Früh morgens um 5 Uhr verlassen wir die Carnavorn Gorge, denn vor uns liegt wieder ein langes Stück Autofahrt. Es geht wieder zurück an die Küste und das sind etwa 700km. Ich übernehme die ersten 2-3 Stunden Autofahrt, denn alle anderen sind so früh noch nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte.
Ganz schön heikel so früh am Morgen, denn Kängurus sind beispielsweise Morgens und Abends aktiv und hoppeln gerne mal über die Straße. Auch Rinder stehen an jeder Ecke auf der Fahrbahn.
Es geht durch urige Outback-Städtchen wie Rollstone und vorbei an unglaublich viel Landschaft und Natur. Sie haben schon verdammt viel Platz hier, die Australier. Die Straßen sind teils nicht ganz perfekt und teils sogar nur Schotterpisten. Zwischenzeitlich sitzen Conny und ich hinten im Camper, da ist es mit den Buckeln besonders schlimm.
Wir kommen am späten Nachmittag in Hervey Bay an, das war unser heutiges Ziel. Von dort aus kommt man nämlich relativ unkompliziert nach Fraser Island, das wollen wir morgen machen. Nach harten Verhandlungen um den Preis für einen Stellplatz für unseren Campervan, finden wir ein lauschiges Plätzchen und buchen auch unsere Tagestour nach Fraser Island für den Folgetag. Abends sind Conny und ich dran mit Kochen, es gibt mit Feta gefüllte Frikadellen, Gravy und Nudelsalat. Die Engländer haben noch nie etwas von Frikadellen gehört und sind begeistert. ![]()
Pickup für unseren Tagesausflug ist um 7:35, also wieder früh aufstehen. Kurze Zeit später sind wir auf einer Fähre rüber nach Fraser Island und noch ein bisschen später stehen wir dort am Pool.
Wir haben uns gegen eine Allradantrieb-Dünen-Tour entschieden, da diese richtig teuer sind und unser eigenes geländetaugliches Auto wollten wir auch nicht mieten, weil die Umwelt auf Fraser Island wohl an den vielen Geländewagen zu schaffen hat. Also machen wir nur eine kleine Tour und sehen ein bisschen die Strände und die Vegetation!
Beides ist faszinierend. Fraser Island ist die größte Sandinsel der Welt und der einzige Ort auf der Welt, an dem Regenwald direkt auf Sand wächst. Beides wusste ich vorher noch nicht, umso faszinierender, dass hier alles so dschungelig ist. Von weitem sehen manche Sanddünen tatsächlich aus wie Felsen.
Wir bekommen zudem eine geführte Tour durch die Natur, diese soll uns die medizinische Nutzung der Pflanzen durch die Aborigines näher bringen. Sowas finde ich ja immer cool. Es war auch klasse interessant. Man durfte viel riechen, reiben und einiges sogar essen. War aber nicht so lecker.
Apropos lecker. Ein Mittagessen hatten wir auch noch dabei, das haben wir dann im dortigen Resort genossen. Bei mir gab es einen leckeren Burger und bei Conny eine riesige Portion Fish & Chips. Unsere Bestellung hatte die Nummer 28, da haben wir schonmal ein Foto für Connys diesjährigen Geburtstag geschossen.
Anschließend hatten wir noch etwa eine Stunde, bevor wir die Fähre zurück ans Festland nehmen müssen. Also nochmal schnell in den Pool, wenigstens mal antesten. Bei etwa 35 Grad eine willkommene Abwechselung. In den letzten Tagen wurde es irgendwie sukzessive heißer. Oha.
Dann hieß es auch schon Abschied nehmen von Fraser Island. Am Pier stellen wir fest, dass inzwischen Ebbe ist und der Strand um ein vielfaches breiter ist.
Dann kommt auch schon unsere Fähre zurück zum Festland. Dingos haben wir leider keine gesehen, obwohl Fraser Island für diese berühmt ist, aber dafür hätten wir denke ich mal weiter ins Inland der Insel vordringen müssen.
Zurück am Camper, sind wir dann relativ fix aufgebrochen. Nach einer bezahlten Bleibe in der letzten Nacht, peilen wir nun einen Gratis-Campingplatz an. Der nächste ist etwa 70km entfernt. Generell werden gratis Campingplätz im Süden und an der Küste seltener, das macht es für uns natürlich schwer, kostensparend zu reisen.
Wir finden unseren Platz aber noch vor Sonnenuntergang. Er ist in einer kleinen Stadt unter schattigen Bäumen und zudem Mückenfrei, was will man mehr?! Wir essen noch ein paar Reste vom Vortag und schlafen dann müde ein.
Morgen geht es an den Rainbow Beach und dann vielleicht noch weiter nach Noosa, dort fängt die sog. Sushine Coast an, an der wir uns dann bis Brisbane herunterarbeiten.


