Neuseeland–Bay of plenty und White Island

Nach unserer Hobbiton-Tour haben wir uns direkt in den Camper geschwungen und sind losgefahren, denn wir wollten heute noch bis zur Küste kommen. Dort gibt es einen schönen und günstigen Campingplatz direkt am Meer, den wir für die zweite Nacht im Camper ansteuern wollten. Das haben wir dann auch fix geschafft, die Distanzen in Neuseeland sind immer angenehm kurz und so kommen wir 2 Stunden später an und bekommen auch noch einen tollen Stellplatz mit Meeresrauschen und allem!

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Nachdem wir uns dort ein wenig eingewöhnt haben, kommt eine undankbare Aufgabe auf Conny zu: Sie muss mir mit dem Haartrimmer die Haare rasieren. Die lange Mähne hat ihren Dienst in Hobbingen ja getan und so kann sie nun weichen. Wir stellen den Rasierer auf 9mm und legen los! Ich finde das Ergebnis kann sich schon sehen lassen, Conny hadert noch mit ihren Fähigkeiten als Frisörin.

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Oha, ein Video haben wir auch gemacht vom Prozess des Rasierens.

Daraufhin geht es ab in die Dusche, denn ich bin voller Haare. Die Dusche hier wird heiß nach Einwurf eines Dollars und mit heiß meint man hier wohl kochendheiß. Die Temperaturregeler sind wohl verklemmt und so verbrennen wir uns teilweise richtig beim Duschen. Erst kurz vor Ablauf unserer Duschzeit können wir einen der Temperaturregler lösen und kühleres Wasser hinzufügen, zu spät, verdammt!

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Anschließend gibt es bei uns noch ein Abendmal, welches wir auf unserem superpraktischen Campingkocher zubereiten. Es gibt: Baked Beans. Smiley Mit Brot. Wir sind eben Sterneköche. Gutgesättigt schwingen wir uns nach Sonnenuntergang auf unsere Matratze. Denn draußen wird es kalt, sobald die Sonne weg ist. Wir mummeln uns in unsere Schlafsäcke (Conny sogar mit Mütze) und machen die Heckklappe auf, denn von dort hören wir noch die Wellen und sehen ein bisschen vom Meer.

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Genau so und nicht anders haben wir uns das mit dem Camping hier in Neuseeland vorgestellt. Es ist einfach traumhaft und wir schlafen auch total glücklich ein!

Leider ist die Nacht mal wieder viel zu kurz, im Camper wird man so ziemlich mit Sonnenaufgang wach, das ist hier so um 7 Uhr. Ein kurzes Frühstück und dann geht es nach Whakatane, das ist hier die nächste Ortschaft. Von dort kann man Tagesausflüge auf die “White Island” unternehmen. Das ist Neuseelands einziger aktiver Meeresvulkan. Das dorthin tuckernde Schiff sehen wir gerade noch den Hafen verlassen. Verdammt. Nächste Fahrt erst morgen. Na gut, dann bleiben wir hier halt noch eine Nacht irgendwo. Zum Beispiel in Ohope. Das ist hier wohl das schönste Stück Land mit etwa 11km Strand. Wir steuern heute mal einen Bezahl-Campingplatz an, um uns eine Lage direkt am Strand zu sichern.

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Dort erholen wir uns mal einen kompletten Tag von den Strapazen der letzten Tage. Einen kompletten Tag an einem Ort waren wir recht selten in letzter Zeit. Ich nutze die Zeit und gehe am Strand laufen und Conny freut sich über anständige Duschen auf dem Campingplatz.

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Abends haben wir noch ein bisschen gekocht, aber mal wieder nichts wirklich exotisches (Baked Beans). Morgens dann notdürftig gefrühstückt und im Morgengrauen ab zum Boot zur White Island.

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Dort angekommen, bekommen wir komische Metallringe in die Hand gedrückt. Das wäre unser “Ticket” sagte man uns. Hat auch so funktioniert und wurde beim Boarden des Bootes auch wieder eingesammelt. Was es denn genau war, wissen wir bis heute nicht. Das Boot fährt jedenfalls pünktlich los, diesmal auch mit uns an Bord und die vor sich hin-dampfende White Island kommt auch auf der 90 Minuten-Fahrt Stück für Stück näher.

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Dort angekommen, werden wir in einem kleinen Schlauchboot auf die Insel transportiert. Natürlich schon in passender Schutzkleidung, nämlich mit gelbem Helm und Gasmaske. Der Helm ist auf der Insel tatsächlich Pflicht, die Gasmaske darf man benutzen wenn man möchte, muss aber wohl nicht.

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Und da stehen wir dann. Auf einem aktiven Vulkan. Krass. Überall stinkt es nach Schwefel, überall zischt es, überall blubbert es. Uns ist das ganze nicht so wirklich geheuer, die Neuseeländer sind das aber wohl gewohnt und die Tourguides sind hier ja sowieso täglich und somit auch total tiefenentspannt.

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Wir laufen in kleinen Gruppen über den Vulkan in Richtung Krater, insgesamt machen wir 12 Stopps mit kurzen Erklärungen. Auf eigene Faust darf man hier nicht unterwegs sein, da an manchen Stellen der Boden wohl so dünn ist, dass man durchfallen könnte und darunter lauern wohl kochendheiße Matsch- oder Wasser-Seen. Wir wollen das nicht ausprobieren.

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Geglaubt haben wir das auch sofort, denn der Vulkan ist voller kleiner Löcher in denen irgendwas blubbert und dampft. In den meisten Fällen ist das grauer Matsch, manchmal aber auch Wasser in allen möglichen Farben, zumeist irgendwie grünlich. Manche von diesen Löchern blubbern auch, obwohl sie garnicht kochen, das sind dann nur Gase die dadurch aufsteigen und dementsprechend Blasen werfen.

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Die Gase sind natürlich auch für den Gestank hier verantwortlich. Je näher man so einem blubbernden Loch kommt, desto krasser wird der Geruch.

Conny wird es irgendwann zuviel und sie muss ihre Gasmaske benutzen. Selbige zerlegt sie später noch panisch in ihre Einzelteile, aber alles halb so wild.

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Wir nähern uns dann auch nach einer halben Stunde dem Krater, in den wir dann auch reingucken dürfen. An den Rand dürfen wir bis auf etwa 2m heran. Näher nicht, denn er wird von dem großen Krater-See wohl langsam unterspühlt.

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Vor lauter Dampf sieht man auch kaum was. Wenn sich der Dampf ein wenig lichtet, sieht man einen strahlend grün schimmernden See, der stark in seinem Wasserstand schwankt. So krass, dass er innerhalb einer Minuten sichtbar um mehrere Zentimeter zu- und wieder abnimmt.

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Auf der uns gegenüberliegenden Seite des Sees liegt der Haupt-Schlot des Vulkans. Dieser wird “Noisy Nelly” genannt und noisy (=laut) ist er wirklich. Zeitweise zischt er so laut, dass man etwas lauter reden muss, um verstanden zu werden.

Dies ist dann wieder einer dieser Momente auf unserer Reise, in denen ich mich fast kneifen muss, um mir zu vergegenwärtigen, wo ich gerade tatsächlich bin, nämlich an einem Vulkankrater eines aktiven Vulkans. Junge junge.

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Auf dem Weg wieder weg vom Krater wird uns ein wenig über die vergangenen Ausbrüche des Vulkans erzählt. Der letzte ist wohl erst ein paar Jahr her, 2009 wenn ich mich recht erinnere. Spuren dieser vergangenen Ausbrüche kann man hier überall noch sehen, wie zum Beispiel riesige Steine, die durch die Gegend gespuckt wurden. Auf dem Rückweg kommen wir auch an zwei “Flüssen” vorbei, deren Wasser wir sogar testen dürfen.

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Der erste schmeckte metallern, ein bisschen wie Blut, der zweite hingegen etwas säuerlich, wie Limette. Grundsätzlich enthalten die Wasserquellen auf der Insel hier wohl so ziemlich alle Metalle und Mineralien, die es so gibt und sind in Massen auch nicht besonders bekömmlich, in kleinen Mengen aber wohl ungefährlich.

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Ebenso verhält es sich mit dem Schwefel in der Luft. In kleinen Mengen ist das alles kein Problem. Anfang des 20. Jahrhunderts gab es hier auch Sulfat-Minen und die Minenarbeiter haben auch Jahrelange Arbeit hier gut überstanden. Ein krasser Nebeneffekt war aber wohl, dass die Jungs schwarze Zähne bekommen haben und dem auch durch 7 maliges Zähnepuzen am Tag auch nicht entgegenwirken konnten.

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Die Reste der Produktionsanlagen der Mine sind noch heute zu sehen und lassen vermuten, wie hier damals gearbeitet wurde. Ich kann mir ehrlichgesagt schönere Arbeitsplätze vorstellen, zumal die Arbeiter hier auch gewohnt haben. Die ersten Arbeiter der Minenarbeiten in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts sind wohl auch alle bei einem Ausbruch gestorben, in den 30ern hat man die Arbeiten dann wohl wieder aufgenommen und es ist wohl keiner umgekommen, jedoch war die Mine irgendwann nicht mehr profitabel.

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Nach 1,5 Stunden auf dem Vulkan geht es für uns dann zurück aufs Boot, die “PeeJay V”. Mit dieser geht es dann einmal um die Insel, bevor es zurück in Richtung Küste geht.

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Auf dem Boot genießen wir eine kleine Lunchbox und mit genügend Abstand zur Insel auch frische Luft, denn der Schwefelgeruch fing an uns echt zu stören.

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Zurück an Land schwingen wir uns in unseren Camper und fahren die etwa 100km in Richtung Rotorua. Wir haben uns spontan dazu entschieden, unseren Trip hier an der Küste vorerst zu unterbrechen und über Rotorua zum Tongariro Nationalpark zu fahren und danach dann zurück zur Küste zu fahren.

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Zur Übernachtung finden wir einen kleinen Campground direkt an einem See. Dieser kostet zwar ein bisschen Geld, hat dafür aber Toiletten. Wir essen Noodlecups zum Abendessen und genießen den Blick auf den See, den wir uns leider mit einigen vielen Backpackern teilen müssen.

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Nachts sehen wir hier den beeindruckendsten Sternenhimmel unseres Lebens und morgens pittoresken Nebel auf dem See in der Morgensonne. Der Aufenthalt hier hat sich definitiv gelohnt. Ein toller Ort!

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