Monatsarchiv: Oktober 2013

China–Qin Ling Mountains und Shaolin

Xi’an hat uns beiden echt super gefallen und wir hätten hier gerne noch einen weiteren Tag verbracht. Unser Reiseplan ist allerdings unerbittlich und sieht für heute die Abreise vor. Es geht für eine Nacht in die Qin Ling Mountains und dort zu einer einfachen Farm, wo wir noch das China erleben konnten,welches vor den Jahren des großen Booms fast überall existierte.

Weltreise 2013 - China 022 Weltreise 2013 - China 045 Weltreise 2013 - China 026

Da die Karaokenacht am Vortag etwas ausgeartet war, herrschte im Bus zunächst einmal die schlimmste Katerstimmung, und die kurvenreiche Strecke in das Gebirge tat das seiniges zum Befinden der Gruppe bei. Der Weg wurde immer schmaler, sodass unser Bus schließlich nicht weiter fahren konnte und wir den Rest (etwa 1,5km) dann zu Fuss bewältigen mussten. Angekommen an dem kleinen Hof wurde wir von einem sehr knuddelbedürftigen, flauschigen Wachhund begrüßt, dessen Lieblingsbeschäftigung offenbar Sonnenbaden war. Sehr knuffig.

Weltreise 2013 - China 030 Weltreise 2013 - China 037 Weltreise 2013 - China 076

Das ganze gestaltete sich dann wirklich sehr bodenständig, die Schlafräume waren nicht beheizt, die Betten bestanden aus Holzplatten mit einige Laken und Bettzeug. Da wie das Upgrade gebucht hatten, konnten wir in ein bequemeres Zimmer, auch ohne Heizung, dafür mit richtigem (also kein Plums-) Klo. Zur Stärkung gab es dann erstmal ein liebevoll zubereitetes Mitagessen, bestehend aus Kanninchen, grünen Bohnen, Rührei, einem sensationellen Kürbis, Sojasprossensalat und vielem mehr. Sehr köstlich.

 Weltreise 2013 - China 050 Weltreise 2013 - China 058

Da ich noch immer krank bin, wollte ich den Nachmittag einfach nur damit verbringen, die Sonne zu geniessen und mich auszuruhen. Der Großteil der Gruppe hingegen machte sich auf, zu einem Wasserfall zu wandern, der aber wohl um diese Zeit kein Wasser mehr führt, und sind dann noch ein wenig durch die Gegend gewandert. War wohl nicht so der Knaller, aber Marcus konnte einige schöne Aussichten genießen. Hier ist es etwa wie in Deutschland momentan, also Herbst, mit kalten Nächten.

Weltreise 2013 - China 081 Weltreise 2013 - China 084 Weltreise 2013 - China 087

Sobald die Sonne verschwunden war, wurde es dann auch entsprechend kalt, – und zwar richtig. Das ausgezeichnete Abendessen konnte daran auch nur wenig ändern, – wohl aber das entzündete Lagerfeuer, um das sich schließlich alles scharte, um zunächst ein kleines Feuerwerk zu bestaunen und dann eine Runde Scharades zu spielen (sowas wie Tabu nur mit Pantomime). Dabei wurden wir natürlich völlig durchgeräuchert aber wenigstens mussten wir nicht frieren. Ich hatte ja eigentlich gehofft, dass wir in den Bergen endlich mal einen schönen Sternenhimmel sehen würden,- immerhin hatten wir das erste mal in China richtig blauen Himmel am Nachmittag gehabt (kein Smog), aber so richtig war dies nicht der Fall. Wahrscheinlich waren wir einfach noch nicht weit genug von den dichtbesiedelten Gebieten weg. Da wir am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr wieder die Farm verlassen mussten ging es dann für alle, dick eingepackt, recht früh ins Bett.

Weltreise 2013 - China 005 Weltreise 2013 - China 010 Weltreise 2013 - China 012

Der Wecker klingelte dann auch am 4:30. Fies. Dennoch aus den Betten gequält und mit dem Bus zurück nach Xi’an, wo wir in einen Fernbus nach Dengfeng gestiegen sind. Leider kein privat gecharteter Bus, sondern ein ganz normaler. Entsprechend schäbig war das ganze, wenig Platz, alles ziemlich versifft, Naja, sechs Stunden Fahrt sind wohl auszuhalten, vor allem mit Snickers Smiley. Wo zunächst von der lautstarken Busbegleiterin noch penibel überprüft wurde, ob auch alle angeschnallt sind (mit einem an den Verschluss geknoteten Sicherheitsgurt), wurden dann aber, obwohl der Bus mit uns und Einheimischen komplett besetzt war, noch weitere 4 Passagiere aufgenommen, die auf Metallhockern und einem Plastikeimer im Gang Platz nahmen. Nun ja.

Weltreise 2013 - China 021 Weltreise 2013 - China 025 Weltreise 2013 - China 026

Wir waren dann nicht traurig, als wir in Dengfeng in unserem Hotel ankamen und sogleich mit einem Mittagessen begrüßt wurden. Danach kurz unter die Dusche, bevor es zu einem Waisenheim ging, in dem Shaolin Kung Fu gelehrt wird ( und zwar ausschließlich, nichts anderes, nicht mal lesen und schreiben). Kung Fu bedeutet übrigens nichts weiter, als das man in einer Sache Perfektion erlangen will. Ambitionierte Köche praktizieren also Koch Kung Fu Zwinkerndes Smiley. Es gab zunächst eine Show für uns, in der die Kinder uns so zeigten, was sie drauf hatten, und das war schon unglaublich. Neben den gymnastischen Elementen mit und ohne Speer und Schwert, wurden Steine mit der bloßen Hand zertrümmert, Metallstücke mit dem Kopf zetrümmert und ein Nagel durch eine Glasscheibe geschlagen, ohne diese zu Bruch zu bringen, aber einen dahinter befindlichen Luftballon zerplatzen zu lassen. Fazinierend, wie auch der junge Mann, der einen Handstand auf zwei Fingern praktizierte. Das tat schon beim Zugucken weh. Im Gruppenfoto hat sich auch wieder der kleine Maulwurfn eingeschlichen!

Weltreise 2013 - China 027 Weltreise 2013 - China 039 Weltreise 2013 - China 042

Im Anschluss bestand die Möglichkeit, sich selbst einmal in einigen Kung Fu Übungen zu versuchen. Marcus hat dies dann auch gleich mal versucht und,- gar nicht so einfach. Die Übungen verlangen eine enorme Koordination, insbesondere wenn Speer oder Säbel hinzukommt. Sah trotzdem ganz passabel aus Smiley. Bei Dunkelheit gehen die Kinder ins Bett, daher sind auch wir wieder gen Hotel aufgebrochen, wo es nach dem üppigen Abendessen nun nur noch heißt: Ausruhen, Bloggen, Schlafen. Morgen geht es zum Shaolin Tempel, das wird sicherlich auch spannend!

Kategorien: China | Ein Kommentar

China–Terracotta Warriors

Heute war es endlich soweit. Es geht zur Terracotta Armee. Eines meiner persönlichen Highlights unserer China-Reise. Das ganze Areal mit Terracotta Armee und allem was dazu gehört befindet sich etwa eine gute Stunde von Xi’an und wir sind direkt morgens um 8:30 mit einem fiesen Reisebus und viel Vorfreude losgefahren. Conny ist leider immernoch angeschlagen und hatte auch keinen Hunger. Nur mit viel Mühe konnte ich sie zu einem Snickers überreden. Mhhh… Snickers!

Weltreise 2013 - China 001 Weltreise 2013 - China 007

Nachdem wir angekommen sind, ging es vom Busparkplatz über das riesige Areal bis zum eigentlichen Eingang, das hat schonmal ne halbe Stunde gedauert. Dann ging es zunächst erstmal in ein kleines Kino wo es Hintergrundinformationen zur Terracotta Armee und zum Kaiser Qín Shǐ Huáng. Der hat das Ganze nämlich in Auftrag gegeben, und zwar als sein Mausoleum. Die Terracotta Armee besteht etwa aus 8000 Figuren und sollte dazu dienen, den Kaiser sicher ins Leben nach dem Tod zu geleiten. Der war nämlich insgesamt sehr gläubig/abergläubig und hatte dabei große Angst vor dem Tod.Um zur Unsterblichkeit zu gelangen, aß er, dem Rat Quacksalber folgend, Quecksilber, und vergiftete sich somit langsam. Dumm gelaufen.

Nach kurzer Vorgeschichte gab es noch ein paar zusätzliche Infos von unseren Guides und dann ging es los in die erste von drei Hallen, sicher die bekannteste und auch die Größte. Auf gehts!

Weltreise 2013 - China 015

Die schiere Größe der Halle hat uns direkt mal ein bisschen die Spucke geraubt. Auf dem Bild sieht man die Ansicht, die man bekommt, wenn man die Halle durch en Haupteingang betritt. Eine wahnsinnige Sicht auf etwa 1000 Tonkrieger, die in Regimenten angeordnet sind. Dass keine zwei Figuren gleich sind ist übrigens ein Mythos. Es gibt wohl unterschiedliche Module aus denen eine Figur zusammengesetzt ist. Zum Beispiel 8 unterschiedliche Köpfe. Durch die Zusammensetzung dieser Module, die Ausstattung mit Waffen oder der späteren individuellen, farbigen Bemalung kann es aber wirklich sein, dass es keine zwei Krieger gibt, die absolut identisch sind.

Weltreise 2013 - China 035 Weltreise 2013 - China 036 Weltreise 2013 - China 037 Weltreise 2013 - China 038

Insgesamt ist etwa ein Viertel der Armee ausgegraben. Man hat mit den Ausgrabungen gestoppt, als man gemerkt hat, dass die Krieger alle ihre Farbe verlieren und man lange Zeit noch keine Möglichkeit kannte, diese zu erhalten. Die Farbe blättert wohl innerhalb weniger Minuten ab und alle Krieger die wir zu sehen bekamen sind braun. An der ein oder anderen Stelle sieht man noch unfertige Krieger oder Kisten mit Einzelteilen. Dort sind Forscher damit beschäftigt, die Kollegen zusammenzusetzen, denn komplett heile geblieben sind viele von ihnen nicht. Es gab wohl irgendwann auch mal Randale in der Grabkammer mit der Terracottaarmee, dort wurden auch relativ viele Figuren stark beschädigt. Viele sind jedoch auch erstaunlich gut erhalten.

Weltreise 2013 - China 039

An einigen Stellen sieht das dann aus wie auf dem folgenden Bild. Dort sind die Ausgrabungen noch im Gange und man kann zwar einzelne Teile der Krieger erkennen, von den berühmten Bildern der akribisch angeordneten Soldaten ist das jedoch weit entfernt.

Weltreise 2013 - China 050

Insgesamt waren auch unglaublich viele Touristen unterwegs dort. Wir haben auch viele Deutsche gehört, die dort unterwegs waren, in erster Linie die ältere Generation. An der Stelle vor Kopf herrscht unglaubliches Gedränge, da jeder natürlich ein Foto von der Armee von vorne haben möchte und so drängen sich dort IPads, IPhones, Spiegelreflexkameras und kleine Knipsen. Dann wird auch schon mal der Ellenbogen ausgefahren um der Gattin ein Foto mit sich und dem “achten Weltwunder” zu ermöglichen. Wir haben das dann lieber mal von der Seite gemacht. Auf dem Bild sieht man links aber ganz gut was dort abgeht.

Weltreise 2013 - China 055

Die erste Halle ist mit Abstand die beeindruckendste. In der zweiten Halle war bislang kaum etwas ausgegraben, dort hat man bis auf wenige Zentimeter an die Figuren herangebuddelt, gräbt aber erst weiter, wenn alles bis hierhin analysiert ist. Die zweite Halle ist auch kühler, dunkler und deutlich leerer.

Weltreise 2013 - China 057

In einem Nebengang waren einige sehr gut erhaltene Figuren ausgestellt, die wir dann auch mal fotografieren und genauer anschauen konnten. Speziell die Gesichtsausdrücke hatten mich ja interessiert und die sind in der großen Halle von den Seiten aus nicht erkennbar. Zwischen den Soldaten rumlaufen ist natürlich nicht gestattet.

Weltreise 2013 - China 060

Es gibt einige verschiedene Soldatentypen, fragt mich nicht wieviele, das habe ich vergessen. Es gibt zum Beispiel den knienden und stehenden Bogenschützen, das sind die Genossen auf den Fotos links und rechts. Und es gibt zum Beispiel insgesamt sieben Generäle, wie der Kollege in der Mitte. Die Generäle sind dann auch dicker und größer als einfache Soldaten und hat mehr Schnörkel an der Kleidung.

Weltreise 2013 - China 061 Weltreise 2013 - China 062 Weltreise 2013 - China 064

In der dritten Halle hat man dann die Pferdewagen gefunden. Den großen, berühmten, gut erhaltenen Pferdewagen haben wir leider nicht gefunden. Im Nachhinein haben wir aber erfahren, dass es irgendwo ein “downstairs” gegeben haben muss, was wir wohl übersehen haben. Ein paar Teile der Pferdewagen haben wir aber in Halle 3 gesehen. Die Zeit war insgesamt knapp bemessen, wir hatten etwa 1,5 Stunden um alle drei Hallen und die Exhibition zu besuchen. Wir sind so gerade mit der Zeit hingekommen für die drei Hallen, die Exhibition haben wir nicht mehr geschafft. Alle anderen hatten es wohl eiliger als wir und saßen schon in der Sonne als wir fast als letzte wieder am Treffpunkt waren. Kulturbanausen.

Weltreise 2013 - China 069 Weltreise 2013 - China 072

Der eigentliche Sarg und der dazugehörige Grabhügel des Kaisers sind übrigens noch unangetastet. Man traut sich noch nicht so recht. In der Grabkammer muss irgendwie Quecksilber unterwegs sein und es soll wohl auch Mechanismen geben, die den Kaiser beschützen sollen. Außerdem möchte man erst die bereits ausgegrabenen Funde analysieren und neue Wege ausloten, die Farbe zu erhalten. Eine sehr weise Entscheidung wie ich finde. Man hat es ja heutzutage selten, dass man in der Wissenschaft etwas spannendes tun könnte, sich jedoch erstmal dagegen entscheidet.

Auf dem Gelände des Mausoleums sind auch unzählige Souvenirgeschäfte und Restaurants. Wir haben uns einen kleinen Terracotta-General gekauft und ihn Mr. General getauft. Er residiert nun gemeinsam mit Mr. Panda in meinem Rucksack. Danach haben wir einen Nudelladen auf dem Gelände aufgesucht und hatten eine unglaublich gute Nudelsuppe. Die Nudeln dafür wurden vor unseren Augen frisch aus Teig gefertigt und gekocht. Krass.

Weltreise 2013 - China 076

Nächster Punkt auf der Tagesordnung war ein Spaziergang durchs Muslim Quarter, also das muslimische Viertel hier in Xi’an. Grundsätzlich ist das wohl der Ort an dem die Seidenstraße begonnen hat. Dementsprechend viele Waren kann man dort auch noch heute erwerben. Außerdem gibt es zahlreiche Restaurants und Straßenverkäufe, die nur darauf warten, von uns ausprobiert zu werden. Der erste Stopp war dann ein berühmtes Dumpling-Lokal, wo Chinas Prominenz sich die Klinke in die Hand gibt, um diese speziellen mit Suppe gefüllten Dumplings zu probieren.

Weltreise 2013 - China 128 Weltreise 2013 - China 129

Auch wir fanden sie sehr lecker. Conny die Veggie-Variante ich die mit Fleisch. Dazu gab es Pflaumensaft. Lecker eigentlich. Vorher hatten wir eigentlich keinen Hunger gehabt, durch die Dumplings waren wir jetzt aber heiß auf weitere Leckereien, die wir uns am Straßenrand zusammensuchen konnten.

Weltreise 2013 - China 137

Ich habe dann als erstes mal so eine frittierte Frucht ausprobiert. Ja ja… er hat wieder was frittiertes gegessen Smiley Es war auch sehr lecker und sehr süß. Und sehr klebrig. Aber ich hätte trotzdem fast noch ein zweites gegessen, weil die Teile so lecker sind. Kosten dann etwa 2 Yuan, das sind etwa 30 cent. Conny hat als nächstes Reiskuchen probiert. Der Verkäufer war auch ein bisschen Fotogeil und so durfte Conny mit ihm posieren und er durfte ein bisschen Werbung für seinen Reiskuchen machen. Auch der war sehr lecker. Prinzipiell ist es glaube ich nur reis am Stock mit Karamel oder sowas. Das Ganze ist übrigens auch kalt.

Weltreise 2013 - China 140 Weltreise 2013 - China 151

Danach sind wir noch ein bisschen durch die Marktstraßen gewandelt und haben uns allerhand Plunder angeschaut. So richtig viel kaufen können wir ja leider nicht, da der Platz in unseren Rucksäcken doch sehr limitiert ist. Vielleicht ist das auch besser so, sonst wären wir nämlich eskaliert.

Weltreise 2013 - China 142

Immer wieder gab es Garküchen an den Straßenrändern, die die ein oder andere Köstlichkeit zubereitet haben. Probiert haben wir dann aber nicht mehr so viel, bei uns stellte sich dann irgendwann ein Sattheitsgrad ein, den wir nicht weiter überschreiten wollten.

Weltreise 2013 - China 145 Weltreise 2013 - China 154

Ein paar Auslagen der dortigen Geschäfte habe ich noch fotografiert. Es gab nämlich nicht nur Garküchen und Ramschgeschäfte, sondern auch allerhand getrocknete Früchte, Nüsse und vieles mehr.

Weltreise 2013 - China 155 Weltreise 2013 - China 156 Weltreise 2013 - China 157

In dem Viertel gibt es auch eine “great mosque”, also eine große Moschee, in diese dürfen aber wohl nur Muslime und deshalb konnten wir sie uns nicht genauer anschauen, sorry Haleem. Smiley Aber auch rings um die Moschee und auf dem Weg dorthin und zurück gab es wieder massig Ramsch zu kaufen. Die interessante Frage wäre gewesen, ob das wirklich alles Fake ist, was dort angeboten wird. Von der klassischen Rolex über beats-Kopfhörer bis zum Beckham Trikot war alles dabei. Populäre Bayern-Trikots in Asien sind übrigens Robben und Götze. Interessante Auswahl.

Weltreise 2013 - China 163

Auf unserem Weg zurück ins Hostel konnten wir noch zwei berühmte Gebäude von Xi’an im Dunklen bewundern. Den Drum-Tower (links) und den Bell-Tower. Im Bell-Tower wurden früher morgens die Glocken geläutet, wenn die Leute aufstehen und zur Arbeit gehen mussten. Und im Drum-Tower wurde zur Feierabendzeit getrommelt, damit die Leute wussten, dass sie nach Hause gehen können. Das war in einer Zeit bevor es hier Uhren gab. Die Türme stammen aus der Ming-Dynastie, die wohl überall wie Bekloppt solche Türme und Stadtmauern wie in Xi’an gebaut hat. Fragt mich nicht wann Ming war, könnt ihr bei Wikipedia nachschauen.

Weltreise 2013 - China 166 Weltreise 2013 - China 171

Abends ging es dann nochmal ein bisschen raus zum Karaokesingen. Conny blieb mal zuhause, ihr ging es noch immer nicht besser und Ruhe und Schlaf sind glaube ich das Beste was man in so einer Situation tun kann. Schlaf kam in den letzten Wochen eh zu kurz. Also los zum Karaoke, nur zwei Straßen weiter.

Weltreise 2013 - China 121

In China hat man kein Karaoke im Kneipenraum wie in Deutschland sondern in separierten Privaträumen und genau so einen hatten wir dann auch. Der war relativ gemütlich und hatte einen großen Fernseher samt Karaokeanlage. Die Getränke musste man sich in einer Art Kiosk auf dem Flur kaufen und sie wurden dann von einem Kellner in den Raum gebracht, das war ein wenig strange. Bei uns gab es in erster Linie Budweiser und Jack Daniels + Cola. Es gab aber auch Klosterbräu, wozu ich mir als Deutscher viele Kommentare anhören musste Smiley War aber alles schweineteuer wie ich gerade mit einem Blick ins Portmonnaie feststellen muss.

Weltreise 2013 - China 122Weltreise 2013 - China 002Weltreise 2013 - China 003Weltreise 2013 - China 006Weltreise 2013 - China 008Weltreise 2013 - China 013

Wir haben dort dann die großen Karaoke-Klassiker geträllert und ein bisschen gefeiert. Das war etwas ungewohnt, da es betrunken als nicht-native-speaker nochmal ein bisschen schwerer ist, sich mit allen zu unterhalten. Aber insgesamt hat das klasse geklappt und nach dem 5. Bier war es dann auch egal. Insgesamt haben wir glaube ich eine tolle Truppe erwischt hier, nur etwas viele sind wir momentan. In Beijing werden wir aber wieder weniger. Bis dahin sind es noch 3 Tage. Vorher kommt noch ein Aufenthalt auf einer Farm und ein Besuch im Shaolin Tempel. Mal schauen, wie das dort mit wifi ausschaut.

Kategorien: China | Ein Kommentar

China–Angekommen in Xi’an

Die Fahrt nach Xian, einer der Hauptstädte des chinesischen Kaiserreichs (zum Beispiel unter der Ming Dynastie), war mit 15 Stunden verhältnismäßig kurz. Vielleicht gewinnen wir schon an Routine, jedenfalls haben wir alle recht gut geschlafen und waren recht guter Dinge am nächsten morgen,- außer mir, denn ich habe mir eine Erkältung eingefangen und war nicht ganz so guter Laune. Die Aussicht aus dem Fenster gestaltete sich dafür grandios, da wir durch ein Gebirge fuhren. Schon bald näherten wir uns aber wieder dicht besiedelten Gebieten, bei denen überall die Bauwut in China zu sehen ist.

Weltreise 2013 - China 001 Weltreise 2013 - China 008

Und schwups, schon waren wir in Xi’an, das ebenfalls mit über 10 Millionen Einwohnern außerordentlich groß  und bereits weit über 2000 Jahre alt ist. Die Stadt war die erste Hauptstadt im vereinten chinesischen Reich, welches unter der ersten Dynastie, der Qin-Dynastie (gesprochen Chin,- daher auch der Name China), gegründet wurde. Also erstmal aussteigen, was mit dem ganzen Gepäck bei unserer mittlerweile 30köpfigen Gruppe nicht so einfach ist. Nun ja.

Weltreise 2013 - China 010

Ab in einen Bus des öffentlichen Personennahverkehrs (ein Spaß, wir waren mal wieder DIE Attraktion) und zum Hostel, wo wir erstmal in Ruhe auschecken, duschen und Mittagessen konnten. Wir haben wieder ein sehr schönes Zimmer bekommen und sind mittlerweile froh, mehr oder weniger aus Versehen die private-room- Option gebucht zu haben.

Weltreise 2013 - China 012 Weltreise 2013 - China 072

Am späten Nachmittag dann ging es ab zu einer Fahrradtour auf der Stadtmauer, die komplett erhalten bzw. restauriert und ca. 14km lang ist, und in einem exakten Viereck angeordnet ist. In ihrem jetzigen Zustand ist sie, wie das gesamte Stadtbid, von der Mingdynastie geprägt, die im 14 Jahrhundert herrschten. Marcus und ich haben uns ein Tandem ausgesucht und ab ging die Post.

Weltreise 2013 - China 047

Bei schönstem Fotolicht konnten wir den Ausblick genießen, der zumeist wirklich sehr schön war. Weniger schön war die Tatsache, dass die hintere Kette am Tandem nach etwa 1,5km einfach riss. Also konnte nur der Vordere trampeln, der dummerweise ich war (ich kann eigentlich nicht hinten sitzen, weil ich lenken MUSS). Etwa nach der Hälfte haben wir aus Erschöpfungsgründen dann doch gewechselt. Der letzte Teil war also für mich wirklich zauberhaft Zwinkerndes Smiley.

Weltreise 2013 - China 033 Weltreise 2013 - China 043

Innerhalb der Stadtmauern gibt es übrigens noch einige traditionelle Gebäude, aber auch viele neue, moderne, wobei auffallend viele Malls dabei sind.

Weltreise 2013 - China 042

Die Atmosphäre im Abendlicht war wirklich toll: Wir sind dann fototechnisch auch etwas eskaliert Smiley.

Weltreise 2013 - China 046 Weltreise 2013 - China 057

Im Anschluss ging es dann noch zu einer Essensausgabe für Bedürftige in Xi’an, die von einem ehemaligen Banker aus UK gegründet wurde. Die Armutsgrenze in China liegt bei 1,25$/Tag und ist zwar in den letzten Jahren stark gesunken, liegt aber immer noch bei 10%. Die Örtlichkeiten liegen direkt neben einer Kirche mitten in Xi’an.

Weltreise 2013 - China 059 Weltreise 2013 - China 060

Wir spendeten einige Beutel Früchte und sollten eigentlich als Freiwillige bei der Essensausgabe helfen, bzw in der Innenstadt Essen verteilen. Dummerweise wollten auch eine gefühlt 50köpfige chinesische Klasse als Freiwillige helfen, neben den Freiwilligen, die ohnehin dort regelmäßig arbeiteten. Also artete die ganze Aktion eher in eine für uns äußerst unangenehme Art Show aus, bei der sich so ziemlich jeder völlig nutzlos fühlte. Schade.

Weltreise 2013 - China 062 

Danach ging es auch für uns zum Essen. Unser lokaler Guide führte uns in ein Restaurant, in das wir normal vermutlch nie gegangen wären und bestellte einige Gerichte, die man sich dann mittels Drehscheibe teilte. Das war bisher mit Sicherheit das leckerste Essen, das wir hatten. Frittierte, würzige Pilze, süßsaueres Schwein, Auberginen, scharfer Kohl und scharfe Bohnen, Nudelsalat, Fisch, Schweinebauch, Tofu…oh mein Gott und das ganze für nicht mehr als 2,50€. Vollgefressen sind wir dann ins Hostel und haben noch ein wenig geskypt. Morgen geht es dann zu einem der absoluten Highlights der Tour,- der Terrakottaarmee.

Kategorien: China | Ein Kommentar

China–Pandas, Chengdu und wieder ein Nachtzug

Der Morgen beginnt früh. Um 6 Uhr klingelt der Wecker, denn um 6:50 geht es zu den Pandas. Pandas sind nämlich recht viel am Schlafen und Vormittags sind sie ne Weile wach. Also rein in den Bus und ab zu den Pandas. Nach 30 Minuten Fahrt sind wir schon da.

Weltreise 2013 - China 001 Weltreise 2013 - China 002

Das Panda Research & Breeding Center ist DIE Attraktion hier in Chengdu und dementsprechend viele Touristen sind dort unterwegs. Überall sieht man Pandamützen, Panda T-Shirts, Pandastift und Pandapostkarten. Das Ganze erinnerte so früh am Morgen ein wenig an Jurassic Park was allerseits für Erheiterung sorgte.

Weltreise 2013 - China 043

Die ersten Pandas, die wir gesehen haben, waren die Panda Babies, gerade mal 20-30cm groß waren sie hinter Glas zu bewundern und eigentlich nur am schlafen. Conny war trotzdem hin und weg.

Danach ging unsere Gruppe erstmal gemeinsam zum Frühstück. Alle bis auf einen, nämlich mich. Bei mir meldete sich das fiese HotPot-Dinner vom Vortag und ich kann aus erster Hand berichten: Es brennt zwei mal. Smiley Tatsächlich ist das hier bislang nichts besonderes, so ziemlich jeder von uns hatte schon Vorkommnisse im Verdauungsprozess. Das HotPot Dinner war allerdings wohl besonders fies zu uns allen. Es war ja schon krass das zu essen gestern. Mir brannten Lippen und Zunge und wurden dann taub. Richtig übel.

Weltreise 2013 - China 018 Weltreise 2013 - China 044 Weltreise 2013 - China 019

Nach dem Frühstück geht es dann zunächst zu den Red Pandas. Red Pandas sind deutlich kleiner als die Pandas die man so kennt und zudem wie der Name schon sagt rot. Eigentlich sehen sie aus wie eine Mischung aus Waschbär und Fuchs. Sie hatten ein Freigehege und kamen einem, gejagt von einem Haufen fotografierender Chinesen verfolgt, entgegen. Besser bekannt sind die Viecher unter dem Namen Firefox. Somit erklärt sich für uns Nerds auch das Namensgebende Tier des Firefox-Browsers.

Weltreise 2013 - China 021 Weltreise 2013 - China 023 Weltreise 2013 - China 025

Danach ging es dann endlich zu den richtigen Pandas. Diese hatten unterschiedliche Gehege und haben sich relativ behäbig in Richtung Frühstück bewegt. Mit Pandas verhält es sich wohl so wie mit Koalas. Sie schlafen relativ viel, essen dann Kram, der berauschende Wirkung hat, und schlafen dann wieder ein. Neben den richtigen Pandas waren auch noch ein paar Pandababies in freier Natur. Sie lagen auf einer Holzplatte in einem Gehege. Conny war wieder völlig hin und weg, speziell als eines runtergefallen ist und laut quietschend wieder auf die Platte verfrachtet wurde. Sweet.

Weltreise 2013 - China 026 Weltreise 2013 - China 057 Weltreise 2013 - China 058

Bevor es dann zurück Richtung Hostel ging, mussten wir natürlich noch ein paar Souvenirshops unsicher machen, haben aber erstmal nichts gekauft. Erst vor den Toren des Research Centers hat Conny mir einen kleinen Panda für 10 Yuan gekauft. Drinnen hat er noch 20 gekostet und im Souvenirshop direkt am Gehege sogar 40. Nice. Wir haben den Kollegen “Mr. Panda” getauft, nach dem Besitzer des Hostels hier in Chengdu.

Als nächstes gibts erstmal ein Bild wo Mr. Panda den Maulwurfn anklammert Smiley

Zurück im Hostel haben wir noch kurz zusammengepackt und ausgecheckt, dann hatten wir insgesamt 6 oder 7 Stunden Freizeit. Endlich mal ein bisschen. Wir haben in den letzten Tagen, speziell im Zug, soviel in der Gruppe gemacht, dass uns die Freizeit ganz gut tat. Conny – etwas erkältet – hat es sich im Hostel bequem gemacht, während ich mit ein paar Jungs noch zu KFC gegangen bin. Endlich etwas westliches Essen. Dann lief hier im Hostel der Film “The Boat That Rocked” und wir haben die Seele ein wenig baumeln lassen.

Weltreise 2013 - China 060 Weltreise 2013 - China 061

Leider hat das nur einige Stunden totgeschlagen, und als ich wieder kam, war Conny wieder soweit fit, dass wir uns ein Kloster direkt um die Ecke anschauen konnten, das buddhistische Wenshu Kloster aus dem 18 Jahrhundert. Dort war spirituell einiges los, viele Leute haben dort ihre Rituale vollzogen und gebetet. Das Kloster ist erstaunlich groß, am schönsten fanden wir den Klosterpark. Am Ende von diesem sind wir dann auch auf den Electrical Monk gestoßen, der, fiesen Techno hörend und laut auf den Boden rotzend, dort vor sich herschlurfte.Welch eine Erleuchtung.

Weltreise 2013 - China 065 Weltreise 2013 - China 066 Weltreise 2013 - China 069

Schließlich ging es wieder auf zum Bahnhof und es hieß bereits Tschüss, Chengdu. Ab ging es in einen weiteren Nachtzug nach Xi’an, einer der Hauptstädte des chinesischen Kaiserreichs. Immerhin sind es diesmal nur 15 Stunden Fahrt.

Kategorien: China | Hinterlasse einen Kommentar

China–25 Stunden Zugfahrt nach Chengdu

Ich hatte ja vorher schon ein bisschen Schiss vor den langen Zugfahrten hier in China und auch der Nachtbus nach Yang Shuo war nicht ganz so mein Fall. Jetzt kam dann allerdings der Härtetest: Die Fahrt nach Chengdu dauert mit dem Nachtzug ziemlich genau 25 Stunden. Also länger als einen Tag im Zug. Verdammt. Verpflegung für die lange Fahrt haben wir uns gestern Abend schon gekauft, Frühstück nehmen wir aber noch vorher zu uns. Bei KFC. Don’t tell anyone. Zwinkerndes Smiley

Weltreise 2013 - China 009 Weltreise 2013 - China 011 Weltreise 2013 - China 012

Im Bus zum Bahnhof gab es dann noch letzte Anweisungen von Sally und unsere personalisierten Zugtickets. Mit Passnummer (Verdeckt durch den Daumen). Die Busfahrt dauerte etwa 1,5 Stunden durch den krassen chinesischen Verkehr. Am Bahnhof angekommen war dann alles eher spartanisch. Es gab noch einen Airport-Mäßigen Security-check, aber mein Taschenmesser wurde mir zum Beispiel nicht abgenommen. Keine Ahnung wonach gesucht wurde.

Weltreise 2013 - China 014 Weltreise 2013 - China 021

Wir hatten im waiting Room noch etwa ne Stunde Aufenthalt bis wir unseren Zug boarden dürfen. Es läuft ein bisschen so wie auf einem Flughafen, dann aber auch wieder garnicht. Irgendwann wird der entsprechende Zug aufgerufen. Es gibt eine Boarding-Time und eine Abfahrtszeit etwa 20 min. später. Es scheint auch so zu sein, dass immer nur ein Zug gleichzeitig am Bahnsteig hält.

Weltreise 2013 - China 023

Beim boarden waren wir dann auch noch enthusiastisch, war ja auch alles neu und spannend. Also erstmal zugewiesenes Bett finden und Rucksäcke abladen. Es sind immer 6 Betten zusammen und etwa 15-20 Abteile im Wagen. Wir hatten sogenannte “Hard Sleeper”, das ist quasi die Holzklasse. “Soft Sleeper” wäre dann die erste Klasse gewesen. Conny und ich hatten unsere Betten ganz unten. Zusammen mit uns waren dort noch 3 andere Leute aus unserer Reisegruppe und ein schlecht gelaunter Chinese.

Weltreise 2013 - China 029 Weltreise 2013 - China 032

Es dauerte nicht lange, bis wir alle auf unseren Betten saßen und uns unterhalten haben, man hat ja sonst nichts zu tun. Schlafen wollten nur die wenigsten. Wer jetzt schläft, ist nachts bestimmt wach. Ab 22 Uhr geht das Licht aus, das ließ uns 9 Stunden bevor Schlafenszeit ist. Hin und wieder kamen auch Wagen vorbei mit Gütern die man käuflich erwerben kann. Früchte, chinesisches Essen, Tücher, Zahnpasta, alles Mögliche. Die Früchte wurden im Laufe der Zugfahrt auch günstiger, weil die sonst weggeschmissen werden müssen.

Weltreise 2013 - China 034 Weltreise 2013 - China 037

Aus Unterhaltungen wurden dann relativ schnell die ersten Bierchen und irgendwann war dann auch Musik da und ZACK hatten wir eine train party an den Start gebracht. Zu Essen gab es dann fiese NoodleCups, heißes Wasser gab es schließlich an Bord. Nach den Bierchen gab es dann von der tief-britischen Fraktion unserer Reisegruppe auch noch ein Tässchen Brandy, bevor wir später bei chinesischem Reiswein landeten. Für die Chinesen waren wir wohl relativ spannend, regelmäßig starrten sie zu uns herüber, wollten aber nix trinken. Auf Nachfrage von unserem Guide, Miranda, hatten sie aber kein Problem mit uns, sondern fanden es nur spannend uns zu beobachten.

Weltreise 2013 - China 044 Weltreise 2013 - China 047Weltreise 2013 - China 050Weltreise 2013 - China 051

Das Beobachten haben sie dann auch Nachts gemacht, während wir schliefen, in erster Linie bei den Frauen. Das war schon ein wenig gewöhnungsbedürftig. Am nächsten Morgen war ab 8 Uhr alles wieder hell und alle Leute wieder viel unterwegs in unserem Zugwaggon. Vorher war das alles sehr angenehm und Conny und ich haben auch recht gut geschlafen. Kein Vergleich zur Busfahrt vor ein paar Tagen! Selbst die Klos an Bord waren erträglich, zumindest die in der ersten Klasse, die ich euch fotografiert habe Zwinkerndes Smiley Die anderen waren stinkende Löcher im Boden und man hat direkt auf die Schienen gedengelt (und die Klos wurden in Bahnhöfen abgeschlossen).

Weltreise 2013 - China 003 Weltreise 2013 - China 005 Weltreise 2013 - China 023

Die letzten zwei Stunden der Zugfahrt haben sich dann nochmal gezogen wie Kaugummi. Auch der Nudelpott zum Frühstück hat die Zeit nicht schneller verstreichen lassen. Irgendwann waren wir dann aber tatsächlich in Chengdu angekommen. Der Bahnhof wirkte wieder ein bisschen wie ein Flughafen, war aber viel moderner als der in Guilin wo wir abgefahren sind.

Weltreise 2013 - China 007

Nach kurzer Busfahrt sind wir dann relativ fix an unserem Hostel angekommen, es hieß “Mr. Panda”, da Chengdu wohl in erster Linie für seine Panda-Research-Facility bekannt ist, die wir uns dann auch morgen anschauen werden. Bevor es jedoch soweit war, sind wir erstmal in unser Zimmer und… OH GOTT… Conny hat Haare im ungemachten Bett und eine gebrauchte Binde im Mülleimer gefunden, also erstmal Zimmer wechseln. Puh.

Weltreise 2013 - China 008 Weltreise 2013 - China 013

In dem Laden neben unserem Hostel gab es dann noch ein bisschen Noodle Soup (schon wieder Nudeln!), die Conny allerdings weniger gemundet haben. Dafür waren sie günstig, nämlich etwa 7 Yuan, das ist etwa 1€. Danach gab es noch eine kurze Mandarin-Stunde. Wir können jetzt bis 10 zählen oder ein Bier bestellen auf Mandarin. Morgen habe ich vermutlich wieder alles vergessen.

Weltreise 2013 - China 034 Weltreise 2013 - China 035

Nach dem kurzen Mahl gab es ein wenig Freizeit. Endlich. Wir haben ein wenig im internet gesurft und gegen die irischen Mädels im Kickern verloren. Aber auch zwei Stunden Freizeit verbringt man eigentlich zusammen als Gruppe und die Zeit vergeht irgendwie wie im Flug. Man hatte noch die Möglichkeit von einem blinden Chinesen massiert zu werden, aber das wollten wir beide nicht.

Weltreise 2013 - China 038

Danach ging es dann zum Sichuan Hot Pot. Hot Pot ist eine Spezialität der Region hier. Prinzipiell soll das Ganze ungefähr so sein wie Fondue. Das Restaurant ist etwa 20 min. zu Fuß entfernt. Also los. Ursprünglich wurde uns gesagt, dass Hong Kong die sauberste und entspannteste chinesische Metropole ist, das konnten wir aber direkt mal wiederlegen. Alles in Chengdu war deutlich entspannter als in HK und auch die Straßen und Bürgersteige waren total sauber. Es gab sogar Fahrradwege. Insgesamt hat Chengdu wohl 14 Mio. Einwohner und ist somit eigentlich echt krass groß.

Weltreise 2013 - China 043 Weltreise 2013 - China 045

Unser Weg führte durch sehr pittoreske Touristenregionen, unter anderem an einem Tempel vorbei, den wir uns dann morgen etwas genauer angucken werden. Die Temperatur hier erfordert inzwischen auch schon einen Hoodie Abends aber ist immernoch um die 20 Grad warm Nachts.

Weltreise 2013 - China 048

Beim Hot Pot gab es dann verschiedene kleine Räume in die wir aufgeteilt wurden und dann wurden jeweils zwei Hot Pots in den Tisch eingelassen und darunter Gasflammen entzündet. Jeder Hotpot hatte zwei Behälter. Der äußere war fies scharf und der innere war harmlos. Mit ordentlich Fleisch bzw. für Conny auch vegetarischem Kram konnte man dann darin rumkochen. Hierbei ist es nicht wie beim Fondue so, dass man seine eigenen Sachen reinpackt und bewacht, sondern man schmeißt einfach alles rein und dann schaut man was man mit den Chopsticks so erwischt. Das kommt dann auch nicht auf einen Teller sondern in eine Schüssel mit Öl und Knoblauch, bevor man es isst.

Weltreise 2013 - China 049 Weltreise 2013 - China 058

Insgesamt war der ganze Kram wirklich sehr lecker, aber der scharfe HotPot war zu krass für mich. Ich bin in Schweiß ausgebrochen und habe meine Lippen nicht mehr gespürt. Erst hinterher habe ich erfahren, dass die Taubheit in den Lippen vom Sichuan-Pfeffer kommt, der genau diesen Effekt hat ohne dabei Spicy zu sein. Krass.

Weltreise 2013 - China 061

Mit uns gegessen hat übrigens Mr. Panda, der Namensgeber und Eigentümer unseres Hostels, ein echt cooler Typ mit echt gutem Englisch. Auf dem Foto ist er links neben mir. Jetzt gerade sitze ich in seinem Hostel im Common Room und wir testen seinen selbstgemachten Wein, für den wir gerade versuchen den Namen “Panda Juice” zu etablieren. Morgen dann: Echte Pandas!

Kategorien: China | Ein Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.