen haben könnten.
Noch ein kurzes Bad in den Mineral-Pools können wir uns nicht verkneifen, danach geht es aber dann auch los. Unser Ziel ist das Whakarewarewa Village hier in Rotorua. Das Village ist eine von zwei Möglichkeiten den berühmten Geysir hier zu sehen. Der befindet sich nämlich irgendwie zwischen zwei “Parks”, die Aussichtsplattformen bieten, von denen man ihn sehen kann. Wir entscheiden uns für die günstigere (30$ vs 60$) und angeblich auch kulturellere Alternative, denn das Village gibt es schon seit einigen hundert Jahren und die Maori, die hier auch heute noch wohnen, geben gerne Auskunft darüber, wie sie die geothermischen Gegebenheiten sehen und nutzen. Das finden wir natürlich interessant!
Hier werden die einzelnen heißen Quellen und Pools gegen diverse Krankheiten genutzt (z.B. Gicht) und auch Speisen darin zubereitet. Dass hier überall müffelt wie die Pest scheint die Maori hier nicht zu stören.
Hier ist es insgesamt noch beeindruckender als in unserem Camper-Park wo wir die Nacht verbracht haben. Überall ist Dampf und überall riecht es und überall blubbert es. Ich würde hier nicht wohnen wollen.
Dokumentiert haben wir mal den größten Pool, der hieß KOROTIOTIO, was soviel heißt wie “grumpy old man”.
Unser Guide erzählt viel über das Familienbild der Maori und gibt uns sogar Einblicke in die Religiosität der Maori. Auf dem Gelände sind nämlich auch zwei Kirchen, eine katholische und eine anglikanische. Welche sie aber jetzt so nehmen, ist den Maori relativ schnurz, meistens gehen alle immer kollektiv in die eine oder andere, auch wenn man der einen oder anderen Richtung des Christentums angehört. Nebenher hat man auch noch seine ganz eigene Spiritualität mit Geistern und Göttern in uns allen. Total cool, dass das hier alles so nebeneinander funktioniert.
Aus den Gräbern auf dem Friedhof hat es übrigens auch gedampft, das ist definitiv kein Ort, an dem ich Nachts hergehen möchte. Die Toten liegen hier übrigens auch nicht unter der Erde, da man nicht so tief graben kann, ohne auf Gase zu stoßen, sondern werden einfach in Särgen über der Erde “begraben”.
Am Schluss unserer Tour kamen wir dann auch noch zum Highlight, nämlich zum Gysier Te Puia. Genaugenommen sind es zwei, die dort vor sich hin pusten und zwar der “Prince of Wales Feathers” und eben Te Puia. Ersterer bläst immer kurz vor zweiterem und war gerade dabei, als wir die Aussichtsplattform erreichten.
Wir haben uns die etwa 30m hohe Fontäne einige Minuten angesehen und waren schon ein bisschen beeindruckt von dem Druck, der dahinterstecken muss. Unser Guide erzählte uns darüberhinaus, dass die Gysiere nicht pusten, wenn auf der anderen Seite der Erde ein Vulkan ausbricht. Das ist schon sehr faszinierend!
Wir bewegten uns dann noch zur “Cultural Performance”, die im Eintrittspreis enthalten war. Wollten wir uns also nicht entgehen lassen. Auf dem Weg tätscheln wir ein paar Tikis am Wegesrand den Kopf, das soll Glück bringen und uns eine “Safe journey”, also eine gute Heimfahrt garantieren.
Die Performance war auch sehr kurzweilig. Es wurde viel gesungen und viel von den Maori Instrumenten vorgestellt. Eine klassische Gitarre war aber auch dabei.
Danach haben wir genug vom schwefeligen Geruch Rotoruas und schwingen uns wieder in unseren Toyota. auf gehts, weiter nach Süden. An Lake Taupo vobei in Richtung Tongariro Nationalpark führt uns unser Weg, genauer gesagt in einen Ort mit dem Namen Turangi, von hier aus starten fast alle ihre Touren im Nationalpark und so auch wir.
Nach einem kurzen Stopp bei der Tourist Information, um eine Karten zu kaufen und einen Hut anzuprobieren, den ich dann aber nicht gekauft habe, geht es zu unserem Hostel.
Unser Hostel heißt “Extreme Backpackers” und hat eine angeschlossene Kletterhalle. Ich stellte mir sehr junge und hippe Besitzer vor bei diesen Vorzeichen und war bei unserer Ankunft doch ein bisschen überrascht. Ein neuseeländisches Ehepaar in ihren 60ern (Jon und Sue) leiten den Laden und sind total nett. Generell ist dies wohl eins der besten Hostels in denen wir bisher auf unserer Reise geblieben sind.
Abends gibt es nochmal Pasta und dann packen wir unsere Rucksäcke mit Proviant und Klamotten für die nächsten 4 Tage, denn so lange wandern wir hier durch den Nationalpark!


