Myanmar–Zugfahren in Yangon

Drei Tage in Yangon lassen ein entspanntes Programm zu. Deswegen haben wir heute, auf besondere Empfehlung unserer Reiseorganisators, die Circular Line genommen, mit der man in drei Stunden einmal um Yangon drumherum fährt. Für Bahnnerds wie Marcus natürlich ein Traum. Der Bahnhof befindet sich keine 5 Minuten von unserem Hotel also los.

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Das Bahnhofsgebäude ist schon echt groß und beeindruckend und scheint ein wenig überdimensioniert für die gefühlten paar Züge, die hier verkehren. Er scheint ein Überbleibsel aus Kolonialzeiten zu sein und ist recht hübsch anzuschauen. Schnell durchgefragt, wo man zur Circular Line hinmuss und alle wissen: Gleis 7.

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Die Linie ist eigentlich auch eine Pendlerlinie, zur Rush Hour wollten wir uns das aber nicht antun. Das Ticket (für Ausländer 1$) bekommt man am Ticketschalten direkt am Gleis, sogar ohne Passnummer, und man wird sogar von einem freundlichen Angestellten zum “richtigen” Abteil gebracht. Das ist in unserem Fall eins mit richtigen Sitzbänken, die Holzklasse befindet sich weiter vorne, schade da hätte ich fast lieber gesessen.

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Immerhin hat der Zug eine Art Klimaanlage, auch wenn diese nur aus an die Decke geschraubten Ventilatoren besteht. Funktionieren tut das allemal, vielleicht sollte sich die DB das als Notfallplan merken, falls der nächste Hochsommer wieder überraschend kommt.

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Und dann gehts los, langsam und wirklich sehr ruckelig und schwankend geht es durch Yangon. Bald verlassen wir das urbanere Gebiet, an den Fenster ziehen erst Wohnblocks und dann Papphütten vorbei, in denen die Menschen leben. Myanmar ist eben ärmer, als Yangon einem weismachen will. Dazu Unmengen an Müll, vielleicht sogar schlimmer als in Kambodscha,  auch die ganzen Kanäle und Flüsse sind voll damit, aber man sieht Menschen darin baden. Schließlich kommen Gemüsefelder und ganze Holzdörfer, also schon Landleben, bevor wir auf Höhe des Flughafens die Kurve machen und  zurück in die Stadt fahren.

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Zwischendurch wird immer wieder gestoppt, die Menschen wirken ehrlich erfreut, wenn sie uns Touristen (insgesamt nur 6 in dem Zug) aus den Fenster gucken sehen und grüßen freundlich. Die Stopps betragen aber nur 15 Sekunden und so muss Marcus sich sputen, als er ein Bild von mir im Zug machen will. Andererseits ist der Zug so langsam, dass man vermutlich auch so noch aufspringen könnte.

Nach drei Stunden sind wir wieder am Hauptbahnhof; eine wirklich tolle Erfahrung, man sieht ein bisschen vom Alltag der Leute und die Ansichten Yangons jenseits der goldglänzenden Pagoden und Parks.Völlig stressfrei und unkompliziert.

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Nach einer kurzen Stärkung in einer Bäckerei ging es dann hoch hinaus, auf den Sakuratower, eines der paar Hochhäuser hier. Das hat im 20sten Stock ein Café, von dem man den Ausblick genießen kann und ist praktischerweise genau neben unserem Hotel. Natürlich überteuert, aber für einen Cappuchino und ein Bier reicht es schon. Bei Abendsonne ist der Ausblick wirklich grandios, die Shwegadonpagode leuchtet erhaben über der Stadt und auch im dunkeln ist sie der absolute Höhepunkt der verhältnismäßig unbeleuchteten Stadt.

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Auf der Suche nach was zu essen haben wir auch die Sulepagode (Mitte) noch fotografisch festgehalten und dann wollten wir eigentlich indisch-burmesisch essen. Zwischen sechs und sieben ist auf den Straßen gut was los, es wird noch allerlei Gemüse und Essen angeboten. Also heißt es ausweichen und gucken wo man hintritt. Oder in meinem Fall: rechts auf die Straße ausweichen, dann wieder links auf den Bordstein ausweichen, –aber knapp verfehlt und stattdessen fußtief in der stinkenden Abwassergosse versinken. Und dabei nicht nur den kompletten Schuh versifft sondern auch das ganze Hosenbein. Irgendwann musste es ja passieren. Egal, erst mal was essen: Shrimpreis bei mir und Chickenreis bei Marcus. Und dann schleunigst zum Hotel und versuchen zu retten, was zu retten ist. Ich glaube zwar immer noch, dass die Hose nach Abwasser stinkt, aber Marcus versichert stetig, das alles frisch gewaschen riecht. Seufz.

Morgen geht es dann in die Shwegadon-Pagode, einem der nationalen Bauwerke. Hoffentlich ohne Ausflüge in die Gosse.

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