Monatsarchiv: März 2014

Neuseeland–Unterwegs auf den Motu Trails

Zwei Tage haben wir gebraucht, um uns vom Tongariro Northern Circuit zu erholen, uns und unsere Wäsche in einen wohlriechenden Zustand zu überführen und zurück zur Ostküste zu fahren, wo wir ja vor wenigen Tagen schon einmal waren. Der Hauptgrund für unsere Rückkehr: Die Motu Trails.

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Das tollste an Neuseeland ist ja unserer Meinung nach die Landschaft und man kann hier neben den “Great Walks” auch “Great Rides” unternehmen. Das sind dann besonders schöne Fahrradtouren. Eine davon sind eben genau die Motu Trails, die sogar zu den schönsten Neuseelands gehören sollen. Wir haben uns dann mal fix zwei Mountainbikes, Helme und den Transport zum Startpunkt organisiert und dann ging es los auf die wunderschöne und viel zu lange Strecke.

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Viel zu lang? Ja, schon! Es sind immerhin 78km, die wir uns heute zutrauen. Eigentlich auch nur, weil 90% davon bergab gehen soll. Naja, werden wir schon schaffen! Der erste Teil geht auch leicht bergab durch die wunderschön hügelige Landschaft, die hier auf der Nordinsel so typisch ist.

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Hin und wieder kommen wir an Schafen und Kühen vorbei, die sich stets nach uns umdrehen. Wir sind für die Tiere nämlich die Attraktion hier, ansonsten ist hier nämlich nix. Es kommt kein Auto und außer uns beradelt auch heute keiner den Trail. Irgendwie cool.

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Wir kommen vorbei an alten, stillgelegten Bahnstrecken, noch mehr Kühen und noch mehr Landschaft. Wenn das so weitergeht, können wir gut damit leben. Denn wir kommen gut voran und haben die ersten 15km in etwa 40 Minuten hinter uns gebracht.

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Doch dann ging es los. Unser host auf dem hiesigen Campingplatz hat uns schon vor dem “nasty mountain” gewarnt und genau jenen erreichten wir jetzt. Es ist zwar nur etwa 3% Steigung, wie wir uns ausgerechnet haben, dafür aber über mehrere Kilometer.

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Wir spüren unsere Beine wieder, die von der Wanderung wohl noch nicht 100%ig erholt waren. Verdammt! Wir brauchen für den Anstieg dann auch tatsächlich über eine Stunde.

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Belohnt werden wir wieder mal mit tollen Ausblicken. Wer eine schöne Aussicht haben will, muss halt vorher erstmal die Höhenmeter machen, so ist das halt.

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Wir machen ein kleines Foto- und Müsliriegel-Päuschen und genießen die Aussicht. Viel sieht man ja nicht, aber was man sieht ist dann auch einmalig für Neuseeland.

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Das Wetter spielt heute auch mit, es herrscht strahlender Sonnenschein. Nach kurzer Pause radeln wir dann weiter, nun auch endlich bergab. Immer wenn wir denken, es könnte nicht mehr weit nach unten sein, bekommen wir einen Ausblick, der uns das Gegenteil vermittelt. So kann man bestimmt stundenlang bergab fahren. Herrlich.

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Nach knapp 4 Stunden erreichen wir den “Pakihi Track”. Das soll der wohl eigentlich schönste Teil des Radwegs sein. Auf unsere Frage hin, ob das denn eine Mountainbike-Strecke wäre, meinte unsere Fahrrad-Vermieterin heute morgen noch, dass Mountainbiker enttäuscht wären. Das glaube ich nicht.

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Die Wahrheit ist: Wir mussten ganz schön ackern. Ja, es ging stetig bergab, aber über eine schmale Schotterpiste. Zudem waren die Folgen des letzten Sturms noch an vielen Stellen zu sehen und so lagen diverse Steine und auch ganze Bäume auf dem Weg, über die wir unsere Fahrräder tragen mussten.

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Ein bisschen Spaß hat es ja schon gemacht, denn die Landschaft war schon sehr schön, auch wenn bei uns irgendwann die Kräfte nachließen und unsere Hintern anfingen zu schmerzen.

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Am Ende des Tracks hatten wir etwa 54km hinter uns und nur noch 24 vor uns. Das sollte doch machbar sein, dachten wir uns, doch wieder einmal weit gefehlt, die letzten Kilometer zogen sich und uns schmerzte die Muskulatur am ganzen Körper, immerhin waren wir nun schon 7 Stunden unterwegs.

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In der Abendsonne näherten wir uns Opotiki, unserem Ziel. Zuletzt mussten wir immer wieder unsere Fahrräder schieben, weil Arme (Conny) und Hinterteil (Marcus) schmerzten. 9 Stunden waren wir schließlich unterwegs als uns unsere Fahrrad-Vermieterin etwa 1,5km vor unserem Ziel mit dem Auto aufsammelte. Die letzten 1,5km hätten wir aber auch noch geschafft!

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Netterweise setzte sie uns bei Subways ab und wir belohnten uns mit einem dicken Sandwich, bevor wir völlig entkräftet in unserem Camper einschlafen. Morgen geht es dann das East Cape entlang, da sitzen wir viel im Auto, hoffentlich macht das mein Hintern mit.

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Neuseeland–Northern Circuit: Tag 3

Wie? Was? Aufstehen? Wecker? Es ist doch noch dunkel draußen! Doch doch, wir müssen echt früh los heute! Unser Bus am Zielort in Whakapapa-Village fährt um 14:15 Uhr und macht auch für uns keine Ausnahme. Die beiden Teilstrecken die wir heute bewältigen wollen dauern laut Wegweisern 3 Stunden und 5 Stunden. Den Rest könnt ihr euch ja ausrechnen.

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Während wir drei nun also mit der Taschenlampe im dunkeln vor uns hin wandern, wird uns auch erstaunlich schnell warm und wir machen recht fix halt, um trotz frischer Temperaturen in T-Shirts zu wechseln.

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Nach kurzer Zeit zeigt sich dann auch recht fix der große Vorteil, wenn man so früh auf den Beinen ist: Ein grandioser Sonnenaufgang. Beziehungsweise erst ein schönes Morgengrauen, gefolgt von einem schönen Sonnenaufgang.

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So richtig viel Zeit zum Anhalten und Bestaunen haben wir zwar nicht, denn wir müssen ja den dämlichen Bus erwischen, aber ein paar Minuten waren dann doch drin! Den Sonnenaufgang erwischen wir praktischerweise auf dem Sattel eines versteinerten Lavastroms, also relativ hoch.

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Zuerst fing Mount Ruapehu (Nachbarvulkan mit Skiposten) rötlich an zu leuchten, bevor sich auch bei uns die ersten sonnenstrahlen meldeten.

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Auch Mount Doom neben uns (heute natürlich völlig wolkenfrei) erstrahlte in rötlichem Licht der aufgehenden Sonne weniger furchteinflößend als wenn er wie sonst dunkel vor sich hin grummelt.

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Wir wandern weiter durch vulkanisches Gelände, zumeist noch über Asche oder Lavagestein, während es um uns herum ein wenig wärmer wird. Wir kommen bis hier hin auch ganz gut voran. Noch einmal herab ins Tal und über den nächsten Hügel, dann haben wir den ersten Zwischenstopp erreicht.

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Das nächste Tal war dann auch weniger vulkanisch und auch noch recht kühl, denn hier war die Sonne noch nicht hingekommen. Conny zieht sofort ihre Mütze auf und begibt sich nach dem fixen Abstieg ins Tal dann auch wagemutig an den Aufstieg auf den letzten Hügel vor der heißersehnten Frühstückspause.

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Der Aufstieg war dann alles andere als leichte Kost und trotz grandioser Aussichten, hat Conny zu diesem Zeitpunkt die Mission “Bus um 14:15 Uhr” bereits abgeschrieben. Man sieht es ihr kaum an.

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Wir erreichen unsere Frühstücks-Hütte dennoch vor der geplanten Zeit, nämlich nach 2:20 Std. statt 3:00 Std. Belohnt werden wir hier mit dem vielleicht schönsten Bild des Tages, nämlich den ersten Sonnenstrahlen auf ein kleines Flüsschen mit Trinkwasser und natürlich werden wir auch belohnt mit Nutellabroten zum Frühstück.

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Wir pausieren dann tatsächlich 40 Minuten und haben somit unseren herausgearbeiteten Vorsprung wieder hergeschenkt.

Es ist jetzt 9 Uhr und wir haben noch etwa 5 Stunden bis Whakapapa, welch Zufall, dass das genau die Zeit ist, die auch der Wegweiser vorgibt. Los gehts also.

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Wir schlängeln uns weiterhin um Mount Doom herum, der inzwischen auch wieder tief schwarz in der Landschaft steht und sein morgendliches, orangenes Strahlen relativ fix wieder abgelegt hat. So kennen und lieben wir ihn ja auch.

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Die Landschaft hier sieht eher aus wie Heide und die Wege sind auch sehr sandig. Schatten gibt es hier zudem keinen, so dass wir wohl oder übel unsere schicken Sonnenhüte auspacken müssen. Wie man sieht, ist Conny hier dann auch wieder besser gelaunt. Das liegt bestimmt an den Nutellabroten.

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Zwischendurch haben wir trotz Karte relativ wenig Anhaltspunkte, wie weit wir tatsächlich bereits sind, oder wieviel Zeit wir noch bis Whakapapa haben, also ziehen wir recht fix durch die Landschaft. Hin und wieder kommen uns weitere Wanderer entgegen, die uns mit sehr gegensätzlichen Zeitangaben zusätzlich verwirren.

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Hin und wieder müssen wir die dicken Rucksäcke auch einfach mal absetzen, immerhin tragen wir sie jetzt schon mehrere Stunden. Je näher wir Whakapapa Village kommen, desto klarer wird uns dann auch: Wir schaffen den Bus. Ab diesem Moment werden dann auch unsere Pausen etwas häufiger und wir haben noch Zeit unsere letzten Müsliriegel zu verdrücken und die letzten Wasserreste zu trinken.

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Die letzten Kilometer waren wie immer die Schlimmsten, doch dann ist es endlich soweit und wir sind wieder da, wo wir angefangen haben: Am Namensschild unseres Rundkurses! Wir haben es geschafft! Wir freuen uns alle einen Moment, nur um uns dann völlig geplättet vor die Tourist Information in Whakapapa zu setzen. 30 Minuten haben wir, bis der Bus abfährt. Yeah!

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Es war die anstrengendste und faszinierendste Wanderung, die wir beide jemals gemacht haben. Wir haben fantastische Ausblicke genossen und gemütliches Beisammensein auf den Hütten. Wir sind über 700m bergauf gekraxelt am zweiten Tag und etwa 22 Kilometer am dritten Tag gelaufen. Wir sind platt, aber Glücklich. Hier ein kleiner Überblick, wie der hike so ausschaut, jemand anders hat ihn mal getrackt:

http://www.mapmyhike.com/nz/turangi-waikato/tongariro-northern-circuit-route-13602772

Unsere Füße nach der letzten Etappe möchte ich euch auch nicht vorenthalten, die waren nämlich ganz schön schmutzig. Auch weil wir halt drei Tage nicht geduscht haben Zwinkerndes Smiley

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Es folgen nach der Wanderung tatsächlich die ersten beiden Tage auf unserer Reise, von denen es keine Fotos gibt. So gibt es zum Beispiel auch kein Foto im 60er-Jahre-Style-Italiener beim Abendessen mit Madlen oder von unserer Fahrt zurück an die Ostküste. Was wir dort vor haben, kommt dann im nächsten Blog!

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Neuseeland–Northern Circuit: Tag 2

Ohne Weckerklingeln stehen wir um etwa 6:30 Uhr senkrecht im Bett. Um uns herum wird es unruhig, denn alle wollen wohl recht früh los. Wir hauen uns ein bisschen Frühstück in die Backen und verlassen die Hütte um 7:30 Uhr. Ich weiß nicht, wie das bei Conny ist, aber mein Rucksack fühlt sich deutlich leichter an. Vier Bananen weniger machen also so viel aus! Zwinkerndes Smiley

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Es ist noch recht nebelig draußen und wir stapfen durch sehr vulkanische Landschaft. Leider auch nicht alleine. Diesen Teil der Wanderung kann man wohl auch als Tagesausflug machen und das machen dann tausende von Teenagern täglich. Die haben wir also alle um uns herum heute. Zumindest mal für die Hälfte der Strecke.

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Hier sieht es auch schon sehr Mordor-esk aus. Überall Asche und schwarze Lavabrocken, dazu natürlich noch der Nebel. Peter Jackson könnte es nicht besser ausgesucht haben.

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Wir nähern uns nach knapp einer Stunde unserem ersten richtigen Aufstieg auf dieser Wanderung. Es geht etwa 400m hoch. Nicht direkt Mount Doom hoch, zumindest nicht ganz. Man könnte sogar auf den Gipfel und einen Ring reinschmeißen, heute hängt er aber eh voll in den Wolken, so dass man dort oben eh nichts sehen kann.

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Bevor es an die erste Steigung geht, steht dort extra noch ein Warnschild, dass man auch ja nur gut vorbereitet hochklettern soll. Conny zweifelt noch, aber im Vergleich zu unseren Tagesausflug-Mitwanderern sind wir erstklassig vorbereitet. Manche versuchen es doch glatt mit Turnschuhen und Jeans. Bei schlechterem Wetter wäre das richtig gefährlich.

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Wir entscheiden: Wir sind gut genug vorbereitet und quälen uns den Pfad hoch. Der wieder schwerer werdende Rucksack hilft dabei natürlich nicht wirklich, wir gewinnen aber trotzdem recht fix an Höhe und überholen sogar Leute. Das sind dann Schüler eines Klassenausflugs, die wohl nicht ganz so fit sind wie wir! Wir sind ein bisschen stolz!

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Zwischendurch brauchen aber auch wir eine kleine Pause und so essen wir erstmal schön eine Banane auf Mount Doom, das haben sich Frodo und Sam wohl nicht getraut! Ha!

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Nicht zu verachten ist auch die Aussicht die wir während unserer Pause genießen. Wir haben schon ein paar Höhenmeter gemacht und schauen zurück in das Tal, durch das wir heute morgen gewandert sind und an dessen Anfang wir die letzte Nacht verbracht haben.

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Nach unserer ersten krassen Steigung erwartet uns der “South Crater”. Der ist eigentlich kein echter Vulkankrater, sondern nur durch die geologischen Formationen um ihn herum so geformt worden. Für uns stellt er sich als große flache Fläche auf etwa 1500 Metern dar. Mount Doom sehen wir aber auch von hier nicht, der hängt immernoch in den Wolken.

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Hier sehen wir dann auch die ersten Sonnenstrahlen des Tages, die hier auf die Ebene scheinen. Das Laufen auf gerader Ebene tut unseren Beinen gut und wir sind frohen Mutes, das wir auch den zweiten Anstieg schaffen, der nun vor uns liegt.

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Nochmal etwa 300 Meter müssen wir hoch zum “Red Crater”, dem höchsten Punkt unserer gesamten Wanderung. Der ist dann auf etwa 1900 Metern und somit schon ordentlich hoch.

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Wir legen auch sehr enthusiastisch los und stellen nach wenigen Metern fest: Das wird schwerer als erwartet. Die Steigung ist noch steiler als zuvor und der Weg verdient die Bezeichnung als solcher eigentlich nicht, denn wir klettern hier über Felsen und Geröll.

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Hin und wieder heben wir den Kopf und werden mit grandiosen Aussichten belohnt. Da wir auf so einem Sattel entlanglaufen kann man links wie rechts hinunterschauen und wenn denn gerade keine Wolken da sind sieht man auch etwas!

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Ich will nicht lügen, es war schon eine üble Kletterei. Wir haben auch mittendrin eine kurze Pause gemacht, um uns einen Müsliriegel reinzudrücken und etwas zu trinken. Aber das wichtigste ist: Wir haben es geschafft!

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Belohnt wurden wir mit jeder Menge Wolken. Verdammt. In einer klaren Sekunde konnten wir aber doch kurz in den Red Crater hinunterschauen. Seinen Namen hat er offensichtlich von der roten Erde/Asche in seinem innern. Er ist auch noch partiell am dampfen. Wir schießen schnell ein paar Fotos und dann versinkt er auch schon wieder im Nebel der nächsten Wolke.

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Wir hatten kurz überlegt, ein wenig zu warten, bis das Wetter aufklart, damit wir hier mehr sehen können, Mount Doom zum Beispiel, haben uns aber dagegen entschieden, denn hier ist es schweinekalt. Außerdem pfeift uns ein ordentlicher Wind um die Ohren und so entscheiden wir uns für den sofortigen Abstieg.

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Auch wenn wir zunächst nicht so wirklich wissen, wo der denn sein soll. Plötzlich waren nämlich alle Leute um uns rum weg und wir in eine dicke Wolke gehüllt. Schon ein bisschen gruselig, wenn es sich so anfühlt, als sei man alleine hier oben. Wir finden den Weg dann doch und machen uns an den mühseligen Abstieg.

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Eigentlich ist der Abstieg auch nur eine Schotterpiste, auf der wir uns mit den dicken Rucksäcken mehrmals fast langlegen.

Während wir so die Schotterpiste abwärts rutschen genießen wir allerdings grandiose Aussichten auf die sogenannten “Emerald Lakes”. Das sind kleine vulkanische Seen mit massig Mineralien drin, die sie in grün oder blau leuchten lassen. Die Aussicht war aber auch unabhängig von den Seen atemberaubend!

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Wir rutschen bis ganz nach unten und biegen hier endlich von der Touristen-Route ab in Richtung unserer Hütte. Auch in diese Richtung bietet sich eine grandiose Aussicht und die haben wir ganz für uns alleine!

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Hier wartet der nächste Abstieg auf uns. Die Emerald Lakes sind immerhin noch auf 1600 Metern und unsere Hütte dann auf 1300m. Dieser Abstieg ist zwar keine Schotterpiste, aber eine Geröllpiste und so schleichen wir vorsichtig weiter bergab.

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Auf dem Weg haben wir noch Zeit für ein Foto von uns und hin und wieder haben wir auch freie Sicht auf Mount Doom, der jetzt natürlich wolkenfrei ist. Verdammt!

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Wir wandern weiter durch vulkanische Landschaften. Der Boden ist hier ziemlich sandig und wir sind umgeben von vielen schwarzen Gesteinsformationen. So Lavagestein ist übrigens nicht wirklich schwer oder massiv, manchmal zertritt man tatsächlich auch Steine.

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Eigentlich dachten wir, wir hätten es nicht mehr so weit zur Hütte und so erwarten wir das rettende Ziel schon hinter jeder nächsten Biegung, der Weg zieht sich aber noch ein ganzes Stück, bevor wir die Hütte endlich erreichen.

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Dort angekommen treffen wir Madlen wieder, die wir schon vor zwei Tagen im Hostel kennengelernt haben. Zusammen mit weiteren Wanderern aus den USA, Schottland und Deutschland nehmen wir hier unser Abendmahl zu uns und finden es hier viel angenehmer als in der letzten Hütte.

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Der Schock kam dann am Abend, als der für die nächste Hütte zuständige Warden laut vor dem Wetter des übernächsten Tages warnt. Man solle doch schauen, dass man dann nicht auf dem Track unterwegs ist. Verdammt, das wäre unsere letzte Etappe gewesen. Gemeinsam mit Madlen beschließen wir, morgen die letzten beiden Etappen an einem Tag zu laufen. Oha.

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Neuseeland–Northern Circuit: Tag 1

Heute geht es los! Wohin? Auf unsere erste mehrtägige Wanderung! Wir hatten von den Great Walks, mehrtägige Wanderungen in Neuseeland, durch Prospekte, die wir am Flughafen mitgenommen hatten, erfahren und sofort stand für uns fest: machen wir! Als ersten haben wir uns den “Tongariro Northern Circuit” ausgesucht. Warum gerade der? Dazu später. Wir wollen die 44km lange Strecke in 4 Tagen zurück legen,-wir sind ja Anfänger und es sind so einige Höhenmeter zu bewältigen, nicht zu vergessen mit allem auf dem Rücken, was man für 4 Tage wandern und übernachten braucht.

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Morgens um halb acht geht unser Shuttle Richtung Whakapapa Village, unserem Startpunkt. Noch stehen unsere vollen Rucksäcke friedlich da, bald müssen wir sie schleppen. Was haben wir eigentlich alles mitgenommen? Für jeden Schlafsack, Wechselklamotten, 6 Bananen, 4 Nudelcups für abends, Snickers (1/Tag), Müsliriegel (3/Tag), 2 Brote, Nutella, 2,5l Wasser, Kissen, Klopapapier, Besteck, Kessel, Mülltüten, Zahnbürste, Erste-Hilfe-Set, Regenjacke, Handtuch, Karte von der Strecke, Sonnenhut und Sonnencreme. Da kommen so 10kg zusammen! Im Bus muss man in eine Liste eintragen, was man wandert und wann man gedenkt zurückzukommen. Falls man verloren geht.

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Schnell ein vorher Bild und dann geht es los! Bereits zu Anfang bietet sich ein spektakulärer Blick auf zwei der drei aktiven Vulkane im Tongariro Nationalpark: links der namensgebende Mount Tongariro und daneben Mount Ngauruhoe. Wem die markante Form bekannt vorkommt: jaaa, es ist Mount Doom (Schicksalsberg)! Auch hier wurde einiges aus dem Film Der Herr der Ringe gedreht (genauer genommen einiges im Lande Mordor) und das war auch ein Grund warum wir diesen Great Walk machen.

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Los gehts auf einem gut bewanderbaren Schotterweg durch Heidelandschaft. Wir wandern über ehemalige Lavaströme, vermutlich von Mount Ruapeh, dem dritten aktiven Vulkan, an dessen Fuß wir losgewandert sind.

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Plötzlich kommen wir an einem Wasserfall vorbei. Moment. Da sollen wir doch erst in drei Tagen vorbeikommen! Nach einem kurzen Blick auf die Karte stellen wir fest, dass wir falsch rum losgewandert sind! Verdammt! Naja, über einen kleinen Umweg kommen wir recht zügig auf den richtigen Weg.

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Unser erstes Ziel ist die Mangatepopo Hütte, die am Fuße der beiden Vulkane liegt. Weiter geht es auf einem nun nur noch sehr schmalen, zum Teil stark ausgewaschenen Wanderpfad, auf und ab, und manchmal muss man auch ein wenig klettern. Rings um uns: grandiose Aussichten in jede Richtung. Wir sind jetzt schon begeistert. Die Rucksäcke, die uns am Anfang noch ertragbar vorkamen, werden langsam schwerer.

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Das Wetter spielt auch mit und die Sonne scheint auf einem mit nur wenigen Wolken bestückten Himmel. Vor der Sonne schützen wir uns mit fiesen Sonnenhüten, in Marcus Fall von einer örtlichen Schule.

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So langsam könnte die Hütte ja mal auftauchen, wir nähern uns Mount Doom immer mehr und Mount Ruapeh verschwindet immer weiter in der Ferne.

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Auch die Landschaft um uns herum wird immer karger, vulkanischer und irgendwie erinnert es schon ein bisschen an das Mordor, was wir aus den Filmen kennen.

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Das Moos hat schon so komisch weiße Blüten und ich frage mich laut, ob das Asche ist. So abgelenkt passiert es und – rumms – liege ich in der Asche von Mordor. Schon das zweite Mal bin ich umgeknickt. Hoffentlich rächt sich das Morgen nicht, aber ich kann bald weitergehen. Verdammt, ich hätte richtige Wanderschuhe mitnehmen sollen!

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Ein Glück ist die Hütte nicht mehr weit und so erreichen wir um halb zwei Uhr die Hütte. Statt der angegebenen drei Stunden haben wir dank unseres Umwegs vier einhalb gebraucht und trotzdem noch einige Stunden Langeweile auf der Hütte, die sich langsam mit weiteren Wanderern füllt.

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Zudem wird sie noch von einer Gruppe Freiwilliger belegt, die die Hütte streichen und so ist einiges los.

Abends machen wir uns mithilfe der Gaskocher auf der Hütte unsere Nudelcups und bei Marcus gibt es als Belohnung sogar eine Cola, mit der er “den Zukunfts-Köthi” überrascht hat. Hat geklappt.

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Etwas später ging es dann zum Highlight des Tages.

Einige Meter vor unser Hütte bot sich ein spektakulärer Blick auf den Sonnenuntergang, Es war definitiv der beste, den wir bisher gesehen haben, besser als jeder am Strand!

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Besonders stimmungsvoll auch durch das Mundharmonikaspiel der Malergruppe. Danach hieß es für uns dann auch relativ schnell: Ab ins Bett.

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Morgen wollen wir recht früh los, denn die anstrengendste Etappe steht auf dem Plan.

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Neuseeland–Rotorua müffelt!

Wir wachen auf und… es stinkt! Nach faulen Eiern! Richtig übel! Ich hatte für einen kurzen Moment den Verdacht, dass wir vielleicht zu viele Baked Beans in den letzten Tagen konsumiert haben, aber weit gefehlt! Es ist der Fluß direkt neben unserem Camper, der hier den unangenehmen Geruch abgibt.

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Conny tauft ihn daraufhin auf den Namen “Pupsfluss” und wir beeilen uns ein wenig, unseren Kram einzupacken. Wir befürchten ein wenig, dass alle unsere Sachen über Nacht den hiesigen Geruch angenommen haben könnten.

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Noch ein kurzes Bad in den Mineral-Pools können wir uns nicht verkneifen, danach geht es aber dann auch los. Unser Ziel ist das Whakarewarewa Village hier in Rotorua. Das Village ist eine von zwei Möglichkeiten den berühmten Geysir hier zu sehen. Der befindet sich nämlich irgendwie zwischen zwei “Parks”, die Aussichtsplattformen bieten, von denen man ihn sehen kann. Wir entscheiden uns für die günstigere (30$ vs 60$) und angeblich auch kulturellere Alternative, denn das Village gibt es schon seit einigen hundert Jahren und die Maori, die hier auch heute noch wohnen, geben gerne Auskunft darüber, wie sie die geothermischen Gegebenheiten sehen und nutzen. Das finden wir natürlich interessant!

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Hier werden die einzelnen heißen Quellen und Pools gegen diverse Krankheiten genutzt (z.B. Gicht) und auch Speisen darin zubereitet. Dass hier überall müffelt wie die Pest scheint die Maori hier nicht zu stören.

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Hier ist es insgesamt noch beeindruckender als in unserem Camper-Park wo wir die Nacht verbracht haben. Überall ist Dampf und überall riecht es und überall blubbert es. Ich würde hier nicht wohnen wollen.

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Dokumentiert haben wir mal den größten Pool, der hieß KOROTIOTIO, was soviel heißt wie “grumpy old man”.

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Unser Guide erzählt viel über das Familienbild der Maori und gibt uns sogar Einblicke in die Religiosität der Maori. Auf dem Gelände sind nämlich auch zwei Kirchen, eine katholische und eine anglikanische. Welche sie aber jetzt so nehmen, ist den Maori relativ schnurz, meistens gehen alle immer kollektiv in die eine oder andere, auch wenn man der einen oder anderen Richtung des Christentums angehört. Nebenher hat man auch noch seine ganz eigene Spiritualität mit Geistern und Göttern in uns allen. Total cool, dass das hier alles so nebeneinander funktioniert.

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Aus den Gräbern auf dem Friedhof hat es übrigens auch gedampft, das ist definitiv kein Ort, an dem ich Nachts hergehen möchte. Die Toten liegen hier übrigens auch nicht unter der Erde, da man nicht so tief graben kann, ohne auf Gase zu stoßen, sondern werden einfach in Särgen über der Erde “begraben”.

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Am Schluss unserer Tour kamen wir dann auch noch zum Highlight, nämlich zum Gysier Te Puia. Genaugenommen sind es zwei, die dort vor sich hin pusten und zwar der “Prince of Wales Feathers” und eben Te Puia. Ersterer bläst immer kurz vor zweiterem und war gerade dabei, als wir die Aussichtsplattform erreichten.

Wir haben uns die etwa 30m hohe Fontäne einige Minuten angesehen und waren schon ein bisschen beeindruckt von dem Druck, der dahinterstecken muss. Unser Guide erzählte uns darüberhinaus, dass die Gysiere nicht pusten, wenn auf der anderen Seite der Erde ein Vulkan ausbricht. Das ist schon sehr faszinierend!

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Wir bewegten uns dann noch zur “Cultural Performance”, die im Eintrittspreis enthalten war. Wollten wir uns also nicht entgehen lassen. Auf dem Weg tätscheln wir ein paar Tikis am Wegesrand den Kopf, das soll Glück bringen und uns eine “Safe journey”, also eine gute Heimfahrt garantieren.

Die Performance war auch sehr kurzweilig. Es wurde viel gesungen und viel von den Maori Instrumenten vorgestellt. Eine klassische Gitarre war aber auch dabei.

Danach haben wir genug vom schwefeligen Geruch Rotoruas und schwingen uns wieder in unseren Toyota. auf gehts, weiter nach Süden. An Lake Taupo vobei in Richtung Tongariro Nationalpark führt uns unser Weg, genauer gesagt in einen Ort mit dem Namen Turangi, von hier aus starten fast alle ihre Touren im Nationalpark und so auch wir.

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Nach einem kurzen Stopp bei der Tourist Information, um eine Karten zu kaufen und einen Hut anzuprobieren, den ich dann aber nicht gekauft habe, geht es zu unserem Hostel.

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Unser Hostel heißt “Extreme Backpackers” und hat eine angeschlossene Kletterhalle. Ich stellte mir sehr junge und hippe Besitzer vor bei diesen Vorzeichen und war bei unserer Ankunft doch ein bisschen überrascht. Ein neuseeländisches Ehepaar in ihren 60ern (Jon und Sue) leiten den Laden und sind total nett. Generell ist dies wohl eins der besten Hostels in denen wir bisher auf unserer Reise geblieben sind.

Abends gibt es nochmal Pasta und dann packen wir unsere Rucksäcke mit Proviant und Klamotten für die nächsten 4 Tage, denn so lange wandern wir hier durch den Nationalpark!

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