Unseren vorletzten Tag auf Koh Tao wollten wir nochmal ein bisschen zum Erkunden der Insel und zum Schnorcheln nutzen. Die Insel ist für ihre tollen Schnorchel- und Tauchspots bekannt. Den Roller hatten wir am Vortag schon klar gemacht und damit ging es dann direkt nach dem Frühstück los.
Es ist ziemlich bergig auf Koh Tao und unserer Mopedverleiher hatte uns schon gewarnt, dass wir mit dem etwas schwächer motorisierten Gefährt nicht jeden Berg hochkommen würden…haben wir uns das gut überlegt? Zudem sind die Straßen nicht unbedingt immer asphaltiert, sondern verwandeln sich bisweilen in ausgewaschene Lehmpisten. Aber wir sind ja total erfahrene Rollerfahrer
.
Der erste Stop hieß Mango Bay. Auf unserer Karte sah es eigentlich nicht so aus, als könnte man sich auf dem Weg dorthin nicht sonderlich verfahren, aber irgendwie haben wir es geschafft, die Abzweigung zu verpassen und landeten…an der Hin Wong Bay.
Naja, egal, da wollten wir nachher eh noch hin, also ab zum Strand und schnorcheln. Moped abgestellt und den steilen Weg zum Meer zu Fuss bewältigt. Wir finden ein Resort, malerische Felsen,-aber keinen Strand. Das Meer um die Felsen ist auch ziemlich stürmisch, keine Chance, dort zum Schnorcheln ins Wasser zu gehen. Grummel.
Stattdessen ein paar Fotos dieses sonst malerischen Ortes gemacht und wieder zurück zum Moped. Natürlich steil bergauf dann. Uuuuund auf die Suche nach Mango Bay, denn da soll es wirklich tolle Schnorchelstellen geben. Über steile und zerüttete Straßen geht es zumindest mal Richtung Mango Bay Viewpoint und scheinbar auch in Richtung Mango Bay. An einer sehr steilen und sehr ausgewaschenen Stelle stellen wir das Moped sicherheitshalber ab, von dort aus kann es nicht mehr weit sein. Die Vorfreude auf Schnorcheln in türkisblauen Wasser steigt. Wir laufen und laufen und werden überholt von Mopeds (wie sind die die Straße runtergekommen?!?).
Schließlich kommen wir an ein Resort, das Mango Bay heißt. Kann ja nicht weit vom Strand sein, nur noch wenige Meter bis zum Schnorchelspaß! Über gefühlte 300 Treppenstufen die steile Küste runter,- und: Felsen im Meer. Kein Strand. Keine Chance unverletzt ins Wasser zu gelangen. Nur ein paar Bungalows und ein Restaurant. Das hat zu. Ich bin sauer. Und kaputt. Und will überhaupt nicht daran denken, wieder zum Moped zurückzukraxeln. Koh Tao ist der doofste Ort der Welt. Ich will nach Hause.
Mit der Aussicht auf eine Cola in einem schönen Restaurant am Strand lockt Marcus mich doch noch die Treppen zurück. Und den steilen Weg zum Moped. Doch oh Weh, was sind das für schwarze Flecken vor meinen Augen?
Schließlich erreichen wir das Moped. Und fahren zurück zum Ort, um einen neuen Plan zu schmieden. Bei einer Cola lesen wir nochmal in unserem Inselguide und nehmen uns als nächstes Ziel Aow Leuk vor. Da steht man könne es gut mit dem Moped erreichen. Da steht auch, dass sich Mango Bay nur schlecht und nur für geübte Rollerfahrer eignet. Und man zum Schnorcheln doch lieber ein Wassertaxi nehmen soll. Ich schäme mich ein bisschen.
Wir glauben immer noch an unseren Schnorchelspass und schwingen die Hintern wieder aufs Moped. Keine 10 Minuten später haben wir dann endlich einen Strand gefunden. Das Wasser ist türkis, die Felsen versprechen Korallen und Fische. Ich bin glücklich. Koh Tao ist der tollste Ort der Welt. Schnell das Schnorchelequipment angezogen und losgeschnorchelt (was ist Schnorchel eigentlich für ein geiles Wort?). Wir sehen Regenbogenfische und Zebrafische und gelbe große Fische und gelbe kleine Fische. Alles keine 20m im Meer. Wir sind begeistert!
Völlig erschöpft, sind wir abends wieder am Sairee Beach angekommen. Das wurde wohl auch Zeit, denn so langsam dunkelte es schon bei unserer letzten Schnorchel-Runde. Kurz duschen und natürlich wieder lecker Essen direkt am Strand und das war er dann auch schon, der letzte volle Tag auf Koh Tao.
Am nächsten morgen heißt es dann packen und auschecken nach einem letzten entspannten Frühstück am Meer. Den Tag haben wir viel recherchiert, was wir im Januar so machen wollen, man muss es ja ausnutzen, wenn man mal gescheites Internet zur Verfügung hat. Abends um 8 ging dann unser Taxi zum Nachtboot, welches um 21 Uhr abfuhr.
Es war echt bequem in dem Boot, es bestand im Wesentlichen aus zwei Schlafsälen mit Doppelbetten. Marcus durfte oben schlafen
. Nach einer ersten halben Stunde erstaunlich starker Schwankungen kam dann aber doch der Schlaf und ich muss sagen, so gut habe ich weder im Nachtbus noch –zug geschlafen. Absolut empfehlenswert.
Um viertel vor fünf legt der Kahn in Surat Thani an und mittels Taxi werden wir zunächst zu der Travel Agency gefahren, dann zum öffentlichen Bus nach Kaoh Lak. Ein Glück steigen wir am Startpunkt ein, den so bekommen wir einen Sitzplatz. Es sind eigentlich nur 176km nach Kaoh Lak, aber der Bus braucht 4,5 Stunden und hält an jeder Straßenlaterne. Bald ist der Bus picke packe voll, die Leute stehen im Mittelgang wie die Sardinen in der Dose.
Ursprünglich wollten wir einen Tag später anreisen und mussten uns für den verfrühten Tag aus Auslastungsgründen eine andere Bleibe suchen. Daher verbringen wir zunächst eine Nacht im Summer House Resort, das von einer netten thailändischen Familie geführt wird. Und es hat einen Pool, den wir gleich austesten, bevor es auf Erkundungstour geht.
Generell scheint Kaoh Lak eine deutsche Provinz zu sein, das Malle Thailands. Überall deutsche Restaurants, wir sprechen Deutsch und Gerd und Nois Bungalows. Wir wissen noch nicht, was wir davon halten und checken erst mal den Strand, auf der Suche nach dem Hotel von Marcus Mutter, die wir nebst Lara hier wiedertreffen werden. Zunächst enttäuscht der Strand, weil er ewig breit und von fetten Resorts besetzt ist, aber weiter gen Süden gibt es nette Restaurants, wo wir uns mit der für die Umgebung angemessenen Getränken erfrischen. Ein paar Meter weiter entdecken wir Marcus Mutter schon am Strand sitzen und verabreden uns gleich für den Abend für ein Essen am Strand. Dorthin fahren wir abends mit einem geliehenen Roller unserer nächsten Bleibe, dem Swiss Guesthouse. Auf dem Weg vom Moped zum Strand durch ein kleines Wäldchen werden wir von einem netten Thai gelotst. Hoffentlich finden wir den wieder!
Am Strand ist abends nichts mehr los, und wir haben Glück, dass noch ein paar Restaurants offen sind. Schade eigentlich, aber der Strand ist auch wirklich nicht einfach zu erreichen hier. Das Essen war lecker, und ein paar Cocktails später suchen Marcus und ich am dunkeln Strand den Weg zurück zum Moped. Hat alles geklappt, Marcus hat natürlich nichts getrunken und mich sicher ins Bettchen gebracht. Den nächsten Morgen wollten wir eigentlich nutzen, um den Pool noch ein wenig zu genießen; dies wurde jedoch dadurch unterbrochen, dass ein neugebauter Bungalow in einer Zeremonie von buddhistischen Mönchen gesegnet wurde mit viel Gesang und Böllerei. Da kam ich mir mit meinem Bikini doch etwas unpassend vor und so haben wir gepackt und unser Gepäck in zwei Fahrten schon mal in das Swiss Guesthouse, unserer zweiten Unterkunft, gebracht.
Dort war auch Lara mittlerweile angekommen, die aus Sri Lanka den Weg nach Kaoh Lak gefunden hat. Also erst mal was Frühstücken, und da es hier an deutschen Einrichtungen nicht mangelt, geht es in eine German Bakery mit deutschen Frühstück. Dunkles Brot, Laugenbrötchen und Leberwurst haben uns schon ein bisschen glücklich gemacht. Lara haben wir glücklich gemacht, in dem sie Roller gefahren ist. Wollen jetzt eine Rollergang gründen. Den Rest des Tages haben wir im Wesentlichen alle zusammen am Strand verbracht, uns in die Wellen geschmissen und geredet.
Abends ging es schließlich noch gemütlich Thai essen. Morgen ist dann Silvester, und 2013 ist schon wieder zuende. Feiern werden wir im Resort von Marcus Mutter, etwas schicker. Wir freuen uns schon drauf.


