Am 4. Januar haben wir dann unsere Zelte in Kaoh Lak abgebrochen und sind weiter gen Süden gereist. Generell bietet Thailand ja eine Menge an Inseln, nur leider haben wir uns die ungünstigste Zeit zum Reisen ausgesucht, den so ziemlich alles ist ausgebucht. Auf Koh Lanta haben wir noch ein Plätzchen gefunden und ab gings mit Minivan und Fähre an den Khlong Khong Beach. Der Pickup sollte um 7 Uhr sein, das heisst früh aufstehen. Um halb acht stehen wir immer noch vor unserem Swiss Guesthouse. Keiner da. Der Deutsche in uns bekommt so langsam Panik. Also lieber mal anrufen und fragen, ob denn noch jemand kommt. Der Thai versichert mir, um acht Uhr käme jemand. Na toll. Es kommt dann tatsächlich ein nicht wirklich gut gelaunter Fahrer und verfrachtet uns mit 8 anderen Leuten ins Auto und 6 Stunden später sind wir schon da, eine Stunde früher als geplant. Cool!
Wir checken erstmal in unser Resort ein, das Isara Lanta. Dort teilt uns der holländische Manager dann mit, dass er uns aufgrund der starken Auslastung freundlicher weise leider downgraden muss und er uns anstatt des gebuchten Deluxe Bungalows nur einen Basic Bungalow anbieten kann. kostet dafür deutlich weniger, nämlich nur 800 Baht, das sind knapp 20€. Nagut, viel anderes bleibt uns ja eh nicht übrig.
So schlimm wird es schon nicht werden, wir sind ja nicht auf einem Luxusurlaub. Erstmal die Bar und den Strand auschecken. Die Bar entpuppt sich dann als enorm chillig und idealen Platz für ein paar lauschige Stündchen,-von denen sollten wir noch genug haben die nächsten Tage
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Der Strand ist relativ breit, ein bisschen wie in Kaoh Lak, und es reiht sich ein Resort an das nächste. An Auswahl für ein nettes Essen am Strand wird es uns nicht mangeln! Alles sieht sehr einladend aus, auch direkt am Strand mit Hollywoodschaukeln, Fackeln und dergleichen.
Den ersten Tag haben wir dann also auch mit relaxen und entspannen verbracht, wie den nächsten auch. Es war wirklich schwierig, sich zu irgendetwas aufzuraffen und nicht lieber noch einen Fruchtshake zu trinken. Aktivitäten jedweder Art erschienen einfach zu anstrengend. Der Manager und Barkeeper selbst hatte schon ein Schild aufgestellt “Management in the hammock”, und tatsächlich hat er 90% der Zeit in der Hängematte gechillt, unterbrochen nur von Salsastunden, die er bei einer Strandschönheit nahm und sich noch nicht einmal besonders geschickt anstellte.
Marcus konnte sich wenigstens zum Joggen und Fotos sortieren aufraffen, das ging bei mit nicht. Auch das Bloggen fiel uns angesichts der wenigen zu bloggenden Aktivitäten etwas schwer. Aber auch das ist eine Facette unsere Weltreise, wir nennen es seit neuestem den “Urlaub vom Reisen”.
Das Einzige, wozu ich mich aufraffen konnte, war das Essen. Wir waren in einem englischen Laden und haben dort Cheeseburger gegessen, einer der besten auf meiner Bewertungsskala. Tatsächlich war er so gut, dass Marcus am nächsten Abend ebenfalls einen aß, während ich zu diesmal leider enttäuschenden Thaiessen griff.
Immerhin haben wir hier tolle Sonnenuntergänge gehabt, die Sonne versank mal nicht im Dunst und das Meer hatte sich soweit zurückgezogen, dass es die Felsen im Meer preisgab. Und auch wenn es das nächste Foto nahelegt: Marcus betreibt kein Yoga und hat beim posieren für das Foto auch signifikant gewackelt.
Eine Entschuldigung für die ausgesprochene Faulheit habe ich aber schon: die Nächte in unserem Bungalow waren alles andere als entspannend, was nicht nur daran lag, das der Ventilator nur dann ging, wenn gleichzeitig das Licht brannte, also nicht Nachts, sondern die Matratze ungefähr so hart war wie der nackte Betonboden selbst. Als Stressfaktor stellten sich zudem handtellergroße Kakerlaken heraus (Hier übertreibt Conny, Anm. d. Red.), die gerne mit uns das Bett teilen wollten, was wir aus nachvollziehbaren Gründen für keine gute Idee hielten. Die erste konnten wir noch verjagen, die zweite musste mit dem Leben bezahlen. Muhahaha.
Nach derart stressvollen Nächten und stressfreien Tagen sind wir dann nochmal für 2 Nächte in eine luxuriösere Unterkunft gezogen. Die war zwar exorbitant teuer und hatte kein WLAN, dafür aber ein weiches Bett und eine Klimaanlage.
Das Gooddays Resort liegt an einem anderen Strand, der ein wenig schöner ist als der vorherige und den wir mit einer Vielzahl skandinavischer Familien teilen, Long Beach hieß der glaube ich in englischer Übersetzung. Der Bungalow ist geräumig und hat wie gesagt eine Kimaanlage und vor allem ein weiches Bett, was unseren geschundenen Rücken gut tut. Man ist ja keine 20 mehr.
Unten links sehr ihr übrigens den Blick aus unserem Fenster, mehr oder weniger direkt aufs Meer. Dazwischen war nur noch der leicht milchige Hotelpool, aber wir wollen ja nicht wählerisch sein. Vom Bungalow zum Meer waren es etwa 30 Meter oder 20 Sekunden.
Die Vorzüge der Klimaanlage nutzend haben wir hier viel Zeit im Bungalow verbracht, Marcus beim Fotosortieren, ich beim Musikhören und Lesen, unterbrochen von kleinen Ausflügen an den Pool, den Strand und zum Muschelsuchen.
Oder zum Cocktailtrinken. Mit das schönste an dem Resort war nämlich die Cocktailbar direkt am Strand, in der eine alte, kaum englischsprechende, liebenswürdige Thaifrau leckere Cocktails mixte, die man dann direkt mit Blick auf den Sonnenuntergang genießen konnte. Bei uns zwar weitestgehend Alkoholfrei aber trotzdem lecker. Alkoholfreie Cocktails werden übrigens anscheinend Mocktails genannt, das wusste ich auch noch nicht.
Den ein oder anderen Mocktail oder Cocktail haben wir uns dann auch gegönnt, und es uns gutgehen lassen. So langsam neigen sich unsere Strandtage ja dem Ende, nach Koh Lanta sind es noch etwa 4 bis 5 Nächte bis Malaysia.
Die Sonnenuntergänge im Familienresort waren zwar nur halb so romantisch wie in chilligen Beachbars von faulen Barkeepern, aber schön waren sie trotzdem. Zumal es hier in Thailand überall so herrliche Sitz- und Chillmöglichkeiten gibt. Halb Bett halb Stuhl, wer weiß das schon so genau…
Auch den Pool haben wir getestet, Marcus ist ja ein wenig sensibel was Steine und Getier im Wasser angeht, so dass er hin und wieder lieber im Pool planscht. Von dort aus hat man den Strand ja genauso gut im Blick wie aus dem Meer.
Unsere größte Leistung dieser Tage war eine Wanderung zur nächstgelegenen Beachbar in der Mittagssonne, dabei ist dieses schön-sommerliche Foto von uns entstanden.
Man muss es so sagen: Auf Koh Lanta kann man gut chillen. Die Insel ist quasi voll entwickelt. Es gibt alles was das Herz begehrt: Von der französischen Bäckerei bis zum Nacho-Teller am Strand bekommt man alles. Auch Supermärkte gibt es wie Sand am Meer (den gib es hier natürlich auch). In einem solchen gab es dann Abends noch ein paar Wurst-Käse-Taschen (da hat Marcus schon eine Sucht nach entwickelt) und dann war es das mit Koh Lanta.
Auch wenn wir uns hier sehr wohl gefühlt haben, ist das nicht das Thailand was wir erwartet oder erhofft haben. Ein wenig einsamer und unentwickelter könnte es dann schon sein. Die Klimaanlage und der Hotelpool sind zwar schön so zwischendurch aber eigentlich wollen wir es eine Nummer kleiner.


