Und da ist er auch schon gekommen, der Tag der Abreise aus den Cameron Highlands. Es geht zu unserer letzten Station in Asien: Kuala Lumpur. Oder auch KL wie die Einheimischen sagen, das klingt schon fast so cool wie LA. Wir fahren mit einem VIP-Bus, die wurden uns auch schon in Kambodscha versprochen und entpuppten sich dann als stinknormale Busse. Aber nicht hier: Der Bus hatte jeweils nur drei Sitze in einer Reihe und daher für unsere Platzbedürfnisse perfekt. Auf der Suche nach den nicht vorhandenen Getränkehaltern fand Marcus dann auch ein völlig sinnloses Lehnenaccessoires.
Noch ein Blick auf die Teeplantagen im Morgenlicht und vier Stunden später erreichten wir den Hauptbahnhof in KL pünktlich zur Mittagszeit. Ein richtiger großer Bahnhof mit allem drum und dran! Haben wir in Asien auch nicht so oft gesehen. Aber unser Eindruck ist ohnehin, dass Malaysia das modernste oder vielleicht auch nur das westlichste der Länder in Südostasien ist.
Unser Hostel, das Reggae Guesthouse, liegt mitten in Chinatown und ist durch die hiesige Metro/Straßenbahn mit nur einer Station Fahrt super angebunden. Schnell eingecheckt und dann geht es erst mal Chinatown erkunden.
Bei Conny meldet sich auch ein kleiner Hunger, der mit gerösteten Kastanien gestillt werden will. Marcus deckt seinen Textilhunger (letzte Chance auf günstige Klamotten) mit einem weiteren Polohemd für 8€ und dann lassen wir uns so durch die Straßen treiben. Die sind hier auch noch ein wenig durch Kolonialbauten geprägt, von denen einige wirklich arg verfallen aussehen, andere hingegen sehr schön hergerichtet sind. Dahinter erheben sich moderne Bankengebäude. Kuala Lumpur; Stadt der Gegensätze?
Schließlich kommen wir zum Central Market, wo Conny einen weiteren Snack verzehrt: frittiertes Teigetwas mit Kartoffel und Chicken. Schmeckte hauptsächlich frittiert. In der Markthalle reihen sich Stände an Stände, sehr hübsch anzuschauen. Verkauft werden hauptsächlich Textilien und Conny will am liebsten einen Jahresvorrat an Schals für sich und sämtliche weibliche Familienmitglieder erwerben. Verdammter Rucksack.
Wir entscheiden uns für eine kleine Pause in dem zugehörigen Foodcourt für einen frisch gepressten Saft um neue Kräfte zu sammeln. Dann geht es zum Merdeka Square, einem ehemaligen Kricketfeld mitten in der Stadt, was nun als Park genutzt wird. Und als Messefläche, im heutigen Fall für eine Fahrradmesse. Es war auch irgendein Fahrradrennen, aber das war schon vorbei. Schade eigentlich.
Auch hier noch ein bisschen gechillt und Leute beobachtet und einmal ums Kricketfeld herumgelaufen, ging es weiter. Wir wollten noch nach Little India, denn das schien um die Ecke.
War es auch. Und es war garnicht soweit von unserem Hostel. Es reihten sich indische Restaurants an indische Läden und daneben waren wieder Restaurants. Unterlegt war das ganze von indischer Bollywoodmusik und schlagartig waren die Straßen brechend voll mit Indern. Vielleicht wirklich typisch indisch, zumindest was die Menge an Menschen angeht.
Abends wollten wir dann auch in einem der indischen Restaurants essen gehen, aber weil grade ein hinduistisches Festival ist, war der Laden unserer Wahl leider geschlossen. Kurzentschlossen sind wir stattdessen in einen Burger King gegangen. Das letzte Fastfood war ja schon ein bisschen her und wifi gibts da gratis. War garnicht mal so gut .
Anschließend ging es dann noch auf die Rooftopbar in dem Partnerhostel unseres Hostels, dem Reggaemansion. Dieses ist in einem schicken Kolonialbau untergebracht und ziemlich stylisch. Auch die Bar auf dem Dach enttäuschte nicht und bot einen netten Ausblick auf das nächtliche Kuala Lumpur.
Wir haben uns erstmal Getränke besorgt und diese dann, die Aussicht genießend, genossen. Auf dem Bild seht ihr übrigens den Fernsehturm vorne und dahinter seitlich die Petronastowers, das Wahrzeichen Kuala Lumpurs. SIe sind nachts fast überall zu sehen, weil sie so schön angeleuchtet sind. Können wir diesen Anblick morgen noch toppen?
Auf dem Weg zurück ins Hostel gibts noch ein Eis auf die Hand und dann heißt es ab ins Bett. Morgen wollen wir noch einiges sehen!
Etwas kalt ist es hier Nachts. Immernoch etwa 15 Grad, aber wenn man seit Monaten 30 Grad gewohnt ist, kommt einem das schonmal kalt vor. Heute ist also unser erster voller Tag hier und wir starten direkt um 8:45 Uhr, es geht zur größten Blume der Welt. Wir wussten nichtmal, dass die hier wächst, aber wo wir schonmal da sind, nehmen wir die auch noch mit! Der Fachausdruck ist übrigens Rafflesia Arnoldi.
Auf der knapp 45-Minütigen Fahrt zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, haben wir Zeit unsere Mitstreiter im Jeep kennenzulernen: Zwei Amerikaner aus California, die 2 Jahre reisen und ein Ehepaar aus Estland, die nur 2,5 Wochen Urlaub in Malaysia machen. Unser Guide heißt Francis und stammt von den Ureinwohnern hier in den Bergen. Als wir da sind, wird noch einmal die Kleidung gerichtet, Wanderstöcke gegriffen und dann geht es los: 4km hin zur Blume und 4km wieder zurück. Das soll so 3 Stunden dauern.
Der Weg ist relativ dschungelig und relativ Steil, außerdem vom Regen der vorherigen Nacht gut rutschig. Wir haben trotzdem Spaß, denn wir sind noch nie vorher durch einen tropischen Regenwald gewandert. Was es hier an Pflanzen gibt ist schon beeindruckend. Überall wo man hinguckt ist es grün und garnicht selten ist es mehr ein durch-den-Dschungel-kämpfen als ein Wandern.
Es geht über Flüsse und über Stock und Stein. Puh. Ganz schön anstrengend. Auf einem einfacheren Stück habe ich mal versucht, ein Video für euch aufzunehmen, ich bin trotzdem etwas außer Atem. Das kommt aber auch daher, dass ich zwei Lagen Kleidung und eine Regenjacke anhabe, es an dem Tag aber eigentlich recht warm wurde. Verdammt.
Vielleicht war es das Wetter, vielleicht haben wir die Wanderung unterschätzt, aber das nächste Foto dokumentiert die letzten gewanderten Meter von Conny, bevor sie abbrechen musste und zurück gekrabbelt ist, bevor sie die Blume erreicht hat. Vermutlich ist sie von den letzten Tagen noch ein wenig schwächlich. Ein Glück hatten wir zwei Guides dabei, der zweite konnte Conny dann wieder zurück zum Auto bringen, während wir anderen weitergewandert sind.
Etwa 15 Minuten nach Connys Abschied erreichen wir dann das Ziel unserer Wanderung: Rafflesia Arnodli, die größte Blume der Welt. Sie ist rot und sieht ledrig aus. Anfassen dürfen wir sie nicht, nicht weil sie giftig ist oder so, sondern weil unsere Touristen-Haut ggf. Keime, Bakterien oder Chemikalien an die Pflanze bringt. Francis sagt, sie fühlt sich ein bisschen an wie die Haut einer Wassermelone. Auf dem rechten Bild halte ich mal meinen Fuß neben die Pflanze, damit man sieht wie groß sie ist. Unser Guide meinte sie hat einen Durchmesser von etwa 70cm.
Nur wenige Meter neben der ersten Rafflesia, gab es noch eine zweite. Die erste ist an ihrem fünften Tag der Blüte, die zweite an ihrem dritten. Hier in der Region gibt es etwa 50 davon, die blühen aber nicht immer alle gleichzeitig. Hier ist auch weltweit der einzige Ort, wo sie das ganzjährig tun. Es gibt wohl noch welche auf Sumatra und noch an ein oder zwei anderen Orten, dort sind sie aber saisonal.
Unser Guide erzählt uns, dass die Pflanze ein Parasit ist, der an der Wurzel eines bestimmten Baumes wächst. Die Wurzeln kann man sogar sehen. Die Blume riecht auch nach nix, das Pärchen aus Estland hatte von irgendwem gehört, dass sie stinkt. Sie benötigt einige Monate, bis sie so groß wird (bis zu 11 kg) und die Blüte benötigt etwa 20 Stunden, bis sie komplett offen ist. Dann blüht sie für etwa 4-6 Tage.
Kurz vor dem Rückweg haben wir noch eine Knospe der Rafflesia gesehen, die sieht klein und schwarz und unscheinbar aus. Und ich könnte wetten, dass einige Touristen diese auch schonmal kaputttreten. Touristen gab es etwa 20 auf dieser Wanderung, aufgeteilt auf etwa 4 oder 5 Wandergruppen. Ich weiß auch noch nicht so recht was ich davon halten soll, dass die Reiseveranstalter die Ureinwohner dafür bezahlen, diese Pflanzen ausfindig zu machen.
Vorbei an tollen Aussichten auf die umliegenden Berge und wieder durch den tiefsten Dschungel geht es dann zurück den Berg hinab. Viel weniger anstrengend war das aber nicht, unser Guide hat ganz schön Tempo gemacht, weil Regen angesagt war.
Nach den geplanten 3 Stunden sind wir pünktlich wieder unten angekommen. Um die Matschigkeit des Weges mal ein bisschen zu verdeutlichen, haben wir mal Vorher und Nachher Bilder von meinen Schuhen gemacht. (Die sind übrigens nach zwei mal abschrubbeln immernoch dreckig…)
Auf dem Rückweg mit dem Jeep, gab es noch kurz einen Stopp bei einem indischen Restaurant, wo wir uns ein bisschen Nan-Brot zur Stärkung gegönnt haben. Bevor wir wieder zurück an unserem Hostel waren, hat unser Fahrer uns noch auf unseren Wunsch hin bei einer Erdbeerplantage abgesetzt. Wir haben zwar Erdbeeren zuhause in Deutschland, aber man muss ja auch die Erdbeeren hier mal testen. Haben wir getan. Sind lecker. Besonders mit Schokolade.
Zurück im Hostel, brauchte Conny dann erstmal ein bisschen Ruhe, ich aber nicht. Irgendwie war das noch nicht genug Sport für mich und ich habe mich nochmal in die Laufschuhe geschmissen und bin eine kleine Runde durch den Ort gelaufen. Vorbei an schönen Brücken über kleine Flüsschen oder an unspektakulären Wasserfällen. Vorbei übrigens auch an einer Milliarde Erdbeer-Plantagen oder Tee-Shops oder Honig-Shops. Alles was so die Landwirtschaft hergibt, gibt es hier ein großer Masse.
Abends gab es dann mal wieder Noodle-Cups bei uns. Wenn wir knapp in unserem Tagesbudget sind, greifen wir immer wieder gerne drauf zurück. In allen Hostels gibt es in der Regel heißes Wasser und so ein Noodle-Cup kostet irgendwie einen Euro oder so. Guten Appetit!
Auf die “Morning Madness”-Tour um 6:45 haben wir am zweiten Morgen mal verzichtet. Unsere Hostel-Chefin Valérie meinte, der Sonnenaufgang wäre nicht so toll momentan. Gut für uns, schlafen wir halt etwas länger. Wir wollten auch erstmal schauen, ob Conny die Tour von gestern zugesetzt hat, oder ob sie heute wandern gehen kann. Kann sie nicht. Tja. Dann muss ich wohl alleine was machen. Valérie empfiehlt mir, keine fette Tour zu machen, sondern auf eigene Faust zur nächsten Tea-Plantation zu hiken. Das sind etwa 4-5km bis dahin, leider nur an der Hauptstraße entlang. Macht nix, auf gehts!
Ich war dann nach einer knappen Stunde auch tatsächlich vor Ort an der ersten Teestube und habe mir erstmal ein Croissant und einen Cameron Highlands Tea gegönnt. Jetzt werdet ihr sicher sagen: Was bloggt der denn hier über Tee und Croissant, das ist doch garnichts besonderes! Ist es auch nicht wirklich. Tee trinke ich eh nicht so richtig gerne und das Croissant war solide, aber nicht überragend. Warum also drüber bloggen?
Ganz einfach. Wenn ich vom Teller hoch geschaut habe, hatte ich diesen Ausblick:
Die Teeplantage war quasi direkt unterhalb des Tee-Ladens in dem ich mich niedergelassen habe. Grandios! Hier habe ich also erstmal die Aussicht genossen und dabei festgestellt, dass ich der einzige westliche Mensch hier bin. Alle um mich rum sind nur asiatische Familien. Die meisten waren vermutlich Malaysier. Ich habe mit ein paar von denen gesprochen und die waren zumindest aus Malaysia und hatten alle Urlaub, es scheinen also gerade Ferien in Malaysia zu sein.
Vom Tee-Laden aus konnte man auch direkt runter ins “Cameron Valley”, also mitten in die Teeplantage wandern. Auch das habe ich natürlich direkt mal gemacht. Auch ohne Sonne, die sich leider nicht überreden ließ herauszukommen, sah man hier in alle Himmelsrichtungen nur saftig grüne Teepflanzen.
Und von dort unten hatte man auch eine Grandiose Sicht auf den Tee-Laden, in dem ich kurz zuvor noch zahlreiche Kalorien in Form eines Croissants zu mir genommen habe. Es liegt wie gesagt direkt oberhalb der Teeplantage.
Auf der Plantage habe ich wie erwähnt mit dem ein oder anderen Malaysier gesprochen, was anscheinend dermaßen Eindruck hinterlassen hat, dass ich auf meinem Rückweg an der Straße entlang freundlich hupend aus dem Auto gegrüßt wurde. Super nett! Lang war der Weg trotzdem und warm und ein bisschen gefährlich.
Das Erlebte habe ich im Hostel dann Conny erzählt und sie anscheinend so sehr davon beeindruckt, dass sie die Cameron Highlands nicht verlassen wollte, ohne eine Teeplantage gesehen zu haben. Nur wandern wollte sie heute nicht… kein Problem, ein netter Taxifahrer bringt uns für etwa 10€ hin, wartet dort auf uns und fährt uns dann wieder zurück, so dass auch Conny einen Tee genießen kann mit Blick auf die Plantage. Unique Selling Point sagt man in der Wirtschaft
Wieder will die Sonne zwar nicht so richtig rauskommen, aber was will man machen. Wir haben dann noch im hiesigen Shop ein bisschen Tee gekauft. In den Hostels hat man zwar meistens leider keine vollausgestattete Küche, für einen Wasserkocher reicht es aber meistens, da kann man ein bisschen Tee ja immer mal gebrauchen.
Zurück im Hostel hieß es dann noch fix einen Nudelcup futtern und dann packen, denn morgen geht es schon wieder weiter und zwar nach Kuala Lumpur, unserem letzten Stopp in Asien.
Nach der heiteren Reise am gestrigen Tag, gönnen wir Conny in Georgetown einmal ein paar Tage etwas weniger Programm. Und am ersten vollen Tag hier sogar eine komplette Pause. Ich hingegen habe Hummeln im Allerwertesten und begebe mich gen Mittag mit ordentlich Enthusiasmus und Laufschuhen ins 30 Grad warme Georgetown,
Sightseeing beim Laufen ist in riesigen Städten immer so eine Sache, in Georgetown aber sehr cool, denn die Stadt ist nicht übermäßig groß. Die Komplette Insel drumherum, Penang, ist hingegen zu groß fürs läuferische Erkunden, Mein Weg führt entlang der Hauptstraßen, was nicht unbedingt schön ist, aber selbst die Hauptstraßen hier sind überdurchschnittlich schön, denn Georgetown hat sich viel von seiner Kolonialarchitektur erhalten und durch viele moderne Gebäude angereichert. Fiese Bunker aus den 70er oder 80er Jahren sind eher selten.
Theoretisch hat Georgetown auch direkten Zugang zum Meer, die Promenade ist aber häufig zugebaut mit riesig hohen Appartmenthäusern. Strände habe ich auch nicht wirklich viele gesehen, die soll es auf Penang aber irgendwo geben. Nach etwa 10 Kilometern Laufen, verspürte ich einen leichten Hunger und der letzte McDonald’s Besuch ist ja auch schon länger her (Bangkok nämlich), also rein in den nächsten McDonalds auf einen Cheeseburger… oder sollte ich lieber den DOUBLE PROSPERITY BURGER nehmen?!
Habe ich dann lieber mal nicht gemacht. Der Name ist aber schon geil. Wohlstandsburger… Nach kurzer Pause ging es dann noch ein bisschen weiter, waren aber nur noch zwei Kilometer zurück zum Hostel, die ich dann eher spaziert bin. Hier waren dann die angesprochenen Appartmenthäuser und auch viele Hotels zu finden. Alles sehr futuristisch, alles sehr teuer vermutlich.
Mitten zwischen den rundlich geschwungenen Monster-Hochhäusern fand man aber auch immer noch massig Kolonialarchitektur. So viel wie hier haben wir weder in Kambodscha noch in Myanmar noch in Thailand gesehen. Selbst neuere Gebäude werden hier teilweise noch in dem Baustil gebaut. Viele stehen auch leer, zum Beispiel ein kleines Schlösschen direkt am Meer.
In der Straße unseres Hostels gibt es überdurchschnittlich viel schöne Architektur, nicht weit von hier beginnt auch die UNESCO World Heritage Site. Die Innenstadt von Georgetown ist nämlich Weltkulturerbe.
Wenn es nach mir ginge, müsste unser Hostel, die Hutton Lodge, auch Weltkulturerbe sein, es ist nämlich in einem schönen Kolonialgebäude untergebracht mit vielen Säulen und hohen Decken und allem. Es ist auch tatsächlich eins der besten Hostels in denen wir auf unserer Reise geblieben sind. Uneingeschränkte Empfehlung!
Im Hintergrund sieht man übrigens den Komtar Tower. Seinerzeit war er mal das höchste Gebäude in Asien, jetzt bei Weitem nicht mehr. Eigentlich gibt es von dort Oben auch eine grandiose Aussicht, wird aber bis 2015 renoviert. Verdammt. Daneben gibt es übrigens auch ein Einkaufszentrum, das schauen wir uns mal morgen oder übermorgen an. Heute gab es für die arme, bettgebundene Conny nochmal ein Sandwich von Subways von mir direkt ins Zimmer geliefert und dann war es das auch schon für heute.
Am zweiten Tag, ist auch Conny wieder halbwegs einsatzbereit und wir starten die Erkundung der Innenstadt von Georgetown. Hier gibt es einen Free Bus Shuttle, den man nehmen kann. Dieser fährt immer im Kreis und an allen Sehenswürdigkeiten vorbei. Da hier alles nicht so richtig weit ist und es nicht so richtig viele Sehenswürdigkeiten gibt, hätten wir auf den verzichten können, aber wo er schonmal da ist, nutzen wir ihn auch.
Den Bus nutzen übrigens auch viele Locals. Wer zahlt schon gerne,wenn er umsonst fahren kann. Also los gehts durch den dichten Verkehr von Georgetown.
Nach gefühlten fünf Minuten hält der Bus dann auch schon am Busterminal. Alle aussteigen! Na toll, wir wollten eigentlich weiter fahren, aber die Busfahrer machen erstmal gemeinschaftlich Pause.Also zu Fuß weiter, kann ja nicht soweit sein.
Bald laufen wir durch schöne kleine Straßen mit dem unvermeidlichen Kolonialgebäuden und entdecken neben zahlreichen Garküchen auch jede Menge Streetart. Für die ist Georgetown mittlerweile berühmt. Besonders angetan haben uns die Minions, die sind ja generell in Asien total gehypt und für uns als große Fans der Desplicable Me Filme immer willkommen.
Plötzlich stehen wir in sehr indisch anmutenden Straßen, das muss dann wohl Little India sein. Ein Chinatown gibt es auch, Malaysia ist ja bekannt für seine kulturelle Vielfalt. Und bei den ganzen Gerüchen in Little India meldet sich doch auch ein kleines Hüngerchen. Garküche? Lieber nicht mit den Antibiotikageschichten muss Conny immernoch aufpassen. Also rein in so ein Ökocafe und erstmal was zu essen bestellen. Marcus bekommt neben einem frischen Eistee asiatisches Hühnchen mit Pommes und Gemüse und Conny eine Kürbis-Süßkartoffelsuppe. Beides superfrisch zubereitet und auch sehr lecker.
Dann muss Conny auch schon wieder ins Bettchen, wir wollten es ja langsam angehen lassen und haben der Familie versprochen, noch ganz viele Ruhepausen einzulegen. Marcus ist aber nicht ausgelastet und macht sich nochmal auf den Weg. Unterwegs kommt er an einer muslimischen Demonstration vorbei und erkundet schonmal die Mall ein wenig.
Am dritten Tag geht es dann wieder zu zweit los; erstmal über einen lokalen Markt um die Ecke, auf dem es wieder mal alles zu kaufen gibt. Unterwäsche, Kinderspielzeug oder Tintenfisch; alles kein Problem.
Von dem kleinen Markt aus geht es zu Fuß zu der Mall, denn dort soll es Cranberrieprodukte geben, die Conny zur Stärkung des angeschlagenen Nieren-Blasen-Traktes nehmen soll. Auf dem Weg durch die Straßen fällt uns auf, dass jedes zweite Auto den VIP-McDonalds-Drive-Through-Aufkleber hat. Ob es bei Mäcces wohl eine Überholspur für diese Autos gibt? Marcus will auch einen.
Angekommen in der Mall bummeln wir ein bisschen durch die Gegend; Marcus gönnt sich ein neues Laufshirt und Conny sich ein neues Tshirt. Außerdem gibt es einen Cranberriesaft. Was wir noch entdecken ist eine coole Waage, die den kompletten Gesundheitszustand überprüft. Gnihihi. Für etwa 25 Cent haben wir das natürlich erstmal gemacht. Ihr könnt ja mal raten, wessen Ergebnis hier zu sehen ist.
Nochmal kurz den großen Supermarkt auschecken, wo mehr Cranberrriesaft und Zahncreme erworben wird. Die eigentliche Frage ist: Welche Zahncrememarke sollen wir nur nehmen`? Auf dem Weg zum Hostel haben wir dann den Schatten der Arkadengänge genutzt, die typisch für die Häuschen hier sind. Es ist in der Sonne dann doch recht heiß, und Bürgersteige gibt es hier nur vereinzelt.
Und wieder heißt es für Conny Bett und für Marcus rein in die Laufschuhe. Erstmal das neu erworbene Laufshirt testen. Auf dem Weg gibt es romantische Straßennamen und schöne Straßenzüge.
Und mehr Minionstraßenkunst. Conny wünscht sich einen lebendigen echten für Zuhause.
Abendessen gibt es übrigens wieder bei dem kleinen Nightmarket. Wir haben uns dieses mal auch an Nasi Birmani rangetraut. Reis mit Gemüse, recht scharf und lecker. Das ist hier typisch für die Region. Dazu gabs auch wieder indisch. Sehr lecker!
Und am nächsten Morgen heißt es auch schon tschüss, Penang. Eigentlich hatten wir einen großen Bus gebucht und sollte um 7:30 abgeholt werden. Letztendlich wurden wir um 8:30 abgeholt und sind mit einem Minivan gefahren. Okay, Hauptsache wir kommen an. Malaysia wirkt unheimlich modern rechts und links der Straße und unser Fahrer fährt zwar wie eine gesenkte Sau die kurvenreiche, bis auf 1100m hoch steigenden Straße in die Cameron Highlands hoch,bringt uns aber dafür überpünktlich ans Ziel.
Dort checken wír nach einigem Suchen in unserem Hostel Father’s Guesthouse ein, wo wir sehr freundlich begrüßt werden und direkt mal für morgen eine Tour zur größten Blume der Welt buchen. Die blüht nämlich gerade. Danach geht es fix was Essen (indisch) und danach noch ein wenig den Ort erkunden. Und dann Kräfte für morgen sammeln.
Um 9:30 Uhr sollte es eigentlich losgehen zum Ableger der Fähre, um 9:20 Uhr standen wir schon parat und… das Tuktuk auch. Das ist uns ja noch nie passiert. So richtig sicher sind wir uns nicht, dass das unser Pickup ist, aber er fährt zur Fähre und da wollen wir auch hin, also auf gehts. An der Fähre gibt es gelbe Sticker mit LP drauf (für Lipe denke ich mal) für uns. Andere tragen Nga für Koh Ngai oder Krd für Koh Kradan. Und dann heißt es warten auf unser Schiff. Gebucht haben wir das “Big Boat”, weil das wohl weniger schnell ist und Conny ja leicht Seekrank wird.
Selbst das Big Boat ist aber wohl relativ klein und auch nicht ausverkauft. Schnell das Gepäck und alle Fahrgäste an Bord und dann gehts los auf die 5 Stündige Fahrt. Gestoppt wird hin und wieder an Inseln, wo Leute zu- oder aussteigen, dort gibt es auch immer Verkäuferinnen die kurz an Bord kommen und Obst oder Chicken verkaufen. Alle Inseln sehen traumhaft aus. Seufz. Wenn wir doch bloß mehr Zeit hätten für Thailand… Jaja… NOCH mehr Zeit!
Koh Lipe liegt etwas abseits der anderen Inseln und ist auch die bekannteste der südlichen Inseln. Wir hoffen einfach mal, dass es dort noch nicht so voll wie auf Koh Lanta ist. Aber auch Koh Lanta scheint seine schönen Ecken zu haben, die wir nur nicht entdeckt haben, weil wir zu faul waren. Bei der Abfahrt entdecken wir zumindest schöne kleine Strände.
Irgendwann endet auch die längste Bootsfahrt und nach 5:30h sind wir bei Koh Lipe. Conny hat auch nicht gewürgt und nix, alles perfekt. Koh Lipe hat keinen Bootsanleger, wie übrigens fast alle dieser kleinen Inseln hier, sondern man wird auf einem Plattform-Boot rausgelassen.
Dort war es auch erstmal schön voll und alle waren verwirrt. Es läuft dann wohl so, dass man für 70 Baht das Nationalparksticket kaufen muss, auf dem steht, dass es 30 Baht kostet. Was man zum Zeitpunkt des Kaufes noch nicht weiß: Man zahlt 70 Baht, weil man die Fahrt mit dem Longtail-Taxi-Boot mitbezahlt. Die Boote warten schon auf die Touristen und bringen sie zu den einzelnen Resorts. Wir müssen zum Gipsy Resort und sind damit auch nicht die einzigen.
Der erste Strand den man vom Boot aus sieht ist wohl der Pattaya Beach. Nicht gerade unser Ding, denn er ist viel zu voll. Wir sind glücklich, als das Boot an diesem Strand vorbei zu einer ruhigeren Ecke fährt.
Die Insel ist ja wirklich nicht groß. Etwa 2km mal 1km würde ich schätzen. Am Sunrise Beach wird das Boot langsamer, wir freuen uns: Endlich Traumstrand!
Auch der Bungalow im Gipsy Resort ist genau das, was wir uns seit 3 Wochen schon wünschen: Simpel aber nicht zu simpel. Er hat richtige Holzwände und ein Dach mit Bananenblättern. Ein Freiluftbad, aber einen Ventilator an der Decke. Wir fühlen uns wohl. So wohl, dass ich direkt mal in der Hängematte auf unserer Veranda einschlafe. Is this Paradise?
So richtig viel machen wir am Ankunftstag nicht mehr. Wir testen noch das türkisblaue Wasser, den weißen Strand und das Restaurant unserer Bungalowsiedlung. Letzteres befinden wir für okay. Conny ist sogar absolut begeistert von den Shakes, die es dort gibt. Auch die “Walking Street”, also die tatsächlich vorhandene Einkaufsstraße schauen wir uns noch kurz an. Kurz bevor wir ins Bett fallen, wird ein riesiger Schwertfisch an uns vorbeigeschoben. Den hat wohl ein ambitionierter Hobbyangler an Land gezogen. Nichts für mich, aber trotzdem beeindruckend.
Was kann schon schief gehen am schönsten Ort der Welt? Wir werden wach und sehen blühende Blumen und blauen Himmel. Wir blinzeln in die Sonne und hören die Wellen und… haben Schmerzen an der Niere. Zumindest Conny. Das kann nicht gut sein.
Unser Weg führt uns direkt zum Arzt, der sagt es ist eine “Infection of the kidney”. Es gibt Antibiotika, Schmerzmitel und mehr Antibiotika für die arme Conny und dann geht es zurück zu unserem Bungalow.
Also müssen wir es erstmal ruhig angehen lassen. Der geplante Schnorcheltrip fällt also flach. Stattdessen sitzen oder liegen wir viel und genießen den Bungalow und den traumhaften Ausblick.
Als hätte das Wetter das mit Connys Niere gemerkt, zog sich Nachmittags direkt mal der Himmel zu und es fing arg an zu stürmen. Auch Regen setzte dann ziemlich heftig ein. Wie lange das denn immer so bleibt, fragen wir einen netten Angestellten, “All day” war seine Antwort. Verdammt.
Okay, wenn das eh den ganzen Tag so geht, müssen wir früher oder später ja etwas zu Essen und zu Trinken organisieren. Also raus in den Regen und Proviant gekauft als müssten wir einen Atomkrieg überdauern. Darunter übrigens auch eine grandiose Pizza Magherita. Mit all dem Kram pflanzen wir uns also in unseren trockenen Bungalow und tun das was wir momentan am besten können: nichts.
Der Regen hörte dann übrigens 5 Minuten nachdem wir im Bungalow angekommen sind auf und es wurde wieder blauer Himmel, aber das nur nebenbei. Hoffentlich geht es Conny morgen besser.
Heute sind wir dann ins Smile Sunset Resort umgezogen. Schade eigentlich, denn das Gipsy Resort war eigentlich ganz cool. Ich habe mich noch morgens um 7 zum Sonnenaufgang am Sunrise Beach gequält, war aber garnicht mal so spektakulär. Hier hängen immernoch relativ viele Wolken am Himmel.
Nach einem kurzen Frühstück heißt es dann Auschecken und Umziehen. Da Conny noch einen Termin beim Insel-Doc hat, schleppe ich halt das Gepäck in unsere neue Bleibe. Das habe ich mir aber nicht gut überlegt, die beiden großen Rucksäcke waren in der Hitze schon nicht ganz so leicht. Man sieht es mir auch garnicht an.
Naja, dafür wartet ein schöner Bungalow auf uns. Ein wenig rustikaler noch als der letzte, aber immerhin mit weichem Bett und Ventilator. Schnell Conny vom Arzt abholen und ab ins Bett mit ihr. Sie hat immer noch ein bisschen Nierenschmerz und wir lassen sie mal lieber im Bett, bevor wir sie noch kaputt machen.
Unser Resort ist jetzt etwas weiter vom Strand weg, dafür ist der Sunset Beach an dem wir jetzt sind viel schöner als der Sunrise Beach auf der anderen Seite der Insel. Hier ist auch alles etwas ruhiger und weniger touristisch, was wir sehr genießen. Ein netter Thai führt hier das “Resort” und hat es erst letztes Jahr eröffnet, dementsprechend improvisiert ist hier alles.
Ab hier übernimmt Conny mal wieder: Das Resort befindet sich übrigens auch mitten im Dschungel, was einen besonderen Charme hat. Während ich dann also im Bett rumvegetierte, vertrieb sich Marcus die Zeit mit Fotos sortieren und Laufen gehen. Irgendwie hatten wir uns den Aufenthalt auf dieser traumhaften Insel so ganz anders vorgestellt.
Abends gab es dann für Marcus nochmal einen Ausflug an den Sunset Beach für den Sunset natürlich. Immer noch etwas bewölkt, aber trotzdem malerisch.
In der schön beleuchteten Strandbar gab es dann kein Abendessen, stattdessen hat der Held sich auf den Weg gemacht, die von mir gewünschten Spaghetti aufzutreiben und musste dabei bis in das Inselzentrum zurück. Dort war um diese Zeit garnicht mal soviel los, wir fragen uns immer, wo die ganzen Leute aus den ausgebuchten Resorts eigentlich so bleiben.
Zurück kam der beste Krankenpfleger dann mit den ungelogen leckersten Spaghetti Pomodore, die ich jemals zu mir genommen habe. So kann die Genesung ja nur voran schreiten.Wir betiteln ihn im Folgenden nur noch als Spaghetti-Held, Retter, oder Super-Marcus. Beim Super-Marcus gab es hingegen nur Chashew Chicken, dass offenbar sehr scharf war, naja dafür durfte er dann meine Reste verputzen.
Schlaf ist die beste Medizin, also ging es früh schlafen ohne besondere Vorkommnisse. Lediglich ein giftig aussehender Frosch blockierte kurzzeitig das Bad, zog sich aber vornehm zurück. Geweckt wurden wir ganz dschungelmäßig von irgendeinem verrückten Vogelvieh, das sich so lange in sein Geschrei hineinsteigert, bis seine Stimme überschlägt und es von vorne anfangen muss. Putzig.
Am nächsten Morgen ging es mir schon deutlich besser, sodass ich den kurzen Weg zum Strand meistern konnte, wo wir ein kleines Frühstück zu uns nahmen. Bei Marcus gabs Fruchtmüsli, bei mir eine Zimtrolle. Vertauschte Welt . Auf dem Weg zum Strand passierten wir übrigens widerlich große Spinnen, die in den Bäumen hockten. Falls wir vergessen hatten, dass wir auf einer tropischen Insel im indischen Ozean sind, war dies die Erinnerung.
Ein weiterer recht ereignisloser Tag für mich, Super-Marcus ging wieder ein bisschen Laufen; der Besitzer des Resorts hatte eigentlich beim Anblick von Marcus Laufschuhen gemeint, da er sich selbst welche für teures Geld gekauft hätte, wolle er heute Abend mit ihm mitlaufen. Bevor es ernst wurde, zog er sich jedoch wieder aus dem aktiven Sport und in seine Hängematte zurück.
Der Tag im Bett war der Gesundheit förderlich, sodass wir heute gemeinsam den Sonnenuntergang am Sunset Beach sehen konnten und bei der Gelegenheit auch gleich dort Abend gegessen haben. Es war sehr malerisch, wirklich ein toller Ort diese Insel, schade dass wir so wenig dort machen konnten. Wir werden dieses kleine Paradies mit dem weißen Sand, kristallklaren türkisen Wasser und blumenbehangenen Wegen vermissen, sind aber froh, es dann im letzten Anlauf noch gesehen zu haben.
Denn dies war auch schon unser letzter Abend auf Koh Lipe, am nächsten Morgen geht es nach Malaysia, genauer nach Georgetown. Zunächst müssen wir aber erstmal zum Laden, der den Transport nach Langkawi regelt, denn dahin fährt das Speedboat von Koh Lipe zunächst. Super-Marcus ist wieder schwer bepackt und wir müssen vor der Abfahrt zunächst einmal unsere Pässe abgeben, um überhaupt aus Thailand ausreisen zu können, Langkawi ist bereits in Malaysia. Das Gepäck lassen wir am Strand und steigen in Longtailboote, die uns und das Gepäck separat auf die Plattformschiffe vor der Insel bringen.
Auf der bekommen wir dann unsere ausgestempelten Pässe wieder und ab gehts ins Speedboat. Ich will nicht lügen, die Fahrt war schnell und ein wenig holprig. Aber wenigstens war es nicht mehr so stürmisch wie die letzten Tage und die See recht ruhig. Nach einer Stunde sind wir schon in Langkawi, vom Pier aus gehts in den Minivan, der uns erst zur Immigration und dann zum nächsten Pier bringt. Dort kommen wir dank Zeitverschiebung dann genau einige wenige Minuten zu spät für das frühe Boot nach Penang an und können erst um viertel nach fünf weiter. In der Zwischenzeit stärken wir uns ein wenig bei KFC, bevor es ein Glück mit einem komfortablen Bigboat weiter nach Georgetown auf Penang geht.
Auf diesem haben wir Glücksvögel eine ganze Reihe für uns frei, sodass ich die 3-stündige fahrt liegend und dösend verbringen kann, während Marcus sich mit den angebotenen Filmen beschäftigt und den spektakulär farbigen Sonnenuntergang aus dem Fenster beobachten kann.
In Georgetown dann schnell ein Taxi gesucht und uns zu unserem Hostel, der Hutton Lodge, bringen lassen. Das geschieht zwar erst nach einiger Verwirrung, da im Lonely Planet die falsche Hausnummer steht, aber nach einiger Telefoniererei bringt uns der Fahrer ans Ziel. Dort empfiehlt uns der nette Besitzer dann noch einen netten Laden, wo wir was Essen können,denn es ist schon halb zehn.
Es handelt sich um einen kleinen Nightmarket, mit Livemusik und kleine Ständen, an denen man sich sein Essen betellen kann! Klasse. Wir entscheiden uns für indisch. Chicken bzw Gemüse Massala mit Nan Brot. Sehr lecker. Und garnicht so untypisch malaysisch. Malaysia besteht nämlich aus einer Vielzahl von Kulturen, von denen die indische eine ist. Noch ein wenig die Livemusik genießen und dann geht es auch endlich ins wohlverdiente Bettchen. Da sind wir also in Malaysia, dem sechsten und damit auch schon drittletzten Land unserer Reise.
Am 4. Januar haben wir dann unsere Zelte in Kaoh Lak abgebrochen und sind weiter gen Süden gereist. Generell bietet Thailand ja eine Menge an Inseln, nur leider haben wir uns die ungünstigste Zeit zum Reisen ausgesucht, den so ziemlich alles ist ausgebucht. Auf Koh Lanta haben wir noch ein Plätzchen gefunden und ab gings mit Minivan und Fähre an den Khlong Khong Beach. Der Pickup sollte um 7 Uhr sein, das heisst früh aufstehen. Um halb acht stehen wir immer noch vor unserem Swiss Guesthouse. Keiner da. Der Deutsche in uns bekommt so langsam Panik. Also lieber mal anrufen und fragen, ob denn noch jemand kommt. Der Thai versichert mir, um acht Uhr käme jemand. Na toll. Es kommt dann tatsächlich ein nicht wirklich gut gelaunter Fahrer und verfrachtet uns mit 8 anderen Leuten ins Auto und 6 Stunden später sind wir schon da, eine Stunde früher als geplant. Cool!
Wir checken erstmal in unser Resort ein, das Isara Lanta. Dort teilt uns der holländische Manager dann mit, dass er uns aufgrund der starken Auslastung freundlicher weise leider downgraden muss und er uns anstatt des gebuchten Deluxe Bungalows nur einen Basic Bungalow anbieten kann. kostet dafür deutlich weniger, nämlich nur 800 Baht, das sind knapp 20€. Nagut, viel anderes bleibt uns ja eh nicht übrig.
So schlimm wird es schon nicht werden, wir sind ja nicht auf einem Luxusurlaub. Erstmal die Bar und den Strand auschecken. Die Bar entpuppt sich dann als enorm chillig und idealen Platz für ein paar lauschige Stündchen,-von denen sollten wir noch genug haben die nächsten Tage .
Der Strand ist relativ breit, ein bisschen wie in Kaoh Lak, und es reiht sich ein Resort an das nächste. An Auswahl für ein nettes Essen am Strand wird es uns nicht mangeln! Alles sieht sehr einladend aus, auch direkt am Strand mit Hollywoodschaukeln, Fackeln und dergleichen.
Den ersten Tag haben wir dann also auch mit relaxen und entspannen verbracht, wie den nächsten auch. Es war wirklich schwierig, sich zu irgendetwas aufzuraffen und nicht lieber noch einen Fruchtshake zu trinken. Aktivitäten jedweder Art erschienen einfach zu anstrengend. Der Manager und Barkeeper selbst hatte schon ein Schild aufgestellt “Management in the hammock”, und tatsächlich hat er 90% der Zeit in der Hängematte gechillt, unterbrochen nur von Salsastunden, die er bei einer Strandschönheit nahm und sich noch nicht einmal besonders geschickt anstellte.
Marcus konnte sich wenigstens zum Joggen und Fotos sortieren aufraffen, das ging bei mit nicht. Auch das Bloggen fiel uns angesichts der wenigen zu bloggenden Aktivitäten etwas schwer. Aber auch das ist eine Facette unsere Weltreise, wir nennen es seit neuestem den “Urlaub vom Reisen”.
Das Einzige, wozu ich mich aufraffen konnte, war das Essen. Wir waren in einem englischen Laden und haben dort Cheeseburger gegessen, einer der besten auf meiner Bewertungsskala. Tatsächlich war er so gut, dass Marcus am nächsten Abend ebenfalls einen aß, während ich zu diesmal leider enttäuschenden Thaiessen griff.
Immerhin haben wir hier tolle Sonnenuntergänge gehabt, die Sonne versank mal nicht im Dunst und das Meer hatte sich soweit zurückgezogen, dass es die Felsen im Meer preisgab. Und auch wenn es das nächste Foto nahelegt: Marcus betreibt kein Yoga und hat beim posieren für das Foto auch signifikant gewackelt.
Eine Entschuldigung für die ausgesprochene Faulheit habe ich aber schon: die Nächte in unserem Bungalow waren alles andere als entspannend, was nicht nur daran lag, das der Ventilator nur dann ging, wenn gleichzeitig das Licht brannte, also nicht Nachts, sondern die Matratze ungefähr so hart war wie der nackte Betonboden selbst. Als Stressfaktor stellten sich zudem handtellergroße Kakerlaken heraus (Hier übertreibt Conny, Anm. d. Red.), die gerne mit uns das Bett teilen wollten, was wir aus nachvollziehbaren Gründen für keine gute Idee hielten. Die erste konnten wir noch verjagen, die zweite musste mit dem Leben bezahlen. Muhahaha.
Nach derart stressvollen Nächten und stressfreien Tagen sind wir dann nochmal für 2 Nächte in eine luxuriösere Unterkunft gezogen. Die war zwar exorbitant teuer und hatte kein WLAN, dafür aber ein weiches Bett und eine Klimaanlage.
Das Gooddays Resort liegt an einem anderen Strand, der ein wenig schöner ist als der vorherige und den wir mit einer Vielzahl skandinavischer Familien teilen, Long Beach hieß der glaube ich in englischer Übersetzung. Der Bungalow ist geräumig und hat wie gesagt eine Kimaanlage und vor allem ein weiches Bett, was unseren geschundenen Rücken gut tut. Man ist ja keine 20 mehr.
Unten links sehr ihr übrigens den Blick aus unserem Fenster, mehr oder weniger direkt aufs Meer. Dazwischen war nur noch der leicht milchige Hotelpool, aber wir wollen ja nicht wählerisch sein. Vom Bungalow zum Meer waren es etwa 30 Meter oder 20 Sekunden.
Die Vorzüge der Klimaanlage nutzend haben wir hier viel Zeit im Bungalow verbracht, Marcus beim Fotosortieren, ich beim Musikhören und Lesen, unterbrochen von kleinen Ausflügen an den Pool, den Strand und zum Muschelsuchen.
Oder zum Cocktailtrinken. Mit das schönste an dem Resort war nämlich die Cocktailbar direkt am Strand, in der eine alte, kaum englischsprechende, liebenswürdige Thaifrau leckere Cocktails mixte, die man dann direkt mit Blick auf den Sonnenuntergang genießen konnte. Bei uns zwar weitestgehend Alkoholfrei aber trotzdem lecker. Alkoholfreie Cocktails werden übrigens anscheinend Mocktails genannt, das wusste ich auch noch nicht.
Den ein oder anderen Mocktail oder Cocktail haben wir uns dann auch gegönnt, und es uns gutgehen lassen. So langsam neigen sich unsere Strandtage ja dem Ende, nach Koh Lanta sind es noch etwa 4 bis 5 Nächte bis Malaysia.
Die Sonnenuntergänge im Familienresort waren zwar nur halb so romantisch wie in chilligen Beachbars von faulen Barkeepern, aber schön waren sie trotzdem. Zumal es hier in Thailand überall so herrliche Sitz- und Chillmöglichkeiten gibt. Halb Bett halb Stuhl, wer weiß das schon so genau…
Auch den Pool haben wir getestet, Marcus ist ja ein wenig sensibel was Steine und Getier im Wasser angeht, so dass er hin und wieder lieber im Pool planscht. Von dort aus hat man den Strand ja genauso gut im Blick wie aus dem Meer.
Unsere größte Leistung dieser Tage war eine Wanderung zur nächstgelegenen Beachbar in der Mittagssonne, dabei ist dieses schön-sommerliche Foto von uns entstanden.
Man muss es so sagen: Auf Koh Lanta kann man gut chillen. Die Insel ist quasi voll entwickelt. Es gibt alles was das Herz begehrt: Von der französischen Bäckerei bis zum Nacho-Teller am Strand bekommt man alles. Auch Supermärkte gibt es wie Sand am Meer (den gib es hier natürlich auch). In einem solchen gab es dann Abends noch ein paar Wurst-Käse-Taschen (da hat Marcus schon eine Sucht nach entwickelt) und dann war es das mit Koh Lanta.
Auch wenn wir uns hier sehr wohl gefühlt haben, ist das nicht das Thailand was wir erwartet oder erhofft haben. Ein wenig einsamer und unentwickelter könnte es dann schon sein. Die Klimaanlage und der Hotelpool sind zwar schön so zwischendurch aber eigentlich wollen wir es eine Nummer kleiner.
Wer sind wir eigentlich!? Wir sind beide noch jünger als 30 und kommen gebürtig aus Paderborn. Gewohnt haben wir die letzten Jahre in Darmstadt. Und jetzt heißt es: Schluß mit Alltag. Conny ist gerade fertig mit ihrem Studium, Köthi hat bereits ein paar Jahre im Job hinter sich. Ab Oktober 2013 geht es für 9 Monate um die Welt!