Nach zwei Nächten auf dem tollen Campingplatz in Airlie Beach geht es für uns heute um 8 Uhr weiter. Unser Ziel: Die Carnavon Gorge. Eine wohl sehr pittoreske Schlucht einige hundert Kilometer im Inland. Auf uns wartet daher heute eine 10-Stunden-Fahrt. Puh. Vorher wird noch kurz eingekauft und dann ab auf den Highway.
Je weiter westlich wir kamen, desto ländlicher wurde alles um uns herum. Die Städte sind sehr klein und die Raststätten fühlen sich ein bisschen Wild-West-USA-mäßig an. Ein paar pausen zum Tanken brauchen wir natürlich. Sprit kostet hier übrigens etwa 1,54$ pro Liter (etwa 1€) und somit ein bisschen günstiger als bei uns.
Die Straßen hinaus ins Outback sind natürlich lang und langweilig. Wir haben recht oft den Fahrer gewechselt und nur relativ kurze Pausen gemacht, denn wir wollten nicht erst im Dunklen an unserem Ziel ankommen.
Geklappt hat das natürlich nicht mehr, auch aufgrund eines Zwischenstopps bei KFC in Emerald, die größte Stadt hier in der Gegend. Nach Sonnenuntergang mussten wir auch arg aufpassen, dass uns nichts vors Auto läuft. Hier liegen ja schon massenhaft tote Kängurus und Wallabies im Straßengraben, die kommen so bei Sonnenuntergang raus und hoppeln dann doch echt oft über die Straße. Auch Kühe stehen hin und wieder auf der Straße. Oha.
Nach vielen “bumpy roads” kommen wir dann um 21 Uhr auch mal an. Viel machen wir aber nicht mehr. Wir lassen uns noch kurz erklären, wie wir den einen Tag den wir hier verbringen am besten gestalten, futtern ein paar Nudelcups (Conny und ich) und Sandwiches (Amy und Ben) und fallen danach ins Bett. Autofahren schlaucht.
Am morgen schauen wir erstmal, wo wir hier überhaupt gelandet sind. Schön sieht es hier aus. Sehr nah an der Natur das ganze Camp hier und natürlich weniger Luxus als das zuvor. Dafür gibt es hier richtig viele Tiere. In erster Linie Kängurus und Wallabies. Die sind hier quasi allgegenwärtig im Camp und wir haben sogar eins mit kleinem Baby-Känguru im Beutel gesehen. Das ist, das wussten Amy und Ben, sehr selten!
Dann sind wir auch schon losgezogen auf unsere erste Wanderung. Um etwa 7:30 Uhr. Hier wird es Tagsüber relativ heiß und so hatten wir morgens wenigstens ein paar kühle Stunden, um in die Carnarvon Gorge zu erkunden.
Die Gorge (=Schlucht) selbst ist durch einen Fluss entstanden, der hier seit tausenden von Jahren fließt und sich durch den Sandstein gefressen hat. Der Weg überquerte dann auch diesen Fluss mehrmals und dann ging es durch einen lichten Wald mit vielen Palmen, immermal ein bisschen bergauf und bergab. Puh!
Obwohl so früh morgens es noch relativ erträglich war, mussten wir unseren Durst immer wieder stillen. Dabei sind wir noch garnicht viel gelaufen. Verdammt! Dafür gab es viele tolle Fotomotive und Ausblickpunkte.
Sogar eine bärtige Meerjungfrau saß im Fluss und schaute uns zu. Okeh, bei längere Hinsehen sieht sie vielleicht ein bisschen zu sehr nach Marcus aus
.
Unser erstes Ziel war die “Art Gallery”, zu welcher man etwa 5km laufen musste.
Dort sind noch gut erhaltene Wandmalereien der hier ursprünglich angesiedelten Aborigines zu sehen; Hände, Bumerangs, Schilder, Pflanzen und Lizards im Wesentlichen.
Wie schon am Uluru, kann man als Aussenstehender nie so richtig die Geschichte hinter den Malereien verstehen. Trotzdem war es ein schönes Ziel. Nächstes Ziel war dann der Wards Canyon, eine kühle feuchte Schlucht, die sehr romantisch war. Hier wuchs Königsfarn, der wohl ein Überbleibsel aus der Megaflora ist und dort überlebt hat. er war bestimmt 3m hoch!
Der Fluss war übrigens sehr trocken, anscheinend hat es hier schon länger nicht mehr geregnet. Daher führte der Weg über steiniges Geröllfelder zum nächsten Ziel: dem Amphitheater.
Diese Schlucht ist nur durch einen kleinen Spalt zu erreichen und den musste man erstmal über Leitern erreichen. Durch die abgeschlossene Lage konnten wir ein schönes Echo erzeugen und das haben wir erstmal genutzt um Ben ein Ständchen zu bringen, denn er wird heute 23!
Auf dem weiteren Weg haben wir dann die Toiletten mitten in der Wildnis ausprobiert, bei denen man alle Produkte erstmal mit einer Fusspumpe beseitigen musste. Cool.
Der letzte Stopp war “Moss Garden”, eine weitere Schlucht, in der die Wände wegen ständigem Wasserfluss von Moos bewachsen sind und ein kleiner klarer Pool zum Baden einlud. Durfte man aber nicht. Also nur schnell ei Gruppenfoto geschossen und uns auf den Rückweg gemacht. Es war doch schon wirklich heiß geworden und wir sind immerhin schon etwa 10km gelaufen.
Auf dem Rückweg bot der lichte Wald dann auch kaum Schatten und wir haben mehr und mehr gelitten und unsere sämtlichen Wasservorräte aufgebracht. Kurz nachdem wir nichts mehr hatten waren wir dann aber auch wieder an unserem geliebten Van und konnten zurück zum Campground, wo wir erstmal kalte Duschen genießen konnten.
Den Rest des Tages haben wir uns von der Wanderung erholt und dabei ein bisschen Bens Geburtstag gefeiert. Der Jungspund! Zur Feier des Tages gab es: Barbeque! Als hätten wir das nicht fast jeden Abend gehabt! ![]()
Wir haben dann später noch versucht ein Schnabeltier zu sehen, die schwimmen hier nämlich bei Sonnenuntergang herum, allerdings hatten wir kein Glück und haben den Abend dann stattdessen bei netten Gesprächen und kalten Getränken ausklingen lassen.


