Um 11 Uhr haben wir aus unserem Hostel, dem “Reggae Guesthouse” ausgecheckt, insgesamt war das ganz cool hier. Alles etwas eng und so, dafür aber mit kleiner Küche und heißen Duschen. Das Hostel hat so 15 Zimmer oder so und war somit auch noch recht familiär. Man kannte nach einer Zeit auch ein paar Nachbarn, so zum Beispiel die Französinnen mit dem Schellenfußband, die immer früh morgens durch die Gänge gepoltert sind. *grml*
Beim Auschecken haben wir jetzt auch ein sperriges Gepäckteil im schönen Reggae Guesthouse gelassen, nämlich unser Moskitonetz. Wir haben es nicht einmal gebraucht. In allen Regionen, in denen Malaria- oder Denguegefahr bestand, haben wir entweder montierte Netze vorgefunden oder bereits abgedichtete Fenster. In Australien und Neuseeland gibt es zwar auch Mücken, aber keine Malaria, also hinfort mit dem schweren Netz, mein Rucksack wird spontan gefühlte 30kg leichter.
Von unserem Hostel aus hätte man für etwa 25€ zum Flughafen gebracht werden können, das war uns aber zu teuer. Die meisten Onlineforen empfehlen den Zug, der kostet etwa 10€ für zwei Personen, wir entscheiden uns jedoch für den Bus, der kostet etwa 5€ für zwei Personen. War auch total Easy und der Bus war total leer. Warum nicht mehr Leute mit dem Bus fahren ist uns ein Rätsel. Am Flughafen haben wir dann kurz eingecheckt, bei Mc Donalds gegessen und unsere letzten Malaysischen Münzen und Scheine in Schokolade investiert, dann ging es auch schon los in Richtung Melbourne. Etwa 7 Stunden dauerte der Flug, genug Zeit für ein paar Spielfilme und ein Chicken Korma an Bord.
Knapp 6500km später kommen wir um 2:30 Uhr morgens Ortszeit in Melbourne an. Ein wenig gerädert, wie wir feststellen müssen. Der Plan war es, erstmal am Airport zu frühstücken, was jedoch scheitert, da hier auch noch kein Laden auf hat. Nichtmal bei Mc Donald’s bekommen wir einen Kaffee. Stattdessen nutzen wir das WLAN am Airport für ein paar Telefonate in die Heimat. Dort ist es ja gerade mal Mittag. Gegen 6 Uhr nehmen wir den Bus in Richtung Innenstadt und steigen dort an der South Cross Station in eine Regionalbahn um, die uns zur Yarra Station bringt. Dort ist unser Hostel, das Claremont Guesthouse.
Dort können wir natürlich noch nicht einchecken, das dachten wir uns schon vorher. Aber wenigstens unser Gepäck können wir dort lassen und werden auch direkt mit gratis-Frühstück versorgt. Das ist schonmal klasse. Anschließend stampfen wir mit tiefschwarzen Ringen unter unseren Augen los, um die Umgebung zu erkunden. Wir hatten uns vorher ein cooles kleines Café rausgesucht, dass nicht weit von unserem Hostel zu finden ist und von allen empfohlen wird, also los gehts.
Unterwegs finden wir ein paar beschauliche Straßenzüge mit viel Grün und vielen sporttreibenden Australiern. Unser Café finden wir schließlich an einem Flussufer. Dort gibt es noch ein kleines Croissant für uns, sowie endlich einen Kaffee für Conny sowie eine Organic Cola aus Neuseeland für mich. Junge,junge, die war lecker! Zurück im Guesthouse waren wir dann etwa um 10 Uhr, immernoch viel zu Früh zum einchecken. Und während ich dort kurz die Porzellanabteilung besichtige, schläft Conny friedlich in der Lobby ein. Oha. Soll ich sie wohl wecken? Mache ich schließlich und vereinbare mit ihr, dass sie hier weiterschläft und ich nochmal ein bisschen die Stadt erkunde. Wenn ich mich auch hinsetzen würde, würde ich auch sofort einschlafen, das will ich aber nicht, also los gehts.
Melbourne ist voller schöner Parks, zumindest mal auf der Strecke von South Yarra in Richtung Innenstadt. Nicht umsonst wurde Melbourne zur “Most Liveable City” gewählt. Während wir uns hier aufhalten, finden übrigens auch die Australien Open hier Stadt und alle sind ein bisschen wuschig deswegen. Wir aber nicht, Tickets kosten mehrere hundert Dollar, das haben wir leider nicht übrig. Auf dem Weg sehe ich auf jeden Fall viel Werbung dafür. Ich sehe auch ein paar Fahrradausleihstationen, was ich als alter Callabike-Kunde in Deutschland mal ganz interessant fand. In Melbourne muss man übrigens auf jeder Fahrt einen Helm tragen und die liegen einfach auf den Fahrrädern. Anscheinend werden davon nur wenige geklaut, in Deutschland vermutlich undenkbar.
Weiter führt mein Weg vorbei an der National Gallery of Victoria in Richtung Stadt. Dort mache ich zwar einen Stopp, aber nur für das Free Wifi. Auf Höhe der Flinders Station fängt dann die eigentliche Innenstadt an.
Die Flinders Station zieht sich am Yarra River in etwa so entlang wie die Houses of Parliament in London an der Themse, finde ich zumindest. Auch die Brücke über die man schreitet, hat meines Erachtens schon ein wenig Ähnlichkeit mit ihrem Pendant in London.
In der Innenstadt finden sich ein paar wenige sehr sehenswerte Häuschen und Kirchen, der Rest ist aber wie in unserer Heimat in Paderborn architektonisch nicht ganz so gut gelungen.
Eine Ausnahme wäre auf jeden Fall die Victoria Library, die hiesige Bibliothek, die sieht sehr gelungen aus. Dort endet auch meine Tour für heute, es ist schon nach 12 und man hat uns versprochen, ab 12 in unser Zimmer einziehen zu können. Also ab nach Hause mit der Tram.
Dort im Hostel erstmal Conny geweckt und erfahren, dass wir noch bis 13 Uhr warten müssen. Naja wir werdens überleben und versuchen nicht einzuschlafen. Um ein Ermüden zu verhindern, nutzen wir schonmal den Laundry Room unserer Behausung um unsere Klamotten zu waschen. Das letzte mal haben wir das in Georgetown gemacht, es wird also Zeit.
Während die Wäsche rödelt, gehe ich noch kurz laufen. Die vielen grünen Straßen und Parks laden hierzu quasi ein. Conny macht derweil schonmal ein kleines Nickerchen.
Abends gehen wir noch kurz einkaufen und zwar Ketchup, Brot, Käse, Schinken und eine Flasche Cola, damit machen wir uns mit dem Kontaktgrill ein paar Sandwiches. Das muss reichen, hier in Australien sind die Lebensmittel um ein Vielfaches teurer als in Südostasien, da müssen wir uns erst wieder dran gewöhnen.
Wir schaffen es tatsächlich, bis nach 17 Uhr wach zu bleiben, bevor wir dann völlig fertig einschlafen. Das waren dann mal locker mal 33 Stunden wach. Puh.


