Wir wachen erholt in unserem Inn auf und begeben uns nach einem kleinen Frühstück direkt mal auf Erkundungstour durch Auckland. Die Stadt wirkt kleiner als sie ist, immerhin 1,5 Mio Einwohner, und eine Mischung aus australischen und europäischen Städten.
Wir haben uns bevor wir losgezogen sind auch direkt mal Adressen von Autohändlern rausgesucht, denn unser nächstes ToDo ist es, hier ein Auto zu kaufen, mit dem wir in den nächsten Wochen umherfahren werden. Eigentlich ist heute ja Sonntag, aber gucken kann man ja trotzdem mal, was für Autos so rumstehen. Der erste Verkäufer heißt “Backpackers Car World” und hat einige Wagen die zumindest mal von außen perfekt für uns wären, zu zum Beispiel der Toyota Estima.
Wir haben dem anwesenden Händler auch mal unser Interesse signalisiert, woraufhin der den Wagen direkt mal ans Ladekabel gehängt hat und Dollarzeichen in den Augen bekam. 3900$ sollte die Möhre kosten. Wir erbaten uns Zeit, um nochmal drüber nachzudenken und ggf. Geld zu holen. Um die Ecke war direkt ein Starbucks, den wir mal für eine ausführliche Internetrecherche zum Thema Autokauf in Neuseeland genutzt haben. Vor unserem Freund mit dem Toyota wird dabei überall gewarnt. Oha. Wir sind dann nochmal kurz bei ihm vorbei und haben ihm mitgeteilt, dass wir uns das nochmal überlegen und sind weiter zum nächsten Autohändler. Der existierte anscheinend nicht mehr. Auch gut. Also erstmal ab ins Stadtzentrum und ein bisschen die Atmosphäre Aucklands aufsaugen.
Die Queen Street scheint hier die heimliche Hauptstraße zu sein und wir sind diese bis herunter zu den Docks geschlendert. Hin und wieder mal links in eine Mall oder rechts in ein Klamotten- oder Elektronikgeschäft. Es ist hier auch alles nicht mehr ganz so teuer wie in Australien, das gefällt uns und unserer Reisekasse schonmal sehr gut.
Am Dock lag dann auch tatsächlich ein Kreuzfahrtschiff, das ist ja auch immer ein schöner Anblick. Auf dem Weg nachhause haben wir dann noch das nötigste für die nächsten Tage eingekauft und haben uns dann mal ein schönes Abendessen gegönnt. Hier gibt es nämlich wenige Meter von unserer Bleibe einen “Burger Fuel”-Laden, der angeblich sehr gute Burger zaubert, das müssen wir natürlich testen.
Und sie sind auch sehr lecker und schaffen es sogar in unsere Top5-Burger. Während wir die Biester verzehren, googlen wir mit unserer neuen Neuseeländischen Mobilfunkkarte ein wenig zum Thema Autokauf. Unsere Mobilfunkkarte ist übrigens von 2degrees und wir haben jetzt mal 12 GB für 99$ gekauft. Das hochladen der ganzen Youtube-Videos kostet ja auch ordentlich Datenmassen.
Beim Googlen nach Autokäufen stoßen wir auf eine ehemalige Deutsche Backpackerin, Doro, die hier in der nähe Autos für Backpacker verkauft. Ihr neuseeländischer Ehemann ist Mechaniker und deren Webseite und die damit verbundenen Erfahrungsberichte erscheinen uns dann doch vertrauenserweckender als die Backpackers Car World. Also direkt mal per Kontaktformular auf der Seite eine nette Nachricht hinterlassen. Tatenlos warten wollen wir natürlich nicht und so zieht es uns heute in Richtung Newmarket, dort gibt es wohl ein paar Einkaufsmöglichkeiten. Bevor wir losziehen, rasiere ich mir meinen Bart zu einem Musketier-Bart! Yeah! ![]()
Auf dem Weg nach Newmarket finden wir zunächst mal ein “Warehouse”. Das sind so Alles-Und-Nichts-Schnäppchen-Läden, die von Lebensmitteln über Kleidung bis hin zu Werkzeug so ziemlich alles im Sortiment haben und das auch noch verhältnismäßig günstig. Die Warehouse-Läden werden auch in vielen Neuseeland-Backpacker-Blogs empfohlen. Wir haben jetzt erstmal nur ne Limo gekauft, werden aber nochmal wiederkommen, wenn wir einen Van haben. Wir haben ja nur Sommerkleidung dabei und es wird bald Herbst hier in Neuseeland.
Nachdem die Einkaufsmöglichkeiten in Newmarket dann doch eher enttäuschend waren, beschließen wir spontan, noch einen Autohändler anzuschauen. Der Bus bringt uns in etwa einer Stunde ein ganzes Stück weit raus aus Auckland in Richtung Flughafen, wo wir auf dem Platz von “Budget Car Sales” mal nach einem Auto schauen.
Wir werden auch fündig und haben spontan Interesse an zwei Fahrzeugen. Ein Mitsubishi für 2.900$ und ein Subaru für knapp 4.000$. Den Mitsubishi nehmen wir direkt mal auf eine Probefahrt mit, kostet ja nichts und man bekommt direkt ein Gefühl für das Auto. Eigentlich wollten wir den Wagen während der Probefahrt mal direkt in eine AA (der neuseeländische ADAC)-Werkstatt zum Check fahren, allerdings sind alle “Pre-Purchase-Checks” bis Donnerstag ausgebucht. Na toll. Also den Wagen erstmal zurückgebracht zum Händler.
Während wir noch im Auto sind, surrt mein Handy. Doro, die autoverkaufende, deutsche, ex-Backpackerin hat schon geantwortet und bietet uns gut geprüfte Autos mit Bett im Kofferraum, gratis Camping-Equipment und Buyback-Garantie an. Buyback heißt nichts anderes, als dass wir das Auto nach unserem Trip zu einem vereinbarten Preis wieder an Doro zurückverkaufen können. Das klingt für uns nach einem guten Deal. Anrufen können wir Doro gerade nicht, da wir kein Guthaben auf dem Handy haben, also begeben wir uns direkt auf den Weg zurück.
Auf dem Weg machen wir noch kurz beim Supermarkt halt, um uns etwas zu trinken zu kaufen, dabei fällt Conny der “Mad Butcher” auf. Das scheint hier eine Metzgerei-Kette zu sein. Warum sie dabei an ihren Bruder denken muss, erschließt sich mir nicht so ganz. Vielleicht ist das auch besser so.
Abends rufen wir bei Doro an und erkundigen uns nach verfügbaren Autos. Ein paar sind noch da und so vereinbaren wir ein Treffen am nächsten Tag. Wir müssen mit dem Zug ein paar Stationen nach Süden fahren und dort holt uns Doro dann vom Bahnhof ab. Klingt easy.
Am nächsten Morgen setzen wir den Plan direkt in die Tat um. Der zentrale Bahnhof hier in Auckland heißt “Britomart” und liegt direkt an den Docks. Er ist auch ziemlich modern und noch garnicht so alt, nämlich etwas über 10 Jahre.
Nach kurzem Plausch mit Doro und zwei anderen Backpackern, die ein Auto aus Deutschland heraus reserviert hatten, bringt uns Darren zum Auto unserer Wahl, ein Toyota Townace. Und… was soll ich sagen, Leute?! Es war Liebe auf den ersten Blick! Der schnuckelige, weiße Toyota hat zwar ein paar Beulen, aber er ist perfekt für uns. Hinten drin ist ein kleines Bett auf einer Holzstruktur, unter der man perfekt die Rucksäcke verstauen kann. Er fährt sich auch perfekt, nur ans Schalten mit der linken Hand muss ich mich wohl ein wenig gewöhnen.
Auch Conny ist begeistert. Nach einer kurzen Testfahrt steht für uns fest: Den wollen wir haben. Er soll 5000$ kosten, ist frisch gewartet nach Aussage von Darren auch enorm zuverlässig. Klingt top, wir trauen den beiden!
Nur mitnehmen können wir ihn noch nicht, die beiden möchten jeden Wagen, der ihren Hof verlässt nochmal gründlich in Augenschein nehmen, da zum Beispiel unserer gerade erst wiedergekommen ist. Eine Woche müssen wir warten. Puh. Das ist natürlich nicht so cool, aber was will man machen?! Wir leisten eine Anzahlung und begeben uns auf den Weg zurück nach Auckland. Jetzt müssen wir nur noch schauen, was wir in der einen Woche noch machen, bis der Wagen bereit für uns ist.
Die Webseite der Beiden lautet übrigens http://www.kiwicruisecontrol.co.nz. Bislang machen die einen grandiosen Eindruck!


