Normalerweise hätten wir einen Bus von Mo Chit zur Kao San Road in Bangkok nehmen können, durch die immernoch stattfindenden Proteste hier, fährt der Bus aber wohl nicht so recht, also mussten wir kurzfristig auf ein Taxi umschwenken und landen 20 Minuten später dort wo wir hin wollten: In der Kao San Road, DIE Backpacker-Straße in Asien. Was hier so rumläuft und was für Bars es hier so gibt, ist wirklich krass. Die ganze Straße ist nur darauf ausgerichtet, feierwütige Backpacker zu bedienen. Und davon gibt es massig hier, ich habe selten so viele krasse Leute gesehen wie hier. Schnell durch, wir wollen ja heute nicht feiern gehen, sondern unseren Nachtbus nach Koh Tao erwischen und das Bus-Büro ist hier irgendwo in der Nähe. Bevor wir das Büro finden, stellen wir zunächst einmal fest, dass wir hier mitten im Epizentrum der Proteste gelandet sind. Man muss schon aufpassen, in welche Straße man abbiegt.
Nach ein bisschen Hin und Her finden wir auch das Büro der Busgesellschaft “Lomprahya”, die bieten Bus und Fähre im Kombiticket an, sehr praktisch. Jeder bekommt hier einen Sticker mit einer Farbe (=Bus) und einer Nummer (=Sitzplatz). Gepäck muss man selber mitschleppen, auch wenn die Franzosen mit den Monsterkoffern neben uns davon wenig begeistert waren. Schnell alles in den Bus und dann gehts los. Das ist dieses mal übrigens ein ganz normaler Reisebus und kein Schlafbus wie in China. Schade eigentlich, denn so kriege ich kein Auge zu, bis wir um 5 Uhr morgens am Fähranleger ankommen.
Die folgende Katamaran-Bootsfahrt ist so ziemlich die übelste Bootsfahrt die ich jemals erleben durfte, für Conny wird sie nur getoppt von der Fahrt zum Tauchen vor einigen Wochen. Nach den ersten 20 Minuten der 1,5 Stündigen Fahrt war das halbe Boot am kotzen und die Geräuschkulisse war ein einziges würgen, rülpsen und gurgeln. Wir mussten auch beide unser bereits konsumiertes Frühstück in kleine schwarze Plastiktüten umfüllen und waren auch sehr froh und völlig hinüber, als wir dann endlich auf Koh Tao angekommen sind. Mir sieht man es doch noch deutlich an auf dem Foto.
Unser Bungalow im “In Touch Resort” ist auch noch nicht bezugsfertig, so dass wir uns ein wenig die Zeit vertreiben müssen. Wir saßen also ein wenig in dem zu unserem Resort gehörigen Restaurant und haben versucht, nicht einzuschlafen.
Als dies zunehmend fehlschlug, haben wir ein bisschen die Umgebung zu Fuß erkundet, um dann gegen Mittag endlich unseren Bungalow zu beziehen und ein Stündchen zu schlafen. Verdammter Nachtbus! Unser Bungalow hat zwar keine Klimaanlage und hin und wieder ein paar Geckos oder Tausendfüßler im Badezimmer, war dafür aber auch sehr günstig. Koh Tao ist über Weihnachten übrigens restlos ausverkauft.
Am frühen Abend gabs dann noch ein kleines Abendessen und ein paar Biere, wieder im Resort-Restaurant. Zum Erkunden der hiesigen Gastronomie waren wir einfach ein bisschen zu fertig, außerdem ist das Restaurant unseres Resorts das heimliche Highlight hier, denn es hat eine große Terrasse in Richtung Meer, Nachts eine tolle Beleuchtung und nebenbei auch noch richtig gutes Thai-Essen! Völlig fertig und von zwei oder drei Bier auch noch leicht betrunken, fallen wir recht früh ins Bettchen, ich leider vor Conny, was ihr das Foto von mir mit Bierdose im Bett ermöglichte.
Am nächsten Tag war schon der 24.12. also Heiligabend. Anders als zuhause mal ausnahmsweise völlig stressfrei. Der Tag beginnt mit Ausschlafen und einem guten Frühstück mit Wellenrauschen im Hintergrund, da können wir uns dran gewöhnen. Heute stand bei uns zudem erstmal Regeneration von dem fiesen Nachtbus und dem Würge-Kahn vom Vortag auf dem Programm.
Also erstmal einen Tisch mit Strandzugang in unserem Resort geschnappt und dort gechillt. Ein bisschen lesen, bloggen, Fotos sortieren, telefonieren mit der Heimat oder einen kurzen Ausflug ins Wasser. Dazwischen ein paar Shakes oder Cola konsumiert. So verging unser 24. Dezember.
Abends ging es dann tatsächlich nochmal los, um uns ein adäquates Weihnachtsmal zu suchen. Auswahl gibt es hier genug, die Frage ist nur immer, was auch gut ist. Auf dem Weg haben wir dann auch den “Ort” von Sairee-Beach hier auf Koh Tao entdeckt und sind froh, dass unser Resort ein bisschen außerhalb ist. Überall gibt es Burger, Pizza und Fish & Chips sowie Alkohol aus Eimern. Irgendwie kommen wir darauf momentan nicht so klar, auch wenn wir zuhause keiner Party abgeneigt sind.
Den Rückweg gehen wir am Strand entlang und nicht durch die geschäftige Strandpromenade. Das hat den Vorteil, dass wir im Abendlicht noch ein paar schöne Ansichten bekommen und zudem schauen können, welche Restaurants uns Abendessen mit Meerblick ermöglichen. Das muss ja schon sein. ![]()
Wir finden dann natürlich auch ein adäquates Etablissement und Conny entscheidet sich für Seafood BBQ. Solch gegrilltes Seafood gibt es hier tatsächlich in fast jedem Restaurant und die Spieße mit Seafood werden frisch auf Anfrage gegrillt und kosten überschaubare 4€ (für zwei)! Conny hat’s genossen! Bei mir gab es Chicken mit Black Pepper und Garlic, dazu Reis. Das ist zwar nicht 100% original Thai, war aber trotzdem lecker.
Zur Feier des Tages gibt es bei uns ein Paar Weihnachtsmützen und noch ein paar Bierchen, die wir dann auf der Veranda unseres Bungalows bei Klängen von amerikanischer Weihnachtsmusik zu uns nehmen. Ein bisschen fehlen uns die Heimat und unsere Lieben ja doch, auch wenn ein stressfreier Heiligabend seine Vorteile hat. Der große Minus-Punkt: Der Abend ist nichts besonderes, wenn wir wollten könnten wir jeden Tag hier auf die gleiche Weise verbringen.
Auch der erste Weihnachtstag verlief stressfrei und sehr entspannt. Wir haben nach dem Aufstehen wieder ein bisschen was gefrühstückt (bei mir gab es das beste French Toast der Welt) und waren dann kurz einkaufen im hiesigen Supermarkt. Den Tag haben wir dann größtenteils auf der Terrasse verbracht und unsere eingekauften Vorräte konsumiert. Conny war zwischendurch ein bisschen am Strand.
So verfliegt der Großteil des Tages, bis wir uns am Nachmittag nochmal dazu aufraffen, unser Resort zu verlassen. Ich hatte ja bislang in meinem Leben genau eine Massage und das war in Kambodscha am Strand und gar nicht mal so gut. Das wollten wir hier auf Koh Tao ändern, hier gibt es hochgelobte Thai-Massagen an jeder Ecke und so eine haben Conny und ich uns dann mal gegönnt. Um genau zu sein, hatte Conny eine klassische Thai-Massage und ich eine Rücken-Schulter-Massage. 60 Minuten dauert der Spaß und 300 Baht (=7,50€) kostet das Ganze. Um es kurz zu machen: Es war grandios. Selten wurde ich so durchgeknetet und fühlte mich bei der obligatorischen Tasse Tee danach auch übelst entspannt! Der Massage-Salon war direkt am Strand und mit Wellenrauschen und Abendsonne haben sich 3 Masseurinnen an mir zu schaffen gemacht und einige hartnäckige Verspannungen gelöst!
Zum Abendessen bleiben wir heute mal in unserem Resort-Restaurant und genießen die dortige Auswahl. Während Conny heute mal bei einem Salat bleibt, gibt es bei mir Curry-Gemüse mit Reis. Das war schon angenehm scharf und richtig lecker.
Inzwischen hat bei mir die Thai-Küche auch die Burmesische Küche abgelöst, was das beste Essen auf der Reise angeht. Generell ist es einfach ein tolles Gefühl, richtig gutes Essen mit Wellenrauschen und romantischer Beleuchtung zu genießen. Wir verleben hier glaube ich momentan mit die tollsten Tage unserer Reise.
Den zweiten Weihnachtstag mussten wir schon wieder ein wenig organisatorisch aktiv werden. Am 28. verlassen wir Koh Tao ja schon wieder, wollen den fiesen Katamaran aber unbedingt vermeiden. Wir haben jetzt mal ein “Night Boat” gebucht. Das fährt abends los und ist morgens da und ist auch noch günstiger als der Katamaran. Wir sind mal gespannt. Ansonsten haben wir den Tag am Strand verbracht, der ist hier zwar relativ schmal, aber dennoch sehr schön. Und weil ja noch Weihnachten ist, sind wir mit unseren Weihnachtsmützen mal ein bisschen am Strand eskaliert.
Zwischendurch gab es eine hauchdünne, krosse Pizza von einem der Strandläden. Die schafft es definitiv in meine Top3 der besten Pizzen. Aber am Strand schmeckt sowas ja immer besser. Generell kann man sich hier auf Koh Tao nicht beschweren was die Qualität der angebotenen Speisen angeht, bislang wurden unsere Erwartungen stets übertroffen. Die meisten Restaurants hier verpflichten sich freiwillig dazu, besonders auf die Reinheit beim Kochen zu achten und kennzeichnen sich durch ein Schild “Clean Food” oder irgendwie so. Zuhause selbstverständlich, hier in Thailand möchte man in die meisten Küchen vielleicht nicht reingucken. Die “Clean Food”-Küchen sind oft auch offen und man kann beim Zubereiten zugucken.
Abends haben wir uns noch kurz einen Motorroller für morgen reserviert und dann gab es wieder leckeres Essen in einem Strandrestaurant, da freuen wir uns schon immer drauf. Bei mir gab es mein Thai-Lieblingsgericht “Cashew-Chicken”, bei Conny gab es “Shrimp Potatoe Curry”. Dazu lief im Hintergrund Indie-Musik und – natürlich – Wellenrauschen!
Das war also unser Weihnachten 2013. Ein bisschen anders als in den letzten Jahren war es schon, aber wir wollen uns nicht beklagen. Zuletzt wünschen wir allen, die hier mitlesen noch eine frohe Weihnacht! Lasst es euch gut gehen und verbringt das Fest mit denen, die ihr gern habt. Letzteres ist nämlich genau das was wir hier manchmal vermissen.


