Heute Abend heißt es leider schon Goodbye Melbourne. Den Tag heute haben wir aber fast noch komplett zur Verfügung, bevor heute Abend unser Nachtbus geht. Nach einem ausführlichen Frühstück, haben wir zunächst einmal unser Zimmer räumen müssen. Ich bin daraufhin noch einmal Laufen gegangen und Conny hat ein bisschen im Common Room des Hostels entspannt. Ich hatte schon am Vortag Lust, in den Botanical Gardens in Melbourne zu Laufen, dort führt eine 4km Laufstrecke entlang und dort tummeln sich viele Läufer. Es gibt auch mehrere Wasserspender und zwei sekundengenaue Uhren, nämlich alle 2km eine. Plötzlich stehe ich nach meiner ersten Runde in einer Gruppe von Menschen und stelle fest, dass ich unmittelbar bei den Australian Open gelandet bin, die hier unter Anderem in der Rod Laver Arena ausgespielt werden. Cool. Erstmal fotografisch festhalten, ebenso wie den Blick auf Melbourne City, bevor es zum Duschen zurück ins Hostel geht.
Frisch geduscht haben Conny und ich uns dann um die Verpflegung für die Busfahrt gekümmert. Wir haben mal ein bisschen mehr Geld als sonst in die Hand genommen und uns richtige Ciabatta-Brötchen gegönnt, nicht nur Toast wie sonst. Diese haben wir mit Salami, Schinken, Käse und Mustard belegt und in Frischhaltefolie für später eingepackt. In die “Greyhound”-Busse darf man zwar Essen mitnehmen, aber kein warmes. Bleiben also fast nur Sandwiches.
Am späten Nachmittag fuhren wir dann wieder in Richtung South Cross Station, wo wir vor wenigen Tagen noch angekommen sind. Manchmal ist es schon gruselig, wie schnell die Zeit vergeht. Ist auf jeden Fall nur wenige Stationen entfernt und wir sind ruckzuck und viel zu früh für unseren Bus dort.
Wir haben es uns dann fürs Warten bei Hungry Jack’s bequem gemacht. Hungry Jack’s ist übrigens “BurgerKING” in Australien. Irgendwer hat erzählt, dass jemand anders die Namensrechte für den Namen “BurgerKiNG” besitzt und deshalb hier alle Restaurants anders heißen. Wir haben dort auch nochmal die Steckdose genutzt (obwohl sie einen Wackler hatte und wir mit unseren Steckern kreativ werden mussten), um alle unsere Geräte aufzuladen, denn angeblich gibt es im Bus free Wifi! Wir waren auch nicht die einzigen komischen Leute im Hungry Jack’s, einige Meter neben uns, verfütterte ein junger Mann zwei ganze Toastbrote an die im Bahnhof ansässigen Vögel. Wir haben ihn Crazy Bird Boy getauft. Er hat sich auch stets diebisch gefreut, wenn er Brot irgendwo hingeworfen hat, wo man es vielleicht nicht hätte hinwerfen sollen…
Um 20 Uhr ging unser Bus dann auch los. Einchecken war problemlos möglich, WLAN natürlich nicht vorhanden und der Bus rammelvoll. Verdammt, das haben wir uns anders vorgestellt.
Der Bus war nämlich nicht nur total überfüllt, sondern auch noch echt unbequem. Ich brauche ja schon echt wenig Platz für meine Beine, aber in dem Bus war keinen Millimeter mehr Platz. Und damit sollen wir also 12 Stunden überleben, oha! Die Busfahrt erreichte ihren Tiefpunkt, als ein Mitreisender seinen Verdauungsprozess geruchvoll auf der Bordtoilette finalisierte. Dies geschah ungefähr 3 Minuten nach dem offiziellen Toilettenstopp und das Bordklo sowie eigentlich das komplette hintere Drittel des Busses waren von nun an unbenutzbar.
Überlebt haben wir irgendwie doch, empfehlen können wir Greyhound aber in keinster Art und Weise. Für den geleisteten Service war das Ticket viel zu teuer! Eigentlich waren ALLE Bus-Services, die wir in Südostasien genutzt haben, besser als dieser. Im Nachhinein würden wir eher mit dem Zug fahren oder tatsächlich einen Inlandsflug buchen, die sind nicht so richtig teuer, wenn wir das richtig gesehen haben. Nichtsdestotrotz sind wir um 7:45 Uhr morgens in Sydney angekommen! Yeah! Fürs Einchecken mal wieder viel zu früh, also los gehts auf eine kleine Erkundungstour. Erster Stopp: Darling Harbour.
Das Ausgehviertel Sydneys machte sich schon bereit für den Abend, dort finden nämlich die Feierlichkeiten zum Australia Day statt, der zufälligerweise heute ist. Welch Glück, dass wir hier sind! Wir schlendern ein wenig an den Restaurants entlang und gönnen uns ein Croissant zwischendurch. Schön beobachten konnten wir auch einen Benefizlauf für Kinder mit multipler Sklerose, der gerade stattfand und mit so einer “HOLI Farbrausch”-Geschichte kombiniert wurde. Alle Läufer waren also bunt bekleckst. Ich wäre ja zu gerne mitgelaufen. Nächster Stopp war dann Paddy’s Market, der liegt direkt um die Ecke.
Hier bekommt man, wie beim Queen Victoria Market in Melbourne, alles und nichts. Von Kleidung über Tekki-Kram bis hin zu Obst und Gemüse findet man hier eigentlich alles. Ich habe mir dann auch ein günstiges Australia-Trikot gegönnt, auch um am Australia-Day adäquat gekleidet zu sein, Conny hat sich ein bisschen Obst gekauft.
Zurück im Hostel konnten wir dann auch bereits einchecken und unser Zimmer beziehen. Endlich haben wir wieder ein Doppelbett, in Melbourne mussten wir mit einem Etagenbett leben. Insgesamt macht unser Hostel, das “790 on George” einen guten Eindruck. Wir haben eine Küche und mehrere Aufenthaltsräume, das Internet ist schnell wenn auch nicht kostenlos, top! Wie es der Zufall so will, haben auch Amy und Ben von http://amysadventures.travellerspoint.com hier ein paar Nächte gebucht und die werden wir auf jeden Fall hier wiedersehen!
Nach kurzer Rast, ziehen wir direkt wieder los, wir wollen ja nicht so viel vom Australia Day verpassen. Entlang der St. George Street fährt die Buslinie 555 in Richtung Circular Quay und zwar umsonst, das machen wir doch erstmal und landen direkt an einem der Wahrzeichen Australiens, der Sydney Opera.
Hier gibt es dann einen kurzen Fotostopp. Es gibt glaube ich sogar Fotos von mir vor der Oper von vor 5 Jahren, aber damals mit deutlich schlechterem Wetter. Auch der kleine Maulwurf war mit und musste vor der Oper Motiv stehen.
Es war insgesamt relativ viel los um den Circular Quay herum. Viele Menschen feierten mit Live-Musik den Australia Day und viele Boote waren auch unterwegs, die liefern sich irgendwann im Laufe des Tages auch noch ein Rennen, das haben wir aber erst hinterher erfahren.
Alkohol gab es so vor der Bühne oder am Hafen keinen, denn in den meisten öffentlichen Orten in Sydney ist Alkoholkonsum verboten. Also wurde wenn dann in den Pubs getrunken und die hatten vor der Tür dann abgesperrte Bereiche, wo das erlaubt war.
Nach der Fotosession vor der Oper haben wir uns dann ins Viertel “The Rocks” aufgemacht. Sydneys ältestes Viertel und auch eigentlich eines der Ausgehviertel mit viele pittoresken Pubs und Restaurants sowie einem Künstlermarkt an Wochenenden.
Da ja heute Sonntag ist, findet der Markt auch heute statt und wir schmeißen uns ins Getümmel. Natürlich nicht ohne einen leckeren Erfrischungsdrink. Hier gibt es “Old School Lemonade” am Straßenrand, sowas leckeres habe ich lange nicht getrunken.
Der Markt bietet viel Handwerkskunst und viel Mode, Conny war zum Beispiel Hin und Weg von den vielen sommerlichen Kleidchen und möchte – ich zitiere – “wiederkommen, wenn ich ganz viel Geld habe”. Alles klar, ich käme dann auch nochmal mit.
Auch das Löwenbräu-Haus ist hier in the Rocks, das darf ja nicht fehlen. Cool auch der Slogan “Party, ja?”… als würden wir Deutschen hinter jedem Satz immer “ja?” hängen. Aber vielleicht ist das einfach das Bild, was man so von uns im Ausland hat. Bratwurst mit Sauerkraut kostet übrigens 26 Dollar. Günstiger war da schon der Munich Butcher zwei Straßen weiter, der Thüringer Bratwurst für 10 $ anbot, war uns aber auch heute zu teuer.
So trabten wir langsam wieder weg von “The Rocks” zurück nach Darling Harbour, da soll Abends große Party sein mit Lightshow und Fireworks und dem Auftritt von irgendwelchen Töchtern von irgendwelchen berühmten Australiern oder so. Auf dem Weg haben wir noch eine gratis “Pepsi next” abgegriffen, garnicht mal so lecker.
Am Darling Harbour stauten sich schon die Leute an den besten Plätzen für das Feuerwerk, zwei Stunden vorher, das hätten wir nicht erwartet. Zwei Stunden wollten wir aber auch nicht irgendwo campen, um die besten Plätze zu haben, also haben wir uns zunächst mal was zu Essen gesucht.
Fündig wurden wir bei “Georgie’s”, dort gibt es “Spuds and Snags”, also quasi Kartoffeln und Snacks. Bei Conny gab es eine Ofenkartoffel mit Sauerrahm und bei mir eine “Bratwurst”. Yeah!
Wir sind dann um den Darling Harbour herumspaziert und haben uns noch die Militärkapelle angehört, die gerade gespielt hat, als wir noch einen leichten Hunger auf ein Eis verspürten. Nichts einfacher als das, hier gibt es ja genug Eiscafés und so teuer kann ein Eis ja auch nicht sein.
Weit gefehlt, das Eis kostet 6,90 $. Dafür ist es aber auch riesig groß und schweinelecker. Als wir aus dem Eis-Koma erwachen, ist es schon am dunkeln und wir suchen uns plätze in drölfter Reihe für das Feuerwerk, welches dann auch pünktlich beginnt.
Wir hatten ja schon mit etwas größerem gerechnet, aber was hier abgefeuert wurde, haben wir so noch nicht erlebt. Wir sind ein bisschen traurig, dass wir das Neujahrsfeuerwerk verpasst haben, das soll ja auch immer überragend sein.
Speziell das Finale des Feuerwerks war schon riesig. Auch die Videoprojektionen auf den versprühten Wasserstrahlen war toll anzuschauen. So klischeehafte “Aaaaah”s und “Ohhhh”s wie die Zuschauer hier von sich gegeben haben, haben wir auch noch nirgends gehört, vielleicht sind wir deutschen einfach zu wenig begeisterungsfähig. ![]()
Nach dem Feuerwerk leerte sich der Harbour relativ fix und auch wir traten unseren Heimweg an. Dabei haben wir einen kleinen Umweg durch Chinatown gemacht und eine Gasse entdeckt, wo beleuchtete Kinderförmige Lichter herumhängen. Das war ein bisschen gruselig.
Auch einen kleinen Snack haben wir uns noch gegönnt, nämlich in Harry’s Café de Wheels. Das ist so der berühmteste Hotdog und Pie-Laden hier in Sydney, mussten wir natürlich testen. Lecker aber scharf.
Das war er also, unser erster Tag in Sydney. Relativ müde von der anstrengenden Busfahrt geht es zurück ins Hostel. Morgen wollen wir ein bisschen weiter die Stadt erkunden, ENDLICH mal wieder selber kochen, und abends dann als Highlight ins IMAX Kino.


