Nach so viel Action stand bei uns erstmal ein wenig Entspannung auf dem Programm. Den heutigen Tag wollten wir mal absolut garnichts machen und die schöne Landschaft rings um unseren Campingplatz herum genießen. Nach dem Ausschlafen geht es noch kurz Lebensmittel kaufen und dann passierte es. Auf dem Weg zurück wurden wir spontan als Laienschauspieler engagiert, um im Werbefilm für den Campingplatz mitzuwirken. Unser Lohn waren ein Stück Chicken, eine Bratwurst und eine nette Unterhaltung. Danach dann aber endlich chillen! Conny hat ungefähr das halbe Buch “Krieg und Frieden” durchgelesen und ich habe viele Fotos sortiert und ein bisschen gedaddelt.
Besondere Dinge haben wir uns heute kulinarisch zwar nicht gegönnt (Spiegeleier und Reste), aber Connys Eistee möchte ich unseren männlichen Mitlesern nicht vorenthalten. Ich trinke ja normalerweise keinen Kaffee, aber soeinen würde ich mir fast noch reindrücken, nur wegen der Beschriftung!
Der nächste Tag stand schon wieder im Zeichen unserer Abreise. Um 10 Uhr mussten wir unsere Cabin verlassen, der Bus fuhr aber erst um 16 Uhr ab. Verdammt. Also die Rucksäcke verstaut und nochmal zu den “Treaty Grounds” gelaufen. Das ist dort, wo damals Briten und Maori einen ersten gemeinsamen Vertrag unterschrieben haben. Auf der kleinen Map sind wir und der Treaty Ground übrigens in Waitangi, unser Bus fährt von Paihia ab.
Auf den Treaty Grounds wurden unter Anderem riesig lange Kanus (“Waka Nui” auf Maori) ausgestellt, die denen nachgebaut sind, mit denen die Maori Chiefs damals angereist sind, um die Verträge zu unterzeichnen. Das längste steht im Guinness Buch der Rekorde und war bestimmt 30m lang.
Auf einem Hügel stand dann noch ein Fahnenmast der daran erinnert, wo genau das Dokument unterzeichnet wurde und eine Kopie des Dokuments wird in der nahegelegenen ehemaligen Residenz eines britischen Gesandten ausgestellt.
Warum dieser Vertrag von den Maori heute noch so positiv dargestellt wird ist mir nicht ganz ersichtlich. Prinzipiell haben die Maori damals meiner Meinung nach einen schlechten Deal gemacht. Sie haben nämlich Unmengen an Land abgegeben und dafür nur ein paar Güter von den Briten bekommen. Darunter Schießpulver, welches danach für das ein oder andere Blutvergießen zwischen den Stämmen der Maori verantwortlich war. Vielleicht muss ich mich da aber bei Wikipedia aufschläuen.
Wir haben uns dort für etwa 2 Stunden aufgehalten und im dortigen Café noch den besten Muffin der Welt konsumiert. Während wir uns am Muffin zu schaffen gemacht haben, hat sich ein Vogel mit seltsam langen Beinen am Zucker des Nebentisches bedient. Schlaues Tier! Einen langen Spaziergang mit schweren Rucksäcken und einen Neuseeland-Lamm-Kebap später sitzen wir im Bus nach Auckland, dass wir fix erreichen und wo wir auch relativ fix in unser Hostelbett fallen. Der Stray-Bus war für uns so ganz ohne Auto in den ersten Tagen eine super-Sache, können wir nur empfehlen. Wenn ihr da irgendwas buchen wollt, könnt ihr gerne auch meine Stray Mate Number angeben und bekommt bei genügend hohem Einkaufspreis auch 5% Rabatt: MK4975.
Am nächsten Morgen steht für mich eine traurige Tat auf dem Programm. Ich muss meinen alten, liebgewonnenen Rucksack gegen einen neue ersetzen. Gesagt getan und zwar bei Kathmandu, das ist hier das Jack Wolfskin für Neuseeländer würde ich mal sagen. Meinen alten Rucksack habe ich aber trotzdem nicht wegschmeißen können, don’t tell Conny!
Eine Zugfahrt später stehen wir wieder bei Doro und Darren von KiwiCruiseControl und werden sogar mit unserem Auto vom Bahnhof abgeholt. Cool. Jetzt wechselt ein wenig Geld den Besitzer und wenig später fahren wir los mit unserem ersten eigenen Auto.
Erster Stopp: Einkaufen! Wir haben jetzt etwa 5 Monate lang nur ein langärmliges Kleidungsstück pro Person benötigt, damit ist jetzt wohl Schluss, denn hier ist ja Herbst. Wir kaufen für etwa 200 NZ$ Klamotten ein, darunter dicke Pullis und eine Mütze. Die werden wir bestimmt noch brauchen, in Queenstown auf der Südinsel ist es tagsüber wohl momentan 4 Grad. Oha. Hier im Norden ist es aber noch etwa 22 Grad war.
Vollgetankt und voller Einkäufe fahren wir los gen Süden, denn nördlich von Auckland waren wir ja in den letzten Tagen. Erster Stopp für uns: Matamata. Matamata (gesprochen: Mäitamäita) ist eigentlich relativ unspektakulär, wäre dort nicht die bekannteste Filmkulisse der Welt. Doch dazu morgen mehr.
Wir halten auf jeden Fall nahe der örtlichen Touristinformation (denn dort darf man auch übernachten), ziehen die hässlichen Vorhänge unseres Campers zu und schlafen seelig ein.


